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55 Krafttierkarten … Das Power Pack für die Intuition

 

Die Krafttierkarten sind in einem Kunstprojekt mit Flüchtlingen entstanden. Die Karten sind über die Webseite www.meinspiel.de für EUR 16,90 zu erhalten. Pro Kartenset gehen EUR 5,00 als Spende an die Johann Daniel Lawaetz Stiftung. Mit dem Geld werden Flüchtlingsprojekte in Hamburg unterstützt.

Die Karten lassen sich vielfältig einsetzen, wie etwa in Beratung, Coaching, Supervision, Therapie, in der Gruppenarbeit und zum absichtslosen Spielen.

Infos zum Kunstprojekt Krafttiere  www.krafttier.reisen

Mantra

 

„Ich spüre die Kraft des Drachen“

 

Mantra bezeichnet eine heilige Silbe, ein heiliges Wort oder einen heiligen Vers. Diese sind „Klangkörper“ einer spirituellen Kraft, die sich durch meist repetitives Rezitieren im Diesseits manifestieren soll (Wikipedia).

Du kannst dir zum Beispiel mit den Krafttierkarten der Künstlergruppe für Flüchtlinge ein individuelles Mantra erschaffen.

Und so geht es

Bei der Suche nach einem eigenen Mantra schwingen vor allem zwei Fragen mit:

  • In welcher Situation möchte ich das Mantra nutzen?
  • Welchen Zustand / welches Gefühl will ich durch das Mantra herbeiführen?

Diese Fragen werden nicht bewusst gestellt, sie wirken im „Hintergrund“ bei einer Entscheidung für ein bestimmtes Mantra. Wenn ein Mantra „passt“, dann spürst du es intuitiv.

Wähle zunächst eine Krafttierkarte aus, die dich magisch anzieht. Die folgenden Fragen können als Impuls dienen für ein Krafttier-Mantra:

  • Fühle dich genau in das Tier ein, welche Fähigkeiten, Eigenschaften, Stärken hat es?
  • Wo lebt es?
  • Wie und mit wem lebt es? Ist es ein Einezlgänger, Herdentier?
  • Warum hast du dieses Tier ausgewählt?
  • Was verbindest du mit dem Tier?
  • Welche Eigenschaften, Gewohnheiten etc. ziehen dich persönlich besonders an dem Tier an?
  • Was gefällt dir an dem Tier?
  • Was kann das Tier besonders gut?
  • Wie kann es dich unterstützen?
  • Worin / Wobei soll dich das Tier unterstützen?

Schlussendlich bilde einen für dich Stimmigen Satz aus deinen Erkenntnissen.

 

 

HeimatHafen Harburg

Juchu… wir haben den 3. Platz gewonnen!!!

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Wir – die Künstlergruppe für Flüchtinge kids – haben mitgemacht beim Jugendkulturpreis 2017 zum Thema „HeimatHafenHarburg“

Die Preisverleihung fand am 25. November 2017 um 15 Uhr im Harburger Rathaus statt.

Beitrag: 6 Bilder im Großformat plus 2 großformatige Fotos (Plakat) der Künstlergruppe für Flüchtlinge kids im Harburger Hafen

Unsere Körperumrisse haben wir auf große Pappen gezeichnet und diese dann ausgemalt. So ist unser persönlicher Doppelgänger entstanden, mit dem wir uns im Harburger Hafen, unserer neuen Heimat, fotografiert haben.  Wir, die „Künstlergruppe für Flüchtlinge Kids“, kommen aus dem Irak und Syrien und sind nach unserer Flucht in Harburg gelandet, und zwar direkt im Harburger Hafen, denn hier wohnen wir. Wir gehen in unserer neuen Heimat gern zur Schule, haben neue Freunde gefunden. Uns gefällt es hier. Aber jeden Tag haben wir auch sehr große Sehnsucht nach unserer alten Heimat. Dort leben noch Verwandte und Freunde. Wir vermissen sie und unsere Kultur. Auch spüren wir die Trauer unserer Eltern und sind selbst oft traurig, auch wenn man uns das nicht immer ansieht. Wir sitzen zwischen den Stühlen und haben zwei Leben, das VOR und NACH der Flucht.  Deswegen haben wir uns einen persönlichen Doppelgänger erschaffen und uns damit in unserem „HeimatHafenHarburg“ präsentiert und fotografiert. Dies ist ein Zeichen dafür, dass wir gerne hier leben, aber auch eine Erinnerung daran, dass es uns nur in diesem Doppelpack gibt.

