Wohnst du noch oder lebst du schon auf der Straße

Wohnst du noch oder lebst du schon auf der Straße?

Headline: Der Wohnungsmarkt in Ballungsstädten wie in Hamburg ist nicht nur angespannt, sondern mittlerweile auch für „Normalverdiener“ sogar in den Randbezirken unbezahlbar geworden.  Es gibt keinen adäquaten Wohnraum mehr. Selbst mit Dringlichkeitsschein und Unterstützung des Amtes für Wohnungsnotfälle bekommen notsuchende Bürger*innen oft keine Wohnung. Ein Dach über dem Kopf gehört aber zum Existenzminimum und auch zum würdigen Leben in einer Demokratie. Das Thema beinhaltet daher auch sozialen Sprengstoff. Wir wollen uns künstlerisch damit auseinandersetzen, Sichtweisen und Perspektiven darstellen, mit den Menschen über die Kunstwerke in einen Dialog kommen.

Der künstlerische Ausdruck verdichtet und transportiert nicht nur Fakten und Inhalte, wie wir sie aus Nachrichten und Presse kennen, sondern zeigt auch die Gefühle der Menschen zu diesem Thema. Kunst kann Unaussprechliches zeigen, Widersprüchliches verbinden und Unsichtbares sichtbar machen. Der künstlerische Ausdruck zeigt das gesellschaftlich hoch brisante Thema mit einem individuell subjektiven Pinselstrich. Das gemeinsame Schaffen mit anschließender Ausstellung schafft Begegnung und Austausch. Das Projekt entspringt dem Harburger Leitbild „Zusammenleben in Vielfalt“ und greift die Idee des Projekts „Gemalte Freiheit“ auf, bei dem das Grundgesetz künstlerisch umgesetzt und der Öffentlichkeit präsentiert wurde. Das Thema menschenwürdiges Wohnen bezieht sich im Lichte des Grundgesetzes auf Art. 1 GG (Menschenwürde) und Art. 14 Abs. 2 GG (Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen).

Die geplante Ausstellung erfolgt in Kooperation mit dem Mieterverein zu Hamburg in den Räumen des Vereins am Berliner Tor (Beim Strohhause 20, 20097 Hamburg) über 4 Etagen mit Warteräumen für die Mitglieder. Der Mieterverein wird zum Projekt auch eine Pressekonferenz abhalten und das Projekt im Mieterjournal veröffentlichen.

 

Motivation: Ulrike Hinrichs ist für den Mieterverein zu Hamburg beratende Rechtsanwältin und Mediatorin sowie Kunsttherapeutin in eigener Praxis. Im Rahmen ihrer Beratungstätigkeit beim Mieterverein hat sie erstmals erlebt, dass ein berufstätiger Mieter nach Eigenbedarfskündigung auf der Straße gelandet ist und keine Wohnung findet. Dies gab ihr im Anschluss an das Projekt Gemalte Freiheit den Impuls an diesem Thema weiter zu arbeiten.

 

Zielgruppe:

Das Projekt bringt alle Bürger*innen der Stadt zusammen, insbesondere solche in schwierigen / prekären Lebenswirklichkeiten, Geflüchtete, von Wohnungslosigkeit Betroffene, Mieter, die vor einer Kündigung stehen oder von nicht mehr bezahlbaren Mieterhöhungen betroffen sind. Der gewählte Ansatz ist niedrigschwellig, es werden nur geringe (aktive) sprachliche Fähigkeiten und keine künstlerischen Vorkenntnisse benötigt.