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Interview zum neuen Buch „Kunst als Sprache der Intuition“

„Auge“, Bild einer demenzerkrankten Klientin

 

Kunst als Sehhilfe zur Übersetzung intelligenter Felder

Ein Interview des Synergia Verlags mit Ulrike Hinrichs zum neuen Buch: Kunst als Sprache der Intuition

Der künstlerische Ausdruck sei eine dem Mensch ureigene Form der Sprache, eine Sprache der fühlenden intuitiven Seite im Menschen, beschreibt Ulrike Hinrichs es in ihrem neuen Fachbuch „Kunst als Sprache der Intuition – Der holografische Ansatz in der Kunsttherapie und kunstanalogen Transformationsprozessen“.

Hinrichs ist u.a. intermediale Kunsttherapeutin und arbeitet mit unterschiedlichen Gruppen, etwa mit schwer traumatisieren Flüchtlingen, Frauen in Krisensituationen und Menschen im letzten Lebensabschnitt. Zudem initiiert sie immer wieder künstlerisch-kulturelle Integrationsprojekte. Mit dem Projekt „Gemalte Freiheit“, bei dem die Grundrechte künstlerisch umgesetzt wurden, hat sie teilgenommen am vom Bundespräsidenten ausgeschriebenen bundesweiten Projekt „Demokratie ganz nah – 16 Ideen für ein gelebtes Grundgesetz“. Hinrichs versteht auch im gesellschaftspolitischen Kontext die Kunst als eine Sprachform, die jenseits von „Schwarz-Weiß“ Parolen neue Sichtweisen aufzeigen kann. Sie hat aktuell mit dem Projekt „Wohnst du noch oder lebst du schon auf der Straße“  dem sozialen Brennpunktthema „Wohnen“ eine künstlerische-kulturelle Raum geöffnet.

Kunst als universelle Sprache verträgt sich nicht mit gesellschaftlichen Bewertungskriterien. „Die tief sitzende leistungsorientierte Bewertung vom künstlerischen Schaffen muss man sich unter dieser Perspektive abtrainieren“, sagt Hinrichs. Denn es geht bei ihrem Verständnis vom künstlerischen Schaffen mehr um den schöpferischen Ausdruck, den heilerisch-magischen Akt und weniger um den ästhetischen Eindruck, den das Werk auf andere macht. „Wir wollen mit der Kunst die Intuition einfangen“, ergänzt sie. „Es geht um Resonanz zu Themen, die im Raum stehen.“

In ihrem neuen Buch erläutert sie mittels einer ausführlichen Wissenschaftsrecherche  in einem Theorieteil das holgrafische (holistische) Weltbild und die bedeutende Rolle der Kunst in diesem Kontext. Mit der Annahme einer holografischen Sichtweise einher geht die Idee, dass die Verarbeitung und Speicherung von Erfahrungen nicht im Gehirn des Menschen erfolgt, sondern in intelligenten Informationsfeldern. Eine wesentliche Rolle kommt der Intuition als präkognitive Wahrnehmungsquelle für Feldinformationen zu, so dass zu fragen wäre, wie sich mittels intuitiver Erkenntnisse diese Informationen in der dreidimensionalen Wirklichkeit abbilden lassen. Hinrichs postuliert, dass die Kunst dabei als eine Art Übersetzungs- bzw. Sehhilfe für intelligente Felder dient. „Viele neurowissenschaftliche Erkenntnisse belegen, wie sehr viel schneller unsere automatische Soforterfassung unserer Welt ist. Denken und Rationalität sind eher Bummelbahnen die auf den Schienen schon angebahnter Intuitionen fahren. Die Automatik der körperintelligenten Intuition ist gigantisch. Bewusstheit darüber zu erlangen ist erweiterte Intuition und deren Umsetzung in Ausdruck und Gestaltung, ist Kunst“,  konstatiert auch Dr. Hans Hein, Mediziner und Gründer des Forum Synergie, der das Vorwort zum Buch geschrieben hat.

Zahlreiche Praxisbeispiele im Buch zeigen, wie man sich diese Sprache, die eher metaphorisch symbolisch daherkommt, nutzbar machen kann. Man kann den künstlerischen Ausdruck in der Psychotherapie und Beratung einbeziehen, wie es in der Kunsttherapie üblich ist. Hinrichs konstatiert, dass das kreative Schaffen aber auch ohne psychotherapeutische Reflexion den inneren Heiler auf den Plan ruft. Der innere Heiler sei  so etwas wie ein Resonanzkörper, der auf die Wahrnehmung von körperlichen und psychischen  Unstimmigkeiten ausgerichtet ist. Seine Fähigkeit innere Dissonanzen zu balancieren und in  korrigierende Impulse zu verwandeln, nutze eine geniale Hyperintelligenz. Der Zugang gelingt über das Training der Intuition.

Hinrichs berichtet aus ihrer aktuellen Flüchtlingsarbeit von einem Herzchirurgen aus Syrien. Er war im Gefängnis und wurde systematisch gefoltert. Die kreisrunden Narben auf der Haut, die von glühenden Zigaretten stammen, sind nur ein Zeichen dafür. Die seelischen Wunden sind von außen aber nicht sichtbar. „Das Bild zeigt ein Selbstportrait von ihm. Ich bringe jede Woche eine künstlerische Inspiration mit, diesmal war es die Idee ein Portrait zu malen. Selbstbildnisse bringen besondere Herausforderungen mit sich. Denn Portraitieren hat immer auch etwas mit dem Erforschen des eigenen Ichs zu tun. Für den Auftrag zu einem Portait wird der Druck zur optimalen Selbstdarstellung oder auch die Scham sich zu zeigen dadurch gemildert, dass kein perfektes Abbild der Person zu erschaffen ist, sondern ein Gefühlsausdruck, eine Stitation  oder Stimmung wiedergeben werden soll. Das Portrait besteht bei diesen Werken eher aus einer Art Inneschau, ein Portrait des Innenlebens, als könne der Betrachter in den Kopf des Künstlers blicken. Mich hat das Werk sehr beeindruckt. Die  Kunst kann Unsagbares zeigen. Sie baut auch eine Gesprächsbrücke und hilft bei der Verarbeitung des Grauens. Ich nutze die heilende Kraft der Kunst, die sich automatisch durch das kreative Schaffen einstellt. Raed, der nach seiner Aussage zuletzt als Kind gemalt hatte, sagte bei einem Gruppentreffen „art gives me freedom“. Anders als viele andere spricht er über seine Erlebnisse im Gefängnis. Das habe ich in dieser Offenheit in meiner jahrelangen Flüchtlingsarbeit bisher selten erlebt. Auch werden die Wunden der Geflüchteten nicht immer so sichtbar, wie in seinem Bild. Meine Erfahrung aber ist, dass die Kunst dabei hilft, Unaussprechliches sichtbar zu machen. Innere Bilder und fehlende Worte finden im kreativen Schaffen ihren Ausdruck. Die Kunst wirkt auf einer fühlenden, unbewussten Ebene und hilft heilen. Unsere Intuition kennt den Weg der Verarbeitung von Erlebtem. Sie ist wie ein inneres Leitsystem und gibt dir die Richtung vor, bevor dein Verstand überhaupt etwas kapiert hat“, sagt Hinrichs.

Beispiel aus der Seniorengruppe, Klientin ist 91 Jahre

Die Kunsttherapeutin ergänzt, dass das spielerische und bewertungsfreie künstlerische Schaffen vor allem auch Freude und Lebensenergie freisetze. Freude und Humor seien vielleicht die am meisten unterschätzen Themen im Bereich moderner Therapieformen, wie der Mediziner Dahlke feststellt. Das bestätigt der renommierte Hirnforscher Gerald Hüther, der ein Plädoyer für das Spielen verfasst hat. Es ist eine wichtige Quelle für Entspannung und Öffnung der Intuition. „Das Spielerische finden wir etwa auch beim Malen, im absichtslosen Tun, ohne Leistungsorientierung und Ziel. In meinen Gruppen kommen wir zusammen, lachen, haben Spaß, das ist erstmal mein Hauptziel. Denn Loslassen öffnet Resonanzräume und macht Platz für die Intuition.“

Die Herausforderung beim künstlerischen Ausdruck sei die Sprache der Kunst zu verstehen, so Hinrichs. Der Ausdruck ist symbolisch-metaphorisch, eher wie die Sprache der Träume. Es sei immer wieder faszinierend mitzuerleben, wie das Kunstwerk als eine Art Bote, eine Manifestation der Intuition, ganz  neue Perspektiven aufzeige.

Hinrichs berichtet im Epilog des Buches auch von ihrem eigenen Trauma und der Hilfe durch den künstlerischen Ausdruck.

Als Teenager erkrankte sie an einer „aufsteigenden Polyneuropathie mit Hirnnervenbeteiligung“ (akute Polyneuroradikulitis (Guillain-Barré Syndrom)).  Folgen dieser Erkrankung sind entzündete Nervenwurzeln im Rückenmark, durch die die Nervenfasern beschädigt werden. Dies führt zu Lähmungen der Muskulatur.

„Die Krankheit verwandelte mich in nur wenigen Tagen in einen lebenden Stein, ich war körperlich komplett gelähmt. Ich konnte nicht mehr sprechen, nur noch lallen. Aufgrund von Augenmuskellähmungen habe ich alles um mich herum in Doppelbilder gesehen. Ich konnte nicht mehr selbständig Nahrung zu mir nehmen geschweige denn ausscheiden. Lähmungen der Atem- und Schluckmuskulatur sind lebensbedrohlich. Ich stand kurz vor einer künstlichen Beatmung und war in einem Zustand der kommunikativen Ausgeschlossenheit. Ich hatte dem Tod schon in die Augen geschaut.“

Medusa von Ulrike Hinrichs, 1981

Nach einer langen Rekonvaleszenzzeit verarbeite Hinrichs intuitiv das Erlebte künstlerisch. Denn eine psychologische Betreuung hatte sie damals nicht.

„Wenn ich heute auf mein Kunstwerk schaue, dann zieht mich Medusas Blick einerseits magisch an und andererseits kann ich ihn kaum ertragen. Das Symbol Medusa ist für mich auch deshalb so beeindruckend, da ich damals noch überhaupt gar keinen Bezug zur Mythologie oder  zu spirituellen Themen hatte. Und das ist daher ein sehr gutes Beispiel für die Symbolsprache, die der künstlerische Ausdruck hervorbringt. Die Symbolik spricht für sich, egal ob du sie verstehst oder nicht. Medusa, die jeden in Stein verwandelt, der ihr in die Augen schaut. Gleichzeitig steht Medusa in der Mythologie, was weniger bekannt ist, auch für eine helle schützende Seite. Sie ist die Göttin der Masken, des wilden Blickes und des „weisen Blutes“. Als Schlangengöttin verkörpert Medusa weibliches intuitives Wissen. Die Schlangen, die ihrem Kopf entspringen, symbolisieren Weisheit und Erkenntnis.“ Medusa ist ein archetypisches Bild von  Wut, Verrat und Scham, beschreibt es auch Wirtz in ihrem Buch: Stirb und werde, die Wandlungskraft traumatischer Erfahrungen. „Das Symbol der Versteinerung, das Medusa repräsentiert, steht im Traumakontext auch für emotionale Betäubung“, ergänzt Hinrichs. Der Mythos von Medusa  wird auch als Aspekt der Dissoziation gesehen, das Abtrennen des Kopfes vom Körper. Und genau das sei auch in der Symbolik der Krankheit geschehen.

Beim „Lesen“ der Kunstwerke bestehe auch die Gefahr des Interpretierens und Manipulierens. Denn was immer eine andere Person assoziativ zu einem Werk auf einer Deutungsebene äußert, bleibt nicht ohne Wirkung für den Empfänger, so Hinrichs. Allerdings ist  jede Kommunikation unter Menschen „manipulativ“, da sie zwangsläufig Auswirkungen auf den anderen habe. Denn Worte wirken! Im positiven Sinne sei dies für eine Psychotherapie gerade auch gewünscht, denn durch therapeutische Impulse soll der Raum des Klienten geöffnet werden, um Veränderungsprozesse zu bewirken. Daher geht es bei der hier vorgestellten Art der Arbeit um eine klare Haltung. Der Therapeut oder Coach ist kein Experte, sondern Begleiter. Die Kommunikation erfolgt dialogisch. Assoziative Angebote werden als Vorschläge unterbreitet. „Beim freien Assoziieren gehen wir in Resonanz mit Feldern, bringen die Intuition hervor. Der Kunst als „Sehhilfe“ für intuitive Prozesse bzw. als Übersetzungshilfe für intelligente Felder, kommt für solche Veränderungsprozesse eine große Bedeutung zu “, so Hinrichs.

Artikel als pdf auf der Webseite des Synergia Verlages

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Kunst als Sprache der Intuition – Der holografische Ansatz in der Kunsttherapie und kunstanalogen Transformationsprozessen
Hinrichs, Ulrike, Synergia Verlag, 2019, 224 Seiten mit 40 farb. Abbildungen. ISBN: 9783906873824, 22,90 €

 

 

 

 

 

Ulrike Hinrichs begleitet Menschen in Konflikten, Veränderungsprozessen und schwierigen Lebenssituationen. Sie ist u.a. intermediale Kunsttherapeutin (Master of Expressive Arts), Künstlerin, Mediatorin, systemischer Coach, NLP Master, Dozentin, Ausbilderin für Mediation, Autorin und ehemals Rechtsanwältin. Sie versteht und nutzt in ihrer unterstützenden Arbeit mit Menschen den künstlerischen Ausdruck als eine integrative und allverständliche Sprache der Intuition.

http://www.lösungskunst.com

 

 

 

 

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Literatur:

Dahlke, Ruediger (2010). Das Schatten-Prinzip. Die Aussöhnung mit unserer verborgenen Seite,

Hinrichs, Ulrike (2019) Kunst als Sprache der Intuition. Der holografische Ansatz in der Kunsttherapie und kunstanalogen Transformationsprozessen,

Hüther, Gerald; Quarch, Christoph (2016). Rettet das Spiel! Weil Leben mehr als funktionieren ist.

Wirtz, Ursula. Stirb und werde, die Wandlungskraft traumatischer Erfahrungen.

