Magazin

Ausstellung & Dialog „Gemalte Freiheit“

23.9.2018, ab 15 Uhr – Gemalte Freiheit – unser Grundgesetz in Farbe
3falt Kunst, Kultur, Kreativität, Neue Straße 44, 21073 Hamburg
Um 16 Uhr gibt es eine Führung durch die Ausstellung mit Dialog

Unser Grundgesetz repräsentiert unsere gesellschaftlichen Grundwerte. Sie sind ein großer Schatz, den es gerade in Zeiten starker gesellschaftlicher Spannungen mit polarisierenden Wertekonflikten zu hüten gilt. Viele Menschen fühlen sich nicht mehr gehört und sind demokratieverdrossen. Wir halten dagegen und haben unsere Grundrechte künstlerisch gestaltet. Aufgerufen waren alle Harburger und Harburgerinnen, insbesondere solche in schwierigen Lebenswirklichkeiten, sich am Projekt zu beteiligen. Jetzt möchten wir allen Besuchern und Besucherinnen der Ausstellung unser künstlerisch gestaltetes Grundgesetz präsentieren und mit Ihnen diskutieren. Weitere Infos www.grundrechtekreativ.de

Projektleitung Ulrike Hinrichs

Hier ein paar erste Eindrücke…

„Art. 5 Abs. 3 GG“  Natascha Artworx, „Logo“ Kerstin Nagel-Stein, „Justitia“  Yvonne Lautenschläger, „Überwachung“  Sonja Adolpho, „Justitia“  Bettina Behrend, „Demo“  Rita Peters, „Ich sag was ich will“ Rita Peters, „Wandteppich 2×3 Meter der Flüchtlingsgruppe: Komm wir nähen“ (Projektleitung Rike Reichert), „Stürmische Zeiten“ Bettina Behrend, „Unantastbar“Kerstin Nagel-Stein, „Assoziationen“ Antje Gerdts, „Asyl“ und „Performance: Die wahre Lüge oder die verlogene Wahrheit?“ Karen Kandzia & Yahya Hmimes .

Fotoprojekt „Ich steh (dr)auf“ von Andrea Hinrichs-Specht und Lena Hinrichs

Künstler*innen Kunstwerke Webseite
Andrea Hinrichs-Specht & Lena Hinrichs Steh (dr)auf!
Andrea Hörner Vielfalt
Angelika Czaplinski 70
Antje Gerdts Erinnern für die Zukunft

Synagoge in Harburg 1863-1938/41, Eißendorfer Straße 15, St. Johannis 1892/94 – 1944, Bremer Straße, Dreifaltigkeit 1650/52 – 1944, Neue Straße

Assoziationen

www.antjegerdts.de
Bettina Behrend Justizia, Mann und Frau vom Gesetz beschirmt, Stürmische Zeiten www.behrend.info
Karen Kandzia & Yahya Hmimes Live Performance, Die wahre Lüge oder die verlogene Wahrheit?
Kerstin Nagel-Stein Unantastbar www.nagel-stein.de
Khadija Alipour Stopp
Mehdi Hassan Reihe Flucht
Natascha Artworx Grundstein, Artikel 5 Abs. 3 http://www.natascha-artworx.webs.com
Olaf Schröder Würde – Freiheit
Raif Khalifa Heilige Familie
Rike Reichert

 

Musik, Artikel 1, Unity, Agni Partene, Thron www.rike-reichert.com
Rike Reichert (Projektleitung), Flüchtlingsgruppe „Komm wir nähen“ mit Tarfa Khalaf, Zafura, Anna Maria Steinbach, Abigail Kantorek, Ali Ahmed, Rosl Alsarhan, Andrea Richter, Maren Schulze

 

Genähte Freiheit

 

www.m.facebook.com/kommwirnaehen
Rita Peters Demo!, Ich sag was ich will www.ritapeters.de
Samera Al Khafage Deutschlandherz
Sly Ich auch! www.habibiatelier.de
Sonja Alphonso Überwachung, Presse unter Druck www.see-me.online
Tom ElHadra KIND. SEIN. DÜRFEN!
Ulrike Hinrichs Die goldene Kiste, Wer bist du, dass ? www.lösungskunst.com
Yvonne Lautenschläger Justizia, Gespiegelter Wahnsinn, Insagnity nuggets www.medeas.space
Zeinab Alipour Human Rights, Herz

Das Projekt wird unterstützt von

 

 

Mein neues Buch „Kunst als Sprache der Intuition“

 

Das Universum schafft künstlerisch.  Um mit ihm zu kommunizieren, müssen wir kreativ sein.

(Ulrike Hinrichs)

 

Infos zum Buch: Synergia-Verlag, ISBN 9783906873824

Presse: „Mit der Kunst die Intuition einfangen“

 

Wenn die Intuition die Führung übernimmt  

Die Welt als Maschine ist Geschichte, das Narrativ unserer Zeit beschreibt die Welt als lebenden holografischen Organismus. Jedes System, auch der Mensch, ist danach ein Holon. Daraus folgt eine vielstufige, geschichtete Hierarchie von Sub-Ganzheiten. Auch die Psyche ist Bestandteil eines holografischen Bewusstseinsfeldes. Wissen und Erfahrungen sind in universellen Feldern gespeichert, mit denen der Mensch mittels seiner Intuition in Resonanz steht. Psychische Beeinträchtigungen und seelischen Nöte wechselwirken ebenso mit diesen Feldern wie kollektive Verletzungen und Traumata. Intuitive Erkenntnisse, die sich etwa in inneren Bildern, Gefühlen und Visionen ausdrücken, dienen als Sprachrohr intelligenter Felder. Die Künste sind eine wahrnehmende Ausdrucksform der Intuition. Künstlerische Prozesse wirken für die holografische Wahrnehmung wie eine „Sehhilfe“, die Inneres visuell nach außen bringt. Der Kunsttherapie kommt aus holografischer Perspektive eine besondere Bedeutung zu. In der Kunst wird die diffuse Intuition im Werk sichtbar gemacht. Das Kunstwerk manifestiert einen erweiterten Selbstausdruck der wechselwirkenden Felder, der im therapeutischen Bezug einbezogen werden kann.  

Webseite der Autorin: www.lösungskunst.com

Vorwort von Dr.Hans Hein  

Viele neurowissenschaftliche Erkenntnisse belegen, wie sehr viel schneller unsere automatische Soforterfassung unserer Welt ist. Denken und Rationalität sind eher Bummelbahnen die auf den Schienen schon angebahnter Intuitionen fahren. Die Automatik der körperintelligenten Intuition ist gigantisch. Bewusstheit darüber zu erlangen ist erweiterte Intuition und deren Umsetzung in Ausdruck und Gestaltung, ist Kunst.    Ulrike Hinrichs hat sich auf Ihrem Lebensweg zur künstlerischen Tätigkeit und zur Kunst früh entdeckt, verloren und begeistert wiedergefunden. Ihre Neugierde erstreckt sich auf viele Facetten, Ansätze und Zugänge zum Übersetzen und Ausdrücken von intuitiver Erfassung der „Welt“. Sie exploriert viele Wege der Entwicklung ihrer intuitiven Fähigkeiten. In gemeinsamen Projekten (Globalbrain, Synergie kreativ) hat sie sich von ihrer intuitiven Begabung, die sich auch auf Fernwahrnehmung bezieht, überraschen lassen.   Künstlerische Tätigkeiten sind Intuitionstraining und kopfloses Sein im Jetzt. Angenommen es gibt so etwas wie eine Bewusstseinsentwicklung der Menschheit, dann deutet diese in Richtung einer erweiterten Wahrnehmungsfähigkeit, die sich in die virtuellen Welten, dem Nicht-Fassbaren, zuwendet. Intuition und ihr Ausdruck in Kunst ist dabei so etwas wie der WLAN-Zugang in diese Bereiche. Kunst und Intuition ermöglichen sensible Ahnungen für das Kommende. Kunst ist primär eine Übersetzung intuitiver Wahrnehmung. Kunst als Produktion von Werken, fußend auf erlernten Techniken, verliert häufig die Authentizität. Diese ist die eigentliche Wirkung von ursprünglicher Kunst. Reproduktion ist schal. Genau das spürt auch der Betrachter dank seiner eigenen intuitiven Wahrnehmung. Kunst ist die Fähigkeit das Meer des nicht bewussten Wissens zu übersetzen und über einfühlendes Betrachten Zugänge zu Wissen zu schaffen und damit den Bereich des Nichtwissens zu verkleinern. Kunst ist das Abenteuer der Entdeckung des unbekannten Terrains. Wenn wir Kunst als die Fähigkeit betrachten den umfangreichen Prozess der Wahrnehmung der nicht bewussten Feldern, also die virtuellen Welten, über Intuition in Formen vertrauter Sinneswahrnehmungen zu übersetzen und auszudrücken, haben wir einen ganz spannenden Ansatz.   Intuition ist sowas von alltäglich und selbstverständlich, dass es uns wenig bewusst ist. Deswegen ist die bewusst wahrgenommene Intuition als erweiterte Intuition zu verstehen. Sie eröffnet ein gigantisches Meer von Möglichkeiten. Kunst kann diese Fülle der Eindrücke fokussieren, kanalisieren, lesen und übersetzen. Die Metapher und die Idee, dass unser Körper in ein Lesegerät für virtuelle, nicht sichtbare Felder ist, kann Kunst deutlicher in alltägliches Sein bringen. Selbst wenn Kunst konstruiert wird, ist ihre Quelle immer die Intuition. Jeder Mensch ist Künstler. Jeder hat die Fähigkeit kollektive Felder wahrzunehmen, Stimmungen aufzugreifen und umzusetzen. Kunst führt das Individuum aus der Entfremdung zur Kohärenz, Authentizität und Kongruenz.  Jeder ist Kunst und ein Sensor für innere und äußere Informationsfelder (MEME) Im künstlerisch Geschaffenen ist der Künstler als spezieller Filter und Übersetzer immer enthalten und wahrnehmbar.    Ein wesentliches Element des künstlerischen Schaffens ist die Fähigkeit zur absichtslosen Gestaltung der künstlerischen Prozesse, die sich selbst überraschend keine Pläne und Konstrukte benutzt. Die „Arbeit“, manchmal auch Qual des Künstlers ist es, diese Wahrnehmungen aus der Gesamtheit des Inputs in Erscheinungsformen zu gebären und über die fünf Sinne zu gestalten und übersetzen. Technik ist nützlich doch rein technische Produktion und Werke haben keinen Biss, weil die Einladung zur Verschränkung des Betrachters mit dem Feld des Künstlers und der „Aura des Werkes“ nicht geschieht.   Die Grundlage der Intuition ist das permanente Scannen und die Verschränkung mit der Nicht-Sichtbaren Welt, die über unsere Körperintelligenz wahrnehmbar wird.     

Dr. Hans Hein  http://www.forumsynergie.de

 

Beispiele für künsterlsiche Ideen finden Sie unter  „Kreativapotheke“

Artikel:

Hände

News: IMehr dazu in meinem Buch KUNST ALS SPRACHE DER INTUITION

 

Mit den Händen berühren wir die Welt, Dinge, Tiere, Menschen. Wir begrüßen andere mit einem Handschlag. Wir beten mit den Händen. Die Hände setzen wir für unsere Arbeit ein, für Handgriffe im Alltag.

Sie können schlagen oder streicheln, anpacken oder ruhen.Unsere Hände unterstützen uns auch in der Kommunikation.

Wir haben Redewendungen um die Hand, etwa „jemandem die Hand reichen“ als Geste der Versöhnung oder „da bist du in guten Händen“ als Synonym dafür, geschützt, in Sicherheit, gut aufgehoben, wohl behütet bei jemanden zu sein.

Mit der Hand bzw. den Händen können wir auch künstlerisch arbeiten. Dazu zeichnet man mit einem Bleistift den eigenen Handumriss einer oder beider Hände auf ein Din A 3 Papier. Anschließend wird die Hand künstlerisch gestaltet. Dabei kann man entweder frei arbeiten oder auch einen Gestaltungsauftrag geben wie

zum Beispiel:

  • ein farbiges Muster gestalten,
  • den Empfindungen in der Hand bestimmte Farben zuordnen („wo fühlt es sich warm, kalt, taub, gefühlsintensiv an und welche Farbe steht dafür?“)
  • inhaltlich zu arbeiten („wen oder was möchten deine Hände halten oder berühren?)

Reflexion

  • Was zeigt sich dir auf der Bildebene (Material, Farben, Farbintensität, Hintergrundfarben, Strichführung, Formgebung, Handform im Bild etc.; wurde der gesamte Gestaltungsrahmen auf dem Blatt ausgeschöpft)
  • Wenn die Hand sprechen könnte, was sagt sie dir?
  • Wollen die Hände etwas tun oder gerade nicht tun?

Über das Erinnern

Jeder von uns trägt ein Puzzle-Werk der Lebenserinnerungen in sich. Einige Episoden erscheinen bunt und lebendig, andere grau und dunkel. Manche Lebensabschnitte sind wie ausgelöscht, in ein schwarzes Loch gefallen, von einem dunklen Nebel umhüllt. „Meine Jugend ähnelt eher einer vernebelten Landschaft, in der gelegentlich Erinnerungen wie vereinzelte Bäume auftauchen, diese Art von Bäumen, die aussehen, als wollten sie einen packen und fressen. […]. Es gibt nichts Durchgängiges, nur Schnappschüsse, viele davon unscharf“[1], beschreibt Stephen King in seiner Autobiografie seine Jugenderinnerungen.

Wer seinen eigenen Erinnerungen traut, könnte von seinem Gedächtnis reingelegt worden sein. Die Erinnerung ist raffiniert und trügerisch. Oft haben wir nur Erinnerungsfetzen, die sich eher wie Puzzlestücke zusammenfügen, geschmückt mit Anekdoten und Geschichten etwa aus der Familie. Unser Erinnern von Erlebtem ist kein getreues Abbild der Vergangenheit, es gleicht vielmehr einer Geschichte, die wir immer wieder neu erzählen. Denn Erinnern sei nichts Statisches, sondern ein aktiver Prozess, so die Hirnforscherin Daniela Schiller, es erfolge jedes Mal ein erneuter  Speicherprozess.[2] Wir erinnern also nicht das Ereignis selbst, sondern das letzte Mal, da wir es erinnert haben. Es erfolge eine permanenten Aktualisierung der Perspektive, so auch der Literaturwissenschaftler Walter Hinck[3], „mit einer Überformung der ursprünglichen Perspektive durch all die weiteren Erfahrungen, die der Beobachter seit der Ersterfahrung des Erinnerns gemacht hat.“

Günther Grass beschreibt in seinem Werk „Beim Häuten der Zwiebel“ die Tücken der Erinnerung sehr anschaulich[4]:

„Wenn ihr mit Fragen zugesetzt wird, gleicht die Erinnerung einer Zwiebel, die gehäutet wird, damit freigelegt werden kann, was Buchstab nach Buschstab ablesbar steht: selten eindeutig, oft in Spiegelschrift oder sonst wie verästelt. Unter der ersten, noch trocken knisternden Haut findet sich die nächste, die kaum gelöst, feucht eine dritte freigibt, unter der die vierte, fünfte warten und flüstern. Und jede weitere schwitzt zu lang gemiedene Wörter aus, auch schnörkelige Zeichen, als habe sich ein Geheimniskrämer von jung an, als die Zwiebel noch keimte, verschlüsseln wollen.“

Die Erkenntnisse der Hirnforschung können wir uns im Workshop Lebenswegschreiben zu Eigen machen. Wir beleben unsere Erinnerungen, modellieren und gestalten sie bewusst zu unseren Gunsten.  Dabei nutzen wir nicht nur die Kraft des Schreibens, sondern unterstützend auch den intuitiv-künstlerischen Ausdruck. Denn unser Gehirn denkt in inneren Bildern. Es merkt sich Dinge leichter, zu denen es einen emotionalen und visuellen Bezug hat. [5] Wir können belastende Erinnerungen erwecken und verarbeiten. Sie sollen nicht gelöscht, gern aber in eine neue Perspektive transzendiert werden.

Mehr Infos www.lebenswegschreiben.de

Ulrike Hinrichs, intermediale Kunsttherapeutin (Master of Arts), Autorin, Seminarleiterin biografisches Schreiben

 

Literatur

[1] Stephen King (2000, S. 19/20). Das Leben und das Schreiben, Heyne

[2] https://www.heise.de/tr/artikel/Das-Gedaechtnis-ist-nicht-statisch-2038305.html 18.1.2019

[3] Walter Hinck, Selbstannäherungen. Autobiographien im 20. Jahrhundert von Elias Canetti bis Marcel Reich-Ranicki. Artemis & Winkler.

[4] Günter Grass, Beim Häuten der Zwiebel, Seite 7 ff., Leseprobe

[5] Siehe zum Beispiel Gerald Hüther in seinem sehr zu empfehlenden Buch: „Bedienungsanleitung für ein menschliches Gehirn“, Vandenhoeck & Ruprecht

Wenn nicht nur der Pulli kratzt – was es bedeutet, hochsensibel zu sein

Neurodiversität: Hochsensibilität, Traumafolgen, ADHS im Erwachsenenalter, zu den neurospezifschen Besonderheiten siehe  auch meinen Artikel im Kulturfeuilleton des Hamburger Südens Neurodiversität – Nichts für die Ohren

„Du bist eine Prinzessin auf der Erbse“ habe ich als Kind oft gehört, wobei der Tonfall meiner Mutter nichts Gutes ahnen ließ, auch wenn mir das Märchen[1] , bei dem die sensible Königstochter durch viele Matratzen hindurch eine kleine Erbse fühlt, eigentlich sehr gefiel. Die Prinzessin steht in unserem Sprachgebrauch daher auch für eine besonders empfindliche Person.

Mit mir stimmt irgendetwas nicht, war die nicht überhörbare Botschaft im Subtext. Und tatsächlich, ich bin anders. Mir ist viel schneller alles zu viel, als anderen Menschen. Ich halte mir die Ohren zu, wenn ein schrilles Martinshorn im Straßenverkehr ertönt und ich muss alle Nebengeräusche wie Radio oder Fernseher ausschalten, wenn ich mich unterhalten will. Zu viele Menschen an der Supermarktkasse beengen mich, zu viele Informationen auf einmal überfordern mich. Der Wollpullover kratzt auf meiner Haut, das Schild im T-Shirt nervt im Nacken, das Gummi von den Socken ist zu eng. Der Autofahrer rückt mir zu dicht auf die Pelle, das Oberlicht im Büro ist zu grell, ich kriege zu wenig Luft bei geschlossenem Fenster oder das Parfüm der Kollegin ätzt in meiner Nase. Ich fühle auch zu viel mit. Ich sorge mich um den jaulenden Nachbarshund (muss ich den Tierschutz rufen?) oder kriege ein flaues Gefühl im Bauch, wenn ich versehentlich in eine Dokumentation über Massentierhaltung seppe (Fernseher ausschalten, sonst kann ich nicht schlafen). Ich erinnere noch unseren Familienurlaub nach Bulgarien, ich muss so um die 10 Jahre alt gewesen sein, während andere Kinder am Meer im Sand spielten, rettete ich unzählige Marienkäfer vor dem Ertrinken. Ich spüre Stimmungen im Raum. Manchmal hab ich das Gefühl, dass ich Energien körperlich greifen kann. Ich nehme oft das wahr, was nicht gesagt werden soll oder kann. Und mein Gehirn besticht durch ein dauerhaft aktives Gedankenkarussell.

Ich bin hochsensibel.

Hochsensibilität ist keine Krankheit und auch nicht „heilbar“, es ist eine Eigenschaft, von der ca. 15 – 20 % der Menschen und auch der Tiere betroffen sind. Kennzeichnend für hochsensible Menschen sind kurz zusammengefasst (nach Aron)[2] insbesondere eine

  • gründliche Informationsverarbeitung

Eine gründliche Informationsverarbeitung zeichnet sich nach Aron dadurch aus, dass sich hochsensible Menschen auffällig mehr Gedanken machen, und zwar in allen Lebensbereichen, über die Beziehung, die Arbeit oder auchdie Gesellschaft oder den Sinn des Lebens. Eine hohe Reflexion über das eigene Handeln und seine Auswirkungen sind ebenfalls Indikator für eine vertiefende Verarbeitungsebene von Informationen. Dies zeigt sich ganz auffällig auch im Mitfühlen und mitleiden mit dem Schmerz anderer Lebewesen, Mensch wie Tier. Dadurch haben Hochsensible oft auch einen hohen Anspruch an Gerechtigkeit. Diese gründliche Verarbeitung von Eindrücken dürfte auch der Grund dafür sein, dass Hochsensible anfälliger für Traumata sind.