Samera Al Khafage (Irak 13 Jahre), Marea Lasso (Irak 13 Jahre), Nour Bou Hassoun (Syrien, 13 Jahre), Maya Bou  Hassoun (Syrien 10 Jahre), Adam Bou Hassoun (Syrien, 6 Jahre), Amer Hayder (Irak, 15 Jahre).

Alle Kinder wohnen im Harburger Hafen, die meisten auf dem Flüchtlingsschiff Transit und treffen sich wöchentlich zum Malen in der „Künstlergruppe für Flüchtlinge“

Projektleitung Ulrike Hinrichs

 

Der Joker – Generator für Überraschungen

Der Joker ist aus dem Kartenspiel bekannt, dort wird er als die „wilde Karte“ eingesetzt, als Glückskarte. Der Joker ist im Kartenspiel Ersatz für jede beliebige andere Karte. Im Tarot ist es der Narr, der alles darf und einfach tut, jenseits von Konventionen, Regeln und moralischen Verpflichtungen.  Man kennt den Joker und Narren auch aus Mythen und Märchen, Filmen und Geschichten. Diese tradierten Symbole (Felder) spiegeln das nicht Kalkuliere, das Schicksal, den Zufall. Der Joker zeichnet sich durch Kompetenz und Flexibilität im Umgang mit Überraschungen aus. Der Joker kann neue bisher ungeahnte Impulse geben. Er zeigt das, was wir nicht vorhersehen oder gar erahnen können. Insofern eignet sich das Symbol des Jokers oder Narren für Veränderungsprozesse, um neue unbekannte Impuls zu generieren. Der Auftrag besteht im künstlerischen Umsetzen des Jokers. Anschließend kann über das Symbol in einen Dialog getreten werden. In Gruppenprozessen können die Teilnehmer sich wechselseitig ihre Joker vorstellen und gemeinsam dazu assoziieren.

Zudem kann auf der Bedeutungsebene zur Reflexion beispielsweise gefragt werden:

  • Wie sieht dein Joker aus?
  • Welche Eigenschaften hat er?
  • Welche Überraschungen hält er für dich bereit?
  • Was für eine Botschaft schickt er dir?
  • Welches Symbol gibt er dir mit auf den Weg?
  • Welche Möglichkeiten zeichnet er dir auf?
  • Welche Grenzen möchte er für dich sprengen?
  • Welche Mauern will er mit dir überwinden?
  • Welche Berge erklimmen?
  • Was steckt aus seiner Sicht „dahinter“ (dem Problem, der Trauer, der Angst, dem Anliegen, dem Thema)?
  • In welchem größeren Kontext sieht er dein Thema/Problem?

Wer ein anderes Symbol als den Joker verwenden möchte, der kann neben dem Narren auch weitere Synonyme bzw. Verwandte verwenden:  das Kind, die fünfte Intelligenz, das NICHTS, Schicksal, Zufall, Gott, Tao, Nullpunkt, Hyperraum[1] u.v.m.

 

***

[1] Begriff aus der Quantenphysik: Schwartz, Beauregard, Miller (2016); siehe dazu auch Mann (2017), Frido und Christine.

Kunst im Dialog: Erzähl mir dein Krafttier!

Workshop sepcial

Kunst im Dialog: Erzähl mir dein Krafttier!

Ubiquitäre und archetypische Symbole zeigen sich in Tieren. Sie tauchen in Mythen, Sagen und Geschichten auf. Krafttiere stammen aus der schamanischen Tradition. Sie gelten als Begleiter des Menschen, die im Leben und in besonders herausfordernden Situationen zur Seite stehen.  In ihrem Kunstprojekt Krafttiere hat Ulrike Hinrichs mit Flüchtlingskindern 55 Krafttier-Karten entwickelt. Die Karten dienen zum Spielen und Geschichten erzählen und sind auch in Beratung, Coaching und Therapie einsetzbar. Im Schreibworkshop wollen wir die Tiere zum Sprechen bringen. Experimentelle Texte sind ebenso erwünscht wie konkrete Geschichten. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Im Februar 2018 werden die Werke der Flüchtlingskinder in der Kirche der St. Trinitatis Gemeinde in Harburg ausgestellt. Hier können auch die Texte im Rahmen einer Lesung präsentiert werden. Infos zum Projekt www.krafttier.reisen

MSH Medical School Hamburg

Schreibwerkstatt Kerstin Hof und Ulrike Hinrichs für Studierende der MSH

 

 

  • Mittwoch 22.11.2017, 15.30 bis 18:45
    Wortspielplatz – Buchstaben sammeln, spielen und jonglieren, um Textideen zu kreieren
  • Mittwoch 20.12.2017, 15.30 bis 18:45
    Spieler und Denker – Unsere Texte reflektieren und kreativ weiterentwickeln
  • Mittwoch 10.01.2018, 15.30 bis 18:45
    Der letzte Schiff – Texte polieren, Lesung vorbereiten

 

Unser 55 Krafttier-Kartenset ist in Kürze für EUR 16,90 über meinspiel.de erhältlich, die Krafttier-Karten sind ein ehrenamtliches Projekt von Ulrike Hinrichs und Kerstin Nagel-Stein, EUR 5,00 gehen als Spende an die Lawaetz Stiftung meinspiel.de, mehr Infos unter www.krafttier.reisen

Die fünf Intelligenzen

Wenn alles Bewusstsein ist,
dann kann dir auch alles bewusst sein.