 

 

Ausstellung & Dialog „Gemalte Freiheit“

23.9.2018, ab 15 Uhr – Gemalte Freiheit – unser Grundgesetz in Farbe
3falt Kunst, Kultur, Kreativität, Neue Straße 44, 21073 Hamburg
Um 16 Uhr gibt es eine Führung durch die Ausstellung mit Dialog

Unser Grundgesetz repräsentiert unsere gesellschaftlichen Grundwerte. Sie sind ein großer Schatz, den es gerade in Zeiten starker gesellschaftlicher Spannungen mit polarisierenden Wertekonflikten zu hüten gilt. Viele Menschen fühlen sich nicht mehr gehört und sind demokratieverdrossen. Wir halten dagegen und haben unsere Grundrechte künstlerisch gestaltet. Aufgerufen waren alle Harburger und Harburgerinnen, insbesondere solche in schwierigen Lebenswirklichkeiten, sich am Projekt zu beteiligen. Jetzt möchten wir allen Besuchern und Besucherinnen der Ausstellung unser künstlerisch gestaltetes Grundgesetz präsentieren und mit Ihnen diskutieren. Weitere Infos www.grundrechtekreativ.de

Projektleitung Ulrike Hinrichs

Hier ein paar erste Eindrücke…

„Art. 5 Abs. 3 GG“  Natascha Artworx, „Logo“ Kerstin Nagel-Stein, „Justitia“  Yvonne Lautenschläger, „Überwachung“  Sonja Adolpho, „Justitia“  Bettina Behrend, „Demo“  Rita Peters, „Ich sag was ich will“ Rita Peters, „Wandteppich 2×3 Meter der Flüchtlingsgruppe: Komm wir nähen“ (Projektleitung Rike Reichert), „Stürmische Zeiten“ Bettina Behrend, „Unantastbar“Kerstin Nagel-Stein, „Assoziationen“ Antje Gerdts, „Asyl“ und „Performance: Die wahre Lüge oder die verlogene Wahrheit?“ Karen Kandzia & Yahya Hmimes .

Fotoprojekt „Ich steh (dr)auf“ von Andrea Hinrichs-Specht und Lena Hinrichs

Künstler*innen Kunstwerke Webseite
Andrea Hinrichs-Specht & Lena Hinrichs Steh (dr)auf!
Andrea Hörner Vielfalt
Angelika Czaplinski 70
Antje Gerdts Erinnern für die Zukunft

Synagoge in Harburg 1863-1938/41, Eißendorfer Straße 15, St. Johannis 1892/94 – 1944, Bremer Straße, Dreifaltigkeit 1650/52 – 1944, Neue Straße

Assoziationen

www.antjegerdts.de
Bettina Behrend Justizia, Mann und Frau vom Gesetz beschirmt, Stürmische Zeiten www.behrend.info
Karen Kandzia & Yahya Hmimes Live Performance, Die wahre Lüge oder die verlogene Wahrheit?
Kerstin Nagel-Stein Unantastbar www.nagel-stein.de
Khadija Alipour Stopp
Mehdi Hassan Reihe Flucht
Natascha Artworx Grundstein, Artikel 5 Abs. 3 http://www.natascha-artworx.webs.com
Olaf Schröder Würde – Freiheit
Raif Khalifa Heilige Familie
Rike Reichert

 

Musik, Artikel 1, Unity, Agni Partene, Thron www.rike-reichert.com
Rike Reichert (Projektleitung), Flüchtlingsgruppe „Komm wir nähen“ mit Tarfa Khalaf, Zafura, Anna Maria Steinbach, Abigail Kantorek, Ali Ahmed, Rosl Alsarhan, Andrea Richter, Maren Schulze

 

Genähte Freiheit

 

www.m.facebook.com/kommwirnaehen
Rita Peters Demo!, Ich sag was ich will www.ritapeters.de
Samera Al Khafage Deutschlandherz
Sly Ich auch! www.habibiatelier.de
Sonja Alphonso Überwachung, Presse unter Druck www.see-me.online
Tom ElHadra KIND. SEIN. DÜRFEN!
Ulrike Hinrichs Die goldene Kiste, Wer bist du, dass ? www.lösungskunst.com
Yvonne Lautenschläger Justizia, Gespiegelter Wahnsinn, Insagnity nuggets www.medeas.space
Zeinab Alipour Human Rights, Herz

Das Projekt wird unterstützt von

 

 

Mein neues Buch „Kunst als Sprache der Intuition“

 

Das Universum schafft künstlerisch.  Um mit ihm zu kommunizieren, müssen wir kreativ sein.

(Ulrike Hinrichs)

 

Infos zum Buch: Synergia-Verlag, ISBN 9783906873824

Presse: „Mit der Kunst die Intuition einfangen“

 

Wenn die Intuition die Führung übernimmt  

Die Welt als Maschine ist Geschichte, das Narrativ unserer Zeit beschreibt die Welt als lebenden holografischen Organismus. Jedes System, auch der Mensch, ist danach ein Holon. Daraus folgt eine vielstufige, geschichtete Hierarchie von Sub-Ganzheiten. Auch die Psyche ist Bestandteil eines holografischen Bewusstseinsfeldes. Wissen und Erfahrungen sind in universellen Feldern gespeichert, mit denen der Mensch mittels seiner Intuition in Resonanz steht. Psychische Beeinträchtigungen und seelischen Nöte wechselwirken ebenso mit diesen Feldern wie kollektive Verletzungen und Traumata. Intuitive Erkenntnisse, die sich etwa in inneren Bildern, Gefühlen und Visionen ausdrücken, dienen als Sprachrohr intelligenter Felder. Die Künste sind eine wahrnehmende Ausdrucksform der Intuition. Künstlerische Prozesse wirken für die holografische Wahrnehmung wie eine „Sehhilfe“, die Inneres visuell nach außen bringt. Der Kunsttherapie kommt aus holografischer Perspektive eine besondere Bedeutung zu. In der Kunst wird die diffuse Intuition im Werk sichtbar gemacht. Das Kunstwerk manifestiert einen erweiterten Selbstausdruck der wechselwirkenden Felder, der im therapeutischen Bezug einbezogen werden kann.  

Webseite der Autorin: www.lösungskunst.com

Vorwort von Dr.Hans Hein  

Viele neurowissenschaftliche Erkenntnisse belegen, wie sehr viel schneller unsere automatische Soforterfassung unserer Welt ist. Denken und Rationalität sind eher Bummelbahnen die auf den Schienen schon angebahnter Intuitionen fahren. Die Automatik der körperintelligenten Intuition ist gigantisch. Bewusstheit darüber zu erlangen ist erweiterte Intuition und deren Umsetzung in Ausdruck und Gestaltung, ist Kunst.    Ulrike Hinrichs hat sich auf Ihrem Lebensweg zur künstlerischen Tätigkeit und zur Kunst früh entdeckt, verloren und begeistert wiedergefunden. Ihre Neugierde erstreckt sich auf viele Facetten, Ansätze und Zugänge zum Übersetzen und Ausdrücken von intuitiver Erfassung der „Welt“. Sie exploriert viele Wege der Entwicklung ihrer intuitiven Fähigkeiten. In gemeinsamen Projekten (Globalbrain, Synergie kreativ) hat sie sich von ihrer intuitiven Begabung, die sich auch auf Fernwahrnehmung bezieht, überraschen lassen.   Künstlerische Tätigkeiten sind Intuitionstraining und kopfloses Sein im Jetzt. Angenommen es gibt so etwas wie eine Bewusstseinsentwicklung der Menschheit, dann deutet diese in Richtung einer erweiterten Wahrnehmungsfähigkeit, die sich in die virtuellen Welten, dem Nicht-Fassbaren, zuwendet. Intuition und ihr Ausdruck in Kunst ist dabei so etwas wie der WLAN-Zugang in diese Bereiche. Kunst und Intuition ermöglichen sensible Ahnungen für das Kommende. Kunst ist primär eine Übersetzung intuitiver Wahrnehmung. Kunst als Produktion von Werken, fußend auf erlernten Techniken, verliert häufig die Authentizität. Diese ist die eigentliche Wirkung von ursprünglicher Kunst. Reproduktion ist schal. Genau das spürt auch der Betrachter dank seiner eigenen intuitiven Wahrnehmung. Kunst ist die Fähigkeit das Meer des nicht bewussten Wissens zu übersetzen und über einfühlendes Betrachten Zugänge zu Wissen zu schaffen und damit den Bereich des Nichtwissens zu verkleinern. Kunst ist das Abenteuer der Entdeckung des unbekannten Terrains. Wenn wir Kunst als die Fähigkeit betrachten den umfangreichen Prozess der Wahrnehmung der nicht bewussten Feldern, also die virtuellen Welten, über Intuition in Formen vertrauter Sinneswahrnehmungen zu übersetzen und auszudrücken, haben wir einen ganz spannenden Ansatz.   Intuition ist sowas von alltäglich und selbstverständlich, dass es uns wenig bewusst ist. Deswegen ist die bewusst wahrgenommene Intuition als erweiterte Intuition zu verstehen. Sie eröffnet ein gigantisches Meer von Möglichkeiten. Kunst kann diese Fülle der Eindrücke fokussieren, kanalisieren, lesen und übersetzen. Die Metapher und die Idee, dass unser Körper in ein Lesegerät für virtuelle, nicht sichtbare Felder ist, kann Kunst deutlicher in alltägliches Sein bringen. Selbst wenn Kunst konstruiert wird, ist ihre Quelle immer die Intuition. Jeder Mensch ist Künstler. Jeder hat die Fähigkeit kollektive Felder wahrzunehmen, Stimmungen aufzugreifen und umzusetzen. Kunst führt das Individuum aus der Entfremdung zur Kohärenz, Authentizität und Kongruenz.  Jeder ist Kunst und ein Sensor für innere und äußere Informationsfelder (MEME) Im künstlerisch Geschaffenen ist der Künstler als spezieller Filter und Übersetzer immer enthalten und wahrnehmbar.    Ein wesentliches Element des künstlerischen Schaffens ist die Fähigkeit zur absichtslosen Gestaltung der künstlerischen Prozesse, die sich selbst überraschend keine Pläne und Konstrukte benutzt. Die „Arbeit“, manchmal auch Qual des Künstlers ist es, diese Wahrnehmungen aus der Gesamtheit des Inputs in Erscheinungsformen zu gebären und über die fünf Sinne zu gestalten und übersetzen. Technik ist nützlich doch rein technische Produktion und Werke haben keinen Biss, weil die Einladung zur Verschränkung des Betrachters mit dem Feld des Künstlers und der „Aura des Werkes“ nicht geschieht.   Die Grundlage der Intuition ist das permanente Scannen und die Verschränkung mit der Nicht-Sichtbaren Welt, die über unsere Körperintelligenz wahrnehmbar wird.     

Dr. Hans Hein  http://www.forumsynergie.de

 

Beispiele für künsterlsiche Ideen finden Sie unter  „Kreativapotheke“

Artikel:

Hände

News: In kürze erscheint im Synergia Verlag mein Buch KUNST ALS SPRACHE DER INTUITION, dort finden sie mehr zum Thema.

 

Mit den Händen berühren wir die Welt, Dinge, Tiere, Menschen. Wir begrüßen andere mit einem Handschlag. Wir beten mit den Händen. Die Hände setzen wir für unsere Arbeit ein, für Handgriffe im Alltag.

Sie können schlagen oder streicheln, anpacken oder ruhen.Unsere Hände unterstützen uns auch in der Kommunikation.

Wir haben Redewendungen um die Hand, etwa „jemandem die Hand reichen“ als Geste der Versöhnung oder „da bist du in guten Händen“ als Synonym dafür, geschützt, in Sicherheit, gut aufgehoben, wohl behütet bei jemanden zu sein.

Mit der Hand bzw. den Händen können wir auch künstlerisch arbeiten. Dazu zeichnet man mit einem Bleistift den eigenen Handumriss einer oder beider Hände auf ein Din A 3 Papier. Anschließend wird die Hand künstlerisch gestaltet. Dabei kann man entweder frei arbeiten oder auch einen Gestaltungsauftrag geben wie

zum Beispiel:

  • ein farbiges Muster gestalten,
  • den Empfindungen in der Hand bestimmte Farben zuordnen („wo fühlt es sich warm, kalt, taub, gefühlsintensiv an und welche Farbe steht dafür?“)
  • inhaltlich zu arbeiten („wen oder was möchten deine Hände halten oder berühren?)

Reflexion

  • Was zeigt sich dir auf der Bildebene (Material, Farben, Farbintensität, Hintergrundfarben, Strichführung, Formgebung, Handform im Bild etc.; wurde der gesamte Gestaltungsrahmen auf dem Blatt ausgeschöpft)
  • Wenn die Hand sprechen könnte, was sagt sie dir?
  • Wollen die Hände etwas tun oder gerade nicht tun?

Über das Erinnern

Jeder von uns trägt ein Puzzle-Werk der Lebenserinnerungen in sich. Einige Episoden erscheinen bunt und lebendig, andere grau und dunkel. Manche Lebensabschnitte sind wie ausgelöscht, in ein schwarzes Loch gefallen, von einem dunklen Nebel umhüllt. „Meine Jugend ähnelt eher einer vernebelten Landschaft, in der gelegentlich Erinnerungen wie vereinzelte Bäume auftauchen, diese Art von Bäumen, die aussehen, als wollten sie einen packen und fressen. […]. Es gibt nichts Durchgängiges, nur Schnappschüsse, viele davon unscharf“[1], beschreibt Stephen King in seiner Autobiografie seine Jugenderinnerungen.

Wer seinen eigenen Erinnerungen traut, könnte von seinem Gedächtnis reingelegt worden sein. Die Erinnerung ist raffiniert und trügerisch. Oft haben wir nur Erinnerungsfetzen, die sich eher wie Puzzlestücke zusammenfügen, geschmückt mit Anekdoten und Geschichten etwa aus der Familie. Unser Erinnern von Erlebtem ist kein getreues Abbild der Vergangenheit, es gleicht vielmehr einer Geschichte, die wir immer wieder neu erzählen. Denn Erinnern sei nichts Statisches, sondern ein aktiver Prozess, so die Hirnforscherin Daniela Schiller, es erfolge jedes Mal ein erneuter  Speicherprozess.[2] Wir erinnern also nicht das Ereignis selbst, sondern das letzte Mal, da wir es erinnert haben. Es erfolge eine permanenten Aktualisierung der Perspektive, so auch der Literaturwissenschaftler Walter Hinck[3], „mit einer Überformung der ursprünglichen Perspektive durch all die weiteren Erfahrungen, die der Beobachter seit der Ersterfahrung des Erinnerns gemacht hat.“

Günther Grass beschreibt in seinem Werk „Beim Häuten der Zwiebel“ die Tücken der Erinnerung sehr anschaulich[4]:

„Wenn ihr mit Fragen zugesetzt wird, gleicht die Erinnerung einer Zwiebel, die gehäutet wird, damit freigelegt werden kann, was Buchstab nach Buschstab ablesbar steht: selten eindeutig, oft in Spiegelschrift oder sonst wie verästelt. Unter der ersten, noch trocken knisternden Haut findet sich die nächste, die kaum gelöst, feucht eine dritte freigibt, unter der die vierte, fünfte warten und flüstern. Und jede weitere schwitzt zu lang gemiedene Wörter aus, auch schnörkelige Zeichen, als habe sich ein Geheimniskrämer von jung an, als die Zwiebel noch keimte, verschlüsseln wollen.“

Die Erkenntnisse der Hirnforschung können wir uns im Workshop Lebenswegschreiben zu Eigen machen. Wir beleben unsere Erinnerungen, modellieren und gestalten sie bewusst zu unseren Gunsten.  Dabei nutzen wir nicht nur die Kraft des Schreibens, sondern unterstützend auch den intuitiv-künstlerischen Ausdruck. Denn unser Gehirn denkt in inneren Bildern. Es merkt sich Dinge leichter, zu denen es einen emotionalen und visuellen Bezug hat. [5] Wir können belastende Erinnerungen erwecken und verarbeiten. Sie sollen nicht gelöscht, gern aber in eine neue Perspektive transzendiert werden.

