Wohnst du noch oder lebst du schon auf der Straße

Wohnst du noch oder lebst du schon auf der Straße?

Künstlerisch-kulturelles Integrations-Kunstprojekt zum sozialen Brennpunktthema Wohnen

von Ulrike Hinrichs, Kunsttherapeutin,  ehemalige Rechtsanwältin

 

Projektidee

Immer mehr Menschen sind demokrativerdrossen. Gesellschaftliche Diskussionen werden stark polarisierend geführt.  Ein schwieriges Thema für viele Menschen ist der Wohnungsmarkt. Der Wohnungsmarkt in Ballungsstädten wie in Hamburg ist nicht nur angespannt, sondern mittlerweile auch für „Normalverdiener“ sogar in den Randbezirken unbezahlbar geworden.  Es gibt keinen adäquaten Wohnraum mehr. Selbst mit Dringlichkeitsschein und Unterstützung des Amtes für Wohnungsnotfälle bekommen notsuchende Bürger*innen oft keine Wohnung. Ein Dach über dem Kopf gehört aber zum Existenzminimum und auch zum würdigen Leben in einer Demokratie. Das Thema beinhaltet daher viel sozialen Sprengstoff. Das gilt besonders auch in unserem Stadtteil Harburg, der ein Brennpunktbezirk ist.

Wir wollen uns künstlerisch mit dem Thema auseinandersetzen, Sichtweisen und Perspektiven darstellen, mit den Menschen über die Kunstwerke in eine Dialog kommen, dem Thema eine neue Perspektive durch die Brille der Kunst geben und diese an die Öffentlichkeit bringen. Der künstlerische Ausdruck verdichtet und transportiert nicht nur Fakten und Inhalte, wie wir sie aus Nachrichten und Presse kennen, sondern zeigt auch die Gefühle der Menschen zu diesem Thema. Kunst kann Unaussprechliches zeigen, Widersprüchliches verbinden und Unsichtbares sichtbar machen. Der künstlerische Ausdruck fasst das gesellschaftlich hoch brisante Thema mit einem individuell subjektiven Pinselstrich zusammen. Das gemeinsame Schaffen mit anschließender Ausstellung schafft Begegnung und jenseits polarisierender Schwarz-weiß Diskussionen Austausch zum Thema. Das Projekt entspringt dem Harburger Leitbild „Zusammenleben in Vielfalt“ und greift die Idee des Projekts von Ulrike Hinrichs „Gemalte Freiheit“ auf, bei dem das Grundgesetz künstlerisch umgesetzt und der Öffentlichkeit präsentiert wurde. Das Thema menschenwürdiges Wohnen bezieht sich im Lichte des Grundgesetzes auf Art. 1 GG (Menschenwürde) und Art. 14 Abs. 2 GG (Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen).

Zielgruppe: Das Projekt bringt alle Bürger*innen der Stadt zusammen, insbesondere solche in schwierigen / prekären Lebenswirklichkeiten, Geflüchtete, von Wohnungslosigkeit Betroffene, Mieter, die vor einer Kündigung stehen oder von nicht mehr bezahlbaren Mieterhöhungen betroffen sind. Der gewählte Ansatz ist niedrigschwellig, es werden nur geringe (aktive) sprachliche Fähigkeiten und keine künstlerischen Vorkenntnisse benötigt.

Durchführung: Es wird einen Impulsworkshop und zwei Kunstworkshops à 4 Std. geben. Die Räume werden vom Habibi Atelier zur Verfügung gestellt. Im Rahmen des Impuls-Workshops brainstormen wir gemeinsam zum Thema, sammeln Ideen, stellen uns diese wechselseitig vor und beginnen mit dem künstlerischen Schaffen. In zwei weiteren Workshops setzen wir gemeinsam das Thema um, diskutieren unsere Werke und lassen uns von den Anderen inspirieren. Wir treffen uns  regelmäßig als Gruppe analog und digital (WhatsApp, Email, facebook, Instagram), um den Fortgang des Projektes zu besprechen und uns die Kunstwerke zu präsentieren. Die werke werden auch in einer Ausstellung 2019 gezeigt.

Ausstellung: Die Ausstellung der Werke erfolgt voraussichtlich in den Harburger Arkaden im Erdgeschoß in einem leerstehenden Gewerbe unter Unterstützung durch das Habibi Atelier. Weitere Ausstellungen sind möglich.