Hans Hein[1]

 

Die fünfte Intelligenz:
das NICHTS, Schicksal, Zufall, Gott, Nullpunkt, Tao, Hyperraum.
Im Kartenspiel ist es der Joker, im Tarot der Narr.
Bild von Nour Bou Hassoun, Syrien, 13 Jahre

 

Das Synergiemodell und die fünf Intelligenzen

Das Synergiemodell von Dr. Hans Hein[2] ist Ausdruck eines ganzheitlichen holografischen Beratungs- und Therapieansatzes, wie ich ihn vertrete.[3] Es ist ein Beispiel dafür, wie man diesen Ansatz ausdrücken kann. Modelle präsentieren immer nur Ideen von der Welt, sie sind aber nicht die Wahrheit. Jede Zeit hat ihre Modelle sowie daraus abgeleitete Glaubenssätze und Methoden. Sie kommen, wachsen, verändern sich, werden erneuert und verworfen. Es darf bezweifelt werden, dass es der Menschheit je gelingen wird, eine abschließende Erklärung für das Leben zu bekommen. Seit der Aufklärung sind wir jedenfalls in der westlichen Kultur vom mechanistisch-materialistischen Weltbild geprägt worden, der Mensch und das Universum als Maschine. Der holografische Ansatz versteht das Universuum – metaphorisch ausgedrückt – als einen lebendigen Organismus (ausführlich mein Beitrag Resonanz) .

Zum Thema siehe auch ähnliche Beiträge:

Ich möchte mit diesem Beitrag das Synergiemodell vorstellen, einen Bezug zur Kunsttherapie schaffen und am Ende des Textes auf ein paar praktische Beispiele verweisen. Das Synergiemodell unterstützt in seiner komplexen Simplifikation die Wahrnehmungsfähigkeit für intelligente Feldinfromationen. Das Modell erklärt, welche unterschiedlichen sichtbaren und nicht sichtbaren Kräfte in Systemen wirken. Systeme beziehen sich auf den Mikro- wie Makrokosmos und können Individuen ebenso wie Teams, Unternehmen, Gesellschaften und ganze Kulturen beschreiben. Kernstück des Synergiemodells ist das Tetraedermodell der Intelligenzen als Basisfunktion aller Systeme, das ich nun folgend erläutere.

Grundannahmen des Synergiemodells

Hein beschreibt drei Grundannahmen für sein Synergiemodell.[4] Zunächst geht Hein davon aus, dass intelligente Felder mit unserer Wirklichkeit interagieren.[5] Diese Felder können vom Individuum holografisch wahrgenommen werden. Dazu konstatiert er eine Weiterentwicklung des Gehirns in den virtuellen Raum. Um die Systemkräfte zu beschreiben, reduziert Hein jedes System auf die Grundstruktur eines Tetraeders, einem der fünf platonischen Körper der Geometrie, wie er in Abbildung 1 dargestellt ist. Die fünf Punkte des Tetraeders wirken durch fünf Intelligenzen. Diese Kräfte treten in Resonanz mit dem individuellen System des Menschen.