Mehr Infos www.lebenswegschreiben.de

Ulrike Hinrichs, intermediale Kunsttherapeutin (Master of Arts), Autorin, Seminarleiterin biografisches Schreiben

 

Literatur

[1] Stephen King (2000, S. 19/20). Das Leben und das Schreiben, Heyne

[2] https://www.heise.de/tr/artikel/Das-Gedaechtnis-ist-nicht-statisch-2038305.html 18.1.2019

[3] Walter Hinck, Selbstannäherungen. Autobiographien im 20. Jahrhundert von Elias Canetti bis Marcel Reich-Ranicki. Artemis & Winkler.

[4] Günter Grass, Beim Häuten der Zwiebel, Seite 7 ff., Leseprobe

[5] Siehe zum Beispiel Gerald Hüther in seinem sehr zu empfehlenden Buch: „Bedienungsanleitung für ein menschliches Gehirn“, Vandenhoeck & Ruprecht

Wenn nicht nur der Pulli kratzt – was es bedeutet, hochsensibel zu sein

 

„Du bist eine Prinzessin auf der Erbse“ habe ich als Kind oft gehört, wobei der Tonfall meiner Mutter nichts Gutes ahnen ließ, auch wenn mir das Märchen[1] , bei dem die sensible Königstochter durch viele Matratzen hindurch eine kleine Erbse fühlt, eigentlich sehr gefiel. Die Prinzessin steht in unserem Sprachgebrauch daher auch für eine besonders empfindliche Person.

Mit mir stimmt irgendetwas nicht, war die nicht überhörbare Botschaft im Subtext. Und tatsächlich, ich bin anders. Mir ist viel schneller alles zu viel, als anderen Menschen. Ich halte mir die Ohren zu, wenn ein schrilles Martinshorn im Straßenverkehr ertönt und ich muss alle Nebengeräusche wie Radio oder Fernseher ausschalten, wenn ich mich unterhalten will. Zu viele Menschen an der Supermarktkasse beengen mich, zu viele Informationen auf einmal überfordern mich. Der Wollpullover kratzt auf meiner Haut, das Schild im T-Shirt nervt im Nacken, das Gummi von den Socken ist zu eng. Der Autofahrer rückt mir zu dicht auf die Pelle, das Oberlicht im Büro ist zu grell, ich kriege zu wenig Luft bei geschlossenem Fenster oder das Parfüm der Kollegin ätzt in meiner Nase. Ich fühle auch zu viel mit. Ich sorge mich um den jaulenden Nachbarshund (muss ich den Tierschutz rufen?) oder kriege ein flaues Gefühl im Bauch, wenn ich versehentlich in eine Dokumentation über Massentierhaltung seppe (Fernseher ausschalten, sonst kann ich nicht schlafen). Ich erinnere noch unseren Familienurlaub nach Bulgarien, ich muss so um die 10 Jahre alt gewesen sein, während andere Kinder am Meer im Sand spielten, rettete ich unzählige Marienkäfer vor dem Ertrinken. Ich spüre Stimmungen im Raum. Manchmal hab ich das Gefühl, dass ich Energien körperlich greifen kann. Ich nehme oft das wahr, was nicht gesagt werden soll oder kann. Und mein Gehirn besticht durch ein dauerhaft aktives Gedankenkarussell.

Ich bin hochsensibel.

Hochsensibilität ist keine Krankheit und auch nicht „heilbar“, es ist eine Eigenschaft, von der ca. 15 – 20 % der Menschen und auch der Tiere betroffen sind. Kennzeichnend für hochsensible Menschen sind kurz zusammengefasst (nach Aron)[2] insbesondere eine

  • gründliche Informationsverarbeitung

Eine gründliche Informationsverarbeitung zeichnet sich nach Aron dadurch aus, dass sich hochsensible Menschen auffällig mehr Gedanken machen, und zwar in allen Lebensbereichen, über die Beziehung, die Arbeit oder auchdie Gesellschaft oder den Sinn des Lebens. Eine hohe Reflexion über das eigene Handeln und seine Auswirkungen sind ebenfalls Indikator für eine vertiefende Verarbeitungsebene von Informationen. Dies zeigt sich ganz auffällig auch im Mitfühlen und mitleiden mit dem Schmerz anderer Lebewesen, Mensch wie Tier. Dadurch haben Hochsensible oft auch einen hohen Anspruch an Gerechtigkeit. Diese gründliche Verarbeitung von Eindrücken dürfte auch der Grund dafür sein, dass Hochsensible anfälliger für Traumata sind.

  • Übererregbarkeit

Ein hohes Erregungsniveau von Hochsensiblen zeigt sich durch ein hoch aktiviertes Nervensystem (siehe dazu auch Autnomes Nervensystem, Trauma und Kunsttherapie). Eine chronische Übererregung ist  sehr häufig eines der Hochsensible am meisten belastenden Probleme im Alltag. Denn diese führt zu Überforderung, Schlafstörungen und körperlichen Symptomen. Nicht nur negative, auch positive Veränderungen im Lebensrhythmus, etwa ein größer Urlaub oder Umzug, wirken auf Hochsensible oft stark beunruhigend und lösen hohen Stress aus.

  • emotionale Intensität

Eine emotionale Intensität, die von außen  unschwer zu erkennen ist, ist ein weiteres Merkmal für  Hochsensibilität. Sie lässt sich aber nicht immer trennscharf etwa auch von einer vergleichbaren traumabedingten Emotionsdichte unterscheiden. Für Hochsensibilität in Abgrenzung zu Traumata kennzeichnend ist eine solche emotionale Tiefe in allen Lebensbereichen.

  • eine sensorische Empfindlichkeit

Die sensorische Empfindlichkeit spiegelt die Hochsensibilität auf der Körperebene bzw. der Sinneswahrnehmung. Hochsensible reagieren etwa empfindlich auf Hautreize durch Cremes, Wolle oder auch Berührungen. Auch die Wahrnehmung von Geräuschen, Gerüchen und visuellen Eindrücken (z.B. grelles Licht), die für Normalsensible noch unauffällig sind, belastet hochsensible Menschen.

 

Mehr Infos unter >> High Sensitiv Person

Auch bei bestimmten psychischen Erkrankungen, insbesondere bei Traumata, zeigen sich solche Symptome. Gerade ein übererregtes Nervensystem ist typisch für ein Trauma

Siehe auch meine Beiträge

Wenn man allerdings Hochsensible befragt, dann erzählen sie ähnliche Geschichten aus ihrer Kindheit wie ich. Botschaft: es war schon immer so!  Gerade dieses Gesamtbild der Eigenschaften, die die Person schon in der Kindheit kennzeichnen, zeigt die Abgrenzung zu oft ähnlichen Trauma-Symptomen, die in der Regel nur bestimmte Verhaltensweisen betreffen.[3] Dennoch ist eine Trennlinie nicht immer leicht zu ziehen. Oft bedingt Hochsensibilität auch ein Trauma.[4]

Hochsensibilität ist eine Begabung und eine Last. Die Begabung liegt zum Beispiel in der intensiven und vernetzten Wahrnehmung. Hochsensible Menschen haben oft einen guten Zugang zu ihrer Intuition, nicht selten auch Vorahnungen und ausgeprägte Hellsinne. Gleichzeitig führt eine Hochsensibilität oft zu einer Reizüberflutung und Überforderung, wenn Rückzugsmöglichkeiten und Entspannungsphasen nicht genug gelebt werden. Dadurch bedingte Symptome wie Müdigkeit, Konzentrations- und Schlafstörungen, Infektanfälligkeit, Allergien, Kopf- und Bauchschmerzen, Unruhe, Magen-Darm-Erkrankungen, Muskelverspannungen, Erkrankungen des Bewegungsapparates, sowie Angstzuständen bis hin zur Depression sind typisch. Hochsensible brauchen daher einen äußerst guten Zugang zu ihren Ressourcen, sie müssen gut auf sich Acht geben (beispielsweise mehr Rückzug) und den Mut haben, mit ihrer Sensibilität offen umzugehen.

Ein guter Zugang zu Ressourcen findet sich über den künstlerischen Ausdruck. Unser Gehirn denkt in Bildern. Es liebt Metaphern, Geschichten und Märchen. Sprachbilder öffnen neue Perspektiven und Welten im Kopf. Der künstlerische Ausdruck weitet den Blick. Brown vergleicht die Kunst unter all den Kategorien, die sich der Mensch schafft, als diejenige, die dem Menschsein am meisten ähnelt.

„Es entspricht unserem Wesen, unvollkommen zu sein. Nicht kategorisierbare Gefühle und Emotionen zu haben. Dinge herzustellen oder zu tun, die manchmal nicht unbedingt einen Sinn ergeben. Kunst ist einfach etwas vollkommen Unvollkommenes“, so Brown.[5]

Ich verstehe den künstlerischen Ausdruck als eine Form einer universellen Sprache. Die herkömmlichen gesellschaftlichen Bewertungskriterien von Kunst sind dafür unbedeutend. Das Kunstwerk ist vielmehr eine Art Bote, der Inneres nach außen bringt. Mit dem künstlerischen Ausdruck finden wir Zugang zu einer Ebene im sprachlosen Raum. Die Kunst kann Unsichtbares sichtbar machen und Widersprüche vereinen. Über die Kunstwerke entstehen für den Künstler neue Weg, die mit der Ratio nicht gedacht werden können. Mit der Kunst haben wir Zugang zu einem universellen kreativen Feld und können über intuitive künstlerische Prozesse einen Impuls aus der Zukunft bekommen.[6] Oft zeigen sich Themen und Lösungen ganz von selbst.

Ulrike Hinrichs 2018

 

Termine 2019

Workshop Kunst als Sehhilfe – Intuitiver Kunstworkshop für Hochsensible

 

 

 

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Literatur

[1] Märchen von Hans-Christian Andersen

[2] Aron, Elaine N. (2014). Hochsensible Menschen in der Psychotherapie. Paderborn: Junfermann Verlag.

[3] Aron (2014).

[4] Chödrön, Pema (2001). Wenn alles zusammenbricht: Hilfestellung für schwierige Zeiten. Goldmann Verlag.

[5]  Brown, Brené (2017). Verletzlichkeit macht Stark. Wie wir unsere Schutzmechanismen aufgeben und innerlich reich werden. München: Goldmann.

Brown (S. 164).

[6] Scharmer Otto C. (2009). Theorie U: Von der Zukunft her führen. Presencing als soziale Technik. Heidelberg: Carl-Auer.

 

Außen Scham. Innen Liebe.

Selbstliebe und Selbstachtung ist für viele Frauen ein schwieriges Thema. Oft wirken negativ prägende Glaubenssätze aus der Kindheit im Hintergrund, die toxische Schamgefühle auslösen. Toxische Scham als Maskierung von Schmerz beschreibt die tiefe innere Überzeugung falsch, wertlos, mit einem Makel behaftet zu sein. Diese tiefliegende Verletzung des Wesenskerns, wohnt in vielen Menschen, die in ihrer Kindheit nicht willkommen waren, die keine sichere Bindung erfahren haben, die vernachlässigt, gedemütigt oder misshandelt wurden. Wenn uns das Gefühl vermittelt wurde „falsch zu sein“, nichts richtig machen zu können, keine Fehler machen zu dürfen, be- und entwertet wurden, dann entwickelt sich ein ungesundes Gefühl von Scham, das unser Leben einschränkt.

Wir begegnen in unserer Gruppe dem Thema mit künstlerischen Mitteln, wecken Ressourcen, entlarven behindernde Glaubenssätzen. Wir arbeiten mit unterschiedlichen künstlerischen Materialien, Farben, Collage, Poesie, Musik.

Leitung Ulrike Hinrichs, Kunsttherapeutin (M.A.)

Ort: Frauenberatungsstelle Biff Harburg, Neue Straße 59, 21073 Hamburg www.biff-frauenberatung.de

Termine: Montags 17.00 bis 19.00 Uhr

Göttliche Schreibwerkstatt

„Aus Buchstabensuppe machen wir wortgewaltige Götterspeise für die Ohren“

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Götter.online, ein Kunstprojekt der Künstlergruppe für Flüchtlinge und Künstlerinnen aus dem Hamburger Süden, erweckt die Götter der griechischen, keltischen und ägyptischen Mythologie sowie andere Götter und Symbole mit Farbe und Pinsel zum Leben. Die Götter sind als universelle Kräfte zu verstehen. Dieser Idee wollen wir uns auch in unserem Schreibworkshop widmen und die Götter-Kunstwerke zum Sprechen bringen. Experimentelle Texte sind ebenso erwünscht wie Geschichten und Poesie. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Die Texte werden gemeinsam mit den Göttern auf dem Harburger Kulturtag am 4.11.2018 ausgestellt und gern auch gelesen.

Infos zum Projekt www.götter.online

Termin: Sonntag, den 14.10.2018 von 13.00 bis 16.00 Uhr

Ort: Dreifalt – Kunst, Kultur, Kreativität (ehemalige Dreifaltigkeitskirche=, Neue Straße 44, 21073 Hamburg.