  • Übererregbarkeit

Ein hohes Erregungsniveau von Hochsensiblen zeigt sich durch ein hoch aktiviertes Nervensystem (siehe dazu auch Autnomes Nervensystem, Trauma und Kunsttherapie). Eine chronische Übererregung ist  sehr häufig eines der Hochsensible am meisten belastenden Probleme im Alltag. Denn diese führt zu Überforderung, Schlafstörungen und körperlichen Symptomen. Nicht nur negative, auch positive Veränderungen im Lebensrhythmus, etwa ein größer Urlaub oder Umzug, wirken auf Hochsensible oft stark beunruhigend und lösen hohen Stress aus.

  • emotionale Intensität

Eine emotionale Intensität, die von außen  unschwer zu erkennen ist, ist ein weiteres Merkmal für  Hochsensibilität. Sie lässt sich aber nicht immer trennscharf etwa auch von einer vergleichbaren traumabedingten Emotionsdichte unterscheiden. Für Hochsensibilität in Abgrenzung zu Traumata kennzeichnend ist eine solche emotionale Tiefe in allen Lebensbereichen.

  • eine sensorische Empfindlichkeit

Die sensorische Empfindlichkeit spiegelt die Hochsensibilität auf der Körperebene bzw. der Sinneswahrnehmung. Hochsensible reagieren etwa empfindlich auf Hautreize durch Cremes, Wolle oder auch Berührungen. Auch die Wahrnehmung von Geräuschen, Gerüchen und visuellen Eindrücken (z.B. grelles Licht), die für Normalsensible noch unauffällig sind, belastet hochsensible Menschen.

Mehr Infos unter >> High Sensitiv Person

Auch bei bestimmten psychischen Erkrankungen, insbesondere bei Traumata, zeigen sich solche Symptome. Gerade ein übererregtes Nervensystem ist typisch für ein Trauma

Siehe auch meine Beiträge

Wenn man allerdings Hochsensible befragt, dann erzählen sie ähnliche Geschichten aus ihrer Kindheit wie ich. Botschaft: es war schon immer so!  Gerade dieses Gesamtbild der Eigenschaften, die die Person schon in der Kindheit kennzeichnen, zeigt die Abgrenzung zu oft ähnlichen Trauma-Symptomen, die in der Regel nur bestimmte Verhaltensweisen betreffen.[3] Dennoch ist eine Trennlinie nicht immer leicht zu ziehen. Oft bedingt Hochsensibilität auch ein Trauma.[4]

Hochsensibilität ist eine Begabung und eine Last. Die Begabung liegt zum Beispiel in der intensiven und vernetzten Wahrnehmung. Hochsensible Menschen haben oft einen guten Zugang zu ihrer Intuition, nicht selten auch Vorahnungen und ausgeprägte Hellsinne. Gleichzeitig führt eine Hochsensibilität oft zu einer Reizüberflutung und Überforderung, wenn Rückzugsmöglichkeiten und Entspannungsphasen nicht genug gelebt werden. Dadurch bedingte Symptome wie Müdigkeit, Konzentrations- und Schlafstörungen, Infektanfälligkeit, Allergien, Kopf- und Bauchschmerzen, Unruhe, Magen-Darm-Erkrankungen, Muskelverspannungen, Erkrankungen des Bewegungsapparates, sowie Angstzuständen bis hin zur Depression sind typisch. Hochsensible brauchen daher einen äußerst guten Zugang zu ihren Ressourcen, sie müssen gut auf sich Acht geben (beispielsweise mehr Rückzug) und den Mut haben, mit ihrer Sensibilität offen umzugehen.

Ein guter Zugang zu Ressourcen findet sich über den künstlerischen Ausdruck. Unser Gehirn denkt in Bildern. Es liebt Metaphern, Geschichten und Märchen. Sprachbilder öffnen neue Perspektiven und Welten im Kopf. Der künstlerische Ausdruck weitet den Blick. Brown vergleicht die Kunst unter all den Kategorien, die sich der Mensch schafft, als diejenige, die dem Menschsein am meisten ähnelt.

„Es entspricht unserem Wesen, unvollkommen zu sein. Nicht kategorisierbare Gefühle und Emotionen zu haben. Dinge herzustellen oder zu tun, die manchmal nicht unbedingt einen Sinn ergeben. Kunst ist einfach etwas vollkommen Unvollkommenes“, so Brown.[5]

Ich verstehe den künstlerischen Ausdruck als eine Form einer universellen Sprache. Die herkömmlichen gesellschaftlichen Bewertungskriterien von Kunst sind dafür unbedeutend. Das Kunstwerk ist vielmehr eine Art Bote, der Inneres nach außen bringt. Mit dem künstlerischen Ausdruck finden wir Zugang zu einer Ebene im sprachlosen Raum. Die Kunst kann Unsichtbares sichtbar machen und Widersprüche vereinen. Über die Kunstwerke entstehen für den Künstler neue Weg, die mit der Ratio nicht gedacht werden können. Mit der Kunst haben wir Zugang zu einem universellen kreativen Feld und können über intuitive künstlerische Prozesse einen Impuls aus der Zukunft bekommen.[6] Oft zeigen sich Themen und Lösungen ganz von selbst.

Ulrike Hinrichs 2018

Termine 2019

Workshop Kunst als Sehhilfe – Intuitiver Kunstworkshop für Hochsensible

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Literatur

[1] Märchen von Hans-Christian Andersen

[2] Aron, Elaine N. (2014). Hochsensible Menschen in der Psychotherapie. Paderborn: Junfermann Verlag.

[3] Aron (2014).

[4] Chödrön, Pema (2001). Wenn alles zusammenbricht: Hilfestellung für schwierige Zeiten. Goldmann Verlag.

[5]  Brown, Brené (2017). Verletzlichkeit macht Stark. Wie wir unsere Schutzmechanismen aufgeben und innerlich reich werden. München: Goldmann.

Brown (S. 164).

[6] Scharmer Otto C. (2009). Theorie U: Von der Zukunft her führen. Presencing als soziale Technik. Heidelberg: Carl-Auer.

Außen Scham. Innen Liebe.

Selbstliebe und Selbstachtung ist für viele Frauen ein schwieriges Thema. Oft wirken negativ prägende Glaubenssätze aus der Kindheit im Hintergrund, die toxische Schamgefühle auslösen. Toxische Scham als Maskierung von Schmerz beschreibt die tiefe innere Überzeugung falsch, wertlos, mit einem Makel behaftet zu sein. Diese tiefliegende Verletzung des Wesenskerns, wohnt in vielen Menschen, die in ihrer Kindheit nicht willkommen waren, die keine sichere Bindung erfahren haben, die vernachlässigt, gedemütigt oder misshandelt wurden. Wenn uns das Gefühl vermittelt wurde „falsch zu sein“, nichts richtig machen zu können, keine Fehler machen zu dürfen, be- und entwertet wurden, dann entwickelt sich ein ungesundes Gefühl von Scham, das unser Leben einschränkt.

Wir begegnen in unserer Gruppe dem Thema mit künstlerischen Mitteln, wecken Ressourcen, entlarven behindernde Glaubenssätzen. Wir arbeiten mit unterschiedlichen künstlerischen Materialien, Farben, Collage, Poesie, Musik.

Leitung Ulrike Hinrichs, Kunsttherapeutin (M.A.)

Ort: Frauenberatungsstelle Biff Harburg, Neue Straße 59, 21073 Hamburg www.biff-frauenberatung.de

Termine: Montags 16.00 bis 18.00 Uhr

Göttliche Schreibwerkstatt

„Aus Buchstabensuppe machen wir wortgewaltige Götterspeise für die Ohren“

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Götter.online, ein Kunstprojekt der Künstlergruppe für Flüchtlinge und Künstlerinnen aus dem Hamburger Süden, erweckt die Götter der griechischen, keltischen und ägyptischen Mythologie sowie andere Götter und Symbole mit Farbe und Pinsel zum Leben. Die Götter sind als universelle Kräfte zu verstehen. Dieser Idee wollen wir uns auch in unserem Schreibworkshop widmen und die Götter-Kunstwerke zum Sprechen bringen. Experimentelle Texte sind ebenso erwünscht wie Geschichten und Poesie. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Die Texte werden gemeinsam mit den Göttern auf dem Harburger Kulturtag am 4.11.2018 ausgestellt und gern auch gelesen.

Infos zum Projekt www.götter.online

Termin: Sonntag, den 14.10.2018 von 13.00 bis 16.00 Uhr

Ort: Dreifalt – Kunst, Kultur, Kreativität (ehemalige Dreifaltigkeitskirche=, Neue Straße 44, 21073 Hamburg.

Die Teilnahme ist kostenfrei

Um Anmeldung wird gebeten

ulrike.hinrichs @ web. de

040 81977616

Gemalte Freiheit – Workshop und Ausstellung

Workshop  – Gemalte Freiheit

Unser Grundgesetz, das in Kürze 70 Jahre alt wird, repräsentiert unsere gesellschaftlichen Grundwerte. Sie sind ein großer Schatz, den es gerade in Zeiten starker gesellschaftlicher Spannungen mit polarisierenden Wertekonflikten zu hüten gilt. Viele Menschen fühlen sich nicht mehr gehört und sind demokratieverdrossen. Wir halten dagegen, wollen unsere Grundrechte künstlerisch gestalten und damit deine individuelle Sicht zeigen. Was beispielsweise verstehst du unter Menschenwürde oder Religionsfreiheit, Gleichberechtigung oder Handlungsfreiheit?  Die Kunst schafft und respektiert Vielfalt und verbindet Widersprüchliches. Wir begegnen uns und kommen in einen kreativen Dialog. Künstlerische Vorkenntnisse oder Vorkenntnisse zum Grundgesetz sind nicht erforderlich. Am 23.09.2018 werden die Werke in der Dreifaltigkeitskriche in Harburg ausgestellt, wir kommen mit den Besuchern in einen Dialog.

Wer kann mitmachen?

Alle Harburger*innen, die Lust haben… und gern Menschen in besonderen persönlichen Situationen, wie Geflüchtete, Menschen mit Migrationshintergrund, erwerbslose, wohnungslose etc.“

 

Justizia Bettina Behrendt

Ausstellung  Sonntag,  23.09.2018 ab 15 Uhr

Ab 16 Uhr künstlerische Führung mit Dialog

„3falt“ (ehemalige Dreifaltigkeitskirche), Neue Straße 44, 21073 Hamburg

Kontakt

Ulrike Hinrichs, E-Mail ulrike.hinrichs at web.de, Telefon 81977616 (gern Nachricht auf AB hinterlassen)

Weitere Infos www.grundrechtekreativ.de

 

Das Projekt wird unterstützt von

Bezirksamt Harburg, Bundesprogramm „Demokratie leben!“

und der Landeszentrale für politische Bildung

Toxische Scham

Werke anlässlich der Gemeinschaftsausstellung „Frauenbilder“ auf dem interantionalen Frauentag in der Biff Harburg, Reihe: Me Too

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Kunsttherapeutisches Gruppenangebot in der Frauenberatungsstelle: Biff Harburg, Termine 2021: Außen Scham. Innen Liebe.

Gruppenangebot im Kulturhaus Süderelbe, Mit Farben gegen Gewalt für Frauen mit Gewalterfahrung

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Nur wenn wir mutig genug sind, die Dunkelheit zu untersuchen, werden wir die unendliche Macht unseres Lichts entdecken. Brené Brown [1] 

Scham ist vom Grundprinzip ein natürliches und notwendiges Gefühl. Es regelt die Interaktion in der Gemeinschaft (soziale Anpassung) und den Schutz des Selbst (wie viel gebe ich von mir preis). Toxische Scham (der Begriff stammt von John Bradshaw) als Maskierung von Schmerz beschreibt dagegen die tiefe innere Überzeugung falsch, wertlos, mit einem Makel behaftet  zu sein. Diese tiefliegende Verletzung des Wesenskerns, die sich in toxischer Scham zeigt, wohnt in vielen Menschen, die in ihrer Kindheit nicht willkommen waren, die keine sichere Bindung erfahren haben, die gedemütigt oder gar misshandelt wurden. Wenn Kindern durch nonverbales Verhalten oder mit Worten das Gefühl vermittelt wird „falsch zu sein“, nichts richtig machen zu können, keine Fehler machen zu dürfen, be- und entwertet werden, dann entwickelt sich ein ungesundes Gefühl von Scham.

Die Botschaft lautet dann nicht: „du hast etwas falsch gemacht und das ist ok so, ich/wir haben dich bedingungslos lieb“, sondern „Du bist falsch“. Solche oder ähnliche Sätze und Verhaltensweisen kennen viele Menschen: „Mit dir hält es doch sowieso niemand aus“, „Stell dich nicht so an“, „du bist zu dick“, „das kannst du sowieso nicht“, keine körperlichen Berührungen, Umarmungen, Liebes- und Kontaktentzug bei nicht angepasstem Verhalten, keinen Trost in schmerzhaften Situationen.

Typische Abwehrmechanismen nach Bradshaw[2] gegen den Schmerz der toxischen Scham können sein:

  • Perfektionismus, Kontrollzwang,
  • Streben nach Macht und Höchstleistungen,
  • Zorn und Wut,
  • „Denksucht“, Intellektualisieren,
  • Kritik und Tadel, Bestrafung, Bewertung und Verurteilung anderer (Vergleichen mit anderen), Neid, Arroganz,
  • Moralisieren, Verachten, Idealisieren, Beeinflussbarkeit,
  • gönnerhaftes Verhalten, Sichkümmern und Helfen, Nettigkeit und Gefälligkeit.

Solche Verhaltensweisen lenken von einem selbst ab, der eigene Wert wird im Außen gesucht. Kontrolle ist eine der Hauptstrategien, um die toxische Scham zu verbergen. Entweder der Betroffene versucht alle Lebensumstände völlig unter Kontrolle zu bringen oder er/sie verliert jegliche Kontrolle (Suchtverhalten). Die Folgen sind Selbstentfremdung und innere Leere. Die eigenen Grenzen können nicht erkannt bzw. nicht richtig geschützt werden. Betroffene Klammern in Beziehungen, begeben sich in Abhängigkeiten oder können keine Nähe zulassen. Sie reagieren auf Kritik mit heftiger Wut und Aggressionen oder sogar Gewalt.

Körperreaktionen der Scham

  • Beschleunigung der Atmung,
  • Herzrasen,
  • Erröten,
  • Zittern (auch in der Stimme),
  • Sprachlosigkeit (Trockenheit im Mund),
  • Stottern,
  • Schweißausbrüche,
  • Emotionale Beklommenheit (innerer Druck, Innere Enge),
  • seelische Betäubung, innere Leere und auch körperliche Taubheitsgefühle,
  • Schwindel,
  • Muskelverspannung,
  • Ohnmacht, Flucht.

Siehe auch zum Thema Scham mein Beitrag: „Narzisstische Mütter“ … ihr Einfluss auf ihre Töchter und wie die Kunst heilen hilft

© Ulrike Hinrichs

Ulrike Hinrichs, Kunst als Sprache der Intuition – Der holografische Ansatz in der Kunsttherapie und kunstanalogen Transformationsprozessen Synergia-Verlag, ISBN 9783906873824

Literatur

[1] Brené Brown (2017). Verletzlichkeit macht Stark. Wie wir unsere Schutzmechanismen aufgeben und innerlich reich werden. München: Goldmann, S. 89

[2] John Bradshaw (Wenn Scham krank macht: Verstehen und überwinden von Schamgefühlen)

Autonomes Nervensystem, Trauma und Kunsttherapie

Das autonome (vegetative) Nervensystem (ANS) kontrolliert die lebenswichtigen Grundfunktionen des Körpers. Das ANS reguliert alle autark ablaufenden Funktionen wie Herzschlag, Verdauung und Atmung. Sämtliche Informationen werden über das Rückenmark zu den Organen weitergegeben. Das ANS besteht aus dem sympathischen (SNS) und parasympathischen Nervensystem (PNS), die antagonistisch auf die Organe einwirken. Bei hoher Stressbelastung und in (lebens-)bedrohlichen Situationen (die regelmäßig zu Trauma führen) schaltet das ANS je nach Situation und Individuum auf die drei Grundmechanismen: Flucht – Angriff – Erstarrung.

 

Das sympathische Nervensystem

Das sympathische Nervensystem (SNS) übernimmt den aktiven Part im autonomen Nervensystem. Es stimuliert in Stresssituationen Herzschlag, Atmung und Hormone. Körperliche Anzeichen:

  • Anspannung der Skelettmuskulatur (Vorbereitung auf körperliche Aktivität),
  • Steigerung des Herzschlags
  • Erweiterung der Pupillen
  • Hemmung des Tränen- und Speichelfluss
  • Erweiterung der Luftwege
  • Hemmung der Ausscheidungsorgane (keine Darm- und Blasenentleerung),
  • Adrenalin und Noradrenalin wird freigesetzt
  • Verengung der Blutgefäße
  • Stimulierung des Orgasmus

In lebensbedrohlichen Gefahrensituationen bereitet es auf Flucht oder Angriff vor. Eine hohe Aktivierung des SNS führt zu Reaktionen wie Wut, Aggressionen und impulsiven Gefühlsausbrüchen. Bei einer dauerhaften, chronischer  Über-Aktivierung des Sympathikus durch Stress, Angst und Aufregung besteht eine große Anspannung und innere Unruhe, Reizbarkeit und Aggressivität bei dem Betroffenen. Dies drückt sich auch in hektischen Bewegungen und einer überschnellen Kampf- und Leistungsbereitschaft aus. Ein deutliches Anzeichen der Überaktivierung des PSN zeigt sich auch in einer hohen Nervosität. Der Körper ist permanent auf körperliche und geistige Leistung vorbereitet.

 

 

Das parasympathische Nervensystem

Das parasympathische Nervensystem (PNS) wirkt beruhigend auf die Körperfunktionen. Als Gegenpol zum Sympathikus bewirkt der parasympathische Teil, der auch „Ruhenerv“ genannt wird,  eine Normalisierung der Organ- und Drüsenfunktion und sorgt für Entspannung. Das PSN tendiert zur Speicherung und dem Aufbau von Energie während einer Ruhe- oder Erholungsphase.

Körperliche Anzeichen:

  • Erschlaffung der Skelettmuskulatur
  • Förderung des Tränen- und Speichelfluss
  • Verengung der Pupillen und Luftwege
  • Verlangsamung des Herzschlags
  • Reduzierung des Stoffwechsels
  • Erweiterung der Blutgefäße im Darm,
  • Förderung der Verdauungsfunktionen
  • Stimulierung der sexuellen Erregung

In lebensbedrohlichen Gefahrensituationen, in denen Flucht und Angriff sinnlos sind, bereitet das PNS die Erstarrung (Totstellen) vor. Dies führt zu Reaktionen wie körperlichem und emotionalem Einfrieren, Depression, Müdigkeit, Erschöpfung, Schockstarre. Bei einer Überaktivierung des PSN in Angst- und Stresssituationen zeigt sich die Person äußerlich wie gelähmt.

 

Kunsttherapie und autonomes Nervensystem

 

Die männliche und weibliche Urkraft können als symbolische Platzhalter für das sympathische und parasympathische Nervensystem stehen. Das sympathische Nervensystem  spiegelt das aktive männliche Prinzip, während der Parasympathikus das passive weibliche Prinzip wiedergibt. Wir alle leben zwischen den Polen dieser Kräfte. Die Begrifflichkeiten haben nichts mit der Geschlechterzuordnung  zu tun. Beide Pole leben in jedem Menschen, schon C.G. Jung hat die Archetypen der Anima, als Urbild der Frau im Mann und des Animus als Urbild des Mannes in der Frau beschrieben. Diese Grundprinzipien sind universell und lassen sich in vielen Kulturen als Symbole finden, wie etwa im Symbol Ying und Yang aus der chinesischen Philosophie oder im  Hinduismus, das Prinzip  Linguan, als das aktive und kreative Prinzip, und Yoni als das weibliche, aufnehmende Prinzip. Das weibliche Prinzip steht für Hingabe und Empfänglichkeit. Die Energie ist eher diffus, fließend und formlos. Gleichzeitig ist sie schöpferisch-gestaltend, gebärend, verwandelnd und heilend. Das männliche Prinzip beschreibt das Denken, Handeln und die Aktivität. Die männliche Energie gibt Inspiration. Sie ist fokussiert und zielgerichtet, kämpferisch, dynamisch, leistungs- und wettbewerbsorientiert. Die männliche Energie schützt und hält die weibliche Energie.