Memetische Felder

Das, was in der dreidimensionalen Realität sichtbar und erlebbar wird, ist eine Manifestation nicht-sichtbarer, intelligenter Felder, die als virtuelle Informationssysteme dienen, so Hein.[6] Die wechselwirkenden Felder zeigen sich etwa in der Umgebung, in der jemand lebt, in typischen Verhaltensweisen der Person, in Vorlieben oder auch in künstlerischen Werken, um nur einige Beispiele zu nennen. Diese intelligenten Felder nennt Hein Meme. Die Meme verwirklichen und verbreiten ihre Absichten unter Nutzung anderer sichtbarer und nicht sichtbarer Ressourcen, die wir in der dreidimensionalen Realität als Ereignisse interpretieren. Der Geist steuert die Materie, indem die Struktur des Feldes in unserer Wirklichkeit gespiegelt wird und sich dort etwa als Verhalten oder Gefühl, aber auch als psychische Störung, Trauma oder eben als etwas zeigt, was das Leben des Menschen und das seiner Umwelt kennzeichnet. Die nicht-sichtbaren Felder dirigieren mithin alle Verhaltensweisen des Menschen. Sie sind ein beherrschendes Muster, das uns leitet. Hein stellt fest, dass ein Mem auf den Geist wirkt, wie ein Gen auf den Körper.[7]  Zwischen materieller Welt und Memen besteht eine Wechselwirkung, nicht nur die Meme wirken auf das Individuum, sondern auch vice versa. Sich wiederholende Muster wie etwa Gewohnheiten und Alltagsroutine, Gedanken und Verhaltensweisen aber auch psychische Beeinträchtigungen bilden neue neuronale automatische Muster (NAM).[8] Auch der Biologe Sheldrake beschreibt die Feldwirkung in der Natur wie eine Art „kumulatives Gedächtnis“, das wie „einschleifende Gewohnheiten“ wirkt und sich verstärkt.[9]  Hingegen verändern neu entstehende Gestaltungsmuster und Verhaltensweisen das Feld. Auch bewusst herbeigeführte Wandlungsprozesse wirken auf die Felder ein und verändern diese, was in der Therapie nutzbar gemacht werden kann.

Spirale der Neuroevolution des Gehirns

Hein konstatiert eine Weiterentwicklung des Gehirns in den virtuellen Raum. Mit der spiralförmigen Neuroevolution beschreibt Hein[10], dass die Entwicklung des Gehirns vom Stammhirn (1:1), über das limbische System (1:x) und das Großhirn (x:x) eine weitere Windung in das intelligente Feld[11] außerhalb des Schädels nimmt bzw. bereits genommen hat. Das Wissen ist demnach nicht im Kopf, sondern der Kopf im Wissen, wie Hein es anschaulich beschreibt.[12] Ausgangspunkt für die Wechselwirkung in den virtuellen Raum ist nach Hein das Nervensystem, das den gesamten Körper wie ein energetisches Netz durchzieht und im Gehirn gesteuert wird. Denn es dient dem Lebewesen ohnehin als Organ, Veränderungen im Außen wie im Inneren eines Organismus aufzunehmen, aufeinander zu beziehen und abzugleichen, um etwaige Impulse für eine Anpassung an wechselnde Umweltbedingungen einzuleiten.[13] Das Nervensystem ist aber nicht auf den Körper begrenzt, es ist vernetzt mit und steht in Resonanz zu dem gesamten Universum.[14]

Tetraedermodell der Intelligenzen

Die wissenden Felder (Meme) können mit dem von Hein entwickelten Tetraedermodell der Intelligenzen im Sinne einer synergetischen Wahrnehmung sichtbar und erfahrbar gemacht werden.[15] Unter Synergie versteht Hein das Know-how vom Zusammenwirken sichtbarer und nicht-sichtbarer Welten; der materiellen, dreidimensionalen Welt und der virtuellen Welt. Um die Systemkräfte zu beschreiben, vereinfacht Hein jedes System auf die Grundstruktur eines Tetraeders. Der Tetraeder als geometrischer Körper ist als fraktale Struktur in der Natur ubiquitär. Alles lebende Gewebe ist aus Kohlenstoffverbindungen aufgebaut, die die Grundstruktur des Tetraeders zeigen. Auch Silizium, das in der Erdhülle nach Sauerstoff das zweithäufigste Element darstellt und Grundlage von Leben bilden kann, ist tetraedisch organisiert.[16] Hein, Mediziner und Psychotherapeut, abstrahierte die Form von der Geometrie zu einer metaphorischen Grundstruktur des Lebendigen. Das neuronale Nervensystem von Lebewesen arbeitet auf der Grundlage der tetraedischen Struktur. Der Tetraeder lässt sich auf fünf Punkte reduzieren, die die von Hein beschriebenen fünf Intelligenzen (siehe Abbildung) symbolisieren, wobei diese Bezeichnungen der Intelligenzen metaphorisch zu verstehen sind. Die vier äußeren Eckpunkte des Tetraeders spiegeln die rationale (1), emotionale (2), strukturelle (3) und inspirative bzw. spirituelle (4) Intelligenz. Das Zusammenwirken der Intelligenzen führt zur fünften, der synergetischen Intelligenz (5), die sich im Zentrum des  Tetraeders findet. Hein nennt sie vereinfacht auch die Herzensintelligenz. Die Bedeutung der Intelligenzen kann knapp zusammengefasst werden:

Die rationale Intelligenz (1) bezieht sich auf das Tun und Handeln. Sie beschreibt, was im System geschieht, wie die Wirkung ist, wer was macht oder auch nicht tut.