Die Teilnahme ist kostenfrei

Um Anmeldung wird gebeten

ulrike.hinrichs @ web. de

040 81977616

Gemalte Freiheit – Workshop und Ausstellung

Workshop  – Gemalte Freiheit

Unser Grundgesetz, das in Kürze 70 Jahre alt wird, repräsentiert unsere gesellschaftlichen Grundwerte. Sie sind ein großer Schatz, den es gerade in Zeiten starker gesellschaftlicher Spannungen mit polarisierenden Wertekonflikten zu hüten gilt. Viele Menschen fühlen sich nicht mehr gehört und sind demokratieverdrossen. Wir halten dagegen, wollen unsere Grundrechte künstlerisch gestalten und damit deine individuelle Sicht zeigen. Was beispielsweise verstehst du unter Menschenwürde oder Religionsfreiheit, Gleichberechtigung oder Handlungsfreiheit?  Die Kunst schafft und respektiert Vielfalt und verbindet Widersprüchliches. Wir begegnen uns und kommen in einen kreativen Dialog. Künstlerische Vorkenntnisse oder Vorkenntnisse zum Grundgesetz sind nicht erforderlich. Am 23.09.2018 werden die Werke in der Dreifaltigkeitskriche in Harburg ausgestellt, wir kommen mit den Besuchern in einen Dialog.

Wer kann mitmachen?

Alle Harburger*innen, die Lust haben… und gern Menschen in besonderen persönlichen Situationen, wie Geflüchtete, Menschen mit Migrationshintergrund, erwerbslose, wohnungslose etc.“

 

Justizia Bettina Behrendt

Ausstellung  Sonntag,  23.09.2018 ab 15 Uhr

Ab 16 Uhr künstlerische Führung mit Dialog

„3falt“ (ehemalige Dreifaltigkeitskirche), Neue Straße 44, 21073 Hamburg

Kontakt

Ulrike Hinrichs, E-Mail ulrike.hinrichs at web.de, Telefon 81977616 (gern Nachricht auf AB hinterlassen)

Weitere Infos www.grundrechtekreativ.de

 

Das Projekt wird unterstützt von

Bezirksamt Harburg, Bundesprogramm „Demokratie leben!“

und der Landeszentrale für politische Bildung

Toxische Scham

Werke anlässlich der Gemeinschaftsausstellung „Frauenbilder“ auf dem interantionalen Frauentag in der Biff Harburg, Reihe: Me Too

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Kunsttherapeutisches Gruppenangebot in der Frauenberatungsstelle: Biff Harburg, Termine 2020: Außen Scham. Innen Liebe.

Gruppenangebot im Kulturhaus Süderelbe, Mit Farben gegen Gewalt für Frauen mit Gewalterfahrung

 

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Nur wenn wir mutig genug sind, die Dunkelheit zu untersuchen, werden wir die unendliche Macht unseres Lichts entdecken. Brené Brown [1] 

Scham ist vom Grundprinzip ein natürliches und notwendiges Gefühl. Es regelt die Interaktion in der Gemeinschaft (soziale Anpassung) und den Schutz des Selbst (wie viel gebe ich von mir preis). Toxische Scham (der Begriff stammt von John Bradshaw) als Maskierung von Schmerz beschreibt dagegen die tiefe innere Überzeugung falsch, wertlos, mit einem Makel behaftet  zu sein. Diese tiefliegende Verletzung des Wesenskerns, die sich in toxischer Scham zeigt, wohnt in vielen Menschen, die in ihrer Kindheit nicht willkommen waren, die keine sichere Bindung erfahren haben, die gedemütigt oder gar misshandelt wurden. Wenn Kindern durch nonverbales Verhalten oder mit Worten das Gefühl vermittelt wird „falsch zu sein“, nichts richtig machen zu können, keine Fehler machen zu dürfen, be- und entwertet werden, dann entwickelt sich ein ungesundes Gefühl von Scham.

Die Botschaft lautet dann nicht: „du hast etwas falsch gemacht und das ist ok so, ich/wir haben dich bedingungslos lieb“, sondern „Du bist falsch“. Solche oder ähnliche Sätze und Verhaltensweisen kennen viele Menschen: „Mit dir hält es doch sowieso niemand aus“, „Stell dich nicht so an“, „du bist zu dick“, „das kannst du sowieso nicht“, keine körperlichen Berührungen, Umarmungen, Liebes- und Kontaktentzug bei nicht angepasstem Verhalten, keinen Trost in schmerzhaften Situationen.

Typische Abwehrmechanismen nach Bradshaw[2] gegen den Schmerz der toxischen Scham können sein:

  • Perfektionismus, Kontrollzwang,
  • Streben nach Macht und Höchstleistungen,
  • Zorn und Wut,
  • „Denksucht“, Intellektualisieren,
  • Kritik und Tadel, Bestrafung, Bewertung und Verurteilung anderer (Vergleichen mit anderen), Neid, Arroganz,
  • Moralisieren, Verachten, Idealisieren, Beeinflussbarkeit,
  • gönnerhaftes Verhalten, Sichkümmern und Helfen, Nettigkeit und Gefälligkeit.

Solche Verhaltensweisen lenken von einem selbst ab, der eigene Wert wird im Außen gesucht. Kontrolle ist eine der Hauptstrategien, um die toxische Scham zu verbergen. Entweder der Betroffene versucht alle Lebensumstände völlig unter Kontrolle zu bringen oder er/sie verliert jegliche Kontrolle (Suchtverhalten). Die Folgen sind Selbstentfremdung und innere Leere. Die eigenen Grenzen können nicht erkannt bzw. nicht richtig geschützt werden. Betroffene Klammern in Beziehungen, begeben sich in Abhängigkeiten oder können keine Nähe zulassen. Sie reagieren auf Kritik mit heftiger Wut und Aggressionen oder sogar Gewalt.

Körperreaktionen der Scham

  • Beschleunigung der Atmung,
  • Herzrasen,
  • Erröten,
  • Zittern (auch in der Stimme),
  • Sprachlosigkeit (Trockenheit im Mund),
  • Stottern,
  • Schweißausbrüche,
  • Emotionale Beklommenheit (innerer Druck, Innere Enge),
  • seelische Betäubung, innere Leere und auch körperliche Taubheitsgefühle,
  • Schwindel,
  • Muskelverspannung,
  • Ohnmacht, Flucht.

Siehe auch zum Thema Scham mein Beitrag: „Narzisstische Mütter“ … ihr Einfluss auf ihre Töchter und wie die Kunst heilen hilft

 

 

 

 

 

 

 

© Ulrike Hinrichs

Ulrike Hinrichs, Kunst als Sprache der Intuition – Der holografische Ansatz in der Kunsttherapie und kunstanalogen Transformationsprozessen Synergia-Verlag, ISBN 9783906873824

Literatur

[1] Brené Brown (2017). Verletzlichkeit macht Stark. Wie wir unsere Schutzmechanismen aufgeben und innerlich reich werden. München: Goldmann, S. 89

[2] John Bradshaw (Wenn Scham krank macht: Verstehen und überwinden von Schamgefühlen)

Autonomes Nervensystem, Trauma und Kunsttherapie

Das autonome (vegetative) Nervensystem (ANS) kontrolliert die lebenswichtigen Grundfunktionen des Körpers. Das ANS reguliert alle autark ablaufenden Funktionen wie Herzschlag, Verdauung und Atmung. Sämtliche Informationen werden über das Rückenmark zu den Organen weitergegeben. Das ANS besteht aus dem sympathischen (SNS) und parasympathischen Nervensystem (PNS), die antagonistisch auf die Organe einwirken. Bei hoher Stressbelastung und in (lebens-)bedrohlichen Situationen (die regelmäßig zu Trauma führen) schaltet das ANS je nach Situation und Individuum auf die drei Grundmechanismen: Flucht – Angriff – Erstarrung.

 

Das sympathische Nervensystem

Das sympathische Nervensystem (SNS) übernimmt den aktiven Part im autonomen Nervensystem. Es stimuliert in Stresssituationen Herzschlag, Atmung und Hormone. Körperliche Anzeichen:

  • Anspannung der Skelettmuskulatur (Vorbereitung auf körperliche Aktivität),
  • Steigerung des Herzschlags
  • Erweiterung der Pupillen
  • Hemmung des Tränen- und Speichelfluss
  • Erweiterung der Luftwege
  • Hemmung der Ausscheidungsorgane (keine Darm- und Blasenentleerung),
  • Adrenalin und Noradrenalin wird freigesetzt
  • Verengung der Blutgefäße
  • Stimulierung des Orgasmus

In lebensbedrohlichen Gefahrensituationen bereitet es auf Flucht oder Angriff vor. Eine hohe Aktivierung des SNS führt zu Reaktionen wie Wut, Aggressionen und impulsiven Gefühlsausbrüchen. Bei einer dauerhaften, chronischer  Über-Aktivierung des Sympathikus durch Stress, Angst und Aufregung besteht eine große Anspannung und innere Unruhe, Reizbarkeit und Aggressivität bei dem Betroffenen. Dies drückt sich auch in hektischen Bewegungen und einer überschnellen Kampf- und Leistungsbereitschaft aus. Ein deutliches Anzeichen der Überaktivierung des PSN zeigt sich auch in einer hohen Nervosität. Der Körper ist permanent auf körperliche und geistige Leistung vorbereitet.

 

 

Das parasympathische Nervensystem

Das parasympathische Nervensystem (PNS) wirkt beruhigend auf die Körperfunktionen. Als Gegenpol zum Sympathikus bewirkt der parasympathische Teil, der auch „Ruhenerv“ genannt wird,  eine Normalisierung der Organ- und Drüsenfunktion und sorgt für Entspannung. Das PSN tendiert zur Speicherung und dem Aufbau von Energie während einer Ruhe- oder Erholungsphase.

Körperliche Anzeichen:

  • Erschlaffung der Skelettmuskulatur
  • Förderung des Tränen- und Speichelfluss
  • Verengung der Pupillen und Luftwege
  • Verlangsamung des Herzschlags
  • Reduzierung des Stoffwechsels
  • Erweiterung der Blutgefäße im Darm,
  • Förderung der Verdauungsfunktionen
  • Stimulierung der sexuellen Erregung

In lebensbedrohlichen Gefahrensituationen, in denen Flucht und Angriff sinnlos sind, bereitet das PNS die Erstarrung (Totstellen) vor. Dies führt zu Reaktionen wie körperlichem und emotionalem Einfrieren, Depression, Müdigkeit, Erschöpfung, Schockstarre. Bei einer Überaktivierung des PSN in Angst- und Stresssituationen zeigt sich die Person äußerlich wie gelähmt.

 

Kunsttherapie und autonomes Nervensystem

 

Die männliche und weibliche Urkraft können als symbolische Platzhalter für das sympathische und parasympathische Nervensystem stehen. Das sympathische Nervensystem  spiegelt das aktive männliche Prinzip, während der Parasympathikus das passive weibliche Prinzip wiedergibt. Wir alle leben zwischen den Polen dieser Kräfte. Die Begrifflichkeiten haben nichts mit der Geschlechterzuordnung  zu tun. Beide Pole leben in jedem Menschen, schon C.G. Jung hat die Archetypen der Anima, als Urbild der Frau im Mann und des Animus als Urbild des Mannes in der Frau beschrieben. Diese Grundprinzipien sind universell und lassen sich in vielen Kulturen als Symbole finden, wie etwa im Symbol Ying und Yang aus der chinesischen Philosophie oder im  Hinduismus, das Prinzip  Linguan, als das aktive und kreative Prinzip, und Yoni als das weibliche, aufnehmende Prinzip. Das weibliche Prinzip steht für Hingabe und Empfänglichkeit. Die Energie ist eher diffus, fließend und formlos. Gleichzeitig ist sie schöpferisch-gestaltend, gebärend, verwandelnd und heilend. Das männliche Prinzip beschreibt das Denken, Handeln und die Aktivität. Die männliche Energie gibt Inspiration. Sie ist fokussiert und zielgerichtet, kämpferisch, dynamisch, leistungs- und wettbewerbsorientiert. Die männliche Energie schützt und hält die weibliche Energie.

Es gibt verschiedene Ansatzpunkte diese Prinzipien künstlerisch umzusetzen. Von der Heilpraktikerin und Trauma-Expertin Andrea Wandel habe ich für das autonome Nervensystem das Symbol „Das wilde Tier in dir“ dankend übernommen. Dieses ungezähmte wilde Wesen hält sich nicht an Normen und Konventionen. Es lebt instinkthaft und tut genau das, was in diesem Moment richtig ist. Die polarisierenden Urkräfte können spielerisch auch in anderen Symbolen umgesetzt werden. Für das weibliche Prinzip kann beispielsweise die Königin als archetypischer Fingerabdruck stehen, für das männliche Prinzip der König. Hier sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt, auch die Götter der griechischen Mythologie eigenen sich für eine symbolische Umsetzung dieser Prinzipien, Demeter die Muttergöttin der Natur etwa und als Gegenspieler Zeus, der Gott des Himmels und des Donners.

Die künstlerische Arbeit mit Symbolen defokussiert von der traumatischen Erfahrung. Es lenkt die Aufmerksamkeit nach außen auf das Kunstwerk und erleichtert den Zugang zu den sehr belastenden, mit Worten oft kaum zugänglichen Erfahrungen und Gefühlen.

siehe auch zum Thema: 

© Ulrike Hinrichs 2018, die Bilder stammen aus der Künstlergruppe für Flüchtlinge

Trauma und Hochsensibilität

 

  Ulrike Hinrichs

Die Welt ist ein gefährlicher Ort, vor allem auf einem Piratenschiff. Überall lauern Gefahren, durch Feinde, Orkane, Seebeben und gefährliche Meerestiere. Die Königin der Meere verlässt sich daher nicht auf die Nautik, sondern führt ihr Piratenschiff mit ihren feinen Instinkten und Vorahnungen durch die gefährliche See. Sie sieht durch das Nichts im Nebel und kennt die Klänge der Ruhe vor dem Sturm. Sie fühlt wie die Tiere das heranziehende Gewitter. Und sie  hat den Geschmack von Blut im Mund, noch bevor der Tod um die Ecke kommt.

 

Trauma und Hochsensibilität

Sowohl Hochsensible wie auch traumatisierte Menschen haben ein besonders feines Gespür für Stimmungen und Atmosphären. Ihr autonomes Nervensystem ist hoch aktiviert. Das durch ein Trauma bedingte permanente Gefühl von Gefahr lenkt alle „Antennen“ nach außen. „Ein Trauma ist eine heftige Zusammenballung von  »Überlebens«-energie, einer Energie, die den angestrebten sinnvollen Handlungsablauf nicht zum Abschluss bringen konnte“, beschreibt es der Traumaforscher Levine.[1] Die Betroffenen sind körperlich auf Kampf, Flucht oder schlimmstenfalls Erstarrung (Todstellen) vorbereitet. Dadurch entwickeln traumatisierte Menschen ein sehr feines Gespür. Auch Kinder (kriegs-)traumatisierter Eltern übernehmen oft Traumata ihrer Vorfahren. Wer nicht hört, was Eltern belastet, weil es nicht ausgesprochen wird, versucht es zu erspüren. „Wer keine Stimmen hört, lauscht Stimmungen. Wer die Eltern und ihr Leid nicht greifen kann, wird hochempfindsam für Atmosphären, für die Klänge des Schweigens, das Ungesagte“, beschreiben es Baer und Fricke-Baer.[2] Bei Hochsensiblen geht man dagegen davon aus, dass ihre besondere Wahrnehmungsfähigkeit angeboren ist. Daher zeigen sichsolche Eigenschaften bereits schon in der frühen Kindheit.

