Kreative Therapien

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Samera, 13 Jahre (Irak)

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Kunst als Sprache der Intuition

Ich verstehe den künstlerischen Ausdruck als eine Sprache der Intuition. Die Intuition hilft gerade in schwierigen Lebenssituationen, in der der Verstand oft maßlos überfordert oder in einer Denkschleife gefangen ist, neue Wege aufzuzeigen. Mittlerweile geht man auch in der wissenschaftlichen Betrachtung von zwei Grundformen des Denkens aus. Das schnelle Denken entspricht der intuitiven holografischen instantanen Wahrnehmung. Es zeigt sich in einer Art innerem Wissen, plötzlichen Eingebungen, inneren Bildern, einem Bauchgefühl. Das langsame logisch sequenzielle Denken entspringt unserem rational-analytischem Denken. Die Vernunft ist vernünftig, sie hilft uns logisch zu denken, aber sie kann nicht kreativ-innovativ agieren. Wirklich Neues entsteht jenseits der Ratio. Aber auch auf das  Gefühl ist nicht immer Verlass, gerade wenn wir uns in emotional sehr aufgewühlten Zuständen bewegen. In bedrohlichen Situationen greift unser Nervensystem sogar auf unsere archaischen Urinstinkte zurück, mit entsprechenden neurobiologischen Reaktionen zu Flucht oder Angriff, schlimmstenfalls zum Shutdown (totstellen).[1] Das emotionale Gehirn, das nicht dem Zugriff des Bewusstseins unterliegt und nicht verbal kommunizieren kann, übernimmt dann die Kontrolle.[2]

Mit der Kunst können wir innere Bilder nach Außen bringen. Die Kunst kann den sprachlosen Raum sichtbar machen, Unaussprechliches artikulieren und Widersprüchliches mühelos vereinigen. Sie kann Neues gebären und Unbekanntes manifestieren. Das lässt sich etwa über Musik, die bildende Kunst aber auch über intuitive Schreibprozesse ermöglichen, bei denen eher das Spielen mit Buchstaben und Worten im Vordergrund steht, nicht das rationale Erdenken von Texten.

Weitere ausführliche Infos zu meinen Einzel- und Gruppenangeboten unter Kunsttherapie und Schreibtherapie

Zudem initiiere ich immer wieder integrative Kunstprojekte. Gemeinsames künstlerisches Schaffen überwindet (Sprach-)Barrieren und verbindet Menschen miteinander.

 

 

 

[1] Siehe dazu meine Artikel

[2] Van der Kolk (2017). Verkörperter Schrecken. Traumaspuren in Gehirn, Geist und Körper und wie man sie heilen kann. Probst Verlag.