Die emotionale Intelligenz (2) beinhaltet das Fühlen. Sie fokussiert auf den Bereich der Gefühlswelt und fragt etwa danach, welche Gefühle auftauchen, was genau gefühlt wird und auch wo?

Die strukturelle Intelligenz (3) steht im Spannungsfeld zwischen Chaos und Ordnung. Sie lässt das System in Resonanz gehen mit Strukturen und Regeln. Es zeigt systemtypische Spielregel und Gesetze oder Rituale auf. Aber auch die Körperebene wird von der strukturellen Intelligenz bestimmt.

Die inspirative bzw. spirituelle Intelligenz (4) schafft den Zugang zu Kreativität und Inspiration. Sie fragt danach, welche Ideen, Konstrukte, Ansichten, Ideologien, Einstellungen oder Glaubenssätze systemimmanent sind. Auch die Art und Weise der Beobachtung und Wahrnehmung ist hier von Bedeutung.

Die Intelligenzen wechselwirken, so dass das Ganze mehr ergibt als die Summe seiner Teile. Aus dieser Synergie ergibt sich die fünfte, synergetische Intelligenz (5), die im Inneren des Tetraeders wirkt. Sie spiegelt das nicht Kalkuliere, das Schicksal, den Zufall, das Mehr der Synergie. Im Kartenspiel ist es der Joker, im Tarot der Narr.  Sie zeichnet sich durch Kompetenz und Flexibilität im Umgang mit Überraschungen aus.

Der Tetraeder selbst ist ein Holon, so dass sich bezüglich der einzelnen Intelligenzen die Wirkkräfte des Tetraeders fraktal wiederholen. Jeder Punkt des Tetraeders, der die Intelligenzen spiegelt, ist wieder ein intelligenter Tetraeder. Vorzufinden ist diese Struktur der Intelligenzen nach Hein auch in der Anatomie des Gehirnes.[17] Die linke Gehirnhälfte bezieht sich auf die rationale, handelnde Intelligenz, die rechte Hälfte auf die emotionale, gefühlsbetonte Intelligenz, der Hirnstamm und das Rückenmark spiegeln die strukturelle, ordnende Intelligenz, die auch die Verbindung in den virtuellen Raum wird vom Corpus callosum (Hirnbalken, der rechte und linke Hirnhälfte verbindet) markiert.

Joker – Samera (13 Jahre) – Künstlergruppe für Flüchtlinge

Synergetische Wahrnehmung

Hein geht davon aus, dass Feldinformationen holografisch wahrgenommen werden können. Die Wahrnehmung dieser Informationen erfolgt nach dem Synergiemodell kanalisiert über die fünf Intelligenzen (synergetische Wahrnehmung). Die holografische Wahrnehmungsfähigkeit ist bei jedem Individuum latent vorhanden, sie kann aber durch Übung noch geschärft werden. Dies erfolgt über eine Sensibilisierung des Fühlens durch Training der Spiegelneuronen, die mit dem wissenden Feld schwingen. Solche Resonanzphänomene, die biologisch bei der Übertragung von Gefühlen und Gesten beobachtbar sind, werden über die erst jüngst entdeckten Spiegelnervenzellen ermöglicht.[18] Hein konstatiert, dass diese Nervenzellen auch mit den Feldern in Resonanz gehen.[19] Es bedarf auch einer Verfeinerung der synästhetischen Wahrnehmung sowie einer Veränderung der Wahrnehmungsfähigkeit über den Körper hinaus in den virtuellen Raum. Dazu notwendig ist ein Vertrauen in die eigene Intuition. Die holografische Wahrnehmung spiegelt sich über die Intuition durch innere Bildern, oft gepaart mit Gefühlen und Körperreaktionen. Aber auch Gedanken, Vorstellungen und Visionen können Feldinformationen spiegeln. Hein nutzt zudem das synchrone, also beidseitige zeitgleiche Pulsfühlen für eine holografische multidimensionale synergetische Schau (HMSS). Bei dieser HMSS Methode verschränkt man sich mit dem System bzw. dem Feld des Anderen. Der Puls dient dabei als komplexes Schwingungs- und Informationssystem. Zu beachten sind bei der holografischen Wahrnehmung auch so genannte Synchronizitäten, nicht kausale aber korrelierende Ereignisse, die als miteinander verbunden, aufeinander bezogen wahrgenommen und gedeutet werden. Das Synergiemodell hilft bei der Verfeinerung der Wahrnehmung von Feldinformationen. Über die synergetische Wahrnehmung als Resonanz der fünf Intelligenzen können Feldinformationen abgerufen werden, die sich in der dreidimensionalen Wirklichkeit abbilden. Eine Form ist der künstlerische Ausdruck.

