Kriegskinder – Die Schatten der Vergangenheit

May, die mit ihrer Tochter aus Syrien geflohen ist, malte im Rahmen unseres Kunstprojektes „Kleine Weltküche“ die Flucht aus Schlesien 1945

Kriegskinder – Die Schatten der Vergangenheit

Die Folgen von Krieg und Flucht haben wir in Deutschland seit der großen Flüchtlingsbewegung 2015 hautnah zu spüren bekommen. Noch immer sind Menschen weltweit auf der Flucht. Die Folgen von Krieg, Folter und Terror sind traumatisch.

Aber auch unser Land hat durch den zweiten Weltkrieg transgenerative traumatische Erfahrungen aus dem Krieg mitgenommen. Der Schatten der Vergangenheit liegt bis heute wie eine dunkle Wolke über unserer Gesellschaft.  Viele Nachkriegskinder kennen das Phänomen, dass die Großeltern oder die Eltern nicht über den Krieg gesprochen haben. Kinder spüren aber die unausgesprochenen Ängste. Sie nehmen die Lähmung, die Sprachlosigkeit der Eltern wahr, die sie nicht einordnenden können. Kriegskinder kennen daraus resultierende unerklärliche Gefühle wie innere Leere, Ängste und Schuldgefühle.

Diese Themen sind auch durch die aktuellen Fluchtbewegungen stärker ins Bewusstsein getreten. Es gibt kriegstraumatisierte Menschen, bei denen durch die aktuelle Berichterstattung über die Flüchtlingsbewegung alte Ängste aufkeimen, andere verdrängen und tabuisieren das Thema auch noch im hohen Alter. In allen Familien ist Flucht ein auch stark polarisierendes Thema geworden.

Wie können wir die Kriegsopfer von damals und heute zusammenbringen und das Kriegstrauma verarbeiten?

Dazu soll dieses Projekt einen Beitrag leisten. Die Kunst kann uns dabei helfen.

Die Kunst kommt ohne Sprache aus und macht sichtbar, was bisher nicht gesehen werden durfte oder sollte. Sie hilft beim Aufdecken von Unausgesprochenem. Sie vereinigt Widersprüche. Sie hilft bei der Verarbeitung von traumatisierendem Fluchterlebnissen. Sie schafft Raum für Gefühle.

Das Projekt startet Ende 2019. Neben einer Ausstellung der Werke ist auch eine Publikation geplant.

Bei Interesse können Sie sich jetzt schon gern melden: ulrike . hinrichs @ web. de

 

Beispiel für eine intuitive Verarbeitung von Folter (Raed, Chirug aus Syrien) im Pressebeitrag „Kunst gibt mir Freiheit“