Krankheit als Bild

Ab September 2021 starten wir mit einer neuen Gruppe Krankheit als Bild im Kulturhaus Süderelbe.

Kunst und Körper sprechen dieselbe Sprache

Ein Schwerpunkt meiner Arbeit liegt darin, mit Ihnen die Sprache Ihres Körpers mit der Kunst zu übersetzen, um Krankheiten besser zu verstehen. Neben der immer vorrangig wichtigen ärztlichen Behandlung kann der unterstützende kreative Ausdruck zu ganz neuen Perspektiven führen.

Das Gehirn verwandelt Psychologie in Biologie

Prof. Joachim Bauer, Neurowissenschaftler und Arzt

Psychische Störungen und Prozesse finden im Körper einen Ausdruck, wenn sie im sprachlosen Raum gefangen sind.

Neben den so genannten „holy seven“, den typischen psychosomatischen Erkrankungen, die sich durch Körpersymptome zeigen

  • Magengeschwüre
  • chronisch entzündliche Darmerkrankungen
  • Bluthochdruck
  • Rheuma
  • Schilddrüsenüberfunktion
  • Neurodermitis
  • Asthma

gibt es somatoforme Störungen, bei denen keine körperliche Ursache für die Beschwerden zu finden sind. Bei den Konversionsstörungen wird ein psychischer Konflikt in ein körperliches Symptom konvertiert. Das sind klassischerweise Symptome mit Symbol-, Ausdrucks- oder Aufforderungscharakter. Der Körper „übernimmt“ das Problem, die Psyche wird entlastet.

Auch eine Depression versteckt sich oftmals hinter körperlichen Beschweren. Das können etwa Kopfschmerzen und Schwindel sein, Atembeschweren (Enge und Druckgefühl, Atemnot), Herzbeschwerden (Druck und Stecken, Herzstolpern), Rückenschmerzen (vor allem bei Frauen), Magen-Darm Beschwerden (Würgen, Übelkeit; Erbrechen, Verstopfung, Durchfall) und auch Unterleibsbeschwerden (Zyklusstörungen, Krämpfe, Reizblase, Bauchschmerzen).

Die Kunst als Ausdrucksform ist ein evolutionärer Jackpot

Kunst und Körper sprechen dieselbe universelle Sprache der fühlenden intuitiven Seite in uns. Wenn ich von Kunst rede, meine ich den kreativen Ausdruck, der jenseits von gesellschaftlichen Bewertungskriterien zu finden ist. Kunst und die Kraft zur Imagination sind ein evolutionärer Jackpot. Kunst und Körper mit ihren Ausdrucks- und Wahrnehmungsformen präsentieren uns ihre Geheimnisse, wenn wir die metaphorische Sprache entschlüsseln lernen.

Wildes Denken

Der Nobelpreisträger Daniel Kahnemann, der zwei Grundformen des Denkens unterscheidet, beschreibt das schnelle assoziative Denken im Gegensatz zum langsamen rationalen Denken. Die Ethnologin Dr. Kessler spricht vom wilden Denken, das eine fluide, kreative, luzide Intelligenz hervorbringt. In diesem Sinne sind Kunst und Körper Ausdrucksformen dieses schnellen wilden Denkens.

Mittels des künstlerischen Ausdrucks können wir die Sprache des Körpers übersetzen

Beispiele:

Zitat: Prof. Joachim Bauer, Neurowissenschaftler und Arzt in einem Vortrag über Schamgefühl