Es gibt verschiedene Ansatzpunkte diese Prinzipien künstlerisch umzusetzen. Von der Heilpraktikerin und Trauma-Expertin Andrea Wandel habe ich für das autonome Nervensystem das Symbol „Das wilde Tier in dir“ dankend übernommen. Dieses ungezähmte wilde Wesen hält sich nicht an Normen und Konventionen. Es lebt instinkthaft und tut genau das, was in diesem Moment richtig ist. Die polarisierenden Urkräfte können spielerisch auch in anderen Symbolen umgesetzt werden. Für das weibliche Prinzip kann beispielsweise die Königin als archetypischer Fingerabdruck stehen, für das männliche Prinzip der König. Hier sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt, auch die Götter der griechischen Mythologie eigenen sich für eine symbolische Umsetzung dieser Prinzipien, Demeter die Muttergöttin der Natur etwa und als Gegenspieler Zeus, der Gott des Himmels und des Donners.

Die künstlerische Arbeit mit Symbolen defokussiert von der traumatischen Erfahrung. Es lenkt die Aufmerksamkeit nach außen auf das Kunstwerk und erleichtert den Zugang zu den sehr belastenden, mit Worten oft kaum zugänglichen Erfahrungen und Gefühlen.

siehe auch zum Thema: 

© Ulrike Hinrichs 2018, die Bilder stammen aus der Künstlergruppe für Flüchtlinge

Trauma und Hochsensibilität

 

  Ulrike Hinrichs

Die Welt ist ein gefährlicher Ort, vor allem auf einem Piratenschiff. Überall lauern Gefahren, durch Feinde, Orkane, Seebeben und gefährliche Meerestiere. Die Königin der Meere verlässt sich daher nicht auf die Nautik, sondern führt ihr Piratenschiff mit ihren feinen Instinkten und Vorahnungen durch die gefährliche See. Sie sieht durch das Nichts im Nebel und kennt die Klänge der Ruhe vor dem Sturm. Sie fühlt wie die Tiere das heranziehende Gewitter. Und sie  hat den Geschmack von Blut im Mund, noch bevor der Tod um die Ecke kommt.

 

Trauma und Hochsensibilität

Sowohl Hochsensible wie auch traumatisierte Menschen haben ein besonders feines Gespür für Stimmungen und Atmosphären. Ihr autonomes Nervensystem ist hoch aktiviert. Das durch ein Trauma bedingte permanente Gefühl von Gefahr lenkt alle „Antennen“ nach außen. „Ein Trauma ist eine heftige Zusammenballung von  »Überlebens«-energie, einer Energie, die den angestrebten sinnvollen Handlungsablauf nicht zum Abschluss bringen konnte“, beschreibt es der Traumaforscher Levine.[1] Die Betroffenen sind körperlich auf Kampf, Flucht oder schlimmstenfalls Erstarrung (Todstellen) vorbereitet. Dadurch entwickeln traumatisierte Menschen ein sehr feines Gespür. Auch Kinder (kriegs-)traumatisierter Eltern übernehmen oft Traumata ihrer Vorfahren. Wer nicht hört, was Eltern belastet, weil es nicht ausgesprochen wird, versucht es zu erspüren. „Wer keine Stimmen hört, lauscht Stimmungen. Wer die Eltern und ihr Leid nicht greifen kann, wird hochempfindsam für Atmosphären, für die Klänge des Schweigens, das Ungesagte“, beschreiben es Baer und Fricke-Baer.[2] Bei Hochsensiblen geht man dagegen davon aus, dass ihre besondere Wahrnehmungsfähigkeit angeboren ist. Daher zeigen sichsolche Eigenschaften bereits schon in der frühen Kindheit.

Die Grenzen zwischen den Phänomenen sind fließend. Sowohl kann ein Trauma Hochsensibilität begünstigen, als auch Hochsensibilität wegen der erhöhten Empfindsamkeit eher in ein Trauma münden.  Hochsensibilität und vor allem Traumata werden von den Betroffenen oft als sehr belastend und lebenseinschränkend empfunden. Ich möchte mich hier weniger auf die negativen Symptome, sondern mehr auf die Ressourcen und Begabungen dieser Menschen konzentrieren.  Gemeinsam ist hochsensiblen und traumatisieren Menschen eine erweiterte, vernetzte oft auch synästhetische Wahrnehmung.[3] Hochsensible und Traumatisierte nehmen nicht nur mehr, sondern auch sehr viel feiner wahr. Sie erkennen die größeren Zusammenhänge. Dieses Mehr an Information führt zu einer anderen Bewertung der Welt, zu einem anderen Wirklichkeitskonstrukt und damit zu einer grundlegend anderen Weltsicht. Für viele hochsensible und traumatisierte Menschen sind daher auch so genannte paranormale Phänomene normal, die mit unserer mechanistisch-materialistischen Weltsicht nicht zu erklären sind. Auch der Traumaforscher Levine zieht Vergleiche zu »mystischen« und »spirituellen Erfahrungen«.[4] Erlaubt man sich einen Perspektivwechsel zu einem holografischen Weltbild[5], dann bietet sich für diese Form der Wahrnehmungen eine nachvollziehbare Erklärung. Normalsensiblen fällt es mangels eigener Erfahrung solcher Phänomene aber oft schwer, sich auf diesen Perspektivwechsel einzulassen. Dabei kann man davon ausgehen, dass jeder über vier mediale Sinne verfüge (Hellsehen, Hellhören, Hellfühlen, Intuition), so der Biochemiker und Neurologe Sanders, der diese „übersinnlichen“ Wahrnehmungen sehr detailliert beschreibt.[6]  Hochsensible und Traumatisierte haben insofern nur eine besondere Begabung entwickelt oder mitbekommen. Wir können diese besondere Gabe nutzen und schärfen, um Erkenntnisse zu gewinnen, die aus dem holografischen Raum kommen. Die Kunst wirkt dabei wie eine „Sehhilfe“, die Inneres visuell nach außen zu bringen vermag und dabei eine neue materialisierte Ebene erschafft.

 

© Ulrike Hinrichs 2018

http://www.lösungskunst.com

 

Siehe meine Beiträge zum Thema

Siehe auch Kreativambulanz, Angebot für Geflüchtete

 

Literatur

[1] Levine, Peter A. (2010, S. 419). Sprache ohne Worte. Wie unser Körper Trauma verarbeitet und uns in die innere Balance zurückführt. München: Kösel

[2] Baer und Fricke-Baer (2012, S. 94) „Wie Trauma in die nächste Generation wirken“. Neukirchen-Vluyn: Semonos

[3]  Synästhesie bedeutet, dass ein Sinnesreiz neben der üblichen Wahrnehmung zusätzliche Sinneswahrnehmungen auslöst: Musik etwa erzeugt zusätzlich visuelle Eindrücke, ein Ton wird mit einem Geschmack verbunden oder auch Zahlen erscheinen in bestimmten Farben, um nur einige Beispiele zu nennen. Hochsensible und Traumatisierte nehmen nicht nur mehr, sondern auch sehr viel feiner wahr.

[4] Levine, Peter A. (2010, S. 420).

[5]Siehe meinen Beitrag zum Thema Resonanz: https://loesungskunst.wordpress.com/2017/05/09/resonanz/

[6] Sanders, A. Pete (2013). Das Handbuch übersinnlicher Wahrnehmung. Oberstorf: Windpferd.

Krafttier-Mantra

„Ich spüre die Kraft des Drachen“

 

Mantra bezeichnet eine heilige Silbe, ein heiliges Wort oder einen heiligen Vers. Diese sind „Klangkörper“ einer spirituellen Kraft, die sich durch meist repetitives Rezitieren im Diesseits manifestieren soll (Wikipedia).

Krafttier-Bilder erzählen von inneren Wahrheiten, sie machen sichtbar, welche Potentiale, Kräfte, Energien und Themen uns und die reflexive Welt gerade bewegen.

Wir können uns unser Krafttier künstlerisch zum Leben erwecken und uns unser Krafttier-Mantra schaffen.

Und so geht es

Bei der Suche nach einem eigenen Mantra schwingen vor allem zwei Fragen mit:

  • In welcher Situation möchte ich das Mantra nutzen?
  • Welchen Zustand / welches Gefühl will ich durch das Mantra herbeiführen?

Diese Fragen werden nicht bewusst gestellt, sie wirken im „Hintergrund“ bei einer Entscheidung für ein bestimmtes Mantra. Wenn ein Mantra „passt“, dann spürst du es intuitiv. Male zunächst intuitiv dein Krafttier oder wähle eine Krafttierkarte, die dich magisch anzieht.

Die folgenden Fragen können als Impuls dienen für ein Krafttier-Mantra:

  • Fühle dich genau in das Tier ein, welche Fähigkeiten, Eigenschaften, Stärken hat es?
  • Wo lebt es?
  • Wie und mit wem lebt es? Ist es ein Einzelgänger, Herdentier?
  • Warum hast du dieses Tier ausgewählt?
  • Was verbindest du mit dem Tier?
  • Welche Eigenschaften, Gewohnheiten etc. ziehen dich persönlich besonders an dem Tier an?
  • Was gefällt dir an dem Tier?
  • Was kann das Tier besonders gut?
  • Wie kann es dich unterstützen?

Schlussendlich bilde einen für dich Stimmigen Satz aus deinen Erkenntnissen.

***

Alternativ zum Malen kann man mit unseren 55 Krafttierkarten der Künstlergruppe für Flüchtlinge arbeiten.

Infos zum Projekt und den Karten www.krafttier.reisen

 

 

Kuscheltier Mensch

Samera, Künstlergruppe für Flüchtlinge

 

Kuscheltier Mensch

Wie können wir wieder – im doppelten Sinne des Wortes – mehr berührt werden, uns berühren lassen?

Gestreichelt werden, kuscheln, umarmt werden: Berührungen wecken Gefühle von Zuwendung, Trost, Geborgenheit, Zugehörigkeit und Liebe. In einer vereinsamenden Gesellschaft ist das ein Alarmzeichen. Berührungsmangel in der Kindheit ist besonders fatal. Das Urvertrauen in die Welt wird in der frühen Kindheit vor allem auch über den Körperkontakt vermittelt. Die Generation im und nach dem zweiten Weltkrieg ist von einer berührungslosen Kindheit gezeichnet. Die Erziehung wurde wesentlich von der Nationalsozialistin und Ärztin Johanna Haarer mit ihrem Erziehungsratgeber ‚Die deutsche Mutter und ihr erstes Kind‘ (1934) geprägt. Hier ging es um Zucht und Ordnung, nicht um Liebe  und Zuneigung. Umarmungen, auch bei Schmerz und Kummer des Kindes warten verpönt. Es durfte als Erziehungsmittel stattdessen geschlagen und geohrfeigt werden.  Wenn Babies schrien, so sollte man als Mutter diesem Schreien auf keinen Fall nachgeben, um die Kindern nicht  zu verhätscheln. Das haben viele so erlebt. Ich selbst – Nachkriegskind, Jahrgang 1965 – erinnere mich noch an Sätze wie: „Alles was nicht unmittelbar zum Tode führt härtet ab“.  Die Betroffenen leiden ein lebenslang unter dieser Form der emotionslosen Erziehung.

Wenn man Gefühle nicht nährt, dann spürt man sie  immer weniger, so aber der Psychotherapeut Prof. Dr. Musalek.  Heute gelten zwar die alten Erziehungsmethoden nicht mehr. Dennoch leben wir in einer Zeit der Berührungslosigkeit. Wir sind –  und das ist gut so – sensibilisiert für sexuelle Übergriffe auf Kinder in Kirchen, Kindergärten und im familiären Umfeld. Der Nebeneffekt einer wichtigen Fokussierung auf dieses Tabuthema ist aber, dass sich nun Erzieher/innen, Pädagog/innen  und Lehrer/innen gut überlegen, ob sie ein Kind in den Arme nehmen, berühren. Körperliche Berührungen sind auch in der Psychotherapie ein Tabu, um ein weiteres Beispiel zu bringen.

Nun die gute Nachricht: wir können etwas ändern, wir können beispielsweise uns die nötigen Streicheleinheiten selbst schenken, uns bewusst und mit Genuss eincremen, massieren. Auch die berührende Verbindung zu Haustieren hilft dem Menschen. Der Kontakt von älteren Menschen zu Kindern, Enkelkindern, Umarmungen, Hand in Hand spazieren gehen, all das nährt uns. Wir können zudem mehr kleine Berührungen in unserer Umgebung etablieren. Denn es hat etwas mit Bewusstwerdung bzw. Bewusstheit für dieses Thema zu tun. Etablieren  Sie die Idee des Berührens und Berührt Werdens (wieder) in ihren Alltag. Durchbrechen Sie den Trend der Berührungslosigkeit.

Mehr Infos zum Thema Kuscheltier Mensch in Medizin populär, online

 

(c) Ulrike Hinrichs

Das Symbol Mandala

Mandala – „von Innen nach Außen, von Außen nach Innen!“

 

„Habe Geduld, alles ist schwierig, bevor es leicht wird“
(Saadî, persischer Dichter)

Das Mandala kann als Urmuster des Daseins bezeichnet werden, welches wir im künstlerischen Gestalten bewusst oder unbewusst erleben. Das Mandala-Malen lehrt Geduld, es fokussiert und lässt die Dinge ganz von selbst leichter werden.

Das Wort Mandala stammt aus der indischen Kultursprache Sanskrit und bedeutet Kreis. Der Kreis lebt vom Mittelpunkt, wird durch ihn definiert. „Der Punkt und der Kreis – Gott und die Welt – das Eine und das Viele – das Unoffenbare und das Offenbare – Inhalt und Form – das Metaphsyische und das Physische – viele Begriffspaare, die alle das Gleiche meinen“, beschreibt es Dethlefsen.*
Das Mandala hat traditionell verschiedene tiefergehende Bedeutungsebenen, der Kreis ist auch ein Symbol für den Kosmos.  Mandalas haben unterschiedliche Funktionen, beispielsweise als Hilfsmittel zur Meditation, als Ritualobjekt, als Talisman oder auch als Instruktionswerkzeug zur Initiation.
Das Mandala unterstützt nach C.G Jung aus psychologischer Sicht  vier Ebenen:

  • es bringt Schutz und Beruhigung in angstbesetzten Situationen,
  • es vermittelt Sinn, Ziel und eine Richtung bei dem Gefühl der Desorientiertheit,
  • es verschafft ein Gefühl der Ordnung und sinnvollen Strukturiertheit in aufgewühlten Gefühlslagen und chaotisch empfundenen Situationen,
  • es schafft ein generelles Gefühl von Faszination und Neugierde.

Die hier gezeigten Mandala Bilder stammen aus kunsttherapeutischen Beratungen

www.lösungskunst.com Ulrike Hinrichs

Saba Beheshti aus der von Ulrike Hinrichs geleiteten Künstlergruppe für Flüchtlinge hat mit ihrer Freundin ein Eslimi in der Erstaufnahme in Harburg gestaltet, ein orientalisches Mandala mit 2 Meter Durchmesser. Presse auf www.hamburg.de

___

*Zitat: Thomas Dethlefsen in: Ruediger Dahlke (2012), Mandalas der Welt, S. 6., Goldmann Verlag

Das wilde Tier in dir

Löwe: Maya (13 Jahre)

 

Wir können es kaum ertragen hinzuschauen. Der Schatten könnte das Beste des Lebens, das wir nicht gelebt haben, beinhalten. Geh in den Keller, auf den Speicher, zur Mülltonne. Finde dort Gold. Finde ein Tier, das nicht gefüttert und getränkt worden ist. Das bist du !! Dieses vernachlässigte, verbannte Tier, hungrig nach Aufmerksamkeit, ist ein Teil von dir selbst.

Marion Woodman

Das wilde Tier in dir

Das wilde Tier in dir steht als Metapher für deine inneren Urkräfte und Instinkte. Das ungezähmte Tier in dir macht was es will, jenseits von Glaubenssätzen, Regeln und Konventionen.

 Was würde dein wildes Tier jetzt gern tun?

Wo würde es bleiben wollen, hingehen, sich verstecken etc.?

Möchte es in Gesellschaft oder allein sein?

Fühlt es sich gefangen?

Fühlt es sich wohl und frei?

Fühlt es sich bedroht?

Wie würde es auf die Bedrohung reagieren?

Bekommt es genug Aufmerksamkeit?

Wie kann es dich unterstützen?

55 Krafttierkarten … Das Power Pack für die Intuition

 

Die Krafttierkarten sind in einem Kunstprojekt mit Flüchtlingen entstanden. Die Karten sind über die Webseite www.meinspiel.de für EUR 16,90 zu erhalten. Pro Kartenset gehen EUR 5,00 als Spende an die Johann Daniel Lawaetz Stiftung. Mit dem Geld werden Flüchtlingsprojekte in Hamburg unterstützt.

Die Karten lassen sich vielfältig einsetzen, wie etwa in Beratung, Coaching, Supervision, Therapie, in der Gruppenarbeit und zum absichtslosen Spielen.

Infos zum Kunstprojekt Krafttiere  www.krafttier.reisen

Mantra

 

„Ich spüre die Kraft des Drachen“

 

Mantra bezeichnet eine heilige Silbe, ein heiliges Wort oder einen heiligen Vers. Diese sind „Klangkörper“ einer spirituellen Kraft, die sich durch meist repetitives Rezitieren im Diesseits manifestieren soll (Wikipedia).

Du kannst dir zum Beispiel mit den Krafttierkarten der Künstlergruppe für Flüchtlinge ein individuelles Mantra erschaffen.

Und so geht es

Bei der Suche nach einem eigenen Mantra schwingen vor allem zwei Fragen mit:

  • In welcher Situation möchte ich das Mantra nutzen?
  • Welchen Zustand / welches Gefühl will ich durch das Mantra herbeiführen?

Diese Fragen werden nicht bewusst gestellt, sie wirken im „Hintergrund“ bei einer Entscheidung für ein bestimmtes Mantra. Wenn ein Mantra „passt“, dann spürst du es intuitiv.

Wähle zunächst eine Krafttierkarte aus, die dich magisch anzieht. Die folgenden Fragen können als Impuls dienen für ein Krafttier-Mantra:

  • Fühle dich genau in das Tier ein, welche Fähigkeiten, Eigenschaften, Stärken hat es?
  • Wo lebt es?
  • Wie und mit wem lebt es? Ist es ein Einezlgänger, Herdentier?
  • Warum hast du dieses Tier ausgewählt?
  • Was verbindest du mit dem Tier?
  • Welche Eigenschaften, Gewohnheiten etc. ziehen dich persönlich besonders an dem Tier an?
  • Was gefällt dir an dem Tier?
  • Was kann das Tier besonders gut?
  • Wie kann es dich unterstützen?
  • Worin / Wobei soll dich das Tier unterstützen?

Schlussendlich bilde einen für dich Stimmigen Satz aus deinen Erkenntnissen.

 

 

Der Joker – Generator für Überraschungen

Der Joker ist aus dem Kartenspiel bekannt, dort wird er als die „wilde Karte“ eingesetzt, als Glückskarte. Der Joker ist im Kartenspiel Ersatz für jede beliebige andere Karte. Im Tarot ist es der Narr, der alles darf und einfach tut, jenseits von Konventionen, Regeln und moralischen Verpflichtungen.  Man kennt den Joker und Narren auch aus Mythen und Märchen, Filmen und Geschichten. Diese tradierten Symbole (Felder) spiegeln das nicht Kalkuliere, das Schicksal, den Zufall. Der Joker zeichnet sich durch Kompetenz und Flexibilität im Umgang mit Überraschungen aus. Der Joker kann neue bisher ungeahnte Impulse geben. Er zeigt das, was wir nicht vorhersehen oder gar erahnen können. Insofern eignet sich das Symbol des Jokers oder Narren für Veränderungsprozesse, um neue unbekannte Impuls zu generieren. Der Auftrag besteht im künstlerischen Umsetzen des Jokers. Anschließend kann über das Symbol in einen Dialog getreten werden. In Gruppenprozessen können die Teilnehmer sich wechselseitig ihre Joker vorstellen und gemeinsam dazu assoziieren.

Zudem kann auf der Bedeutungsebene zur Reflexion beispielsweise gefragt werden:

  • Wie sieht dein Joker aus?
  • Welche Eigenschaften hat er?
  • Welche Überraschungen hält er für dich bereit?
  • Was für eine Botschaft schickt er dir?
  • Welches Symbol gibt er dir mit auf den Weg?
  • Welche Möglichkeiten zeichnet er dir auf?
  • Welche Grenzen möchte er für dich sprengen?
  • Welche Mauern will er mit dir überwinden?
  • Welche Berge erklimmen?
  • Was steckt aus seiner Sicht „dahinter“ (dem Problem, der Trauer, der Angst, dem Anliegen, dem Thema)?
  • In welchem größeren Kontext sieht er dein Thema/Problem?

