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Hände

 

Mit den Händen berühren wir die Welt, Dinge, Tiere, Menschen. Wir begrüßen andere mit einem Handschlag. Wir beten mit den Händen. Die Hände setzen wir für unsere Arbeit ein, für Handgriffe im Alltag.

Sie können schlagen oder streicheln, anpacken oder ruhen.Unsere Hände unterstützen uns auch in der Kommunikation.

Wir haben Redewendungen um die Hand, etwa „jemandem die Hand reichen“ als Geste der Versöhnung oder „da bist du in guten Händen“ als Synonym dafür, geschützt, in Sicherheit, gut aufgehoben, wohl behütet bei jemanden zu sein.

Mit der Hand bzw. den Händen können wir auch künstlerisch arbeiten. Dazu zeichnet man mit einem Bleistift den eigenen Handumriss einer oder beider Hände auf ein Din A 3 Papier. Anschließend wird die Hand künstlerisch gestaltet. Dabei kann man entweder frei arbeiten oder auch einen Gestaltungsauftrag geben wie

zum Beispiel:

  • ein farbiges Muster gestalten,
  • den Empfindungen in der Hand bestimmte Farben zuordnen („wo fühlt es sich warm, kalt, taub, gefühlsintensiv an und welche Farbe steht dafür?“)
  • inhaltlich zu arbeiten („wen oder was möchten deine Hände halten oder berühren?)

Reflexion

  • Was zeigt sich dir auf der Bildebene (Material, Farben, Farbintensität, Hintergrundfarben, Strichführung, Formgebung, Handform im Bild etc.; wurde der gesamte Gestaltungsrahmen auf dem Blatt ausgeschöpft)
  • Wenn die Hand sprechen könnte, was sagt sie dir?
  • Wollen die Hände etwas tun oder gerade nicht tun?

Krafttier-Mantra

„Ich spüre die Kraft des Drachen“

 

Mantra bezeichnet eine heilige Silbe, ein heiliges Wort oder einen heiligen Vers. Diese sind „Klangkörper“ einer spirituellen Kraft, die sich durch meist repetitives Rezitieren im Diesseits manifestieren soll (Wikipedia).

Krafttier-Bilder erzählen von inneren Wahrheiten, sie machen sichtbar, welche Potentiale, Kräfte, Energien und Themen uns und die reflexive Welt gerade bewegen.

Wir können uns unser Krafttier künstlerisch zum Leben erwecken und uns unser Krafttier-Mantra schaffen.

Und so geht es

Bei der Suche nach einem eigenen Mantra schwingen vor allem zwei Fragen mit:

  • In welcher Situation möchte ich das Mantra nutzen?
  • Welchen Zustand / welches Gefühl will ich durch das Mantra herbeiführen?

Diese Fragen werden nicht bewusst gestellt, sie wirken im „Hintergrund“ bei einer Entscheidung für ein bestimmtes Mantra. Wenn ein Mantra „passt“, dann spürst du es intuitiv. Male zunächst intuitiv dein Krafttier oder wähle eine Krafttierkarte, die dich magisch anzieht.

Die folgenden Fragen können als Impuls dienen für ein Krafttier-Mantra:

  • Fühle dich genau in das Tier ein, welche Fähigkeiten, Eigenschaften, Stärken hat es?
  • Wo lebt es?
  • Wie und mit wem lebt es? Ist es ein Einzelgänger, Herdentier?
  • Warum hast du dieses Tier ausgewählt?
  • Was verbindest du mit dem Tier?
  • Welche Eigenschaften, Gewohnheiten etc. ziehen dich persönlich besonders an dem Tier an?
  • Was gefällt dir an dem Tier?
  • Was kann das Tier besonders gut?
  • Wie kann es dich unterstützen?

Schlussendlich bilde einen für dich Stimmigen Satz aus deinen Erkenntnissen.

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Alternativ zum Malen kann man mit unseren 55 Krafttierkarten der Künstlergruppe für Flüchtlinge arbeiten.