Die Grenzen zwischen den Phänomenen sind fließend. Sowohl kann ein Trauma Hochsensibilität begünstigen, als auch Hochsensibilität wegen der erhöhten Empfindsamkeit eher in ein Trauma münden.  Hochsensibilität und vor allem Traumata werden von den Betroffenen oft als sehr belastend und lebenseinschränkend empfunden. Ich möchte mich hier weniger auf die negativen Symptome, sondern mehr auf die Ressourcen und Begabungen dieser Menschen konzentrieren.  Gemeinsam ist hochsensiblen und traumatisieren Menschen eine erweiterte, vernetzte oft auch synästhetische Wahrnehmung.[3] Hochsensible und Traumatisierte nehmen nicht nur mehr, sondern auch sehr viel feiner wahr. Sie erkennen die größeren Zusammenhänge. Dieses Mehr an Information führt zu einer anderen Bewertung der Welt, zu einem anderen Wirklichkeitskonstrukt und damit zu einer grundlegend anderen Weltsicht. Für viele hochsensible und traumatisierte Menschen sind daher auch so genannte paranormale Phänomene normal, die mit unserer mechanistisch-materialistischen Weltsicht nicht zu erklären sind. Auch der Traumaforscher Levine zieht Vergleiche zu »mystischen« und »spirituellen Erfahrungen«.[4] Erlaubt man sich einen Perspektivwechsel zu einem holografischen Weltbild[5], dann bietet sich für diese Form der Wahrnehmungen eine nachvollziehbare Erklärung. Normalsensiblen fällt es mangels eigener Erfahrung solcher Phänomene aber oft schwer, sich auf diesen Perspektivwechsel einzulassen. Dabei kann man davon ausgehen, dass jeder über vier mediale Sinne verfüge (Hellsehen, Hellhören, Hellfühlen, Intuition), so der Biochemiker und Neurologe Sanders, der diese „übersinnlichen“ Wahrnehmungen sehr detailliert beschreibt.[6]  Hochsensible und Traumatisierte haben insofern nur eine besondere Begabung entwickelt oder mitbekommen. Wir können diese besondere Gabe nutzen und schärfen, um Erkenntnisse zu gewinnen, die aus dem holografischen Raum kommen. Die Kunst wirkt dabei wie eine „Sehhilfe“, die Inneres visuell nach außen zu bringen vermag und dabei eine neue materialisierte Ebene erschafft.

 

© Ulrike Hinrichs 2018

http://www.lösungskunst.com

 

Siehe meine Beiträge zum Thema

Siehe auch Kreativambulanz, Angebot für Geflüchtete

 

Literatur

[1] Levine, Peter A. (2010, S. 419). Sprache ohne Worte. Wie unser Körper Trauma verarbeitet und uns in die innere Balance zurückführt. München: Kösel

[2] Baer und Fricke-Baer (2012, S. 94) „Wie Trauma in die nächste Generation wirken“. Neukirchen-Vluyn: Semonos

[3]  Synästhesie bedeutet, dass ein Sinnesreiz neben der üblichen Wahrnehmung zusätzliche Sinneswahrnehmungen auslöst: Musik etwa erzeugt zusätzlich visuelle Eindrücke, ein Ton wird mit einem Geschmack verbunden oder auch Zahlen erscheinen in bestimmten Farben, um nur einige Beispiele zu nennen. Hochsensible und Traumatisierte nehmen nicht nur mehr, sondern auch sehr viel feiner wahr.

[4] Levine, Peter A. (2010, S. 420).

[5]Siehe meinen Beitrag zum Thema Resonanz: https://loesungskunst.wordpress.com/2017/05/09/resonanz/

[6] Sanders, A. Pete (2013). Das Handbuch übersinnlicher Wahrnehmung. Oberstorf: Windpferd.

Krafttier-Mantra

„Ich spüre die Kraft des Drachen“

 

Mantra bezeichnet eine heilige Silbe, ein heiliges Wort oder einen heiligen Vers. Diese sind „Klangkörper“ einer spirituellen Kraft, die sich durch meist repetitives Rezitieren im Diesseits manifestieren soll (Wikipedia).

Krafttier-Bilder erzählen von inneren Wahrheiten, sie machen sichtbar, welche Potentiale, Kräfte, Energien und Themen uns und die reflexive Welt gerade bewegen.

Wir können uns unser Krafttier künstlerisch zum Leben erwecken und uns unser Krafttier-Mantra schaffen.

Und so geht es

Bei der Suche nach einem eigenen Mantra schwingen vor allem zwei Fragen mit:

  • In welcher Situation möchte ich das Mantra nutzen?
  • Welchen Zustand / welches Gefühl will ich durch das Mantra herbeiführen?

Diese Fragen werden nicht bewusst gestellt, sie wirken im „Hintergrund“ bei einer Entscheidung für ein bestimmtes Mantra. Wenn ein Mantra „passt“, dann spürst du es intuitiv. Male zunächst intuitiv dein Krafttier oder wähle eine Krafttierkarte, die dich magisch anzieht.

Die folgenden Fragen können als Impuls dienen für ein Krafttier-Mantra:

  • Fühle dich genau in das Tier ein, welche Fähigkeiten, Eigenschaften, Stärken hat es?
  • Wo lebt es?
  • Wie und mit wem lebt es? Ist es ein Einzelgänger, Herdentier?
  • Warum hast du dieses Tier ausgewählt?
  • Was verbindest du mit dem Tier?
  • Welche Eigenschaften, Gewohnheiten etc. ziehen dich persönlich besonders an dem Tier an?
  • Was gefällt dir an dem Tier?
  • Was kann das Tier besonders gut?
  • Wie kann es dich unterstützen?

Schlussendlich bilde einen für dich Stimmigen Satz aus deinen Erkenntnissen.

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Alternativ zum Malen kann man mit unseren 55 Krafttierkarten der Künstlergruppe für Flüchtlinge arbeiten.

Infos zum Projekt und den Karten www.krafttier.reisen

 

 

Kuscheltier Mensch

Samera, Künstlergruppe für Flüchtlinge

 

Kuscheltier Mensch

Wie können wir wieder – im doppelten Sinne des Wortes – mehr berührt werden, uns berühren lassen?

Gestreichelt werden, kuscheln, umarmt werden: Berührungen wecken Gefühle von Zuwendung, Trost, Geborgenheit, Zugehörigkeit und Liebe. In einer vereinsamenden Gesellschaft ist das ein Alarmzeichen. Berührungsmangel in der Kindheit ist besonders fatal. Das Urvertrauen in die Welt wird in der frühen Kindheit vor allem auch über den Körperkontakt vermittelt. Die Generation im und nach dem zweiten Weltkrieg ist von einer berührungslosen Kindheit gezeichnet. Die Erziehung wurde wesentlich von der Nationalsozialistin und Ärztin Johanna Haarer mit ihrem Erziehungsratgeber ‚Die deutsche Mutter und ihr erstes Kind‘ (1934) geprägt. Hier ging es um Zucht und Ordnung, nicht um Liebe  und Zuneigung. Umarmungen, auch bei Schmerz und Kummer des Kindes warten verpönt. Es durfte als Erziehungsmittel stattdessen geschlagen und geohrfeigt werden.  Wenn Babies schrien, so sollte man als Mutter diesem Schreien auf keinen Fall nachgeben, um die Kindern nicht  zu verhätscheln. Das haben viele so erlebt. Ich selbst – Nachkriegskind, Jahrgang 1965 – erinnere mich noch an Sätze wie: „Alles was nicht unmittelbar zum Tode führt härtet ab“.  Die Betroffenen leiden ein lebenslang unter dieser Form der emotionslosen Erziehung.

Wenn man Gefühle nicht nährt, dann spürt man sie  immer weniger, so aber der Psychotherapeut Prof. Dr. Musalek.  Heute gelten zwar die alten Erziehungsmethoden nicht mehr. Dennoch leben wir in einer Zeit der Berührungslosigkeit. Wir sind –  und das ist gut so – sensibilisiert für sexuelle Übergriffe auf Kinder in Kirchen, Kindergärten und im familiären Umfeld. Der Nebeneffekt einer wichtigen Fokussierung auf dieses Tabuthema ist aber, dass sich nun Erzieher/innen, Pädagog/innen  und Lehrer/innen gut überlegen, ob sie ein Kind in den Arme nehmen, berühren. Körperliche Berührungen sind auch in der Psychotherapie ein Tabu, um ein weiteres Beispiel zu bringen.

Nun die gute Nachricht: wir können etwas ändern, wir können beispielsweise uns die nötigen Streicheleinheiten selbst schenken, uns bewusst und mit Genuss eincremen, massieren. Auch die berührende Verbindung zu Haustieren hilft dem Menschen. Der Kontakt von älteren Menschen zu Kindern, Enkelkindern, Umarmungen, Hand in Hand spazieren gehen, all das nährt uns. Wir können zudem mehr kleine Berührungen in unserer Umgebung etablieren. Denn es hat etwas mit Bewusstwerdung bzw. Bewusstheit für dieses Thema zu tun. Etablieren  Sie die Idee des Berührens und Berührt Werdens (wieder) in ihren Alltag. Durchbrechen Sie den Trend der Berührungslosigkeit.

Mehr Infos zum Thema Kuscheltier Mensch in Medizin populär, online

 

(c) Ulrike Hinrichs

Das Symbol Mandala

Mandala – „von Innen nach Außen, von Außen nach Innen!“

 

„Habe Geduld, alles ist schwierig, bevor es leicht wird“
(Saadî, persischer Dichter)

Das Mandala kann als Urmuster des Daseins bezeichnet werden, welches wir im künstlerischen Gestalten bewusst oder unbewusst erleben. Das Mandala-Malen lehrt Geduld, es fokussiert und lässt die Dinge ganz von selbst leichter werden.

Das Wort Mandala stammt aus der indischen Kultursprache Sanskrit und bedeutet Kreis. Der Kreis lebt vom Mittelpunkt, wird durch ihn definiert. „Der Punkt und der Kreis – Gott und die Welt – das Eine und das Viele – das Unoffenbare und das Offenbare – Inhalt und Form – das Metaphsyische und das Physische – viele Begriffspaare, die alle das Gleiche meinen“, beschreibt es Dethlefsen.*
Das Mandala hat traditionell verschiedene tiefergehende Bedeutungsebenen, der Kreis ist auch ein Symbol für den Kosmos.  Mandalas haben unterschiedliche Funktionen, beispielsweise als Hilfsmittel zur Meditation, als Ritualobjekt, als Talisman oder auch als Instruktionswerkzeug zur Initiation.
Das Mandala unterstützt nach C.G Jung aus psychologischer Sicht  vier Ebenen:

  • es bringt Schutz und Beruhigung in angstbesetzten Situationen,
  • es vermittelt Sinn, Ziel und eine Richtung bei dem Gefühl der Desorientiertheit,
  • es verschafft ein Gefühl der Ordnung und sinnvollen Strukturiertheit in aufgewühlten Gefühlslagen und chaotisch empfundenen Situationen,
  • es schafft ein generelles Gefühl von Faszination und Neugierde.

Die hier gezeigten Mandala Bilder stammen aus kunsttherapeutischen Beratungen

www.lösungskunst.com Ulrike Hinrichs

Saba Beheshti aus der von Ulrike Hinrichs geleiteten Künstlergruppe für Flüchtlinge hat mit ihrer Freundin ein Eslimi in der Erstaufnahme in Harburg gestaltet, ein orientalisches Mandala mit 2 Meter Durchmesser. Presse auf www.hamburg.de

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*Zitat: Thomas Dethlefsen in: Ruediger Dahlke (2012), Mandalas der Welt, S. 6., Goldmann Verlag

Das wilde Tier in dir

Löwe: Maya (13 Jahre)

 

Wir können es kaum ertragen hinzuschauen. Der Schatten könnte das Beste des Lebens, das wir nicht gelebt haben, beinhalten. Geh in den Keller, auf den Speicher, zur Mülltonne. Finde dort Gold. Finde ein Tier, das nicht gefüttert und getränkt worden ist. Das bist du !! Dieses vernachlässigte, verbannte Tier, hungrig nach Aufmerksamkeit, ist ein Teil von dir selbst.

Marion Woodman

Das wilde Tier in dir

Das wilde Tier in dir steht als Metapher für deine inneren Urkräfte und Instinkte. Das ungezähmte Tier in dir macht was es will, jenseits von Glaubenssätzen, Regeln und Konventionen.

 Was würde dein wildes Tier jetzt gern tun?

Wo würde es bleiben wollen, hingehen, sich verstecken etc.?

Möchte es in Gesellschaft oder allein sein?

Fühlt es sich gefangen?

Fühlt es sich wohl und frei?

Fühlt es sich bedroht?

Wie würde es auf die Bedrohung reagieren?

Bekommt es genug Aufmerksamkeit?

Wie kann es dich unterstützen?

Workshop: Ich bin eine Frau

Yvonne Lautenschläger

 

Workshop: Ich bin eine Frau

Am 4.3.2018 von 12.00 bis 15.00 Uhr in der Biff Harburg

Anlässlich des internationalen Frauentags am 8.3.2018 widmen wir uns in dem künstlerisch-kreativen Workshop dem Thema Frau. Wie ist es eine Frau zu sein? Wie sehe ich mich? Wie sehen mich andere? Was mag ich an mir, was mag ich nicht? Wie ist mein Bild von Weiblichkeit? Wie steht es um die Rolle der Frau in der Gesellschaft? Jede Frau hat ihre eigenen Ideen und Vorstellungen, die sie künstlerisch umsetzen kann. Dafür stehen unterschiedliche Materialien zur Verfügung.

Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Leitung Ulrike Hinrichs, Kunsttherapeutin

Die Werke „Frauenbilder“ werden am Donnerstag 8.3.2018 in der Biff Harburg auf der Veranstaltung zum internationalen Frauentag in den Räumen der Biff präsentiert.

 

Anmeldung: Biff Harburg, Neue Straße 59, 21073 Hamburg

Telefon 040 777602

55 Krafttierkarten … Das Power Pack für die Intuition

 

Die Krafttierkarten sind in einem Kunstprojekt mit Flüchtlingen entstanden. Die Karten sind über die Webseite www.meinspiel.de für EUR 16,90 zu erhalten. Pro Kartenset gehen EUR 5,00 als Spende an die Johann Daniel Lawaetz Stiftung. Mit dem Geld werden Flüchtlingsprojekte in Hamburg unterstützt.