Wer ein anderes Symbol als den Joker verwenden möchte, der kann neben dem Narren auch weitere Synonyme bzw. Verwandte verwenden:  das Kind, die fünfte Intelligenz, das NICHTS, Schicksal, Zufall, Gott, Tao, Nullpunkt, Hyperraum[1] u.v.m.

 

***

[1] Begriff aus der Quantenphysik: Schwartz, Beauregard, Miller (2016); siehe dazu auch Mann (2017), Frido und Christine.

Kunst im Dialog: Erzähl mir dein Krafttier!

Workshop sepcial

Kunst im Dialog: Erzähl mir dein Krafttier!

Ubiquitäre und archetypische Symbole zeigen sich in Tieren. Sie tauchen in Mythen, Sagen und Geschichten auf. Krafttiere stammen aus der schamanischen Tradition. Sie gelten als Begleiter des Menschen, die im Leben und in besonders herausfordernden Situationen zur Seite stehen.  In ihrem Kunstprojekt Krafttiere hat Ulrike Hinrichs mit Flüchtlingskindern 55 Krafttier-Karten entwickelt. Die Karten dienen zum Spielen und Geschichten erzählen und sind auch in Beratung, Coaching und Therapie einsetzbar. Im Schreibworkshop wollen wir die Tiere zum Sprechen bringen. Experimentelle Texte sind ebenso erwünscht wie konkrete Geschichten. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Im Februar 2018 werden die Werke der Flüchtlingskinder in der Kirche der St. Trinitatis Gemeinde in Harburg ausgestellt. Hier können auch die Texte im Rahmen einer Lesung präsentiert werden. Infos zum Projekt www.krafttier.reisen

MSH Medical School Hamburg

Schreibwerkstatt Kerstin Hof und Ulrike Hinrichs für Studierende der MSH

 

 

  • Mittwoch 22.11.2017, 15.30 bis 18:45
    Wortspielplatz – Buchstaben sammeln, spielen und jonglieren, um Textideen zu kreieren
  • Mittwoch 20.12.2017, 15.30 bis 18:45
    Spieler und Denker – Unsere Texte reflektieren und kreativ weiterentwickeln
  • Mittwoch 10.01.2018, 15.30 bis 18:45
    Der letzte Schiff – Texte polieren, Lesung vorbereiten

 

Unser 55 Krafttier-Kartenset ist in Kürze für EUR 16,90 über meinspiel.de erhältlich, die Krafttier-Karten sind ein ehrenamtliches Projekt von Ulrike Hinrichs und Kerstin Nagel-Stein, EUR 5,00 gehen als Spende an die Lawaetz Stiftung meinspiel.de, mehr Infos unter www.krafttier.reisen

Die fünf Intelligenzen

Wenn alles Bewusstsein ist,
dann kann dir auch alles bewusst sein.

Hans Hein[1]

Die fünfte Intelligenz:
das NICHTS, Schicksal, Zufall, Gott, Nullpunkt, Tao, Hyperraum.
Im Kartenspiel ist es der Joker, im Tarot der Narr.
Bild von Nour , Syrien, 13 Jahre

.

Kunst als Sprache der Intuition – der holografische Ansatz in der Kunsttherapie und kunstanalogen Transformationsprozessen,  Synergia-Verlag, ISBN 9783906873824

mit Vorwort von Dr. Hans Hein >>

Enthält  ein Kapitel zum Snergiemodell

 

 

 

 

Presse zum neuen Buch >> Südkultur 15.06.2019

.

 

 

Das Synergiemodell und die fünf Intelligenzen

Mich begeistert das Synergiemodell von Dr. Hans Hein. Eine ausführliche Beschreibung und Anwendung des Modells hat daher auch Eingang in mein neues Buch, Kunst als Sprache der Intuition, gefunden. Ich bin auch sehr dankbar dafür, dass Hans Hein ein Vorwort zum Buch geschrieben hat. Wir haben gemeinsam schon einige künstlerisch-kreative Workshop-Experimente wie „Synergie kreativ“ und „The Arts of Globalbrains“ durchgeführt. Hier eine kurze Einführung zum Synergiemodell:

Das Synergiemodell von Dr. Hans Hein[2] ist Ausdruck eines ganzheitlichen holografischen Beratungs- und Therapieansatzes, wie ich ihn vertrete.[3] Es ist ein Beispiel dafür, wie man diesen Ansatz ausdrücken kann. Modelle präsentieren immer nur Ideen von der Welt, sie sind aber nicht die Wahrheit. Jede Zeit hat ihre Modelle sowie daraus abgeleitete Glaubenssätze und Methoden. Sie kommen, wachsen, verändern sich, werden erneuert und verworfen. Seit der Aufklärung sind wir jedenfalls in der westlichen Kultur vom mechanistisch-materialistischen Weltbild geprägt worden, der Mensch und das Universum als Maschine. Der holografische Ansatz versteht das Universuum – metaphorisch ausgedrückt – als einen lebendigen Organismus (ausführlich mein Beitrag Resonanz) .

Zum Thema siehe auch ähnliche Beiträge:

Ich möchte mit diesem Beitrag das Synergiemodell vorstellen, einen Bezug zur Kunsttherapie schaffen und am Ende des Textes auf ein paar praktische Beispiele verweisen. Das Synergiemodell unterstützt in seiner komplexen Simplifikation die Wahrnehmungsfähigkeit für intelligente Feldinfromationen. Das Modell erklärt, welche unterschiedlichen sichtbaren und nicht sichtbaren Kräfte in Systemen wirken. Systeme beziehen sich auf den Mikro- wie Makrokosmos und können Individuen ebenso wie Teams, Unternehmen, Gesellschaften und ganze Kulturen beschreiben. Kernstück des Synergiemodells ist das Tetraedermodell der Intelligenzen als Basisfunktion aller Systeme, das ich nun folgend erläutere.

Grundannahmen des Synergiemodells

Hein beschreibt drei Grundannahmen für sein Synergiemodell.[4] Zunächst geht Hein davon aus, dass intelligente Felder mit unserer Wirklichkeit interagieren.[5] Diese Felder können vom Individuum holografisch wahrgenommen werden. Dazu konstatiert er eine Weiterentwicklung des Gehirns in den virtuellen Raum. Um die Systemkräfte zu beschreiben, reduziert Hein jedes System auf die Grundstruktur eines Tetraeders, einem der fünf platonischen Körper der Geometrie, wie er in Abbildung 1 dargestellt ist. Die fünf Punkte des Tetraeders wirken durch fünf Intelligenzen. Diese Kräfte treten in Resonanz mit dem individuellen System des Menschen.

Memetische Felder

Das, was in der dreidimensionalen Realität sichtbar und erlebbar wird, ist eine Manifestation nicht-sichtbarer, intelligenter Felder, die als virtuelle Informationssysteme dienen, so Hein.[6] Die wechselwirkenden Felder zeigen sich etwa in der Umgebung, in der jemand lebt, in typischen Verhaltensweisen der Person, in Vorlieben oder auch in künstlerischen Werken, um nur einige Beispiele zu nennen. Diese intelligenten Felder nennt Hein Meme. Die Meme verwirklichen und verbreiten ihre Absichten unter Nutzung anderer sichtbarer und nicht sichtbarer Ressourcen, die wir in der dreidimensionalen Realität als Ereignisse interpretieren. Der Geist steuert die Materie, indem die Struktur des Feldes in unserer Wirklichkeit gespiegelt wird und sich dort etwa als Verhalten oder Gefühl, aber auch als psychische Störung, Trauma oder eben als etwas zeigt, was das Leben des Menschen und das seiner Umwelt kennzeichnet. Die nicht-sichtbaren Felder dirigieren mithin alle Verhaltensweisen des Menschen. Sie sind ein beherrschendes Muster, das uns leitet. Hein stellt fest, dass ein Mem auf den Geist wirkt, wie ein Gen auf den Körper.[7]  Zwischen materieller Welt und Memen besteht eine Wechselwirkung, nicht nur die Meme wirken auf das Individuum, sondern auch vice versa. Sich wiederholende Muster wie etwa Gewohnheiten und Alltagsroutine, Gedanken und Verhaltensweisen aber auch psychische Beeinträchtigungen bilden neue neuronale automatische Muster (NAM).[8] Auch der Biologe Sheldrake beschreibt die Feldwirkung in der Natur wie eine Art „kumulatives Gedächtnis“, das wie „einschleifende Gewohnheiten“ wirkt und sich verstärkt.[9]  Hingegen verändern neu entstehende Gestaltungsmuster und Verhaltensweisen das Feld. Auch bewusst herbeigeführte Wandlungsprozesse wirken auf die Felder ein und verändern diese, was in der Therapie nutzbar gemacht werden kann.

Spirale der Neuroevolution des Gehirns

Hein konstatiert eine Weiterentwicklung des Gehirns in den virtuellen Raum. Mit der spiralförmigen Neuroevolution beschreibt Hein[10], dass die Entwicklung des Gehirns vom Stammhirn (1:1), über das limbische System (1:x) und das Großhirn (x:x) eine weitere Windung in das intelligente Feld[11] außerhalb des Schädels nimmt bzw. bereits genommen hat. Das Wissen ist demnach nicht im Kopf, sondern der Kopf im Wissen, wie Hein es anschaulich beschreibt.[12] Ausgangspunkt für die Wechselwirkung in den virtuellen Raum ist nach Hein das Nervensystem, das den gesamten Körper wie ein energetisches Netz durchzieht und im Gehirn gesteuert wird. Denn es dient dem Lebewesen ohnehin als Organ, Veränderungen im Außen wie im Inneren eines Organismus aufzunehmen, aufeinander zu beziehen und abzugleichen, um etwaige Impulse für eine Anpassung an wechselnde Umweltbedingungen einzuleiten.[13] Das Nervensystem ist aber nicht auf den Körper begrenzt, es ist vernetzt mit und steht in Resonanz zu dem gesamten Universum.[14]

Tetraedermodell der Intelligenzen

Die wissenden Felder (Meme) können mit dem von Hein entwickelten Tetraedermodell der Intelligenzen im Sinne einer synergetischen Wahrnehmung sichtbar und erfahrbar gemacht werden.[15] Unter Synergie versteht Hein das Know-how vom Zusammenwirken sichtbarer und nicht-sichtbarer Welten; der materiellen, dreidimensionalen Welt und der virtuellen Welt. Um die Systemkräfte zu beschreiben, vereinfacht Hein jedes System auf die Grundstruktur eines Tetraeders. Der Tetraeder als geometrischer Körper ist als fraktale Struktur in der Natur ubiquitär. Alles lebende Gewebe ist aus Kohlenstoffverbindungen aufgebaut, die die Grundstruktur des Tetraeders zeigen. Auch Silizium, das in der Erdhülle nach Sauerstoff das zweithäufigste Element darstellt und Grundlage von Leben bilden kann, ist tetraedisch organisiert.[16] Hein, Mediziner und Psychotherapeut, abstrahierte die Form von der Geometrie zu einer metaphorischen Grundstruktur des Lebendigen. Das neuronale Nervensystem von Lebewesen arbeitet auf der Grundlage der tetraedischen Struktur. Der Tetraeder lässt sich auf fünf Punkte reduzieren, die die von Hein beschriebenen fünf Intelligenzen (siehe Abbildung) symbolisieren, wobei diese Bezeichnungen der Intelligenzen metaphorisch zu verstehen sind. Die vier äußeren Eckpunkte des Tetraeders spiegeln die rationale (1), emotionale (2), strukturelle (3) und inspirative bzw. spirituelle (4) Intelligenz. Das Zusammenwirken der Intelligenzen führt zur fünften, der synergetischen Intelligenz (5), die sich im Zentrum des  Tetraeders findet. Hein nennt sie vereinfacht auch die Herzensintelligenz. Die Bedeutung der Intelligenzen kann knapp zusammengefasst werden:

Die rationale Intelligenz (1) bezieht sich auf das Tun und Handeln. Sie beschreibt, was im System geschieht, wie die Wirkung ist, wer was macht oder auch nicht tut.

Die emotionale Intelligenz (2) beinhaltet das Fühlen. Sie fokussiert auf den Bereich der Gefühlswelt und fragt etwa danach, welche Gefühle auftauchen, was genau gefühlt wird und auch wo?

Die strukturelle Intelligenz (3) steht im Spannungsfeld zwischen Chaos und Ordnung. Sie lässt das System in Resonanz gehen mit Strukturen und Regeln. Es zeigt systemtypische Spielregel und Gesetze oder Rituale auf. Aber auch die Körperebene wird von der strukturellen Intelligenz bestimmt.

Die inspirative bzw. spirituelle Intelligenz (4) schafft den Zugang zu Kreativität und Inspiration. Sie fragt danach, welche Ideen, Konstrukte, Ansichten, Ideologien, Einstellungen oder Glaubenssätze systemimmanent sind. Auch die Art und Weise der Beobachtung und Wahrnehmung ist hier von Bedeutung.

Die Intelligenzen wechselwirken, so dass das Ganze mehr ergibt als die Summe seiner Teile. Aus dieser Synergie ergibt sich die fünfte, synergetische Intelligenz (5), die im Inneren des Tetraeders wirkt. Sie spiegelt das nicht Kalkuliere, das Schicksal, den Zufall, das Mehr der Synergie. Im Kartenspiel ist es der Joker, im Tarot der Narr.  Sie zeichnet sich durch Kompetenz und Flexibilität im Umgang mit Überraschungen aus.

Der Tetraeder selbst ist ein Holon, so dass sich bezüglich der einzelnen Intelligenzen die Wirkkräfte des Tetraeders fraktal wiederholen. Jeder Punkt des Tetraeders, der die Intelligenzen spiegelt, ist wieder ein intelligenter Tetraeder. Vorzufinden ist diese Struktur der Intelligenzen nach Hein auch in der Anatomie des Gehirnes.[17] Die linke Gehirnhälfte bezieht sich auf die rationale, handelnde Intelligenz, die rechte Hälfte auf die emotionale, gefühlsbetonte Intelligenz, der Hirnstamm und das Rückenmark spiegeln die strukturelle, ordnende Intelligenz, die auch die Verbindung in den virtuellen Raum wird vom Corpus callosum (Hirnbalken, der rechte und linke Hirnhälfte verbindet) markiert.

Joker – Samera (13 Jahre) – Künstlergruppe für Flüchtlinge

Synergetische Wahrnehmung

Hein geht davon aus, dass Feldinformationen holografisch wahrgenommen werden können. Die Wahrnehmung dieser Informationen erfolgt nach dem Synergiemodell kanalisiert über die fünf Intelligenzen (synergetische Wahrnehmung). Die holografische Wahrnehmungsfähigkeit ist bei jedem Individuum latent vorhanden, sie kann aber durch Übung noch geschärft werden. Dies erfolgt über eine Sensibilisierung des Fühlens durch Training der Spiegelneuronen, die mit dem wissenden Feld schwingen. Solche Resonanzphänomene, die biologisch bei der Übertragung von Gefühlen und Gesten beobachtbar sind, werden über die erst jüngst entdeckten Spiegelnervenzellen ermöglicht.[18] Hein konstatiert, dass diese Nervenzellen auch mit den Feldern in Resonanz gehen.[19] Es bedarf auch einer Verfeinerung der synästhetischen Wahrnehmung sowie einer Veränderung der Wahrnehmungsfähigkeit über den Körper hinaus in den virtuellen Raum. Dazu notwendig ist ein Vertrauen in die eigene Intuition. Die holografische Wahrnehmung spiegelt sich über die Intuition durch innere Bildern, oft gepaart mit Gefühlen und Körperreaktionen. Aber auch Gedanken, Vorstellungen und Visionen können Feldinformationen spiegeln. Hein nutzt zudem das synchrone, also beidseitige zeitgleiche Pulsfühlen für eine holografische multidimensionale synergetische Schau (HMSS). Bei dieser HMSS Methode verschränkt man sich mit dem System bzw. dem Feld des Anderen. Der Puls dient dabei als komplexes Schwingungs- und Informationssystem. Zu beachten sind bei der holografischen Wahrnehmung auch so genannte Synchronizitäten, nicht kausale aber korrelierende Ereignisse, die als miteinander verbunden, aufeinander bezogen wahrgenommen und gedeutet werden. Das Synergiemodell hilft bei der Verfeinerung der Wahrnehmung von Feldinformationen. Über die synergetische Wahrnehmung als Resonanz der fünf Intelligenzen können Feldinformationen abgerufen werden, die sich in der dreidimensionalen Wirklichkeit abbilden. Eine Form ist der künstlerische Ausdruck.

Kunst als Sprache wechselwirkender Felder

Der künstlerische Ausdruck kann aus holografischer Sicht als eine Form der Sprache verstanden werden. „Die Bilder allein wirken; sie tragen in sich die Magie der Verwandlung“, beschreibt es Dahlke.[20] Heinrichs versteht die Kunst als Meta-Sprache, die sprechende Wesen voraussetzt, die „jedoch in einem höher reflektierten Ausdruckshandeln über die normale Sprache hinausgehen und sich eine eigene Syntax, einen je eigenen Verweisungszusammenhang von Zeichen schaffen“.[21] Das Werk ist Ausdruck einer holografischen Bildsprache, wie wir sie auch aus Träumen kennen, die oft schwer mit dem Verstand zu beschreiben und zu fassen ist. „So wird das Leben wahrnehmbar durch innere Bilder, die sich fragmentarisch in Metaphern und Symbolen wiederfinden“, beschreibt es Wallner.[22]

Die innere Erzeugung von Bildern und der Umgang mit ihnen sind, so Schink, für jeden Menschen als eine schöpferische Leistung eine alltägliche Realität.[23] Mit anderen Worten, jeder Mensch erlebt und sieht innere Bilder. Das Bilderleben ist ein Teil des Menschseins. Die Verarbeitung der inneren Bilder ist für den Menschen von existenzieller Bedeutung. „Selbst die moderne Medizin findet alltäglich wieder Zugang zur Heilkraft innerer Bilder, die der alten Priestermedizin immer vertraut war“, so Dahlke.[24] Menschen imaginieren aber nicht nur in Bildern, sondern etwa auch in Klängen, Bewegungen, inneren Filmen.[25]

Die „Offenheit der ästhetischen Sprache“ schafft einen unmittelbaren persönlichen Ausdruck im schöpferischen Prozess und misst diesem eine metaphorische Bedeutung bei.[26] Die metaphorische Bedeutung dieser Sprache zu erfassen ohne in die Interpretation zu verfallen, ist die herausfordernde Aufgabe bei der Bildauswertung. Die Beschäftigung mit Kunst beinhaltet eine ganzheitliche Wahrnehmung,  die auch eine Ebene beinhaltet, die direkt unseren Körper anspricht und einbezieht.[27] Die Werke der Kunst spiegeln eine universelle Sprache, die unabhängig von Wortsprachen und Kulturen verstanden wird. Die Kunst ist eine präkognitive Sprache[28], die einen Impuls aus der Zukunft bringt. Im Moment zischen Vergangenheit und Zukunft, im Augenblick, im geöffneten Raum, kann etwas Neues und Unbekanntes entstehen kann. Das Werk in der Kunst spricht eine metaphorische Sprache, die mit sprachlichen Bildern eine synchronisierende Verbindung sucht.[29] Die Metapher geht als „erkenntnistheoretische Figur“ jeder Art von Versprachlichung voraus.[30]

Kunst und Synergie

Im künstlerischen Ausdruck können wir mit den fünf Intelligenzen arbeiten und uns auf sie beziehen. Auch die Intelligenzen sind ein Platzhalter für die Intuition. Die Intuition ihrerseits ist Sprachroh intelligenter Felder. Hein und ich bieten dazu den Workshop Synergie kreativ an, in dem wir künstlerische Prozesse mit dem Synergiemodell verbinden.  Der künstlerische Ausdruck verstärkt die Wirkung der fünf Intelligenzen. In Kürze erscheint dazu mein Buch „Kunst als Sprache der Intuition. Der holografische Ansatz in der Kunsttherapie“ mit konkreten Beispielen.

Ulrike Hinrchs, 2017

Beispiele für praktische holografische Tools:

Literatur

[1] Hein, Hans (2000) Die Zukunft des Gehirns http://www.forumsynergie.de/Artikel/Zukunft_Gehirn/zukunft_gehirn.html.

[2] Hein, Hans (2000) Die Zukunft des Gehirns http://www.forumsynergie.de/Artikel/Zukunft_Gehirn/zukunft_gehirn.html.