Infos zum Projekt und den Karten www.krafttier.reisen

 

 

Kuscheltier Mensch

Samera, Künstlergruppe für Flüchtlinge

 

Kuscheltier Mensch

Wie können wir wieder – im doppelten Sinne des Wortes – mehr berührt werden, uns berühren lassen?

Gestreichelt werden, kuscheln, umarmt werden: Berührungen wecken Gefühle von Zuwendung, Trost, Geborgenheit, Zugehörigkeit und Liebe. In einer vereinsamenden Gesellschaft ist das ein Alarmzeichen. Berührungsmangel in der Kindheit ist besonders fatal. Das Urvertrauen in die Welt wird in der frühen Kindheit vor allem auch über den Körperkontakt vermittelt. Die Generation im und nach dem zweiten Weltkrieg ist von einer berührungslosen Kindheit gezeichnet. Die Erziehung wurde wesentlich von der Nationalsozialistin und Ärztin Johanna Haarer mit ihrem Erziehungsratgeber ‚Die deutsche Mutter und ihr erstes Kind‘ (1934) geprägt. Hier ging es um Zucht und Ordnung, nicht um Liebe  und Zuneigung. Umarmungen, auch bei Schmerz und Kummer des Kindes warten verpönt. Es durfte als Erziehungsmittel stattdessen geschlagen und geohrfeigt werden.  Wenn Babies schrien, so sollte man als Mutter diesem Schreien auf keinen Fall nachgeben, um die Kindern nicht  zu verhätscheln. Das haben viele so erlebt. Ich selbst – Nachkriegskind, Jahrgang 1965 – erinnere mich noch an Sätze wie: „Alles was nicht unmittelbar zum Tode führt härtet ab“.  Die Betroffenen leiden ein lebenslang unter dieser Form der emotionslosen Erziehung.

Wenn man Gefühle nicht nährt, dann spürt man sie  immer weniger, so aber der Psychotherapeut Prof. Dr. Musalek.  Heute gelten zwar die alten Erziehungsmethoden nicht mehr. Dennoch leben wir in einer Zeit der Berührungslosigkeit. Wir sind –  und das ist gut so – sensibilisiert für sexuelle Übergriffe auf Kinder in Kirchen, Kindergärten und im familiären Umfeld. Der Nebeneffekt einer wichtigen Fokussierung auf dieses Tabuthema ist aber, dass sich nun Erzieher/innen, Pädagog/innen  und Lehrer/innen gut überlegen, ob sie ein Kind in den Arme nehmen, berühren. Körperliche Berührungen sind auch in der Psychotherapie ein Tabu, um ein weiteres Beispiel zu bringen.

Nun die gute Nachricht: wir können etwas ändern, wir können beispielsweise uns die nötigen Streicheleinheiten selbst schenken, uns bewusst und mit Genuss eincremen, massieren. Auch die berührende Verbindung zu Haustieren hilft dem Menschen. Der Kontakt von älteren Menschen zu Kindern, Enkelkindern, Umarmungen, Hand in Hand spazieren gehen, all das nährt uns. Wir können zudem mehr kleine Berührungen in unserer Umgebung etablieren. Denn es hat etwas mit Bewusstwerdung bzw. Bewusstheit für dieses Thema zu tun. Etablieren  Sie die Idee des Berührens und Berührt Werdens (wieder) in ihren Alltag. Durchbrechen Sie den Trend der Berührungslosigkeit.

Mehr Infos zum Thema Kuscheltier Mensch in Medizin populär, online

 

(c) Ulrike Hinrichs

Das Symbol Mandala

Mandala – „von Innen nach Außen, von Außen nach Innen!“

 

„Habe Geduld, alles ist schwierig, bevor es leicht wird“
(Saadî, persischer Dichter)

Das Mandala kann als Urmuster des Daseins bezeichnet werden, welches wir im künstlerischen Gestalten bewusst oder unbewusst erleben. Das Mandala-Malen lehrt Geduld, es fokussiert und lässt die Dinge ganz von selbst leichter werden.

