Kriegskinder – Die Schatten der Vergangenheit

Kriegskinder – Die Schatten der Vergangenheit

Die Folgen von Krieg und Flucht haben wir in Deutschland seit der großen Flüchtlingsbewegung 2015 hautnah zu spüren bekommen. Noch immer sind Menschen weltweit auf der Flucht. Die Folgen von Krieg, Folter und Terror sind traumatisch. Aber auch unser Land hat durch den zweiten Weltkrieg transgenerative traumatische Erfahrungen aus dem Krieg mitgenommen. Der Schatten der Vergangenheit liegt bis heute wie eine dunkle Wolke über unserer Gesellschaft.  Viele Nachkriegskinder kennen das Phänomen, dass die Großeltern oder die Eltern nicht über den Krieg gesprochen haben. Kinder spüren aber die unausgesprochenen Ängste. Sie nehmen die Lähmung, die Sprachlosigkeit der Eltern wahr, die sie nicht einordnenden können. Kriegskinder kennen daraus resultierende unerklärliche Gefühle wie innere Leere, Ängste und Schuldgefühle. Diese Themen sind auch durch die aktuellen Fluchtbewegungen stärker ins Bewusstsein getreten. Es gibt kriegstraumatisierte Menschen, bei denen durch die aktuelle Berichterstattung über die Flüchtlingsbewegung alte Ängste aufkeimen, andere verdrängen und tabuisieren das Thema auch noch im hohen Alter. In allen Familien ist Flucht ein auch stark polarisierendes Thema geworden.

Wie können wir die Kriegsopfer von damals und heute zusammenbringen und das Kriegstrauma verarbeiten? Dazu soll dieses Projekt einen Beitrag leisten. Die Kunst kann uns dabei helfen. Die Kunst kommt ohne Sprache aus und macht sichtbar, was bisher nicht gesehen werden durfte oder sollte. Sie hilft beim Aufdecken von Unausgesprochenem. Sie vereinigt Widersprüche. Sie hilft bei der Verarbeitung von traumatisierendem Fluchterlebnissen. Sie schafft Raum für Gefühle.

Das Projekt startet im März 2020. Wir treffen uns zum Austauch in der Ev. Luth. Kirchengemeinde Harburg-Mitte in der Bremer Straße 15, 21073 Hamburg,

Treffen  15.3.2020, 17.5.2020, 14.6.2020, 13.9.2020, 11.10.2020, 1.11.2020

Das Kunstprojekt wird im Rahmen der Harburger Gedenktage auf dem Harburger Kulturtag in der Kirchengemeinde Harburg-Mitte mit einer einer Ausstellung der Werke eröffnet. Unter der Leitung des Kantors der Kirchengemeinde, Fabian Bamberg, wird das Thema zudem musikalisch aufgegriffen und zur Ausstellung in einem Musik-Potpourri präsentiert. Zudem planen wir auch noch einen Schreibworkshop mit Lesung.

Auch ein Gottesdienst zum Projekt ist geplant. Das Projekt wird in Kooperation mit der Kirchengemeinde St. Trinitatis Harburg durchgeführt und gefördert von Lokale Partnerschaften Harburg.

Das Projekt wird gefördert durch die Lokalen Partnerschaften für Demokratie Harburg und Süderelbe im Rahmen des Bundesprogramms Demokratie leben!

 

Bei Interesse können Sie sich jetzt schon gern melden: ulrike . hinrichs @ web. de

 

Presse

Beispiel für eine intuitive Verarbeitung von Folter (Raed, Chirug aus Syrien) eines Geflüchteten im Pressebeitrag „Kunst gibt mir Freiheit“