[3] Dazu auch Heller, Birgit (2016). Spiritual Care: Die Wiederentdeckung des ganzen Menschen. Tattva Viveka, Zeitschrift für Wissenschaft, Philosophie und spirituelle Kultur. Ausgabe  66, 2016, S. 27  ff. // Beck, Matthias (2016). Der Mensch als Wesen des Geistes. Genetik, Epigenetik und die Individualität jeder Krankheit. Tattva Viveka, Zeitschrift für Wissenschaft, Philosophie und spirituelle Kultur. Ausgabe  66, 2016, S. 16 ff.

[4] Hein, Hans (2000) Die Zukunft des Gehirns http://www.forumsynergie.de/Artikel/Zukunft_Gehirn/zukunft_gehirn.html.

[5] Sheldrake, Rupert (2002). Das Gedächtnis der Natur: Das Geheimnis der Entstehung der Formen in der Natur. Bern, München, Wien: Scherz. // Sheldrake, Rupert (2010). Das schöpferische Universum. Die Theorie der morphogenetischen Felder und der morphischen Resonanz. München: Nymphenberger.

[6] Hein, Hans (2000) Die Zukunft des Gehirns http://www.forumsynergie.de/Artikel/Zukunft_Gehirn/zukunft_gehirn.html.

[7]  auch Blackmore, Susan (2000). Die Macht der Meme oder Die Evolution von Kultur und Geist. Heidelberg: Spektrum Verlag. // Brodis, Richard (2004, S. 55 ff). Virus of the Mind: The New Science of the Meme. New York (USA): Integral Press.

[8] Hein, Hans (2000) Die Zukunft des Gehirns http://www.forumsynergie.de/Artikel/Zukunft_Gehirn/zukunft_gehirn.html.

[9] Sheldrake, Rupert (2002, S. 127). Das Gedächtnis der Natur: Das Geheimnis der Entstehung der Formen in der Natur. Bern, München, Wien: Scherz.

[10] Hein, Hans (2015). Das Feld gewinnt. Mülheim Baden: Auditorium-Netzwerk Verlag für audiovisuelle Medien.

[11] Sheldrake(2002) spricht hier vom morphogenetischen Feld, der Physiker Heim (von Ludwiger 2010) vom Hyperraum).

[12] Hein, Hans (2000) Die Zukunft des Gehirns http://www.forumsynergie.de/Artikel/Zukunft_Gehirn/zukunft_gehirn.html.

[13] Carter, Rita (2009). Das Gehirn. Anatomie, Sinneswahrnehmung, Gedächtnis, Bewusstsein, Störung. UK London: DorlingKindersley Verlag.

[14] Hein, Hans (2015). Das Feld gewinnt. Mülheim Baden: Auditorium-Netzwerk Verlag für audiovisuelle Medien.

[15] Hein, Hans (2015). Das Feld gewinnt. Mülheim Baden: Auditorium-Netzwerk Verlag für audiovisuelle Medien.

[16] Michaelis, Harald (1998). Die sieben Stufen zum Leben. Bilder der Wissenschaft online. http://www.wissenschaft.de/home/-/journal_content/56/12054/66447/.

[17] Es gibt auch umgekehrte Hirnhälften, insbesondere bei Linkshändern.

[18] Bauer, Joachim (2006, S. 11). Warum ich fühle, was du fühlst. Intuitive Kommunikation und das Geheimnis der Spiegelneurone. München: Heyne Verlag.

[19] Hein, Hans (2015). Das Feld gewinnt. Mülheim Baden: Auditorium-Netzwerk Verlag für audiovisuelle Medien.; auch Sheldrake, Rupert (2002). Das Gedächtnis der Natur: Das Geheimnis der Entstehung der Formen in der Natur. Bern, München, Wien: Scherz..

[20] Dahlke, Ruediger (2010, S. 107). Das Schatten-Prinzip. Die Aussöhnung mit unserer verborgenen Seite. München: Arkana.

[21] Heinrichs, Johanns (2015). Einstein der Bewusstseinsforschung? Fragen an den integralen Denkansatz Ken Wilbers aus philosophischer Sicht, Teil 3. Tattva Viveka, Zeitschrift für Wissenschaft, Philosophie und spirituelle Kultur. Ausgabe 64, August 2015, S. 66 ff.

[22] Wallner, Sabrina (2016, S. 23). Hypersensitiv. Das unbegrenzte Potenzial des menschlichen Geistes. Nördlingen: C.H. Beck.

[23] Schink, Frank-Werner. Zur Methode der bildgeleiteten Begleitung. http://www.frank-werner-schink.de/bildgeleiteteberatung.pdf

[24] Dahlke, Ruediger (2011, S. 10). Die Kraft der vier Elemente. Erde, Feuer, Wasser, Luft. Amerang: Crotona.

[25] Eberhart, Herbert; Knill, Paolo J. (2010, S. 162). Lösungskunst: Lehrbuch der kunst- und ressourcenorientierten Arbeit. Göttingen: Vandenhoeck&Ruprecht.

[26] Richter, Hans-Günther (2011, S. 83). Pädagogische Kunsttherapie (Schriftenreihe Erziehung – Unterricht – Bildung), Hamburg: Verlag Dr. Kovac.

[27] Brandstätter, Ursula (2013, S. 77). Erkenntnis durch Kunst. Theorie und Praxis der ästhetischen Transformation. Köln: BöhlauVerlag.

[28] Darly, J. Bem (2011). Feeling the Future: Experimental Evidence for anomalous Retroactive Influences on Cognition and Affect.http://dbem.ws/FeelingFuture.pdf, // kritisch, Drösser, Christoph (2011). Gefühlte Zukunft. http://www.zeit.de/2011/01/Psi-Beweis

[29] Picard, Winfried (2014, S. 173). Schamanismus und Psychotherapie. Kräfte der Heilung. Ahlerstedt: Param Verlag.

[30] Brandstätter, Ursula (2013). Erkenntnis durch Kunst. Theorie und Praxis der ästhetischen Transformation. Köln: BöhlauVerlag.

Die weibliche Urkraft

 

Die weibliche Urkraft

Wir alle leben zwischen den Polen der weiblichen und männlichen Kraft. Die Begrifflichkeiten haben nichts mit der Geschlechterzuordnung  zu tun. Beide Pole leben in jedem Menschen, schon C.G. Jung hat die Archetypen der Anima, als Urbild der Frau im Mann und des Animus als Urbild des Mannes in der Frau beschrieben. Das weibliche Prinzip steht für Hingabe und Empfänglichkeit. Die Energie ist eher diffus, fließend und formlos. Gleichzeitig ist sie schöpferisch-gestaltend, gebärend, verwandelnd und heilend. Das männliche Prinzip beschreibt das Denken, Handeln und die Aktivität. Die männliche Energie gibt Inspiration. Sie ist fokussiert und zielgerichtet, kämpferisch, dynamisch, leistungs- und wettbewerbsorientiert. Die männliche Energie schützt und hält die weibliche Energie. Beide Kräfte sind gleichwertig, die männliche Energie ist allerdings in unserer westlichen Kultur durch die materialistisch-mechanistische Weltsicht überbetont worden. Wettbewerb, Leistung und wissenschaftliche Fakten stehen im Fokus der Gesellschaft. Das Weltbild bzw. die Werte der Gesellschaft sind allerdings im Wandel. Sinnsuche, Respekt vor der Natur und ihren Geschöpfen sowie eine nährende Gemeinschaft treten mehr und mehr in den Vordergrund.

Das bewusste Zurückkehren zur weiblichen Energie wird durch eine Veränderung des Fokus erreicht, indem wir die Aufmerksamkeit nach innen richten. „Empfangen, Weiten, Austragen und Hergeben – dies ist das Mysterium des Großen Weiblichen, das Grundmuster der weiblichen Schöpfungskraft“, beschreibt es Croissier.[1]  Umhüllen, Bergen, Halten, Bewahren, Nähren und Schützen sind Stärken der weiblichen Urkraft, in ihrer übertriebenen Ausprägung gehören zum Großen Weiblichen: „Einengen, Festhalten, Abhängigmachen, Verschlingen, Fressen, Töten (…).“[2]

Zur Wiedererweckung der weiblichen Urkraft geht es darum, sich dieser Kraft bewusst zu werden und sie ins Leben zu integrieren.

Fragen dazu können lauten:

Was steht für die weibliche Urkraft, die große Mutter?

Wie sieht es mit meiner weiblichen Kraft aus?

Wo umhülle ich jemanden oder etwas, halte und nähre?

Wo enge ich ein?

Wo halte fest, obwohl ich loslassen müsste?

Wo verschlinge ich jemanden oder etwas?

Von wem oder was bin ich abhängig?

Wen oder was mache ich von mir abhängig?

Wo kann ich einfach nur sein?

Was tut mir gut, um nichts zu tun?

Was hält mich davon ab, nichts zu tun?

Mit wem oder was fühle ich mich tief verbunden, wäre ich gern verbunden?

 

Anschließend können Sie ihre weibliche Kraft künstlerisch umsetzen.

Wie sieht sie aus, die weibliche Kraft? Was Ihnen fällt auf? Welche Farben hat sie? Was gefällt Ihnen, was nicht ….?

 

© Ulrike Hinrichs

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Literatur

[1] Getrude R. Croissier (2006, S. 28), Psychotherapie im Raum der Göttin. Weibliches Bewusstsein und Heilung. Schalksmühle: fabrica libri

[2] Getrude R. Croissier (2006, S. 155)

 

Nah-Lebens-Erfahrung

Verbunden mit dem Urgrund

Von einer Nah-Tod Erfahrung haben viele schon gehört. Nach einem Herzstillstand, so berichten Betroffene, treten sie aus dem Körper heraus, schweben über dem Geschehen, einige sehen ein Licht, andere hören Musik, und haben das Gefühl nach Hause zu kommen. Wenn man die uns seit der Aufklärung prägende Idee eines materialistisch-mechanistischen Weltbildes aufgibt und eine holografische Perspektive zulässt, haben diese Erfahrungen einen Erklärungshintergrund und Sinn. Das holografische Weltbild überschreitet die Grenzen der dreidimensionalen Realität, der Materie, in den virtuellen universellen Raum. Jedes System ist danach ein Holon, Teil eines größeren Ganzen, das gleichzeitig das Ganze repräsentiert. Auch der Mensch ist als ein Bestandteil und Spiegel des gesamten Universums, eines Mikrokosmos im Makrokosmos, zu verstehen. Wir sind immer und überall mit allem verbunden. Im Tode verbinden wir uns wieder mit dem, woher wir kommen, diesem Urgrund des Seins. Dieser Urgrund hat je nach Tradition und Kultur sehr unterschiedliche Namen, wie beispielsweise Tao[1], Prana[2], Äther[3], Gott, Akasha[4], Nullpunkt[5], NICHTS[6] und in der Quantenphysik Hyperraum[7].

Eine Nah-Lebens Erfahrung, der Begriff stammt von der Heilpraktikerin und Trauma Beraterin Andrea Wandel, spiegelt die Kehrseite der Medaille, nämlich das Berührtwerden von diesem Urgrund im Leben. Kinder haben diese Verbindung noch ganz natürlich inne. Im Laufe des Lebens geht diese Verbindung oft verloren, da wir in unserem Kulturkreis mehr auf das Außen (die denkende, männliche, aktive Seite) und nicht auf das Innen (die weibliche hingebende fühlende Seite) fokussieren. Wir alle leben zwischen den Polen der weiblichen und männlichen Kraft. Die Begrifflichkeiten haben nichts mit der Geschlechterzuordnung  zu tun. Das weibliche Prinzip steht für Hingabe und Empfänglichkeit. Die Energie ist eher diffus, fließend und formlos. Gleichzeitig ist sie schöpferisch-gestaltend, gebärend, verwandelnd und heilend. Das männliche Prinzip beschreibt das Handeln und die Aktivität. Die männliche Energie gibt Inspiration. Sie ist fokussiert und zielgerichtet, kämpferisch, dynamisch, leistungs- und wettbewerbsorientiert. Die männliche Energie schützt und hält gleichzeitig die weibliche Energie.

Wenn wir in diese Urkräfte eintauchen, verbinden wir uns mit dem Urgrund, dem universellen Bewusstsein, mit dem wir immer verbunden sind. Dieses Eintauchen geschieht in einer Aufmerksamkeit für das Jetzt. „Aus dem Nichts heraus zu sprechen und zu handeln führt zu einer anderen Wahrnehmung der Welt und zu einem anderen kreieren der Welt. Das große Nichts ist prozesshaft, unberechenbar, frei und fühlt im Hier und Jetzt, im echten wahrhaftigen Sein“, beschreibt es Hueber.[8]

Wir lassen das rationale Denken los, legen den Verstand „schlafen“ und kommen in Kontakt mit unserem Gefühl und der Bilderwelt der Seele. Neben körperlichen Empfindungen, inneren Bildern, intuitiven Impulsen, „Bauchgefühlen“,  Eingebungen und den Hellsinnen sind auch Träume Sprachrohr interagierender Bewusstseinsfelder, die uns „In-Form-ationen“ geben können. Lösungen für Fragen und Probleme lassen sich in eine manifeste Form gießen, die wir etwa im künstlerischen Ausdruck zeigen und verstehen können.

 

© Ulrike Hinrichs

http://www.lösungskunst.com

 

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Literatur

[1] Der Begriff stammt aus dem Taoismus, chinesische Philosophie.
[2] Der Begriff Prana stammt aus dem Sanskrit.
[3] Der Begriff stammt von der „vier-Elemente-Lehre“ der Alchemisten.
[4] Der Begriff stammt auch aus dem Sanskrit, meint so etwas wie ein „allumfassendes Weltgedächtnis, ein universelles Bewusstsein.
[5] Cassou, Michelle (2015), S. 30. Point Zero – entfesselte Kreativität. Bielefeld: Aurum Kamhausen Mediengruppe GmbH.
[6] Zum Begriff siehe etwa im Kontext mit dem Synergiemodell, Dr. Hans Hein. http://www.forumsynergie.de und Hueber Simone Leona (2017, S. 64). Das Große Nichts. Tattva Viveka, Zeitschrift für Wissenschaft, Philosophie und spirituelle Kultur. Ausgabe  72, 2017, S. 64 ff.
[7] Schwartz, Gary E., Beauregard Mario, Miller, Lisa (2016), Manifest für eine post-materialistische Wissenschaft. Tattva Viveka, Zeitschrift für Wissenschaft, Philosophie und spirituelle Kultur. Ausgabe  6, 2016, S. 74 ff.
[8] Hueber Simone Leona (2017, S. 64). Das Große Nichts. Tattva Viveka, Zeitschrift für Wissenschaft, Philosophie und spirituelle Kultur. Ausgabe  72, 2017, S. 64 ff.

Meine stärkste Ressource

 

Ressourcenzugang und Selbst-Regulation

Uns stehen innere Kräfte und Quellen ebenso wie äußere Mittel zur Verfügung, die uns in schwierigen Situationen unterstützen und stärken. Diese Kräfte können wir in einer schwierigen Situation bewusst aktivieren. Dazu gehört aber auch, dass wir uns dieser Ressourcen bewusst sind. Was ist deine stärkste Ressource, Kraftquelle, Kraft?

  • Welche Talente, Begabungen und Fähigkeiten hast du?

Was hat dir bisher im Leben geholfen dich zu stabileren?
Was gibt dir Kraft? Was entspannt dich? Was muntert dich auf?
Wann kannst du am besten genießen?

  • Welche Personen haben dich auf deinem Lebensweg bisher unterstützt, dir geholfen, Impulse gegeben?
  • Welche weiteren (äußeren) Ressourcen hast du (etwa Natur, Musik, Essen, Sport, Reisen, etc.)
  • Welche Gewohnheiten, Tätigkeiten, Verhaltensweisen, Eigenschaften unterstützen dich im Alltag?
  • Welche weiteren Ressourcen hast du?

Welches ist deine stärkste Ressource? Setze diese Ressource durch eine Bewegung und/oder einen Ton um. Wenn du eine/n Partner/in zur Verfügung hast, dann zeig dieser/diesem deine Bewegung und lasse dir rückmelden, was bei deinem Gegenüber ankommt, welche Bilder entstehen.

Anschließend  setzt du deine stärkste Ressource künstlerisch um.

Das Bild einer Teilnehmerin eines Workshops zeigt ihre stärkste Ressource in künstlerischer Form. Die von ihr zunächst mit den Worten „eine pulsierende Kraft“ benannte Ressource zeigt sich im Kunstwerk als eine wunderschöne Blüte, die eher langsam wächst und erblüht, so die Teilnehmerin, oder auch als einen Querschnitt  durch das Rückenmark, die Verbindung zwischen Geist und Körper.

Das emotionale Herz

Um das Überleben eines Menschen in der Zeit der Schwangerschaft bis zur Geburt und auch in den Monaten nach der Geburt sicherzustellen, wird der werdende Mensch mit einer Anzahl von Reflexen ausgestattet. Sie bilden das Fundament für die späteren bewusst gesteuerten Fertigkeiten des Menschen. Die ersten embryonalen Reflexe bestehen aus dem Moro-Reflex und dem Rückzugsreflex. Der Moro-Reflex, benannt nach dem Kinderarzt Ernst Moro, ist ein Überlebensreflex, der durch ein plötzliches erschreckendes Ereignis ausgelöst wird. Beim Embryo kommt es zu einer plötzlichen Rückwärtsbewegung, Arme und Beine, soweit schon ausgebildet, werden ruckartig gestreckt, die Finger abgespreizt. Das Baby fängt an zu schreien. Beim Ausatmen werden die Finger zu Fäusten geballt. Der Moro-Reflex wird nach der Geburt im Laufe der ersten vier Monate durch den Schreck-Reflex ersetzt. Bei einem persistierenden (verharrenden) Moro-Reflex bleibt der Reflex über diesen Altersabschnitt manchmal sogar  bis ins Erwachsenenalter bestehen.

Der Rückzugsreflex beinhaltet die entgegengesetzte Bewegung, nämlich ein Wegziehen bzw. Zusammenziehen durch Kontraktion aller Muskeln, beispielsweise ausgelöst durch einen äußeren Schmerzreiz.

Die embryonalen Bewegung ist durch eine tanzende „Vor- und Zurückbewegung“ (Moro- und Rückzugsreflex) um die Mittellinie des Körpers gekennzeichnet.  Diese Ausdehnung und Kontraktion spiegelt ein Urmuster des Lebens, das wir etwa auch beim Atmen (einatmen und ausatmen) beobachten können. Die Bewegung zeigt sich in vielen Lebensmustern der Natur, beispielsweise in den Jahreszeiten (Werden und Vergehen) bis ins gesamte Universum, das ebenfalls vom Impuls der Ausdehnung und der Anziehung (Gravitation) geprägt ist.[1]

Durch diese embryonale Bewegung, die wir in der Trauma-Begleitung nutzen können,  kann der Innen- und Außenraum erfahrbar gemacht werden. Eine Wiederholung dieses Urmusters durch Adaptation der embryonalen Bewegung kann die Raumerfassung neu definiert und erlebbar gemacht werden. Im Anschluss an das Bewegungsmuster folgt man einem Impuls der Entladung (ausführlich in der Anleitung). In der künstlerischen Begleitung manifestiert sich diese Erfahrung. Über das Kunstwerk wird eine erweiterte Leibwahrnehmung geschaffen. Dadurch wird eine Verstärkung der Bewegung erlebt und sichtbar gemacht. Zudem schafft das Kunstwerk eine neue Bedeutungsebene, die eine Sprache jenseits des kognitiven Denkens ermöglicht und mit der Bilderwelt der Seele einhergeht. Diese Sprache der Intuition die sich im künstlerischen Ausdruck zeigt, führt zu einem Verstehen auf einer tieferen Ebene des Seins.

Übungsanleitung als pdf. Das emotionale Herz

Ulrike Hinrichs

www.lösungskunst.com

 

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[1] Es wird in der Physik vermutet, dass sich das in Ausdehnung befindliche Universum irgendwann komplett wieder zusammenzieht (stirbt), um wieder neu zu entstehen.

 

Mit den Engelsflügel flattern

Spielen, Imaginieren, Fantasieren, Träumen… das ist für Kinder ganz selbstverständlich. Im Laufe des Lebens wird uns diese großartige Eigenschaft des Menschen abtrainiert. Dabei ist gerade dieses Spielerische für die Erweckung unserer Intuition unerlässlich. Darauf weist auch der Hirnforscher Gerald Hüther[1] immer wieder hin, der sogar ein appellierendes Buch geschrieben hat mit dem Titel: Rettet das Spiel. Weil Leben mehr als funktionieren ist.

Das spielerische Ritual der „Engelsflügel“, das gleichzeitig unsere inneren Kräfte stärkt, stammt von Jan Becker[2], einem der großen Magier unserer Zeit.