Das Wort Mandala stammt aus der indischen Kultursprache Sanskrit und bedeutet Kreis. Der Kreis lebt vom Mittelpunkt, wird durch ihn definiert. „Der Punkt und der Kreis – Gott und die Welt – das Eine und das Viele – das Unoffenbare und das Offenbare – Inhalt und Form – das Metaphsyische und das Physische – viele Begriffspaare, die alle das Gleiche meinen“, beschreibt es Dethlefsen.*
Das Mandala hat traditionell verschiedene tiefergehende Bedeutungsebenen, der Kreis ist auch ein Symbol für den Kosmos.  Mandalas haben unterschiedliche Funktionen, beispielsweise als Hilfsmittel zur Meditation, als Ritualobjekt, als Talisman oder auch als Instruktionswerkzeug zur Initiation.
Das Mandala unterstützt nach C.G Jung aus psychologischer Sicht  vier Ebenen:

  • es bringt Schutz und Beruhigung in angstbesetzten Situationen,
  • es vermittelt Sinn, Ziel und eine Richtung bei dem Gefühl der Desorientiertheit,
  • es verschafft ein Gefühl der Ordnung und sinnvollen Strukturiertheit in aufgewühlten Gefühlslagen und chaotisch empfundenen Situationen,
  • es schafft ein generelles Gefühl von Faszination und Neugierde.

Die hier gezeigten Mandala Bilder stammen aus kunsttherapeutischen Beratungen

www.lösungskunst.com Ulrike Hinrichs

Saba Beheshti aus der von Ulrike Hinrichs geleiteten Künstlergruppe für Flüchtlinge hat mit ihrer Freundin ein Eslimi in der Erstaufnahme in Harburg gestaltet, ein orientalisches Mandala mit 2 Meter Durchmesser. Presse auf www.hamburg.de

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*Zitat: Thomas Dethlefsen in: Ruediger Dahlke (2012), Mandalas der Welt, S. 6., Goldmann Verlag

Das wilde Tier in dir

Löwe: Maya (13 Jahre)

Das wilde Tier in dir

Das wilde Tier in dir steht als Metapher für deine inneren Urkräfte und Instinkte. Das ungezähmte Tier in dir macht was es will, jenseits von Glaubenssätzen, Regeln und Konventionen.

 Was würde dein wildes Tier jetzt gern tun?

Wo würde es bleiben wollen, hingehen, sich verstecken etc.?

Möchte es in Gesellschaft oder allein sein?

Fühlt es sich gefangen?

Fühlt es sich wohl und frei?

Fühlt es sich bedroht?

Wie würde es auf die Bedrohung reagieren?

Bekommt es genug Aufmerksamkeit?

Wie kann es dich unterstützen?

Toxische Scham

Werke anlässlich der Gemeinschaftsausstellung „Frauenbilder“

auf dem interantionalen Frauentag in der Biff Harburg am 8.3.2018
Reihe: Me Too (Ulrike Hinrichs)

 

Scham ist vom Grundprinzip ein natürliches und notwendiges Gefühl. Es regelt die Interaktion in der Gemeinschaft (soziale Anpassung) und den Schutz des Selbst (wie viel gebe ich von mir preis). Toxische Scham hingegen (der Begriff stammt von John Bradshaw) beschreibt die tiefe innere Überzeugung falsch, wertlos, mit einem Makel behaftet  zu sein. Diese tiefliegende Verletzung des Wesenskerns, die sich in toxischer Scham zeigt, wohnt in vielen Menschen, die in ihrer Kindheit nicht willkommen waren, die keine sichere Bindung erfahren haben, die gedemütigt oder gar misshandelt wurden. Wenn Kindern durch nonverbales Verhalten oder mit Worten das Gefühl vermittelt wird „falsch zu sein“, nichts richtig machen zu können, keine Fehler machen zu dürfen, be- und entwertet werden, dann entwickelt sich ein ungesundes Gefühl von Scham.