Kunst als Sprache wechselwirkender Felder

Der künstlerische Ausdruck kann aus holografischer Sicht als eine Form der Sprache verstanden werden. „Die Bilder allein wirken; sie tragen in sich die Magie der Verwandlung“, beschreibt es Dahlke.[20] Heinrichs versteht die Kunst als Meta-Sprache, die sprechende Wesen voraussetzt, die „jedoch in einem höher reflektierten Ausdruckshandeln über die normale Sprache hinausgehen und sich eine eigene Syntax, einen je eigenen Verweisungszusammenhang von Zeichen schaffen“.[21] Das Werk ist Ausdruck einer holografischen Bildsprache, wie wir sie auch aus Träumen kennen, die oft schwer mit dem Verstand zu beschreiben und zu fassen ist. „So wird das Leben wahrnehmbar durch innere Bilder, die sich fragmentarisch in Metaphern und Symbolen wiederfinden“, beschreibt es Wallner.[22]

Die innere Erzeugung von Bildern und der Umgang mit ihnen sind, so Schink, für jeden Menschen als eine schöpferische Leistung eine alltägliche Realität.[23] Mit anderen Worten, jeder Mensch erlebt und sieht innere Bilder. Das Bilderleben ist ein Teil des Menschseins. Die Verarbeitung der inneren Bilder ist für den Menschen von existenzieller Bedeutung. „Selbst die moderne Medizin findet alltäglich wieder Zugang zur Heilkraft innerer Bilder, die der alten Priestermedizin immer vertraut war“, so Dahlke.[24] Menschen imaginieren aber nicht nur in Bildern, sondern etwa auch in Klängen, Bewegungen, inneren Filmen.[25]

Die „Offenheit der ästhetischen Sprache“ schafft einen unmittelbaren persönlichen Ausdruck im schöpferischen Prozess und misst diesem eine metaphorische Bedeutung bei.[26] Die metaphorische Bedeutung dieser Sprache zu erfassen ohne in die Interpretation zu verfallen, ist die herausfordernde Aufgabe bei der Bildauswertung. Die Beschäftigung mit Kunst beinhaltet eine ganzheitliche Wahrnehmung,  die auch eine Ebene beinhaltet, die direkt unseren Körper anspricht und einbezieht.[27] Die Werke der Kunst spiegeln eine universelle Sprache, die unabhängig von Wortsprachen und Kulturen verstanden wird. Die Kunst ist eine präkognitive Sprache[28], die einen Impuls aus der Zukunft bringt. Im Moment zischen Vergangenheit und Zukunft, im Augenblick, im geöffneten Raum, kann etwas Neues und Unbekanntes entstehen kann. Das Werk in der Kunst spricht eine metaphorische Sprache, die mit sprachlichen Bildern eine synchronisierende Verbindung sucht.[29] Die Metapher geht als „erkenntnistheoretische Figur“ jeder Art von Versprachlichung voraus.[30]

Kunst und Synergie

Im künstlerischen Ausdruck können wir mit den fünf Intelligenzen arbeiten und uns auf sie beziehen. Auch die Intelligenzen sind ein Platzhalter für die Intuition. Die Intuition ihrerseits ist Sprachroh intelligenter Felder. Hein und ich bieten dazu den Workshop Synergie kreativ an, in dem wir künstlerische Prozesse mit dem Synergiemodell verbinden.  Der künstlerische Ausdruck verstärkt die Wirkung der fünf Intelligenzen. In Kürze erscheint dazu mein Buch „Kunst als Sprache der Intuition. Der holografische Ansatz in der Kunsttherapie“ mit konkreten Beispielen.

 

Ulrike Hinrchs, 2017

 

Beispiele für praktische holografische Tools:

 

Literatur

[1] Hein, Hans (2000) Die Zukunft des Gehirns http://www.forumsynergie.de/Artikel/Zukunft_Gehirn/zukunft_gehirn.html.

[2] Hein, Hans (2000) Die Zukunft des Gehirns http://www.forumsynergie.de/Artikel/Zukunft_Gehirn/zukunft_gehirn.html.

[3] Dazu auch Heller, Birgit (2016). Spiritual Care: Die Wiederentdeckung des ganzen Menschen. Tattva Viveka, Zeitschrift für Wissenschaft, Philosophie und spirituelle Kultur. Ausgabe  66, 2016, S. 27  ff. // Beck, Matthias (2016). Der Mensch als Wesen des Geistes. Genetik, Epigenetik und die Individualität jeder Krankheit. Tattva Viveka, Zeitschrift für Wissenschaft, Philosophie und spirituelle Kultur. Ausgabe  66, 2016, S. 16 ff.