Stellen Sie sich vor, Sie sind ein Menschenengel mit zwei Flügeln.

Imaginieren Sie ihre Engelsflügel:

  • Wie sehen sie aus? Welche Form haben sie?
  • Wie groß sind sie? Welche Schwingweite haben die Flügel?
  • Aus welchem Material sind sie? Wie fühlen sie sich an?
  • Haben sie sogar einen eigenen Geruch?
  • Wie klingen sie, wenn sie die Flügel bewegen, damit flattern oder fliegen?
  • Wie fühlt es sich an mit den Flügeln zu flattern?

Anschließend kann der innere Engel künstlerisch umgesetzt werden. Das ankert gleichzeitig diesen faszinierenden Moment ein Engel zu sein, die innere Stärke, das gute Gefühl dabei. Ankern (ein Begriff aus dem NLP[3]) bedeutet, dass Sie zwei Ereignisse miteinander verknüpfen. Das kennen wir alle aus dem „wirklichen Leben“. Wenn ich beispielsweise frisch gemähten Rasen rieche, dann ist sofort der Moment aus meiner Kindheit präsent, als ich bei meinen Großeltern war und mein Opa den Rasen mähte. Sie verbinden durch das künstlerische Schaffen das Kunstwerk mit dem Moment des Engelsseins. Betrachten Sie ihr Kunstwerk, so erweckt es diesen Moment immer wieder neu. Speichern sie sich ihren Engel als Hintergrundbild auf das Handy oder den Laptop, rahmen Sie ihren Engel und hängen ihn an einen Ort in ihrer Wohnung oder am Arbeitsplatz. Sie werden die Magie erleben!

Wo würden Sie mit ihren Flügeln hinfliegen?

Literatur

[1] – Hüther, Gerald; Quarch, Christoph (2016). Rettet das Spiel! Weil Leben mehr als funktionieren ist. München: Carl Hanser Verlag. // Hüther, Gerald (2005). Die Macht der inneren Bilder. Wie Visionen das Gehirn, den Menschen und die Welt verändern. Göttingen: Vandenhoeck& Ruprecht. // Hüther, Gerald (2011). Was wir sind und was wir sein könnten. Frankfurt a.M.: S. Fischer.

[2] Jan Becker (2016, S. 85 ff.). Das Geheimnis der Intuition. Wie man spürt, was man nicht wissen kann. Verlag Piper.

[3] Mohl, Alexa (2010, 9. Auflage). Der Zauberlehrling. Das NLP Lern- und Übungsbuch. Paderborn: Jungfermann.

 

 

Die Intuition: das Wissen aus dem NICHTS

 

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Die Intuition ist wie eine Katze. Sie kommt nicht auf Befehl.
Sondern nur dann, wenn sie sich sicher fühlt.

Jan Becker[1]

Die Intuition: das Wissen aus dem NICHTS

Die auf inneren Bildern, Gefühlen und Empfindungen basierende Intuition konkret zu definieren, ist wegen ihrer Subjektivität bereits ein schwieriges Unterfangen. Sie kann als ein unmittelbares, nicht diskursives, nicht auf Reflexion beruhendes oft ahnendes bzw. plötzliches Erfassen beschrieben werden.[2] Die Quelle der Intuition liegt jenseits des rationalen Denkens.[3] „Intuition als Ahnung ist nicht ein Produkt eines willkürlichen Aktes, sondern ein unwillkürliches Geschehen, das von inneren und äußeren Umständen abhängt. Intuition ist eher wie eine Sinneswahrnehmung (…)“, beschreibt es C.G. Jung anschaulich.[4] Die Intuition dient aus holografischer Perspektive als Schwingungskanal für die Wahrnehmung von Feldinformationen. Die Informationen zeigen sich in Gefühlen, inneren Bildern, inneren Stimmen und plötzlichen Eingebungen und Inspirationen. Die Intuition wird durch die Fokussierung auf den Moment, durch ein Gewahrsein, eine Achtsamkeit für das Jetzt, begünstigt. Sie „entspringt aus dem riesigen Ozean des Nichtwissens. Sie bringt das Unerwartete und Nonverbale zum Vorschein. Sie lebt außerhalb der mentalen Grenzen und verleiht Gefühlen und dem Geist eine Stimme“, so Cassou.[5]

„Aus dem Nichts heraus zu sprechen und zu handeln führt zu einer anderen Wahrnehmung der Welt und zu einem anderen kreieren der Welt. Das große Nichts ist prozesshaft, unberechenbar, frei und fühlt im Hier und Jetzt, im echten wahrhaftigen Sein“, beschreibt es Hueber.[6] Der Mensch, der künstlerisch tätig wird, „befindet sich im Fluss des schöpferisch-seelischen Prozesses, er ist ganz bei sich, kann über das Gestalten seinem Seelenzustand Ausdruck verleihen, sich darüber aus seiner Isolation holen, seine Identität finden und formen. Ein direkter Bezug zu sich selbst in der Gegenwart entsteht. In diesem Zustand geistiger seelischer Verdichtung kann der eigene Sinn wieder gefunden werden.“[7] Diese Verdichtung, das Gewahrsein im Moment fördert intuitive Prozesse. Die Kunst basiert auf einer sinnlichen Wahrnehmung, statt auf rational analytischen Denkprozessen. „Echtes sinnliches Erleben ist auch bewusstes intuitives Erleben.“[8] 

Jenseits der Einordnung von Kunst in Denkschablonen wie „spiritueller Akt“ oder „Muse“ kann festgehalten werden, dass sowohl das Betrachten von Kunst als auch das schöpferische Tun die Intuition befördern. Das Kunstwerk spricht unbewusste intuitive Themen an. Es „spricht“ mit dem  Betrachter in einer metaphorischen Bildsprache, die sich jenseits der Ratio bewegt. Der Betrachter geht in Resonanz mit dem Werk. Oft sind die durch Kunstbetrachtung hervorgebrachten Gefühle und Eingebungen rational nicht nachvollziehbar. Oder sie bringen erst in der Reflexion auch einen rational nachvollziehbaren Aspekt zu Tage. Die intuitiven Empfindungen schaffen oft einen Sprung auf eine Metaebene der Betrachtung, die auf einen größeren Zusammenhang anspielt.

Ulrike Hinrichs (2017)

Zum Thema auch meine Beiträge:

Literatur

[1] Jan Becker, (2016). Das Geheimnis der Intuition. Man spürt, was man nicht wissen kann.  S. 23

[2] Duden Online, Begriff.

[3] Cameron, Julia (2009). Der Weg des Künstlers. Ein spiritueller Pfad zur Aktivierung unserer Kreativität. München: Verlagsgruppe Droemer Knaur.

[4] Franz, Marie-Luise von; Henderson, Joseph L.; Jacobi, Jolande; Jaffé, Aniela (2012, S. 61). C.G. Jung. Der Mensch und seine Symbole. Ostfildern: Patmos.

[5] Cassou, Michele (2015, S. 156)  Point Zero – entfesselte Kreativität. Bielefeld: Aurum Kamhausen Mediengruppe GmbH.

[6] Hueber Simone Leona (2017, S. 64). Das Große Nichts. Tattva Viveka, Zeitschrift für Wissenschaft, Philosophie und spirituelle Kultur. Ausgabe  72, 2017, S. 64 ff.

[7] Leutkart, Christine; Wieland, Elke;Wirtensohn-Baader,Irmgard(2003, S. 14). Kunsttherapie – aus der Praxis für die Praxis: Materialien – Methoden – Übungsverläufe. Dortmund: vml Verlag.

[8] Wallner, Sabrina (2016, S. 100). Hypersensitiv. Das unbegrenzte Potenzial des menschlichen Geistes. Nördlingen: C.H. Beck.

Kritzelbilder

 

Krizelbilder

Ein Motor der Intuition sind künstlerische Prozesse, die als eine Form der instantanen Wahrnehmung bzw. universellen präkognitiven Sprache zu verstehen sind.

„Während traditionelle Problemlösungsmethoden unter Einsatz der rechten und linken Gehirnhälfte von der Komplexität gelähmt werden, blüht die spontane Erkenntnis im Chaos auf – wie ein hypereffizienter Editor, der in der Lage ist, in Sekundenschnelle lösungsrelevante Fakten von unwichtigen zu trennen.“[1] Mittlerweile gibt es eine wissenschaftliche Betrachtung von zwei Grundformen des Denkens, das schnelle und das langsame. Das schnelle entspricht der intuitiven instantanen Wahrnehmung, das langsame eher der logisch sequenziellen Wahrnehmung.

Auch Krizelbilder sind eine gute Möglichkeit intuitive Prozesse zu fördern und vom „Zufall“ zum Thema zu gelangen. Die kreative Ausdruck im Kritzelwerk ist eine Form der Kommunikation der Intuition bzw. ein Feedback resonierender Felder.

siehe zum Thema z.B.  auch  Resonanz

Ein Krittelbild kann mit einem bestimmten Anliegen oder auch frei gestartet werden. Ein Kritzelbild entsteht indem mit geschlossenen Augen auf einem Blatt Papier mit einem Stift gekritzelt wird. Dabei sollte der Hand freier Lauf gelassen werden.  Sie führt den Prozess, der erst beendet ist, wenn der Impuls entsteht, dass das Kritzelbild fertig ist. Um die Kontrolle der Ratio noch mehr zu begrenzen, kann man auch die Seiten der Hände wechseln, so dass ein Rechtshänder mit links malt oder ein Linkshänder mit rechts.

Anschließend wird das Kritzelwerk betrachtet und nach Resonanzen geschaut, wo in dem Wirrwarr erkenne ich etwas, ein Muster, ein Bild? Das Werk wird dann entsprechend weiter gemalt und reflektiert.

Erst danach erfolgt eine Rückbindung zu einem Anliegen. Dabei geht es um individuelle Resonanzen und Assoziationen der Klientin zum entstandenen Werk, nicht um interpretative Zuschreibungen des Therapeuten/Coach.

In der Abbildung sehen wir ein vollendetes Kritzelbild. Die Klientin war mit einen inneren Konflikt bezüglich eines gemeinsamen Projektes mit einer Kollegin zu einem kunstanalogen Coaching erschienen. Die Klientin wollte die Kollegin nicht enttäuschen oder gar verletzten. Sollte sie die Zusammenarbeit dennoch beenden und das Projekt allein weiterführen oder an der Kooperation festhalten? Die Klientin konnte von der Gemeinschaftsarbeit enorm profitieren, gleichzeitig wehrte sich ihr „Inneres“, so ihre Worte, gegen die Fortsetzung der Zusammenarbeit.

Die Klientin fertigte ein Kritzelbild und gestaltete es hinterher. Sie entdeckte bei der Betrachtung ihres Werkes einen Adler, der über die Erde fliegt. Ein spontaner poetischer Titel fiel ihr ein: „Der Adler und die Welt, die aus den Fugen fällt.“ Zudem fielen ihr die vielen bunten sich überlappenden Formen und Kreise auf. Sie beschrieb das Bild wie einen Blick aus der Vogelperspektive weit über der Erde, wo sie im bunten „Klein Klein“ das größere Ganze übersah. Der Adler ließ all das unter sich, beachtete die Details nicht. Auf Rückfrage, wofür der Adler für sie stehe, welche Bedeutung er habe, assoziierte die Klientin noch die Begriffe: Klarheit, Freiheit bzw. Freiraum, Mut und neue Wege gehen, Potentiale entfalten. Für die Klientin war nach diesem Kritzelbild ihre Entscheidung, die innerlich bereits gefallen war und sich in einem „unguten Bauchgefühl“ geäußert hatte,  klarer geworden: sie sollte eigene Wege gehen, den Mut dazu haben, auf sich und ihre Potentiale vertrauen. Sie hatte die überwiegende Arbeit in das Projekt gesetzt, so dass sich auch klar ihre Handschrift zeigen musste.

 

 

 

 

[1] Costa (2012, S. 242).

 

 

[1] Costa, Rebecca (2012, S. 242). Kollaps oder Evolution? Wie wir den Untergang unserer Welt verhindern können. Weinheim: Wiley-VCH.

Der innere Heiler

 

„Was wir tun können, ist, dem Arzt, der in uns wohnt,
eine Gelegenheit zur Wirkung zu geben.“

Albert Schweitzer

Ein Schlüssel für den Kontakt zum inneren Heiler  ist die Intuition. Der Biologe Rupert Sheldrake[1]  betrachtet die Spiegelneuronen als eine Art „Zweithirn“, mit dem Informationen im Quantenfeld ausgetauscht werden. Er konstatiert, dass der Intuition immer eine Art von Verbundenheit mit einem höheren Bewusstsein zugrunde liege. Das durch die Intuition vermittelte „innere Wissen“ entspringt diesem höheren Selbst.

Mehr zum Thema unter

„Der innere Heiler, oder oft benannt als Medicus internus (der innere Arzt) scheint, physikalisch gesehen, so etwas zu sein wie ein eingebauter Resonanzdetektor, der sensibel auf die Wahrnehmung von körperlichen, emotionalen und seelischen Unstimmigkeiten ausgerichtet ist. Seine Fähigkeit innere Differenzen und Dissonanzen zu balancieren und in harmonisierende und korrigierende Impulse zu verwandeln nutzt eine geniale Hyperintelligenz.
Der physiologische Hintergrund dieser Fähigkeit speist sich aus all den Anteilen in unserem Nervensystem die mit dem evolutionären und archaischen Urwissen unserer Körperinformation verbunden sind. Die Kunst ist es genau das wahrnehmbar und zugänglich zu machen. Der Zugang gelingt über das Training der Intuition und die Übersetzung der inneren Wahrnehmungen in Bilder von Gestalten, die sehr oft mythischen Charakter haben, also eine Verbindung zum kollektiven Unbewussten herstellen. Mittlerweile gibt es eine wissenschaftliche Betrachtung von zwei Grundformen des Denkens, das schnelle und das langsame. Das schnelle entspricht der intuitiven holografischen instantanen Wahrnehmung, das langsame eher der dem logisch sequenziellen. Der innere Heiler ist eine Funktion der instantanen Wahrnehmung der individuellen Realitäten mit der Chance die verzerrenden und krankmachenden Schwingungsmuster zu identifizieren und zu verändern.“ Dr. Hans Hein www.forumsynergie.de

Mehr dazu auch in meinem Buch

Kunst als Sprache der Intuition – Der holografische Ansatz in der Kunsttherapie und kunstanalogen Transformationsprozessen Synergia-Verlag, ISBN 9783906873824

 

 

 

 

 

 

Literatur

[1] Rupert Sheldrake (2010). Das schöpferische Universum. Die Theorie der morphogenetischen Felder und der morphischen Resonanz. München: Nymphenberger

Die vier Elemente

Die vier Elemente

Feuer  – Wasser – Erde – Luft

Bilder von Geflüchteten

Wann bin ich in meinem Element?

  • Wie kann ich die Dinge leichter nehmen? (Luft)
  • Was soll jetzt ins Fließen kommen? (Wasser)
  • Wo sind meine Wurzeln? (Erde)
  • Wo brennt es ? Wofür brenne ich? (Feuer)

Die Bedeutung der vier Elemente

Das Leben werde wahrnehmbar durch innere Bilder, die sich fragmentarisch in Metaphern und Symbolen wiederfinden“, beschreibt es Wallner.[1] Symbole kommen in unserer Welt immer wieder vor. Sie sind Sinnbilder; Zeichen, die für etwas Anderes stehen. Ein Symbol  schließt nicht aus, sondern ein. Anders als Worte, begrenzt es nicht. Symbole – wie die vier Elemente – geben zunächst einmal eine individuelle Resonanz, die sich oft auch mit einer kollektiven Bedeutung deckt. Die vier Elemente als Essenz des Lebens haben eine lange Tradition in unterschiedlichen Kulturen und Epochen, wie der griechischen Philosophie, der Alchemie und der chinesischen Kultur (dort fünf Elemente).

Jenseits eine festgeschriebenen Bedeutungszuschreibung berühren die vier Elemente folgende Themen:

  • Das Element Erde steht für die materielle Welt, dazu gehören die Alltagswelt um uns herum und auch unser Körper, mit dem wir uns in dieser Welt bewegen.
  • Das Element Wasser  hat sehr unterschiedliche Aspekte. Vor allem steht es für Empfindungen und Emotionen, aber auch für Leben, Wachstum und Entwicklung.
  • Das Element Luft spiegelt geistige Ideen, das Denken, Gedanken und Prinzipien wieder.
  • Das Element Feuer versinnbildlicht eine innere Kraft, die uns antreibt. Das Feuer gibt uns Licht. Wir haben einen starken Überlebenswillen und damit verbunden den Antrieb nach Nahrung, Fortpflanzung und materieller Sicherheit. Auf einer seelischen Ebene repräsentiert das Feuer vor allem Inspirationen und Geistesblitze.

[1] Wallner, Sabrina (2016, S. 23). Hypersensitiv. Das unbegrenzte Potenzial des menschlichen Geistes. Nördlingen: C.H. Beck.

Krafttiere

 

 

Infos zum Krafttierprojekt und dem 55 Krafttier-Karten-Set, das Powerpack für die Intuition  www.krafttier.reisen

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Krafttiere

Das Kunstwerk ist Ausdruck einer holografischen Bildsprache, die sich fragmentarisch in Metaphern und Symbolen zeigt. Ubiquitäre oft auch archetypische Symbole finden sich in Tieren. Sie tauchen in Mythen, Sagen und Geschichten auf, auch als Wappen von Städten (Berliner Bär) und Ländern (Bundesadler) sowie in Religionen (Fisch im Christentum)  haben sie eine symbolische Bedeutung. Kinder haben ihre Lieblingskuscheltiere und auch sonst haben viele Menschen ein oder mehrere Tiere, zu denen sie sich emotional hingezogen fühlen. Nicht zuletzt Haustiere nehmen eine sehr bedeutende Rolle im Alltag von Menschen ein.

Krafttiere stammen aus der schamanischen Tradition. Sie haben im Schamanismus eine ähnliche Bedeutung wie im Christentum die Schutzengel. Sie gelten als Begleiter des Menschen, die im Leben und in besonders herausfordernden Situationen körperlich, seelisch und spirituell zur Seite stehen. Krafttiere haben den Wesenszug eines machtvollen und engagierten Verbündeten. Sie beschützen und behüten den Menschen, sind stille Helfer im Hintergrund.[1] Auch ohne einen schamanischen Glauben an Krafttiere helfen diese inneren Bilder Ressourcen zu wecken und Blockaden abzubauen.

Krafttier-Bilder erzählen von inneren Wahrheiten, sie machen sichtbar, welche Potentiale, Kräfte, Energien und Themen uns und die reflexive Welt gerade bewegen. Für jedes Tier finden sich bestimmte Zuschreibungen, mit denen wir in Resonanz gehen. Auch die Stärken, Schwächen und Eigenschaften des Krafttieres sind uns hilfreiche Wegweiser. Ein Krafttierbild regt die Imagination an und stellt Kontakt zur psychisch-seelischen Welt des Menschen her.  Es wird zum symbolischen Bedeutungsträger und weckt die Intuition. Dabei geht es nicht um allgemeingültige Zuschreibungen, sondern um individuelle Resonanzen. Oft decken sich diese gerade in Bezug auf Tiersymbole mir einer archetypischen Essenz.

Nun gibt es verschiedene Wege ein Krafttier zu rufen. Klassisch dafür ist die schamanische, mit Trommeln begleitete Krafttierreise. Nicht jedem steht aber ein Schamane zur Verfügung, der diese Reise durchführt. Das Krafttier kann daher zum Beispiel  auch durch eine Fantasiereise eingeführt werden. Karten oder Bücher mit Tierbildern können ebenso eingesetzt werden, wie Spielzeugtiere. Oft reicht schon ein intuitives in sich Hineinhorchen, um sein Krafttier zu finden und es anschließend künstlerisch umzusetzen. Dabei kann ein Krafttier für eine momentane schwierige Situation gesucht werden oder eines, das einen zeitlebens begleitet.

Die Bilder zeigen einige Beispiele von Krafttieren, die aus einem Workshop mit geflüchteten Kindern und Erwachsenen stammen. Gerade Kinder, egal aus welchem Land und welcher Kultur, finden mühelos Zugang zu Tiersymbolen. Krafttiere bieten einen ungehinderten Zugang zu den Menschen, jenseits von Religion, Kultur und Rolle.

[1] siehe dazu: Picard, Winfried (2014, S. 97 ff.)). Schamanismus und Psychotherapie. Kräfte der Heilung. Ahlerstedt: Param Verlag.