Die Botschaft lautet dann nicht: „du hast etwas falsch gemacht und das ist ok so, ich/wir haben dich bedingungslos lieb“, sondern „Du bist falsch“. Solche oder ähnliche Sätze und Verhaltensweisen kennen viele Menschen: „Mit dir hält es doch sowieso niemand aus“, „Stell dich nicht so an“, „du bist zu dick“, „das kannst du sowieso nicht“, keine körperlichen Berührungen, Umarmungen, Liebes- und Kontaktentzug bei nicht angepasstem Verhalten, keinen Trost in schmerzhaften Situationen.

Typische Abwehrmechanismen nach Bradshaw[1] gegen den Schmerz der toxischen Scham können sein:

  • Perfektionismus, Kontrollzwang,
  • Streben nach Macht und Höchstleistungen,
  • Zorn und Wut,
  • „Denksucht“, Intellektualisieren,
  • Kritik und Tadel, Bestrafung, Bewertung und Verurteilung anderer (Vergleichen mit anderen), Neid, Arroganz,
  • Moralisieren, Verachten, Idealisieren, Beeinflussbarkeit,
  • gönnerhaftes Verhalten, Sichkümmern und Helfen, Nettigkeit und Gefälligkeit.

Solche Verhaltensweisen lenken von einem selbst ab, der eigene Wert wird im Außen gesucht. Kontrolle ist eine der Hauptstrategien, um die toxische Scham zu verbergen. Entweder der Betroffene versucht alle Lebensumstände völlig unter Kontrolle zu bringen oder er/sie verliert jegliche Kontrolle (Suchtverhalten). Die Folgen sind Selbstentfremdung und innere Leere. Die eigenen Grenzen können nicht erkannt bzw. nicht richtig geschützt werden. Betroffene Klammern in Beziehungen, begeben sich in Abhängigkeiten oder können keine Nähe zulassen. Sie reagieren auf Kritik mit heftiger Wut und Aggressionen oder sogar Gewalt.

Körperreaktionen der Scham

  • Beschleunigung der Atmung,
  • Herzrasen,
  • Erröten,
  • Zittern (auch in der Stimme),
  • Sprachlosigkeit (Trockenheit im Mund),
  • Stottern,
  • Schweißausbrüche,
  • Emotionale Beklommenheit (innerer Druck, Innere Enge),
  • seelische Betäubung, innere Leere und auch körperliche Taubheitsgefühle,
  • Schwindel,
  • Muskelverspannung,
  • Ohnmacht, Flucht.

 

 

© Ulrike Hinrichs (Text und Bilder)

 

[1] John Bradshaw (Wenn Scham krank macht: Verstehen und überwinden von Schamgefühlen)

Workshop: Ich bin eine Frau

Yvonne Lautenschläger

 

Workshop: Ich bin eine Frau

Am 4.3.2018 von 12.00 bis 15.00 Uhr in der Biff Harburg

Anlässlich des internationalen Frauentags am 8.3.2018 widmen wir uns in dem künstlerisch-kreativen Workshop dem Thema Frau. Wie ist es eine Frau zu sein? Wie sehe ich mich? Wie sehen mich andere? Was mag ich an mir, was mag ich nicht? Wie ist mein Bild von Weiblichkeit? Wie steht es um die Rolle der Frau in der Gesellschaft? Jede Frau hat ihre eigenen Ideen und Vorstellungen, die sie künstlerisch umsetzen kann. Dafür stehen unterschiedliche Materialien zur Verfügung.

Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Leitung Ulrike Hinrichs, Kunsttherapeutin

Die Werke „Frauenbilder“ werden am Donnerstag 8.3.2018 in der Biff Harburg auf der Veranstaltung zum internationalen Frauentag in den Räumen der Biff präsentiert.

 

Anmeldung: Biff Harburg, Neue Straße 59, 21073 Hamburg

Telefon 040 777602