Die Karten lassen sich vielfältig einsetzen, wie etwa in Beratung, Coaching, Supervision, Therapie, in der Gruppenarbeit und zum absichtslosen Spielen.

Infos zum Kunstprojekt Krafttiere  www.krafttier.reisen

Mantra

 

„Ich spüre die Kraft des Drachen“

 

Mantra bezeichnet eine heilige Silbe, ein heiliges Wort oder einen heiligen Vers. Diese sind „Klangkörper“ einer spirituellen Kraft, die sich durch meist repetitives Rezitieren im Diesseits manifestieren soll (Wikipedia).

Du kannst dir zum Beispiel mit den Krafttierkarten der Künstlergruppe für Flüchtlinge ein individuelles Mantra erschaffen.

Und so geht es

Bei der Suche nach einem eigenen Mantra schwingen vor allem zwei Fragen mit:

  • In welcher Situation möchte ich das Mantra nutzen?
  • Welchen Zustand / welches Gefühl will ich durch das Mantra herbeiführen?

Diese Fragen werden nicht bewusst gestellt, sie wirken im „Hintergrund“ bei einer Entscheidung für ein bestimmtes Mantra. Wenn ein Mantra „passt“, dann spürst du es intuitiv.

Wähle zunächst eine Krafttierkarte aus, die dich magisch anzieht. Die folgenden Fragen können als Impuls dienen für ein Krafttier-Mantra:

  • Fühle dich genau in das Tier ein, welche Fähigkeiten, Eigenschaften, Stärken hat es?
  • Wo lebt es?
  • Wie und mit wem lebt es? Ist es ein Einezlgänger, Herdentier?
  • Warum hast du dieses Tier ausgewählt?
  • Was verbindest du mit dem Tier?
  • Welche Eigenschaften, Gewohnheiten etc. ziehen dich persönlich besonders an dem Tier an?
  • Was gefällt dir an dem Tier?
  • Was kann das Tier besonders gut?
  • Wie kann es dich unterstützen?
  • Worin / Wobei soll dich das Tier unterstützen?

Schlussendlich bilde einen für dich Stimmigen Satz aus deinen Erkenntnissen.

 

 

HeimatHafen Harburg

Juchu… wir haben den 3. Platz gewonnen!!!

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Wir – die Künstlergruppe für Flüchtinge kids – haben mitgemacht beim Jugendkulturpreis 2017 zum Thema „HeimatHafenHarburg“

Die Preisverleihung fand am 25. November 2017 um 15 Uhr im Harburger Rathaus statt.

Beitrag: 6 Bilder im Großformat plus 2 großformatige Fotos (Plakat) der Künstlergruppe für Flüchtlinge kids im Harburger Hafen

Unsere Körperumrisse haben wir auf große Pappen gezeichnet und diese dann ausgemalt. So ist unser persönlicher Doppelgänger entstanden, mit dem wir uns im Harburger Hafen, unserer neuen Heimat, fotografiert haben.  Wir, die „Künstlergruppe für Flüchtlinge Kids“, kommen aus dem Irak und Syrien und sind nach unserer Flucht in Harburg gelandet, und zwar direkt im Harburger Hafen, denn hier wohnen wir. Wir gehen in unserer neuen Heimat gern zur Schule, haben neue Freunde gefunden. Uns gefällt es hier. Aber jeden Tag haben wir auch sehr große Sehnsucht nach unserer alten Heimat. Dort leben noch Verwandte und Freunde. Wir vermissen sie und unsere Kultur. Auch spüren wir die Trauer unserer Eltern und sind selbst oft traurig, auch wenn man uns das nicht immer ansieht. Wir sitzen zwischen den Stühlen und haben zwei Leben, das VOR und NACH der Flucht.  Deswegen haben wir uns einen persönlichen Doppelgänger erschaffen und uns damit in unserem „HeimatHafenHarburg“ präsentiert und fotografiert. Dies ist ein Zeichen dafür, dass wir gerne hier leben, aber auch eine Erinnerung daran, dass es uns nur in diesem Doppelpack gibt.

Samera Al Khafage (Irak 13 Jahre), Marea Lasso (Irak 13 Jahre), Nour Bou Hassoun (Syrien, 13 Jahre), Maya Bou  Hassoun (Syrien 10 Jahre), Adam Bou Hassoun (Syrien, 6 Jahre), Amer Hayder (Irak, 15 Jahre).

Alle Kinder wohnen im Harburger Hafen, die meisten auf dem Flüchtlingsschiff Transit und treffen sich wöchentlich zum Malen in der „Künstlergruppe für Flüchtlinge“

Projektleitung Ulrike Hinrichs

 

Der Joker – Generator für Überraschungen

Der Joker ist aus dem Kartenspiel bekannt, dort wird er als die „wilde Karte“ eingesetzt, als Glückskarte. Der Joker ist im Kartenspiel Ersatz für jede beliebige andere Karte. Im Tarot ist es der Narr, der alles darf und einfach tut, jenseits von Konventionen, Regeln und moralischen Verpflichtungen.  Man kennt den Joker und Narren auch aus Mythen und Märchen, Filmen und Geschichten. Diese tradierten Symbole (Felder) spiegeln das nicht Kalkuliere, das Schicksal, den Zufall. Der Joker zeichnet sich durch Kompetenz und Flexibilität im Umgang mit Überraschungen aus. Der Joker kann neue bisher ungeahnte Impulse geben. Er zeigt das, was wir nicht vorhersehen oder gar erahnen können. Insofern eignet sich das Symbol des Jokers oder Narren für Veränderungsprozesse, um neue unbekannte Impuls zu generieren. Der Auftrag besteht im künstlerischen Umsetzen des Jokers. Anschließend kann über das Symbol in einen Dialog getreten werden. In Gruppenprozessen können die Teilnehmer sich wechselseitig ihre Joker vorstellen und gemeinsam dazu assoziieren.

Zudem kann auf der Bedeutungsebene zur Reflexion beispielsweise gefragt werden:

  • Wie sieht dein Joker aus?
  • Welche Eigenschaften hat er?
  • Welche Überraschungen hält er für dich bereit?
  • Was für eine Botschaft schickt er dir?
  • Welches Symbol gibt er dir mit auf den Weg?
  • Welche Möglichkeiten zeichnet er dir auf?
  • Welche Grenzen möchte er für dich sprengen?
  • Welche Mauern will er mit dir überwinden?
  • Welche Berge erklimmen?
  • Was steckt aus seiner Sicht „dahinter“ (dem Problem, der Trauer, der Angst, dem Anliegen, dem Thema)?
  • In welchem größeren Kontext sieht er dein Thema/Problem?

Wer ein anderes Symbol als den Joker verwenden möchte, der kann neben dem Narren auch weitere Synonyme bzw. Verwandte verwenden:  das Kind, die fünfte Intelligenz, das NICHTS, Schicksal, Zufall, Gott, Tao, Nullpunkt, Hyperraum[1] u.v.m.

 

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[1] Begriff aus der Quantenphysik: Schwartz, Beauregard, Miller (2016); siehe dazu auch Mann (2017), Frido und Christine.

Kunst im Dialog: Erzähl mir dein Krafttier!

Workshop sepcial

Kunst im Dialog: Erzähl mir dein Krafttier!

Ubiquitäre und archetypische Symbole zeigen sich in Tieren. Sie tauchen in Mythen, Sagen und Geschichten auf. Krafttiere stammen aus der schamanischen Tradition. Sie gelten als Begleiter des Menschen, die im Leben und in besonders herausfordernden Situationen zur Seite stehen.  In ihrem Kunstprojekt Krafttiere hat Ulrike Hinrichs mit Flüchtlingskindern 55 Krafttier-Karten entwickelt. Die Karten dienen zum Spielen und Geschichten erzählen und sind auch in Beratung, Coaching und Therapie einsetzbar. Im Schreibworkshop wollen wir die Tiere zum Sprechen bringen. Experimentelle Texte sind ebenso erwünscht wie konkrete Geschichten. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Im Februar 2018 werden die Werke der Flüchtlingskinder in der Kirche der St. Trinitatis Gemeinde in Harburg ausgestellt. Hier können auch die Texte im Rahmen einer Lesung präsentiert werden. Infos zum Projekt www.krafttier.reisen

MSH Medical School Hamburg

Schreibwerkstatt Kerstin Hof und Ulrike Hinrichs für Studierende der MSH

 

 

  • Mittwoch 22.11.2017, 15.30 bis 18:45
    Wortspielplatz – Buchstaben sammeln, spielen und jonglieren, um Textideen zu kreieren
  • Mittwoch 20.12.2017, 15.30 bis 18:45
    Spieler und Denker – Unsere Texte reflektieren und kreativ weiterentwickeln
  • Mittwoch 10.01.2018, 15.30 bis 18:45
    Der letzte Schiff – Texte polieren, Lesung vorbereiten

 

Unser 55 Krafttier-Kartenset ist in Kürze für EUR 16,90 über meinspiel.de erhältlich, die Krafttier-Karten sind ein ehrenamtliches Projekt von Ulrike Hinrichs und Kerstin Nagel-Stein, EUR 5,00 gehen als Spende an die Lawaetz Stiftung meinspiel.de, mehr Infos unter www.krafttier.reisen

Die fünf Intelligenzen

Wenn alles Bewusstsein ist,
dann kann dir auch alles bewusst sein.

Hans Hein[1]

Die fünfte Intelligenz:
das NICHTS, Schicksal, Zufall, Gott, Nullpunkt, Tao, Hyperraum.
Im Kartenspiel ist es der Joker, im Tarot der Narr.
Bild von Nour , Syrien, 13 Jahre

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Kunst als Sprache der Intuition – der holografische Ansatz in der Kunsttherapie und kunstanalogen Transformationsprozessen,  Synergia-Verlag, ISBN 9783906873824

mit Vorwort von Dr. Hans Hein >>

Enthält  ein Kapitel zum Snergiemodell

 

 

 

 

Presse zum neuen Buch >> Südkultur 15.06.2019

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Das Synergiemodell und die fünf Intelligenzen

Mich begeistert das Synergiemodell von Dr. Hans Hein. Eine ausführliche Beschreibung und Anwendung des Modells hat daher auch Eingang in mein neues Buch, Kunst als Sprache der Intuition, gefunden. Ich bin auch sehr dankbar dafür, dass Hans Hein ein Vorwort zum Buch geschrieben hat. Wir haben gemeinsam schon einige künstlerisch-kreative Workshop-Experimente wie „Synergie kreativ“ und „The Arts of Globalbrains“ durchgeführt. Hier eine kurze Einführung zum Synergiemodell:

Das Synergiemodell von Dr. Hans Hein[2] ist Ausdruck eines ganzheitlichen holografischen Beratungs- und Therapieansatzes, wie ich ihn vertrete.[3] Es ist ein Beispiel dafür, wie man diesen Ansatz ausdrücken kann. Modelle präsentieren immer nur Ideen von der Welt, sie sind aber nicht die Wahrheit. Jede Zeit hat ihre Modelle sowie daraus abgeleitete Glaubenssätze und Methoden. Sie kommen, wachsen, verändern sich, werden erneuert und verworfen. Seit der Aufklärung sind wir jedenfalls in der westlichen Kultur vom mechanistisch-materialistischen Weltbild geprägt worden, der Mensch und das Universum als Maschine. Der holografische Ansatz versteht das Universuum – metaphorisch ausgedrückt – als einen lebendigen Organismus (ausführlich mein Beitrag Resonanz) .

Zum Thema siehe auch ähnliche Beiträge:

Ich möchte mit diesem Beitrag das Synergiemodell vorstellen, einen Bezug zur Kunsttherapie schaffen und am Ende des Textes auf ein paar praktische Beispiele verweisen. Das Synergiemodell unterstützt in seiner komplexen Simplifikation die Wahrnehmungsfähigkeit für intelligente Feldinfromationen. Das Modell erklärt, welche unterschiedlichen sichtbaren und nicht sichtbaren Kräfte in Systemen wirken. Systeme beziehen sich auf den Mikro- wie Makrokosmos und können Individuen ebenso wie Teams, Unternehmen, Gesellschaften und ganze Kulturen beschreiben. Kernstück des Synergiemodells ist das Tetraedermodell der Intelligenzen als Basisfunktion aller Systeme, das ich nun folgend erläutere.

Grundannahmen des Synergiemodells

Hein beschreibt drei Grundannahmen für sein Synergiemodell.[4] Zunächst geht Hein davon aus, dass intelligente Felder mit unserer Wirklichkeit interagieren.[5] Diese Felder können vom Individuum holografisch wahrgenommen werden. Dazu konstatiert er eine Weiterentwicklung des Gehirns in den virtuellen Raum. Um die Systemkräfte zu beschreiben, reduziert Hein jedes System auf die Grundstruktur eines Tetraeders, einem der fünf platonischen Körper der Geometrie, wie er in Abbildung 1 dargestellt ist. Die fünf Punkte des Tetraeders wirken durch fünf Intelligenzen. Diese Kräfte treten in Resonanz mit dem individuellen System des Menschen.

Memetische Felder

Das, was in der dreidimensionalen Realität sichtbar und erlebbar wird, ist eine Manifestation nicht-sichtbarer, intelligenter Felder, die als virtuelle Informationssysteme dienen, so Hein.[6] Die wechselwirkenden Felder zeigen sich etwa in der Umgebung, in der jemand lebt, in typischen Verhaltensweisen der Person, in Vorlieben oder auch in künstlerischen Werken, um nur einige Beispiele zu nennen. Diese intelligenten Felder nennt Hein Meme. Die Meme verwirklichen und verbreiten ihre Absichten unter Nutzung anderer sichtbarer und nicht sichtbarer Ressourcen, die wir in der dreidimensionalen Realität als Ereignisse interpretieren. Der Geist steuert die Materie, indem die Struktur des Feldes in unserer Wirklichkeit gespiegelt wird und sich dort etwa als Verhalten oder Gefühl, aber auch als psychische Störung, Trauma oder eben als etwas zeigt, was das Leben des Menschen und das seiner Umwelt kennzeichnet. Die nicht-sichtbaren Felder dirigieren mithin alle Verhaltensweisen des Menschen. Sie sind ein beherrschendes Muster, das uns leitet. Hein stellt fest, dass ein Mem auf den Geist wirkt, wie ein Gen auf den Körper.[7]  Zwischen materieller Welt und Memen besteht eine Wechselwirkung, nicht nur die Meme wirken auf das Individuum, sondern auch vice versa. Sich wiederholende Muster wie etwa Gewohnheiten und Alltagsroutine, Gedanken und Verhaltensweisen aber auch psychische Beeinträchtigungen bilden neue neuronale automatische Muster (NAM).[8] Auch der Biologe Sheldrake beschreibt die Feldwirkung in der Natur wie eine Art „kumulatives Gedächtnis“, das wie „einschleifende Gewohnheiten“ wirkt und sich verstärkt.[9]  Hingegen verändern neu entstehende Gestaltungsmuster und Verhaltensweisen das Feld. Auch bewusst herbeigeführte Wandlungsprozesse wirken auf die Felder ein und verändern diese, was in der Therapie nutzbar gemacht werden kann.