Art & Spirit

„Wunder stehen nicht im Gegensatz zur Natur,
sondern nur im Gegensatz zu dem, was wir über die Natur wissen.“ (St. Augustin)

Arthur Findlay College, London, November 2016 mit Alan Stuttle

Ich nenne es Harry-Potter-Schloss, denn das Arthur Findlay College in London sieht tatsächlich so aus, wie man sich ein Schloss vorstellt, in dem mysteriöse Dinge geschehen. Der graue November hat diese Wirkung noch verstärkt. Das Herrenhaus „Stansted Hall“ in dem das weltweit einzigartige spirituelle College beherbegt ist, wurde 1871 erbaut und wird zur Förderung paranormaler Wissenschaften geführt. Ich besuchte dort im November 2016 den Kurs bei Alan Stuttle, Art&Spirit, durch den ich viele neue Inspirationen bekommen habe.

Spirituelles „Wissen“

virtuell_kircheUniverselles Bewusstsein ist lebendig und gegenwärtig. Es ist die Quelle des menschlichen Lebens. Wir alle haben Zugang zu diesem höheren universellen (spirituellen) „Wissen“. Schranken, die uns Zeit und Raum aufgeben, nehmen wir mit unseren fünf Sinnen und über den Verstand wahr. Das universelle Bewusstsein jedoch transzendiert diese Begrenzungen. Zu diesem „Wissen“ nehmen wir jenseits des Verstandes über das Gefühl und die Intuition Kontakt auf. Im künstlerischen Schaffen können wir intuitive Prozesse und Erkenntnisse besonders fördern und finden Zugang zu einer universellen Bildsprache. Die Bilder sprechen zu uns. Oft wird diese spirituelle Sichtweise in der Beratung und Therapie vernachlässigt oder schlimmstenfalls sogar pathologisiert. Ich folge einem holografisch-ethischem Weltbild und betrachte Menschen und deren Probleme ganzheitlich. Entwicklung und Heilung bezieht alle Ebenen ein, die körperliche und seelische ebenso wie die universelle/spirituelle.n

Was zeigt sich im schöpferischen Prozess und im entstandenen Werk? Wir sind offen für Überraschendes, für Neues, Nicht-Gewusstes und nicht einmal Erahntes.

Siehe zum Thema auch meinen Beitrag TraumAtelier: Was sagen uns Intuition, innere Bilder und Träume.

Intuitiv gemalte Portraits zum medialen Einfühlen

Seelenbilder: Intuitiv gemalte Bilder aus der Natur zum medialen Einfühlen

Wortblüten

Sie schreiben leidenschaftlich gern?

Die intermediale Kunsttherapie zeichnet sich durch die Verbindung verschiedener Künste aus. Neben der bildenden Kunst arbeite ich auch mit kreativen intuitiv verfassten Texten in der Kunsttherapie.

Wortblüten bezeichne ich intuitiv verfasste Texte, man könnte sie auch Blüten der Seele nennen. Solche spielerisch verfassten Texte können uns in einer Krise oder bei der Lösung eines schwierigen Problems unterstützen. Die intermediale Arbeit mit der Verbindung von Bild und Poesie führt zu einer Synästhesie der Sinne. Auch unsere Alltagswahrnehmung und Wirklichkeit vollzieht sich intermedial, so dass diese Verbindung und Synergie der Sinnesausdrücke für den Zugang zur Intuition besonders förderlich ist.

„Über die Kunst kann die Synästhesie allen Menschen zugänglich sein“, so Wallner.[1] Sie führt weiter aus:
„Leben bedeutet, eine Art Gefäß für diese Wahrnehmung zu bauen, um diese wiederum zu reflektieren. Dies führt jeder nach seiner Ordnung aus. Neben dieser sehr subjektiven Wahrnehmung existieren Punkte, über die sozusagen alle Menschen verknüpft sind: Über das Zusammenspiel der Sinne ergibt sich eine Ästhetik, die der Struktur des Nervensystems gleicht. Darüber sind alle vernetzt. Wir stimulieren uns gegenseitig und setzen dabei Impulse frei, die wiederum unsere Umgebung beeinflussen. Alle menschlichen Sinne können im Zusammenspiel ganz kleine oder ganz große Bilderwelten erschaffen. Über das Zusammenspiel von mehreren unserer Sinne entsteht die synästhetische Wahrnehmung.“[2]

Diese Synästhesie verhilft zu komplexerem, vernetztem intuitiv geleitetem Erleben.

 

Hier drei Beispiele für ein worspielrisches Elfchen.

Und so geht´s

Ein Wort: Gedanke, Gegenstand, Reizwort
Zwei Wörter: Was macht das Wort 1
Drei Wörter: Wo oder wie ist das Wort 1
Vier Wörter: Was meinst du dazu?
Ein Wort: Fazit, was kommt dabei heraus?

 

 

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Literatur

Wallner, Sabrina (2016). Hypersensitiv. Das unbegrenzte Potenzial des menschlichen Geistes. Nördlingen: C.H. Beck

[1] Wallner (2016, S. 23)

[2] Wallner (2016, S. 23)

Hildesheimer Lyrikwettbewerb

1.5.2017 bis 30.10.2017 

Hier stehe ich – Poesie im öffentlichen Raum in Hildesheim

Ich freue mich riesig, ich bin dabei beim Lesezeichen Projekt in Hildesheim mit meinem Gedicht Heimat.

„Herzlich willkommen zu diesem ungewöhnlichen und bundesweit einzigartigen Kunst- und Literaturprojekt in Hildesheim. Fast 100 Gedichte von 49 Autoren aus aller Welt an 30 verschiedenen Standorten in Hildesheim verwandeln Straßen und Plätze für 6 Monate von Mai bis Oktober 2017 zu Orten der Poesie. Mit den monumentalen Lesezeichen – am Hauptbahnhof, an Kirchen, Bushaltestellen, Fußgängerzone, Einkaufspassagen, Kino und Theater – gehen wir neue Wege der Literaturvermittlung, holen die Kunst des Wortes zwischen verstaubten Buchdeckeln hervor und setzen sie ins Freie, ins Offene, mitten in der Stadt. …“ weiterlesen auf der Webseite www.hildesheimer-lesezeichen.de

 

„blind“ gemalte Portraits

Blind-Portraits

So geht es: Ein Blind-Portrait von unserem Gegenüber fertigt man wie folgt: Die zu portraitierende Person wird zunächst angeschaut, anschließend schließt man die Augen und skizziert den anderen blind. Der/die Abgebildete kann dann an seinem Portrait weitermalen.

Risiken und Nebenwirkungen: Blind-Portraits bringen nicht selten Bauchschmerzen vom vielen Lachen!

Diese Form des Portraitierens führt gerade in Gruppen regelmäßig zu befreiendem Lachen. Was hat das mit Kunsttherapie zu tun, könnte man sich fragen? Lebensfreude und Spaß sind  – wie auch der Mediziner Dahlke[1]  konstatiert – vielleicht die am meisten unterschätzen Themen im Bereich moderner Therapieformen. Der renommierte Hirnforscher Gerald Hüther hat sogar in seinem Buch „Rettet das Spiel! Weil Leben mehr als funktioineren ist“ ein Plädoyer für das Spielen verfasst.[2] Das spielerische und bewertungsfreie künstlerische Schaffen setzt Freude und Lebensenergie frei. Es ist eine wichtige Quelle für Entspannung und Öffnung der Intuition. Das Blindportraitieren schafft vor allem in Gruppen eine spielerische Form der Begegnung. Gerade beim Malen und Zeichnen verfangen immer wieder alte Bewertungs- und Leistungsmuster („ich kann nicht malen“), die mit dieser Zeichenübung problemlos überwunden werden. Denn „blind“ kann niemand wirklich „gut“ zeichnen. Gleichzeitig ergeben sich abstruse und lustige Ergebnisse, die den Einzelnen im kreativen Prozess bestärken. Das Portrait kann schlussendlich auch als Einstieg für ein kunsttherapeutisches Gespräch dienen.

 

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[1] Dahlke Ruediger (2010).  Arbeitsbuch zur Mandala-Therapie. Darmstadt: Schirmer Verlag.

[2] Hüther, Gerald; Quarch, Christoph (2016). Rettet das Spiel! Weil Leben mehr als funktionieren ist. München: Carl Hanser Verlag.

Die innere Göttin

Auf dem Weg zur Intuition

Mit der Aufklärung verfestigte sich in unserem Kulturkreis das mechanistisch-materialistische Weltbild, das die Welt metaphorisch gesehen wie eine Maschine betrachtet. Alles Leben lässt sich rational analysieren. Auch die heute noch vorherrschende klassische Medizin setzt auf klar definierbare Krankheitsbilder und damit einhergehende Symptome, die entsprechend „repariert“ werden müssen.
Die Ratio ist nach dieser Weltsicht der verlässliche Entscheider im Leben. Gefühl und intuitives Wahrnehmen wird in den Bereich der Subjektivität wenn nicht gar Mystik verbannt. Aber dieses Weltbild unterliegt einem paradigmatischen Wandel hin zu einer holografischen Sichtweise – siehe dazu auch meine Beiträge:

TraumAtelier Was sagen uns Intuition, innere Bilder und Träume?
Resonanz
Art & Spirit

Das Weibliche, die Intuition, das Gefühl, die passive Seite, sind in allen Lebensbereichen wieder mehr im Fokus. Selbst in der Wirtschaft setzt man wieder auf das Bauchgefühl (siehe exemplarische Literaturnachweise am Seitenende).

Die Aspekte der inneren Göttin als archetypische Erscheinungsformen stehen uns allen zur Verfügung. Nicht nur Frauen tragen die innere Göttin in sich. Auch Männer sind mit der Göttin verbunden.  C. G. Jung nannte es die Anima in jedem Mann.

Die innere Göttin zeigt den Weg zur Intuition.

Es ist hilfreich die eigene innere Göttin künstlerisch umzusetzen, sie zu malen und mit ihr ins Gespräch zu kommen, zum Beispiel mit Fragen wie:

Wie sieht sie aus, Deine innere Göttin?
Wie geht es ihr?
Was siehst du in Ihr?
Was sieht Sie in dir?
Möchte sie dir etwas sagen, dir mit auf den Weg geben?
Hast du eine bestimmte Frage an sie?

 

 

 

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Intuition in der Wirtschaft zum Beispiel:

  • Dr. Philippe Lathan, Das Bauchgefühl der Top-Manager, wissensmanagement 4/06
  • Otto C. Scharmer. Theorie U: Von der Zukunft her führen. Presencing als soziale Technik. Heidelberg: Carl-Auer 2014

 

Resonanz

„Wissende Informationsfelder“

Wissen ist nicht im Gehirn, sondern das Hirn im Wissen.
Hans Hein

Dem heute noch weitgehend materialistisch-mechanistisch geprägtem Weltbild wird zunehmend ein Paradigmenwechsel hin zu einer holografischen Weltsicht abverlangt, der auch Auswirkungen auf die Psychotherapie hat. Das holografische Weltbild überschreitet die Grenzen der dreidimensionalen Realität, der Materie, in den virtuellen universellen Raum. Jedes System ist danach ein Holon, Teil eines größeren Ganzen, das gleichzeitig das Ganze repräsentiert. Auch der Mensch ist als ein Bestandteil und Spiegel des gesamten Universums, eines Mikrokosmos im Makrokosmos, zu verstehen. Wissen und Erfahrungen sind in universellen Feldern gespeichert, mit denen der Mensch mittels seiner Intuition in Resonanz steht. Psychische Beeinträchtigungen und seelischen Nöte wechselwirken ebenso mit diesen Feldern wie kollektive Verletzungen und Traumata. Auch das Menschenbild für die Kunsttherapie wird holografisch verstanden.

Mit der Annahme einer holografischen Sichtweise (siehe dazu mein Beitrag TraumAtelier: Was sagen uns Intuition, innere Bilder und Träume?) einher geht die Idee, dass die Verarbeitung und Speicherung von Erfahrungen im Gehirn des Menschen nach Prinzipien der Holografie erfolgt, so wie auch bei einem Hologramm Bilder als Frequenzmuster gespeichert werden. Hein beschreibt es anschaulich mit dem Satz „Wissen ist nicht im Gehirn, sondern das Hirn im Wissen.“ „Jeder Einzelne bildet ein kleines geistiges Feld, das auf andere wirkt und damit die ganze Welt beeinfluss“, ergänzt Michel.[2] Der Physiker und Biologe Warnke beschreibt die universellen Wirkmechanismen eines “Geist-Bewusstseinsfeldes“ noch konkreter:

„Es existieren insgesamt drei Phasen der Schöpfung:

  • Hintergrundfeld (syn. Null-Punkt-Feld, Psi-Feld, ‚Meer aller Möglichkeiten‘) Superpositions-Rauschen als Quelle von Allem;
  • Universelles intelligentes Informations-Feld (Universelles Bewusstsein) mit kosmischer Selbstregulation (Evolution);
  • Individuelles intelligentes Informations-Feld (Wesen-Bewusstsein).“[3]

Diese (noch) nicht messbaren Wissenskraftfelder sind dynamisch und sich entwickelnd.[4] Zu klären ist die Frage, wie der Mensch mit solchen Wissensfelder in eine Verbindung treten kann. Der holografische Ansatz geht davon aus, dass sich dies durch ein Einschwingen auf die Feldfrequenz vollzieht. Das Individuum geht in Resonanz mit dem wissenden Feld und vice versa. Felder und Gedankenformen nähern sich einander an, überlappen sich und verschmelzen miteinander, beschreibt es Wallner.[5]

Es ist, „als würden wir alle in einem natürlichen synästhetischen Netz leben, in dem die Sinne die Fäden ziehen und die Materie  dementsprechend auskristallisiert“.[6]

Der renommierte Biologe Sheldrake nennt es „morphische Resonanz“.[7] „Allen morphischen Feldern wohnt ein Gedächtnis inne, das sich durch morphische Resonanz bildet.“[8] Jedes System, auch der Mensch, ist ein schwingendes System.[9] Der Mensch ist Teil des universellen Energiefeldes. Er tritt je nach Eigenschwingung in Resonanz mit kollektiven bzw. universellen Feldern. [10]

Das Phänomen der Resonanz wird aktuell in unterschiedlichsten Wissenschaftsdisziplinen diskutiert.[11] Auch im Alltagssprachgebrauch hat sich der Begriff Resonanz manifestiert. Die Bedeutung von Resonanz hat zwar einen gemeinsamen Ursprung, allerdings werden Resonanzphänomene je nach wissenschaftlichem Ansatz und Weltbild unterschiedlich gedeutet. Übereinstimmend wird unter Resonanz ein Phänomen der wechselseitigen Bezogenheit verstanden. In der Musik bezeichnet man das Mitschwingen einer nicht gespielten Saite beim Ertönen eines gleichgestimmten Instruments als Resonanz. In der Physik und Technik beschreibt Resonanz das verstärkte Mitschwingen eines schwingungsfähigen Systems.[12] Resonanz beschreibt darüber hinaus auch das Einschwingen des Einzelnen auf andere Menschen und die ihn umgebende Welt.

„Emotionale Resonanz als eine bestimmte Form zwischenmenschlicher Interaktion ist eine basale Erfahrung jeder zwischenmenschlichen Beziehung. Sie meint eine ganzheitliche Form des Aufeinander-bezogen-Seins und bezieht als prä- bzw. extraverbales Beziehungsgeschehen die seelische, körperliche und geistige Ebene gleichermaßen mit ein. Emotionale Resonanz ist in einem weiteren Kontext ein „transverbales“ Phänomen, in dem letztlich das Geheimnis des Angerührt-Werdens zum Ausdruck kommt. Emotionale Resonanz lässt in uns etwas anklingen und berührt uns. Ob, wann und in welchem Ausmaß etwas in mir oder im Anderen anklingt, ist weder machbar noch kontrollierbar und erhält letztlich eine spirituelle Dimension“, konstatiert etwa die Musiktherapeutin Gindel.[13]

Rosa beschreibt Resonanzphänomene als ein „rhythmisches Aufeinander-einschwingen“[14] zwischen dem Menschen und seiner Umwelt.[15] Resonanz sei als ein Bezogensein auf die Welt, ein dialogisches Eingebundensein in die Erfahrungen des Lebens zu verstehen. Auch der Raum zwischen Therapeuten und Klienten stellt einen Resonanzraum dar, in dem sich die Beteiligten aufeinander einschwingen.[16] Ergänzend konstatiert er, „dass beide Seiten – Subjekt und Welt – in der und durch die wechselseitige Bezogenheit erst geformt, geprägt, ja mehr noch: konstituiert werden. Was und wie ein Subjekt ist, lässt sich erst bestimmen vor dem Hintergrund der Welt, in die es gestellt und auch auf die es sich bezogen findet; Selbstverhältnis und Weltverhältnis lassen sich nicht trennen.“[17] Resonanz sei, so Rosa, „ein mehrdimensionaler Prozess, der sich sowohl zwischen innerpsychischen Ebenen als auch zwischen leiblichen und geistigen Sphären des Subjekts und schließlich zwischen Selbst und Welt abspielt. Dabei bezeichnet sie nicht einfach einen Zustand der Übereinstimmung beziehungsweise der Widerspruchsfreiheit, sondern ein aktives, dynamisches Moment der Begegnung beziehungsweise des wechselseitigen Angesprochenseins: Leib und Geist, Selbst und Welt treten in eine gleichsam energetisch aufgeladene Form des Kontakts.“[18] Bestimmt man Resonanz mithin als eine spezifische Art des responsiven „Auf-die-Welt-Bezogenseins“, so wirft Rosa selbst die Frage auf, inwieweit die Welt „wirklich antwortet“.[19] Er stellt dazu fest, dass ein rationalistisches materialistisch-mechanistisches Weltverständnis, das auf  „stummen“ Weltbeziehungen basiert, „von denen aus die Objekte (die Wälder oder Steine, der Kosmos oder auch die Neuronen oder nutzenmaximierenden Individuen) kaum als Antwortende gedacht werden können.“[20] Gleichzeitig grenzt Rosa sich aber von Resonanzbeschreibungen ab, die die Grenzen der materialistischen Weltsicht verlassen: „Wer immer behauptet oder auch nur andeutet, es gäbe solche (geheimen, feinstofflichen etc.) Schwingungen in irgendeinem materiellen oder substantiellen Sinne, läuft Gefahr, den Boden begrifflich und analytisch exakter und empirische fundierte Sozialtheorie zu verlassen und ins unwiderruflich Esoterische abzugleiten.“[21] Rosas Definition von Resonanz bezieht sich auf Resonanzen zwischen Individuum und „Welt“. Dabei bezeichnet er die materialistische Weltsicht einerseits als antwortlose stumme Weltsicht. Andererseits bleibt er in genau diesem Weltbild gefangen, wenn er sich von einer weiterreichenden, von ihm als „esoterisch“ betitelten Weltbetrachtung, die auf metaphysischen Annahmen beruht, abgrenzt. Rosas Beschreibung von Resonanz verdeutlicht anschaulich, wie solche Phänomene des Einschwingens zwischen Mensch und Welt konstituiert sind.

Erlaubt man sich aber eine holografische Sichtweise und damit den Gedanken, dass universelle Wissensfelder existieren, mit denen wir interagieren, so kann man den Kontakt mit diesen Feldern mit Resonanzphänomenen mühelos begründen. Ganz gegen Rosas Intention und Überzeugung vermag daher gerade eine holografische Perspektive das Phänomen einer antwortenden Welt mühelos erklären. Es besteht eine resonante, dynamische Wechselbeziehung zwischen Individuum und Feld. Diese Annahme des Einschwingens steht in Übereinstimmung zu Erkenntnissen der Quantenphysik, wonach alles, auch der Mensch, nichts weiter als ein schwingendes Energiefeld ist.[22] Franckh konstatiert, dass alle Dinge und Lebewesen eine Eigenschwingung besitzen, auch alle Organe und Zellen, ebenso wie Materie. Resonanz stellt daher ein Einschwingen auf ein Schwingungsfeld dar. Die erzeugente Frequenzen resonieren.[23]

Der Körper fungiert, so Sanders, als eine Art „übersinnliche Antenne“ für die medialen Sinne (mediales Fühlen, Hellsehen, Hellhören, Intuition).[24] „Alle unsere Sinne, die körperlichen wie die medialen, funktionieren gewissermaßen dadurch, dass sie eine bestimmte Art von Energie empfangen und auf sie ansprechen. Das körperliche Sehvermögen ist davon abhängig, dass die Energie in Lichtwellen das Auge trifft. Das Ohr nimmt schwingende Energie der Klangwellen wahr. Tastsinn und Geruch funktionieren aufgrund chemischer Energieumwandlungen, die zwischen bestimmten Molekülen und den Rezeptorzellen der Zunge und den Schleimhäuten stattfinden. Die medialen Sinne folgen einem ähnlichen Schema.“[25] Sanders beschreibt „übersinnliche“ Phänomene von intuitiver Erkenntniserlangung, wobei allerdings konstatiert werden muss, dass auch der unscharfe Begriff „übersinnlich“ einer Weltbetrachtung zuzuordnen ist, die materialistisch-mechanistisch geprägt ist. Solche mit einem Unwissenschaftlichkeitsstigma versehenen „übersinnlichen“ Phänomene können und dürfen aus der materialistischen Perspektive nicht existieren, weil sie nicht ins Weltbild passen.

