Beispieltexte

Intuitives Schreiben als Kraftquelle

Die Texte sind in der Gruppe „Intuitives Schreiben als Kraftquelle“ in der Biff Harburg entstanden

Beispiel: intuitiv Worte aus der Zeitung sammeln.  Anschließend mit den Worten einen Text schreiben

Worte: Antworten, Fragen, Leben, reden, Suche, Körper, Angst, Vertrauensbasis, Einsamkeit, Sehnsucht, Leichtigkeit, Zerstörung.
Immer wieder neue Antworten finden, auf Fragen, die das Leben mir stellt. Sei es die Bewältigung des Alltags oder eher, oder auch parallel dazu, die Planung der Zukunft – die nächsten Stunden, Tage, Wochen, Jahre.
Was spricht zu mir? Wer bestimmt meinen inneren Dialog? Mit wem sollte ich reden? Mit wem möchte ich reden? Wer hilft mir bei der Suche den richtigen Weg zu finden?
Mein Körper antwortet mir – darauf kann ich mich verlassen. Er ist unbestechlich. Ich vertraue meinen Empfindungen und meinen Wahrnehmungen. Ich vertraue einzelnen Menschen, aber den Menschen an sich, vertraue ich nicht. Ich habe sogar Angst vor ihnen. Was brauche ich als Vertrauensbasis, um meine Einsamkeit aufzuheben? Wie erfülle ich meine Sehnsucht nach Leichtigkeit, angesichts der Zerstörung, die Menschen anrichten können?

von Renate

 

Beispiel: blind einen Gegenstand fühlen und Wortimpulse aufschreiben. Im Anschluss den Gegenstand visuell erfassen. Daraus einen Text schreiben.

Was für ein Gegenstand bist Du?

Ich fühle Dich: Du bist weich und formbar, passt gerade in meine geschlossene Hand, wärest eigentlich ein angenehmer Handschmeichler, wenn es nicht so anstrengend wäre, Dich so fest umschließen zu müssen.

Ich sehe Dich: Du kannst ganz schön lebendig werden, wenn man sich mit Dir befasst. Dein Mund öffnet und schließt sich. Du bist empört und meckerst. Du bist gar kein Totenkopf – Du bist Frankenstein.

Mein Freund Frankenstein

Mein lieber Freund, je mehr ich Dich berühre, umso mehr erkenne ich Dich. Zuerst war ich geschockt, als ich Dich sah, ich dachte Du wärst ein Totenkopf. Das bist Du aber nicht, man hat Dich nur so zugerichtet – keine Augäpfel nur die Augenhöhlen, ein aufgerissener Mund und keine Zähne. Dein Kopf so flach, dass man ihn kaum von der Seite sehen kann. Aber in meiner Hand fängst Du an zu leben. Herzlich willkommen, Du Monster.