[4] Hein, Hans (2000) Die Zukunft des Gehirns http://www.forumsynergie.de/Artikel/Zukunft_Gehirn/zukunft_gehirn.html.

[5] Sheldrake, Rupert (2002). Das Gedächtnis der Natur: Das Geheimnis der Entstehung der Formen in der Natur. Bern, München, Wien: Scherz. // Sheldrake, Rupert (2010). Das schöpferische Universum. Die Theorie der morphogenetischen Felder und der morphischen Resonanz. München: Nymphenberger.

[6] Hein, Hans (2000) Die Zukunft des Gehirns http://www.forumsynergie.de/Artikel/Zukunft_Gehirn/zukunft_gehirn.html.

[7]  auch Blackmore, Susan (2000). Die Macht der Meme oder Die Evolution von Kultur und Geist. Heidelberg: Spektrum Verlag. // Brodis, Richard (2004, S. 55 ff). Virus of the Mind: The New Science of the Meme. New York (USA): Integral Press.

[8] Hein, Hans (2000) Die Zukunft des Gehirns http://www.forumsynergie.de/Artikel/Zukunft_Gehirn/zukunft_gehirn.html.

[9] Sheldrake, Rupert (2002, S. 127). Das Gedächtnis der Natur: Das Geheimnis der Entstehung der Formen in der Natur. Bern, München, Wien: Scherz.

[10] Hein, Hans (2015). Das Feld gewinnt. Mülheim Baden: Auditorium-Netzwerk Verlag für audiovisuelle Medien.

[11] Sheldrake(2002) spricht hier vom morphogenetischen Feld, der Physiker Heim (von Ludwiger 2010) vom Hyperraum).

[12] Hein, Hans (2000) Die Zukunft des Gehirns http://www.forumsynergie.de/Artikel/Zukunft_Gehirn/zukunft_gehirn.html.

[13] Carter, Rita (2009). Das Gehirn. Anatomie, Sinneswahrnehmung, Gedächtnis, Bewusstsein, Störung. UK London: DorlingKindersley Verlag.

[14] Hein, Hans (2015). Das Feld gewinnt. Mülheim Baden: Auditorium-Netzwerk Verlag für audiovisuelle Medien.

[15] Hein, Hans (2015). Das Feld gewinnt. Mülheim Baden: Auditorium-Netzwerk Verlag für audiovisuelle Medien.

[16] Michaelis, Harald (1998). Die sieben Stufen zum Leben. Bilder der Wissenschaft online. http://www.wissenschaft.de/home/-/journal_content/56/12054/66447/.

[17] Es gibt auch umgekehrte Hirnhälften, insbesondere bei Linkshändern.

[18] Bauer, Joachim (2006, S. 11). Warum ich fühle, was du fühlst. Intuitive Kommunikation und das Geheimnis der Spiegelneurone. München: Heyne Verlag.

[19] Hein, Hans (2015). Das Feld gewinnt. Mülheim Baden: Auditorium-Netzwerk Verlag für audiovisuelle Medien.; auch Sheldrake, Rupert (2002). Das Gedächtnis der Natur: Das Geheimnis der Entstehung der Formen in der Natur. Bern, München, Wien: Scherz..

[20] Dahlke, Ruediger (2010, S. 107). Das Schatten-Prinzip. Die Aussöhnung mit unserer verborgenen Seite. München: Arkana.

[21] Heinrichs, Johanns (2015). Einstein der Bewusstseinsforschung? Fragen an den integralen Denkansatz Ken Wilbers aus philosophischer Sicht, Teil 3. Tattva Viveka, Zeitschrift für Wissenschaft, Philosophie und spirituelle Kultur. Ausgabe 64, August 2015, S. 66 ff.

[22] Wallner, Sabrina (2016, S. 23). Hypersensitiv. Das unbegrenzte Potenzial des menschlichen Geistes. Nördlingen: C.H. Beck.

[23] Schink, Frank-Werner. Zur Methode der bildgeleiteten Begleitung. http://www.frank-werner-schink.de/bildgeleiteteberatung.pdf

[24] Dahlke, Ruediger (2011, S. 10). Die Kraft der vier Elemente. Erde, Feuer, Wasser, Luft. Amerang: Crotona.

[25] Eberhart, Herbert; Knill, Paolo J. (2010, S. 162). Lösungskunst: Lehrbuch der kunst- und ressourcenorientierten Arbeit. Göttingen: Vandenhoeck&Ruprecht.