Spirale der Neuroevolution des Gehirns

Hein konstatiert eine Weiterentwicklung des Gehirns in den virtuellen Raum. Mit der spiralförmigen Neuroevolution beschreibt Hein[10], dass die Entwicklung des Gehirns vom Stammhirn (1:1), über das limbische System (1:x) und das Großhirn (x:x) eine weitere Windung in das intelligente Feld[11] außerhalb des Schädels nimmt bzw. bereits genommen hat. Das Wissen ist demnach nicht im Kopf, sondern der Kopf im Wissen, wie Hein es anschaulich beschreibt.[12] Ausgangspunkt für die Wechselwirkung in den virtuellen Raum ist nach Hein das Nervensystem, das den gesamten Körper wie ein energetisches Netz durchzieht und im Gehirn gesteuert wird. Denn es dient dem Lebewesen ohnehin als Organ, Veränderungen im Außen wie im Inneren eines Organismus aufzunehmen, aufeinander zu beziehen und abzugleichen, um etwaige Impulse für eine Anpassung an wechselnde Umweltbedingungen einzuleiten.[13] Das Nervensystem ist aber nicht auf den Körper begrenzt, es ist vernetzt mit und steht in Resonanz zu dem gesamten Universum.[14]

Tetraedermodell der Intelligenzen

Die wissenden Felder (Meme) können mit dem von Hein entwickelten Tetraedermodell der Intelligenzen im Sinne einer synergetischen Wahrnehmung sichtbar und erfahrbar gemacht werden.[15] Unter Synergie versteht Hein das Know-how vom Zusammenwirken sichtbarer und nicht-sichtbarer Welten; der materiellen, dreidimensionalen Welt und der virtuellen Welt. Um die Systemkräfte zu beschreiben, vereinfacht Hein jedes System auf die Grundstruktur eines Tetraeders. Der Tetraeder als geometrischer Körper ist als fraktale Struktur in der Natur ubiquitär. Alles lebende Gewebe ist aus Kohlenstoffverbindungen aufgebaut, die die Grundstruktur des Tetraeders zeigen. Auch Silizium, das in der Erdhülle nach Sauerstoff das zweithäufigste Element darstellt und Grundlage von Leben bilden kann, ist tetraedisch organisiert.[16] Hein, Mediziner und Psychotherapeut, abstrahierte die Form von der Geometrie zu einer metaphorischen Grundstruktur des Lebendigen. Das neuronale Nervensystem von Lebewesen arbeitet auf der Grundlage der tetraedischen Struktur. Der Tetraeder lässt sich auf fünf Punkte reduzieren, die die von Hein beschriebenen fünf Intelligenzen (siehe Abbildung) symbolisieren, wobei diese Bezeichnungen der Intelligenzen metaphorisch zu verstehen sind. Die vier äußeren Eckpunkte des Tetraeders spiegeln die rationale (1), emotionale (2), strukturelle (3) und inspirative bzw. spirituelle (4) Intelligenz. Das Zusammenwirken der Intelligenzen führt zur fünften, der synergetischen Intelligenz (5), die sich im Zentrum des  Tetraeders findet. Hein nennt sie vereinfacht auch die Herzensintelligenz. Die Bedeutung der Intelligenzen kann knapp zusammengefasst werden:

Die rationale Intelligenz (1) bezieht sich auf das Tun und Handeln. Sie beschreibt, was im System geschieht, wie die Wirkung ist, wer was macht oder auch nicht tut.

Die emotionale Intelligenz (2) beinhaltet das Fühlen. Sie fokussiert auf den Bereich der Gefühlswelt und fragt etwa danach, welche Gefühle auftauchen, was genau gefühlt wird und auch wo?

Die strukturelle Intelligenz (3) steht im Spannungsfeld zwischen Chaos und Ordnung. Sie lässt das System in Resonanz gehen mit Strukturen und Regeln. Es zeigt systemtypische Spielregel und Gesetze oder Rituale auf. Aber auch die Körperebene wird von der strukturellen Intelligenz bestimmt.

Die inspirative bzw. spirituelle Intelligenz (4) schafft den Zugang zu Kreativität und Inspiration. Sie fragt danach, welche Ideen, Konstrukte, Ansichten, Ideologien, Einstellungen oder Glaubenssätze systemimmanent sind. Auch die Art und Weise der Beobachtung und Wahrnehmung ist hier von Bedeutung.

Die Intelligenzen wechselwirken, so dass das Ganze mehr ergibt als die Summe seiner Teile. Aus dieser Synergie ergibt sich die fünfte, synergetische Intelligenz (5), die im Inneren des Tetraeders wirkt. Sie spiegelt das nicht Kalkuliere, das Schicksal, den Zufall, das Mehr der Synergie. Im Kartenspiel ist es der Joker, im Tarot der Narr.  Sie zeichnet sich durch Kompetenz und Flexibilität im Umgang mit Überraschungen aus.

Der Tetraeder selbst ist ein Holon, so dass sich bezüglich der einzelnen Intelligenzen die Wirkkräfte des Tetraeders fraktal wiederholen. Jeder Punkt des Tetraeders, der die Intelligenzen spiegelt, ist wieder ein intelligenter Tetraeder. Vorzufinden ist diese Struktur der Intelligenzen nach Hein auch in der Anatomie des Gehirnes.[17] Die linke Gehirnhälfte bezieht sich auf die rationale, handelnde Intelligenz, die rechte Hälfte auf die emotionale, gefühlsbetonte Intelligenz, der Hirnstamm und das Rückenmark spiegeln die strukturelle, ordnende Intelligenz, die auch die Verbindung in den virtuellen Raum wird vom Corpus callosum (Hirnbalken, der rechte und linke Hirnhälfte verbindet) markiert.

Joker – Samera (13 Jahre) – Künstlergruppe für Flüchtlinge

Synergetische Wahrnehmung

Hein geht davon aus, dass Feldinformationen holografisch wahrgenommen werden können. Die Wahrnehmung dieser Informationen erfolgt nach dem Synergiemodell kanalisiert über die fünf Intelligenzen (synergetische Wahrnehmung). Die holografische Wahrnehmungsfähigkeit ist bei jedem Individuum latent vorhanden, sie kann aber durch Übung noch geschärft werden. Dies erfolgt über eine Sensibilisierung des Fühlens durch Training der Spiegelneuronen, die mit dem wissenden Feld schwingen. Solche Resonanzphänomene, die biologisch bei der Übertragung von Gefühlen und Gesten beobachtbar sind, werden über die erst jüngst entdeckten Spiegelnervenzellen ermöglicht.[18] Hein konstatiert, dass diese Nervenzellen auch mit den Feldern in Resonanz gehen.[19] Es bedarf auch einer Verfeinerung der synästhetischen Wahrnehmung sowie einer Veränderung der Wahrnehmungsfähigkeit über den Körper hinaus in den virtuellen Raum. Dazu notwendig ist ein Vertrauen in die eigene Intuition. Die holografische Wahrnehmung spiegelt sich über die Intuition durch innere Bildern, oft gepaart mit Gefühlen und Körperreaktionen. Aber auch Gedanken, Vorstellungen und Visionen können Feldinformationen spiegeln. Hein nutzt zudem das synchrone, also beidseitige zeitgleiche Pulsfühlen für eine holografische multidimensionale synergetische Schau (HMSS). Bei dieser HMSS Methode verschränkt man sich mit dem System bzw. dem Feld des Anderen. Der Puls dient dabei als komplexes Schwingungs- und Informationssystem. Zu beachten sind bei der holografischen Wahrnehmung auch so genannte Synchronizitäten, nicht kausale aber korrelierende Ereignisse, die als miteinander verbunden, aufeinander bezogen wahrgenommen und gedeutet werden. Das Synergiemodell hilft bei der Verfeinerung der Wahrnehmung von Feldinformationen. Über die synergetische Wahrnehmung als Resonanz der fünf Intelligenzen können Feldinformationen abgerufen werden, die sich in der dreidimensionalen Wirklichkeit abbilden. Eine Form ist der künstlerische Ausdruck.

Kunst als Sprache wechselwirkender Felder

Der künstlerische Ausdruck kann aus holografischer Sicht als eine Form der Sprache verstanden werden. „Die Bilder allein wirken; sie tragen in sich die Magie der Verwandlung“, beschreibt es Dahlke.[20] Heinrichs versteht die Kunst als Meta-Sprache, die sprechende Wesen voraussetzt, die „jedoch in einem höher reflektierten Ausdruckshandeln über die normale Sprache hinausgehen und sich eine eigene Syntax, einen je eigenen Verweisungszusammenhang von Zeichen schaffen“.[21] Das Werk ist Ausdruck einer holografischen Bildsprache, wie wir sie auch aus Träumen kennen, die oft schwer mit dem Verstand zu beschreiben und zu fassen ist. „So wird das Leben wahrnehmbar durch innere Bilder, die sich fragmentarisch in Metaphern und Symbolen wiederfinden“, beschreibt es Wallner.[22]

Die innere Erzeugung von Bildern und der Umgang mit ihnen sind, so Schink, für jeden Menschen als eine schöpferische Leistung eine alltägliche Realität.[23] Mit anderen Worten, jeder Mensch erlebt und sieht innere Bilder. Das Bilderleben ist ein Teil des Menschseins. Die Verarbeitung der inneren Bilder ist für den Menschen von existenzieller Bedeutung. „Selbst die moderne Medizin findet alltäglich wieder Zugang zur Heilkraft innerer Bilder, die der alten Priestermedizin immer vertraut war“, so Dahlke.[24] Menschen imaginieren aber nicht nur in Bildern, sondern etwa auch in Klängen, Bewegungen, inneren Filmen.[25]

Die „Offenheit der ästhetischen Sprache“ schafft einen unmittelbaren persönlichen Ausdruck im schöpferischen Prozess und misst diesem eine metaphorische Bedeutung bei.[26] Die metaphorische Bedeutung dieser Sprache zu erfassen ohne in die Interpretation zu verfallen, ist die herausfordernde Aufgabe bei der Bildauswertung. Die Beschäftigung mit Kunst beinhaltet eine ganzheitliche Wahrnehmung,  die auch eine Ebene beinhaltet, die direkt unseren Körper anspricht und einbezieht.[27] Die Werke der Kunst spiegeln eine universelle Sprache, die unabhängig von Wortsprachen und Kulturen verstanden wird. Die Kunst ist eine präkognitive Sprache[28], die einen Impuls aus der Zukunft bringt. Im Moment zischen Vergangenheit und Zukunft, im Augenblick, im geöffneten Raum, kann etwas Neues und Unbekanntes entstehen kann. Das Werk in der Kunst spricht eine metaphorische Sprache, die mit sprachlichen Bildern eine synchronisierende Verbindung sucht.[29] Die Metapher geht als „erkenntnistheoretische Figur“ jeder Art von Versprachlichung voraus.[30]

Kunst und Synergie

Im künstlerischen Ausdruck können wir mit den fünf Intelligenzen arbeiten und uns auf sie beziehen. Auch die Intelligenzen sind ein Platzhalter für die Intuition. Die Intuition ihrerseits ist Sprachroh intelligenter Felder. Hein und ich bieten dazu den Workshop Synergie kreativ an, in dem wir künstlerische Prozesse mit dem Synergiemodell verbinden.  Der künstlerische Ausdruck verstärkt die Wirkung der fünf Intelligenzen. In Kürze erscheint dazu mein Buch „Kunst als Sprache der Intuition. Der holografische Ansatz in der Kunsttherapie“ mit konkreten Beispielen.

Ulrike Hinrchs, 2017

Beispiele für praktische holografische Tools:

Literatur

[1] Hein, Hans (2000) Die Zukunft des Gehirns http://www.forumsynergie.de/Artikel/Zukunft_Gehirn/zukunft_gehirn.html.

[2] Hein, Hans (2000) Die Zukunft des Gehirns http://www.forumsynergie.de/Artikel/Zukunft_Gehirn/zukunft_gehirn.html.

[3] Dazu auch Heller, Birgit (2016). Spiritual Care: Die Wiederentdeckung des ganzen Menschen. Tattva Viveka, Zeitschrift für Wissenschaft, Philosophie und spirituelle Kultur. Ausgabe  66, 2016, S. 27  ff. // Beck, Matthias (2016). Der Mensch als Wesen des Geistes. Genetik, Epigenetik und die Individualität jeder Krankheit. Tattva Viveka, Zeitschrift für Wissenschaft, Philosophie und spirituelle Kultur. Ausgabe  66, 2016, S. 16 ff.

[4] Hein, Hans (2000) Die Zukunft des Gehirns http://www.forumsynergie.de/Artikel/Zukunft_Gehirn/zukunft_gehirn.html.

[5] Sheldrake, Rupert (2002). Das Gedächtnis der Natur: Das Geheimnis der Entstehung der Formen in der Natur. Bern, München, Wien: Scherz. // Sheldrake, Rupert (2010). Das schöpferische Universum. Die Theorie der morphogenetischen Felder und der morphischen Resonanz. München: Nymphenberger.

[6] Hein, Hans (2000) Die Zukunft des Gehirns http://www.forumsynergie.de/Artikel/Zukunft_Gehirn/zukunft_gehirn.html.

[7]  auch Blackmore, Susan (2000). Die Macht der Meme oder Die Evolution von Kultur und Geist. Heidelberg: Spektrum Verlag. // Brodis, Richard (2004, S. 55 ff). Virus of the Mind: The New Science of the Meme. New York (USA): Integral Press.

[8] Hein, Hans (2000) Die Zukunft des Gehirns http://www.forumsynergie.de/Artikel/Zukunft_Gehirn/zukunft_gehirn.html.

[9] Sheldrake, Rupert (2002, S. 127). Das Gedächtnis der Natur: Das Geheimnis der Entstehung der Formen in der Natur. Bern, München, Wien: Scherz.

[10] Hein, Hans (2015). Das Feld gewinnt. Mülheim Baden: Auditorium-Netzwerk Verlag für audiovisuelle Medien.

[11] Sheldrake(2002) spricht hier vom morphogenetischen Feld, der Physiker Heim (von Ludwiger 2010) vom Hyperraum).