[26] Richter, Hans-Günther (2011, S. 83). Pädagogische Kunsttherapie (Schriftenreihe Erziehung – Unterricht – Bildung), Hamburg: Verlag Dr. Kovac.

[27] Brandstätter, Ursula (2013, S. 77). Erkenntnis durch Kunst. Theorie und Praxis der ästhetischen Transformation. Köln: BöhlauVerlag.

[28] Darly, J. Bem (2011). Feeling the Future: Experimental Evidence for anomalous Retroactive Influences on Cognition and Affect.http://dbem.ws/FeelingFuture.pdf, // kritisch, Drösser, Christoph (2011). Gefühlte Zukunft. http://www.zeit.de/2011/01/Psi-Beweis

[29] Picard, Winfried (2014, S. 173). Schamanismus und Psychotherapie. Kräfte der Heilung. Ahlerstedt: Param Verlag.

[30] Brandstätter, Ursula (2013). Erkenntnis durch Kunst. Theorie und Praxis der ästhetischen Transformation. Köln: BöhlauVerlag.

 

 

Die weibliche Urkraft

 

Die weibliche Urkraft

Wir alle leben zwischen den Polen der weiblichen und männlichen Kraft. Die Begrifflichkeiten haben nichts mit der Geschlechterzuordnung  zu tun. Beide Pole leben in jedem Menschen, schon C.G. Jung hat die Archetypen der Anima, als Urbild der Frau im Mann und des Animus als Urbild des Mannes in der Frau beschrieben. Das weibliche Prinzip steht für Hingabe und Empfänglichkeit. Die Energie ist eher diffus, fließend und formlos. Gleichzeitig ist sie schöpferisch-gestaltend, gebärend, verwandelnd und heilend. Das männliche Prinzip beschreibt das Denken, Handeln und die Aktivität. Die männliche Energie gibt Inspiration. Sie ist fokussiert und zielgerichtet, kämpferisch, dynamisch, leistungs- und wettbewerbsorientiert. Die männliche Energie schützt und hält die weibliche Energie. Beide Kräfte sind gleichwertig, die männliche Energie ist allerdings in unserer westlichen Kultur durch die materialistisch-mechanistische Weltsicht überbetont worden. Wettbewerb, Leistung und wissenschaftliche Fakten stehen im Fokus der Gesellschaft. Das Weltbild bzw. die Werte der Gesellschaft sind allerdings im Wandel. Sinnsuche, Respekt vor der Natur und ihren Geschöpfen sowie eine nährende Gemeinschaft treten mehr und mehr in den Vordergrund.

Das bewusste Zurückkehren zur weiblichen Energie wird durch eine Veränderung des Fokus erreicht, indem wir die Aufmerksamkeit nach innen richten. „Empfangen, Weiten, Austragen und Hergeben – dies ist das Mysterium des Großen Weiblichen, das Grundmuster der weiblichen Schöpfungskraft“, beschreibt es Croissier.[1]  Umhüllen, Bergen, Halten, Bewahren, Nähren und Schützen sind Stärken der weiblichen Urkraft, in ihrer übertriebenen Ausprägung gehören zum Großen Weiblichen: „Einengen, Festhalten, Abhängigmachen, Verschlingen, Fressen, Töten (…).“[2]

Zur Wiedererweckung der weiblichen Urkraft geht es darum, sich dieser Kraft bewusst zu werden und sie ins Leben zu integrieren.

Fragen dazu können lauten:

Was steht für die weibliche Urkraft, die große Mutter?

Wie sieht es mit meiner weiblichen Kraft aus?

Wo umhülle ich jemanden oder etwas, halte und nähre?

Wo enge ich ein?

Wo halte fest, obwohl ich loslassen müsste?

Wo verschlinge ich jemanden oder etwas?

Von wem oder was bin ich abhängig?

Wen oder was mache ich von mir abhängig?

Wo kann ich einfach nur sein?

Was tut mir gut, um nichts zu tun?

Was hält mich davon ab, nichts zu tun?

Mit wem oder was fühle ich mich tief verbunden, wäre ich gern verbunden?

 

Anschließend können Sie ihre weibliche Kraft künstlerisch umsetzen.

Wie sieht sie aus, die weibliche Kraft? Was Ihnen fällt auf? Welche Farben hat sie? Was gefällt Ihnen, was nicht ….?

 

© Ulrike Hinrichs

Ähnliche Themen:

 

 

 

Literatur

[1] Getrude R. Croissier (2006, S. 28), Psychotherapie im Raum der Göttin. Weibliches Bewusstsein und Heilung. Schalksmühle: fabrica libri

[2] Getrude R. Croissier (2006, S. 155)