[12] Hein, Hans (2000) Die Zukunft des Gehirns http://www.forumsynergie.de/Artikel/Zukunft_Gehirn/zukunft_gehirn.html.

[13] Carter, Rita (2009). Das Gehirn. Anatomie, Sinneswahrnehmung, Gedächtnis, Bewusstsein, Störung. UK London: DorlingKindersley Verlag.

[14] Hein, Hans (2015). Das Feld gewinnt. Mülheim Baden: Auditorium-Netzwerk Verlag für audiovisuelle Medien.

[15] Hein, Hans (2015). Das Feld gewinnt. Mülheim Baden: Auditorium-Netzwerk Verlag für audiovisuelle Medien.

[16] Michaelis, Harald (1998). Die sieben Stufen zum Leben. Bilder der Wissenschaft online. http://www.wissenschaft.de/home/-/journal_content/56/12054/66447/.

[17] Es gibt auch umgekehrte Hirnhälften, insbesondere bei Linkshändern.

[18] Bauer, Joachim (2006, S. 11). Warum ich fühle, was du fühlst. Intuitive Kommunikation und das Geheimnis der Spiegelneurone. München: Heyne Verlag.

[19] Hein, Hans (2015). Das Feld gewinnt. Mülheim Baden: Auditorium-Netzwerk Verlag für audiovisuelle Medien.; auch Sheldrake, Rupert (2002). Das Gedächtnis der Natur: Das Geheimnis der Entstehung der Formen in der Natur. Bern, München, Wien: Scherz..

[20] Dahlke, Ruediger (2010, S. 107). Das Schatten-Prinzip. Die Aussöhnung mit unserer verborgenen Seite. München: Arkana.

[21] Heinrichs, Johanns (2015). Einstein der Bewusstseinsforschung? Fragen an den integralen Denkansatz Ken Wilbers aus philosophischer Sicht, Teil 3. Tattva Viveka, Zeitschrift für Wissenschaft, Philosophie und spirituelle Kultur. Ausgabe 64, August 2015, S. 66 ff.

[22] Wallner, Sabrina (2016, S. 23). Hypersensitiv. Das unbegrenzte Potenzial des menschlichen Geistes. Nördlingen: C.H. Beck.

[23] Schink, Frank-Werner. Zur Methode der bildgeleiteten Begleitung. http://www.frank-werner-schink.de/bildgeleiteteberatung.pdf

[24] Dahlke, Ruediger (2011, S. 10). Die Kraft der vier Elemente. Erde, Feuer, Wasser, Luft. Amerang: Crotona.

[25] Eberhart, Herbert; Knill, Paolo J. (2010, S. 162). Lösungskunst: Lehrbuch der kunst- und ressourcenorientierten Arbeit. Göttingen: Vandenhoeck&Ruprecht.

[26] Richter, Hans-Günther (2011, S. 83). Pädagogische Kunsttherapie (Schriftenreihe Erziehung – Unterricht – Bildung), Hamburg: Verlag Dr. Kovac.

[27] Brandstätter, Ursula (2013, S. 77). Erkenntnis durch Kunst. Theorie und Praxis der ästhetischen Transformation. Köln: BöhlauVerlag.

[28] Darly, J. Bem (2011). Feeling the Future: Experimental Evidence for anomalous Retroactive Influences on Cognition and Affect.http://dbem.ws/FeelingFuture.pdf, // kritisch, Drösser, Christoph (2011). Gefühlte Zukunft. http://www.zeit.de/2011/01/Psi-Beweis

[29] Picard, Winfried (2014, S. 173). Schamanismus und Psychotherapie. Kräfte der Heilung. Ahlerstedt: Param Verlag.

[30] Brandstätter, Ursula (2013). Erkenntnis durch Kunst. Theorie und Praxis der ästhetischen Transformation. Köln: BöhlauVerlag.

Die weibliche Urkraft

 

Die weibliche Urkraft

Wir alle leben zwischen den Polen der weiblichen und männlichen Kraft. Die Begrifflichkeiten haben nichts mit der Geschlechterzuordnung  zu tun. Beide Pole leben in jedem Menschen, schon C.G. Jung hat die Archetypen der Anima, als Urbild der Frau im Mann und des Animus als Urbild des Mannes in der Frau beschrieben. Das weibliche Prinzip steht für Hingabe und Empfänglichkeit. Die Energie ist eher diffus, fließend und formlos. Gleichzeitig ist sie schöpferisch-gestaltend, gebärend, verwandelnd und heilend. Das männliche Prinzip beschreibt das Denken, Handeln und die Aktivität. Die männliche Energie gibt Inspiration. Sie ist fokussiert und zielgerichtet, kämpferisch, dynamisch, leistungs- und wettbewerbsorientiert. Die männliche Energie schützt und hält die weibliche Energie. Beide Kräfte sind gleichwertig, die männliche Energie ist allerdings in unserer westlichen Kultur durch die materialistisch-mechanistische Weltsicht überbetont worden. Wettbewerb, Leistung und wissenschaftliche Fakten stehen im Fokus der Gesellschaft. Das Weltbild bzw. die Werte der Gesellschaft sind allerdings im Wandel. Sinnsuche, Respekt vor der Natur und ihren Geschöpfen sowie eine nährende Gemeinschaft treten mehr und mehr in den Vordergrund.

Das bewusste Zurückkehren zur weiblichen Energie wird durch eine Veränderung des Fokus erreicht, indem wir die Aufmerksamkeit nach innen richten. „Empfangen, Weiten, Austragen und Hergeben – dies ist das Mysterium des Großen Weiblichen, das Grundmuster der weiblichen Schöpfungskraft“, beschreibt es Croissier.[1]  Umhüllen, Bergen, Halten, Bewahren, Nähren und Schützen sind Stärken der weiblichen Urkraft, in ihrer übertriebenen Ausprägung gehören zum Großen Weiblichen: „Einengen, Festhalten, Abhängigmachen, Verschlingen, Fressen, Töten (…).“[2]

Zur Wiedererweckung der weiblichen Urkraft geht es darum, sich dieser Kraft bewusst zu werden und sie ins Leben zu integrieren.

Fragen dazu können lauten:

Was steht für die weibliche Urkraft, die große Mutter?

Wie sieht es mit meiner weiblichen Kraft aus?

Wo umhülle ich jemanden oder etwas, halte und nähre?

Wo enge ich ein?

Wo halte fest, obwohl ich loslassen müsste?

Wo verschlinge ich jemanden oder etwas?

Von wem oder was bin ich abhängig?

Wen oder was mache ich von mir abhängig?

Wo kann ich einfach nur sein?

Was tut mir gut, um nichts zu tun?

Was hält mich davon ab, nichts zu tun?

Mit wem oder was fühle ich mich tief verbunden, wäre ich gern verbunden?

 

Anschließend können Sie ihre weibliche Kraft künstlerisch umsetzen.

Wie sieht sie aus, die weibliche Kraft? Was Ihnen fällt auf? Welche Farben hat sie? Was gefällt Ihnen, was nicht ….?

 

© Ulrike Hinrichs

Ähnliche Themen:

 

 

 

Literatur

[1] Getrude R. Croissier (2006, S. 28), Psychotherapie im Raum der Göttin. Weibliches Bewusstsein und Heilung. Schalksmühle: fabrica libri

[2] Getrude R. Croissier (2006, S. 155)

 

Nah-Lebens-Erfahrung

Verbunden mit dem Urgrund

Von einer Nah-Tod Erfahrung haben viele schon gehört. Nach einem Herzstillstand, so berichten Betroffene, treten sie aus dem Körper heraus, schweben über dem Geschehen, einige sehen ein Licht, andere hören Musik, und haben das Gefühl nach Hause zu kommen. Wenn man die uns seit der Aufklärung prägende Idee eines materialistisch-mechanistischen Weltbildes aufgibt und eine holografische Perspektive zulässt, haben diese Erfahrungen einen Erklärungshintergrund und Sinn. Das holografische Weltbild überschreitet die Grenzen der dreidimensionalen Realität, der Materie, in den virtuellen universellen Raum. Jedes System ist danach ein Holon, Teil eines größeren Ganzen, das gleichzeitig das Ganze repräsentiert. Auch der Mensch ist als ein Bestandteil und Spiegel des gesamten Universums, eines Mikrokosmos im Makrokosmos, zu verstehen. Wir sind immer und überall mit allem verbunden. Im Tode verbinden wir uns wieder mit dem, woher wir kommen, diesem Urgrund des Seins. Dieser Urgrund hat je nach Tradition und Kultur sehr unterschiedliche Namen, wie beispielsweise Tao[1], Prana[2], Äther[3], Gott, Akasha[4], Nullpunkt[5], NICHTS[6] und in der Quantenphysik Hyperraum[7].

Eine Nah-Lebens Erfahrung, der Begriff stammt von der Heilpraktikerin und Trauma Beraterin Andrea Wandel, spiegelt die Kehrseite der Medaille, nämlich das Berührtwerden von diesem Urgrund im Leben. Kinder haben diese Verbindung noch ganz natürlich inne. Im Laufe des Lebens geht diese Verbindung oft verloren, da wir in unserem Kulturkreis mehr auf das Außen (die denkende, männliche, aktive Seite) und nicht auf das Innen (die weibliche hingebende fühlende Seite) fokussieren. Wir alle leben zwischen den Polen der weiblichen und männlichen Kraft. Die Begrifflichkeiten haben nichts mit der Geschlechterzuordnung  zu tun. Das weibliche Prinzip steht für Hingabe und Empfänglichkeit. Die Energie ist eher diffus, fließend und formlos. Gleichzeitig ist sie schöpferisch-gestaltend, gebärend, verwandelnd und heilend. Das männliche Prinzip beschreibt das Handeln und die Aktivität. Die männliche Energie gibt Inspiration. Sie ist fokussiert und zielgerichtet, kämpferisch, dynamisch, leistungs- und wettbewerbsorientiert. Die männliche Energie schützt und hält gleichzeitig die weibliche Energie.

Wenn wir in diese Urkräfte eintauchen, verbinden wir uns mit dem Urgrund, dem universellen Bewusstsein, mit dem wir immer verbunden sind. Dieses Eintauchen geschieht in einer Aufmerksamkeit für das Jetzt. „Aus dem Nichts heraus zu sprechen und zu handeln führt zu einer anderen Wahrnehmung der Welt und zu einem anderen kreieren der Welt. Das große Nichts ist prozesshaft, unberechenbar, frei und fühlt im Hier und Jetzt, im echten wahrhaftigen Sein“, beschreibt es Hueber.[8]

Wir lassen das rationale Denken los, legen den Verstand „schlafen“ und kommen in Kontakt mit unserem Gefühl und der Bilderwelt der Seele. Neben körperlichen Empfindungen, inneren Bildern, intuitiven Impulsen, „Bauchgefühlen“,  Eingebungen und den Hellsinnen sind auch Träume Sprachrohr interagierender Bewusstseinsfelder, die uns „In-Form-ationen“ geben können. Lösungen für Fragen und Probleme lassen sich in eine manifeste Form gießen, die wir etwa im künstlerischen Ausdruck zeigen und verstehen können.

 

© Ulrike Hinrichs

http://www.lösungskunst.com

 

Ähnliche Themen:

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Literatur

[1] Der Begriff stammt aus dem Taoismus, chinesische Philosophie.
[2] Der Begriff Prana stammt aus dem Sanskrit.
[3] Der Begriff stammt von der „vier-Elemente-Lehre“ der Alchemisten.
[4] Der Begriff stammt auch aus dem Sanskrit, meint so etwas wie ein „allumfassendes Weltgedächtnis, ein universelles Bewusstsein.
[5] Cassou, Michelle (2015), S. 30. Point Zero – entfesselte Kreativität. Bielefeld: Aurum Kamhausen Mediengruppe GmbH.
[6] Zum Begriff siehe etwa im Kontext mit dem Synergiemodell, Dr. Hans Hein. http://www.forumsynergie.de und Hueber Simone Leona (2017, S. 64). Das Große Nichts. Tattva Viveka, Zeitschrift für Wissenschaft, Philosophie und spirituelle Kultur. Ausgabe  72, 2017, S. 64 ff.
[7] Schwartz, Gary E., Beauregard Mario, Miller, Lisa (2016), Manifest für eine post-materialistische Wissenschaft. Tattva Viveka, Zeitschrift für Wissenschaft, Philosophie und spirituelle Kultur. Ausgabe  6, 2016, S. 74 ff.
[8] Hueber Simone Leona (2017, S. 64). Das Große Nichts. Tattva Viveka, Zeitschrift für Wissenschaft, Philosophie und spirituelle Kultur. Ausgabe  72, 2017, S. 64 ff.

Meine stärkste Ressource

 

Ressourcenzugang und Selbst-Regulation

Uns stehen innere Kräfte und Quellen ebenso wie äußere Mittel zur Verfügung, die uns in schwierigen Situationen unterstützen und stärken. Diese Kräfte können wir in einer schwierigen Situation bewusst aktivieren. Dazu gehört aber auch, dass wir uns dieser Ressourcen bewusst sind. Was ist deine stärkste Ressource, Kraftquelle, Kraft?

  • Welche Talente, Begabungen und Fähigkeiten hast du?

Was hat dir bisher im Leben geholfen dich zu stabileren?
Was gibt dir Kraft? Was entspannt dich? Was muntert dich auf?
Wann kannst du am besten genießen?

  • Welche Personen haben dich auf deinem Lebensweg bisher unterstützt, dir geholfen, Impulse gegeben?
  • Welche weiteren (äußeren) Ressourcen hast du (etwa Natur, Musik, Essen, Sport, Reisen, etc.)
  • Welche Gewohnheiten, Tätigkeiten, Verhaltensweisen, Eigenschaften unterstützen dich im Alltag?
  • Welche weiteren Ressourcen hast du?

Welches ist deine stärkste Ressource? Setze diese Ressource durch eine Bewegung und/oder einen Ton um. Wenn du eine/n Partner/in zur Verfügung hast, dann zeig dieser/diesem deine Bewegung und lasse dir rückmelden, was bei deinem Gegenüber ankommt, welche Bilder entstehen.

Anschließend  setzt du deine stärkste Ressource künstlerisch um.

Das Bild einer Teilnehmerin eines Workshops zeigt ihre stärkste Ressource in künstlerischer Form. Die von ihr zunächst mit den Worten „eine pulsierende Kraft“ benannte Ressource zeigt sich im Kunstwerk als eine wunderschöne Blüte, die eher langsam wächst und erblüht, so die Teilnehmerin, oder auch als einen Querschnitt  durch das Rückenmark, die Verbindung zwischen Geist und Körper.