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Intuition als Schwingungskanal dem Zugang und der Wahrnehmung für Informationen aus dem universellen Feld dient. Die Informationen zeigen sich in Gefühlen, inneren Bildern, inneren Stimmenund plötzlichen Eingebungen und Inspirationen. Die Intuition wird durch die Fokussierung auf den Moment, durch ein Gewahrsein, eine Achtsamkeit für das Jetzt, begünstigt. Die Intuition, so Cassou, „entspringt aus dem riesigen Ozean des Nichtwissens. Sie bringt das Unerwartete und Nonverbale zum Vorschein. Sie lebt außerhalb der mentalen Grenzen und verleiht Gefühlen und dem Geist eine Stimme.“[26]

Hundt bezeichnet die Intuition in ihrer Dissertation zum Thema „spirituelle Wirkprinzipien in der Psychotherapie“ als einen alltagsgebräuchlichen Begriff für eine „Eingebung“. Der Transfer überbewusster Inhalte und Energien in den Bereich des Alltagsbewusstseins lässt sich als spirituelle Inspiration bezeichnen.[27]

Die Welt ist zu komplex, um sie mit unserm einfachen Verstand zu erfassen. Auch die Grundannahmen des holografischen Ansatzes sind ein weiteres neues Narrativ. Von der Welt als Machine, wie sie im materilaistisch-mechanistischen Weltbild verstanden wird, findet die holografische Sichtweise wieder zu einer Welt des Lebendigen. Es lohnt sich daher, über dieses Narrativ zu sinieren…

 

 

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LITERATUR

1] Hein, Hans (2015). Das Feld gewinnt. Mülheim Baden: Auditorium-NetzwerkVerlag für audiovisuelle Medien.

[2] Michel, Katarina; Michel, Peter (2016, S. 94). Das universelle Heilungsfeld. Die neue Dimension des Heilens. Grafing: Aquamarin Verlag.

[3] Warnke, Ulrich (2017). Bewusste Schöpfung. Das Geist-Seelen-Feld aus quantenphysikalischer Sicht. Tattva Viveka, Zeitschrift für Wissenschaft, Philosophie und spirituelle Kultur. Ausgabe  70, 2017, S. 22 f.

[4] Siehe dazu auch Michel u.a., a.a.O. (2016, S. 13)

[5] Wallner, Sabrina (2016). Hypersensitiv. Das unbegrenzte Potenzial des menschlichen Geistes. Nördlingen: C.H. Beck.

[6] Wallner a.a.O. (2016, S. 89).

[7] Sheldrake, Rupert (2010). Das schöpferische Universum. Die Theorie der morphogenetischen Felder und der morphischenResonanz. München: Nymphenberger.

[8] Sheldrake a.a.O. (2010, S. 19).

[9] Siehe oben zu den Erkenntnissen der Materie und Quantenphysik.

[10] Laszlo, Ervin (2007). Zu Hause im Universum. Die neue Vision der Wirklichkeit.  Berlin: Allegria. Holografisches Lesen im A-Feld Laszlo (2007, S 136).

[11] Rosa, Hartmut (2016, S. 246). Resonanz.Berlin: Suhrkamp Verlag.

[12] Rosa a.a.O. (2016).

[13] Gindel, Barbara (2001, S. 39). Anklang finden – emotionale Resonanz. In: Storz, Dorothee; Oberegelsbacher, Dorothea. Wiener Beiträge zur Musiktherapie, Band 3, Theorie und klinische Praxis als psychotherapeutisches Grundprinzip. Wien: Edition Praesens.

14] Rosa a.a.O. (2016, S. 55).

[15] So auch Bauer, Joachim (2006, S. 17). Warum ich fühle, was du fühlst. Intuitive Kommunikation und das Geheimnis der Spiegelneurone. München: Heyne Verlag.

[16] Rosa a.a.O. (2016).

[17] Rosa a.a.O. (2016,S. 62).

[18] Rosa a.a.O. (2016, S. 234).

[19] Rosa a.a.O. (2016, S. 289).

[20] Rosa a.a.O. (2016, S. 290).

[21] Rosa a.a.O. (2016, S. 284, 285).

[22] Siehe dazu Michel a.a.O. (2016).

[23] Franchk, Pierre (2009, S. 19). Das Gesetz der Resonanz. München: Koha.

[24] Sanders, A. Pete (2013, S. 22). Das Handbuch übersinnlicher Wahrnehmung. Oberstorf: Windpferd.

[25] Sanders a.a.O. (2013, S. 23).

[26] Cassou, Michele (2015, S., 156). Point Zero – entfesselte Kreativität. Bielefeld: Aurum Kamhausen Mediengruppe GmbH.

[27] Hundt, Ulrike (2007, S. 225). Spirituelle Wirkprinzipien in der Psychotherapie.Eine qualitative Studie zur Arbeitsweise ganzheitlich arbeitender Psychotherapeuten. Psychologie des Bewusstseins (Disertation). Abteilung A. Texte Bd. 3. Berlin Lit Verlag;  siehe auch Scagnetti-Feurer, Tanja (2009). Himmel und Erde verbinden: Integration spiritueller Erfahrungen (Dissertation). Würzburg: Königshausen & Neumann.

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Poesie hilft…!

Wortblüten…. Mit Poesie sich intuitiv einem Thema nähern. Ein Elfchen ist dafür ein spielerisches Hilfsmittel. Such dir ein „ Reizwort“, ein Problem, ein Thema, das dich beschäftigt, bewegt, belastet.

Daraus entsteht dein „Elfchen“ , ein Gedicht aus 11 Wörtern:

Und so geht´s

Ein Wort: Gedanke, Gegenstand, Reizwort
Zwei Wörter: Was macht das Wort 1
Drei Wörter: Wo oder wie ist das Wort 1
Vier Wörter: Was meinst du dazu?
Ein Wort: Fazit, was kommt dabei heraus?

Beispiel: Mond

Beispiel: Raum

Kunstprojekt grundrechte_kreativ

Unsere Leitkultur ist das Grundgesetz

Wir starten ein neues Integrations-Kunstprojekt grundrechte_kreativ. Aufgrerufen sind alle interessierten Mitbürger, Geflüchete wie Einheimische. Es wird hierzulange viel diskutiert über die Kriterien der Integration. Unser allgemeiner Wertekonsens ist das Grundgesetz. So kam uns die Idee, die Grundrechte kreativ zu erobern und sie künstlerisch umzusetzen. Infos zum Projekt grundrechte_kreativ

Projektleitung Ulrike Hinrichs Kunsttherapeutin, Rechtsanwältin

 

Ich bin ein Mensch

Artikel 1 GG
(1) Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.
(2) Das Deutsche Volk bekennt sich darum zu unverletzlichen und unveräußerlichen Menschenrechten als Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft, des Friedens und der Gerechtigkeit in der Welt.
(3) Die nachfolgenden Grundrechte binden Gesetzgebung, vollziehende Gewalt und Rechtsprechung als unmittelbar geltendes Recht.

Die inneren Weisen

 

Der allwissende Mann (Fimo auf Stein)
(Beispiel aus der Künstlergruppe für Flüchtlinge)

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Die inneren Weisen

Die Idee eines unbewussten Teils in uns, der dem Alltagsbewusstsein des Menschen nicht direkt zugänglich ist, geht zurück auf Sigmund Freud, dem Erfinder der Psychoanalyse. Sein ehemaliger Schüler C.G. Jung griff die Idee modifizierend auf und entwickelte kollektive Urbilder der menschlichen Psyche, so genannte Archetypen, namentlich das Selbst, den Schatten, Animus und Anima sowie die alten Weisen als Weisheitsschicht der Psyche. Ob überhaupt ein vom Bewusstsein abgrenzbarer Teil eines Unbewussten existiert, ist sehr umstritten. Heute setzt sich zunehmend die Idee eines holografischen Bewusstseins durch, wonach Erfahrungen und Wissen nicht im Gehirn des Menschen abgespeichert sind, sondern in universellen Wissensfeldern, zu denen der Mensch in Resonanz geht. Welches Verständnis auch immer man von der Welt der Psyche hat, kann uns das Unbewusste jedenfalls als Metapher Hilfestellung für Probleme und Fragen bieten, die mit dem logischen Denken nicht zu fassen sind. Unser fühlendes Gehirn reagiert auf innere Bilder als Quelle der Intuition. Der „Wundermacher“ Jan Becker greift diese Idee innerer Instanzen als Quelle der Intuition auf. Die inneren Weisen fungieren für ihn als sprachliche Bilder, die den Kontakt mit dem Unbewussten erleichtern. Jan Becker unterscheidet drei Ebenen, den inneren Bibliothekar, die weise Frau und den allwissenden Mann. Wir können diese inneren Weisen befragen und bekommen die Antwort etwa durch Geistesblitze oder innere Bilder. (siehe dazu meinen Beitrag TraumAtelier: Was sagen uns Intuition, innere Bilder und Träume?)

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Der innere Bibliothekar – für Rechercheaufträge

Der Bibliothekar hat Zugriff auf all die vergangenen Erfahrungen und repräsentiert das innere Wissen. Ihn kann man jederzeit ratsuchend mit Rechercheaufträgen betrauen.

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Die weise Frau – für größere Fragen

Die weise Frau beantwortet ebenso wie der Bibliothekar alle Fragen, auf die man durch bloßes Denken keine Antwort findet. Sie aber gibt Auskunft zu den komplexeren Fragen, die nur zu beantworten sind, wenn die größeren Zusammenhänge erkannt und verstanden werden.

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Der allwissende Mann – für existenzielle Fragen

Der allwissende Mann ist nur für die wirklich existenziellen Lebensfragen zuständig. Er gibt sich nicht mit kleinen oder auch größeren Problemen ab, sondern wird nur bei wirklich existenziellen Konfliktsituationen aktiv.

Literaturnachweis

  • Jan Becker (2016, S. 106 ff.). Das Geheimnis der Intuition. Wie man spürt, was man nicht wissen kann. Verlag Piper.
  • Jan Becker (2011, S. 200 ff.). Ich kenne dein Geheimnis, Enthüllungen eines Wundermachers, Verlag Pendo

 

TraumAtelier: Was sagen uns Intuition, innere Bilder und Träume?

Das Wissen ist nicht im Gehhirn, sondern das Hirn im Wissen.

Dr. Hans Hein

 

Traumatelier: Was sagen uns Intuition, innere Bilder und Träume?

Die klassische Traumdeutung geht zurück auf C. G. Jung, der Träume als ein Phänomen des „vorbewussten Wissens“ beschreibt, das dem kollektiven Unbewussten entspringt. Das kollektive Unbewusste sei eine Zusammenfassung aller Erfahrungen unserer Vorfahren, zu denen wir von Geburt an Zugang haben. Die Idee eines erweiterten, kollektiven Bewusstseins prägt heute auch den holografischen Ansatz, der sich in verschiedenen Wissenschaftsdisziplinen durchsetzt.

Das holografische Weltbild überschreitet die Grenzen der dreidimensionalen Realität, der Materie, in den virtuellen universellen Raum. Jedes System ist danach ein Holon, Teil eines größeren Ganzen, das gleichzeitig das Ganze repräsentiert. Auch der Mensch ist als ein Bestandteil und Spiegel des gesamten Universums, eines Mikrokosmos im Makrokosmos, zu verstehen. Mit der Annahme einer holografischen Sichtweise einher geht die Idee, dass die Verarbeitung und Speicherung von Erfahrungen im Gehirn des Menschen nach Prinzipien der Holografie erfolgt, so wie auch bei einem Hologramm Bilder als Frequenzmuster gespeichert werden. Der deutsche Astrophysiker von Ludwiger konstatiert, dass das Gehirn weder das Bewusstsein vorbringe, noch sich das Bewusstsein auf die somatische Struktur des Hirns setze.[1] Bewusstsein und damit auch Wissen liegen außerhalb des Gehirns, wie auch der Biologe Krall[2] feststellt. Der Physiker und Heisenberg-Schüler Heim definiert in seiner einheitlichen zwölf-dimensionalen Quantenfeldtheorie Bewusstsein sogar als eine Dimension des Universums.[3] Er beschreibt einen universellen Hyperraum, mit dem der Mensch über seine DNS verbunden ist. Im Hyperraum sei das Langzeitgedächtnis abgespeichert. Auch das Gehirn sei mit dem universalen Umfeld verbunden. Dabei gelten im Hyperraum andere Ordnungskriterien als in der langsamer schwingenden vierdimensionalen (Einstein’schen) Raumzeit. Hein beschreibt die Verbindung zwischen Mensch und intelligenten Feldern auf der Grundlage des neuronalen Nervensystems.[4] Ebenso Weichmann[5] geht in Annäherung an die Theorie des Physikers Bohm davon aus, dass es eine höherdimensionale Realität gibt, die unserer Wirklichkeit zugrunde liegt. Und nicht zuletzt Böckle stellt Bewusstsein als eine Existenz einer immateriellen Sphäre dar.[6]  Laszlo konstatiert, dass „der menschliche Geist kein isoliertes Etwas ist“.[7] Das von ihm beschriebene universelle In-Formationsfeld, das er „A-Feld“ nennt, nimmt „seinen Platz unter den fundamentalen Feldern des Universums, neben dem G-Feld (Gravitation) und den vereinigten elektromagnetischen und nuklearen Feldern und den Quantenfeldern“ ein.[8] In-Formation ist nach Laszlo eine „feine, quasi augenblickliche, nicht flüchtige und energielose Verbindung zwischen Dingen an verschiedenen Orten im Raum zu verschiedenen Zeitpunkten.“[9] Warnke nennt es eine „übergeordnete Hyper-Intelligenz“, die alles Leben durchdringt.[10] Der Biologe Sheldrake[11] beschreibt die Existenz von so genannten morphogenetischen Feldern, die wie eine Art Gedächtnis der Natur zu verstehen sind. Der Begriff des morphogenetischen Feldes geht auf den Botaniker Reinke[12] zurück, der eine formgebende Kraft in der Natur konstatiert. Goethe, der heute im Alltagswissen mehr wegen seiner Künste als seiner naturwissenschaftlichen Forschungen bekannt ist, berief sich auch auf ein kontinuierlich tätiges, unsichtbares Bildungsprinzip im Lebendigen,[13]  das an die Annahmen des hundert Jahre später lebenden Sheldrake erinnert. Ziemke knüpft heute wieder an Goethes Idee der  Metamorphose an.[14] Nach dem Zellbiologen Lipton[15] kontrollieren nicht unsere Gene unsere Körper, sondern unsere Wahrnehmung kontrolliert unsere Biologie. Lipton stellt die herkömmliche Annahme auf den Kopf, dass unsere DNS unser physisches Dasein bestimme. Vielmehr werde sowohl unser individuelles Leben als auch unser kollektives Dasein durch die Verbindung von innen und außen, zwischen Geist und Materie gesteuert. Davon geht auch der Mediziner Dossey aus, der die heilende Wirkung von Gebeten als nicht lokale medizinische Ereignisse erforscht hat.[16] Die Idee eines universellen Heilungsfeldes findet auch in der Medizin Gehör.[17] Die Theologen Küstenmacher und Haberer[18] beschreiben „oben wie unten, im Mikro- wie im Makrobereich gigantische Einheiten, die sich darum bemühen, eine kollektive Intelligenz zu erzeugen“.

Diese wissenschaftlichen Ansätze nähern sich damit auch uralten spirituellen Ideen an, die in allen Religionen wiederzufinden sind. Der Philosoph Wilber hat mit seiner integralen Theorie die Grenzen der herkömmlichen Wissenschaften überschritten und konkurrierende Denkschulen und Wissenschaftsdisziplinen sowie auch spirituelle Ansätze zu einem allumfassenden Modell verbunden.[19] Der Physiker Dürr beschreibt unsere Realität so: „Was wir Diesseits nennen, ist im Grunde die Schlacke, die Materie, also das, was greifbar ist. Das Jenseits ist alles Übrige, die umfassende Wirklichkeit, das viel Größere.“[20] Der Historiker Bähr weist darauf hin, dass erst seit dem Zeitalter der Aufklärung und der damit verbundenen Hinwendung zur Vernunft Emotionen dem Individuum zugeschrieben wurden.[21] In der davor liegenden Menschheitsgeschichte hatten Gefühle ihren Ursprung in Gott. Der handelnde Mensch verstand sich nicht als abgeschlossenes Individuum, sondern als Ausgrabungsort von Ereignissen im göttlichen Kosmos. Die alten vedischen Lehren gingen davon aus, dass das Universum ein schwingendes Feld ist.[22] Dieses Energiefeld nannten sie Akasha. Das mythologische Bild aus dem Mahayana Buddhismus – Indras Netz – ist eine weitere Metapher zur Beschreibung einer noch viel älteren vedischen Lehre, die ebenfalls verdeutlicht wie die Struktur des Universums in einem Netz verflochten ist. Dieses Energiefeld, das aus spiritueller Sicht Gott genannt wird, ist die gemeinsame Wurzel aller Religionen. Diese Entwicklung geht einher mit einem Erstarken von Spiritualität in den westlichen Gesellschaften. Auch zahlreiche Kunsttherapeuten weisen auf das Potential der Spiritualität, wie etwa exemplarisch Baer und Schuster oder auch Decker-Voigt in Bezug auf die Musiktherapie.[23]

Die Idee von kollektiven Bewusstseinsfeldern verbreitet sich auch in der Gesellschaft. Es gibt bereits virtuelle Verbindungen von einer Vielzahl von Menschen, die ortsunabhängig sowie Länder und Kontinente übergreifend gemeinsam zur Heilung von kollektiven Traumata[24] wie etwa der deutschen nationalsozialistischen Vergangenheit[25], der Fukushima[26] Katastrophe oder jüngst im Februar 2016 für den Frieden in Syrien[27] meditieren. Das von der Universität Princeton initiierte Global Consciousness Project (Globale Bewusstseinsprojekt) geht in einem mit weltweit ca. hundert Forschern und Ingenieuren langfristig angelegten Experiment wissenschaftlich der Frage der Existenz eines globalen Bewusstseins nach.[28] Die Annahme universeller Wissensfelder, mit denen das Lebendige in Interaktion steht, birgt eine völlig neue Herangehensweise auch für die Betrachtung und Heilung psychischer Beeinträchtigungen in der Therapie.

Mit diesem paradigmatischen Perspektivwechsel von einem materialistisch-mechanistisch hin zu einem holografischen Weltbild erklären sich viele Ebenden der Realität ganz neu. Wissen und Erfahrungen sind in universellen Feldern gespeichert, mit denen der Mensch in Resonanz steht. Psychische Beeinträchtigungen und seelischen Nöte wechselwirken ebenso mit diesen Feldern wie kollektive Verletzungen und Traumata. Neben inneren Bildern, intuitiven Impulsen, „Bauchgefühlen“,  Eingebungen und den Hellsinnen sind auch Träume Sprachrohr dieser Wissensfelder. Traumbotschaften sind sehr komplex und ihre Deutung durch festgeschriebene Zuweisungen schwierig.  Das Geträumte lässt sich aber oft symbolisch erfassen. Am besten eignet sich das wertfreie Assoziieren, um diese metaphorischen Botschaften zu entschlüsseln. Eine hilfreiche Unterstützung bietet dabei die Kunsttherapie, die innere Bilder sichtbar machen kann. Das Kunstwerk kann einen Kanal für eine bildhafte Kommunikation bieten, es wird zum Sprachrohr der Intuition werden.

© Ulrike Hinrichs (2017)

Literatur

[1] von Ludwiger, I. (2013, S. 153 f.). Unsterblich in der 6-Dimensionlaen Welt: Das neue Weltbild des Physikers Burkhard Heim. München: Komplet-Media.

[2] Krall, S.  (2017). ). Zwischen Biologie, Philosophie und Parapsychologie. Hans Diesch, der Vitalist. Tattva Viveka, Zeitschrift für Wissenschaft, Philosophie und spirituelle Kultur. Ausgabe  65, 2015, S. 18 ff

[3] von Ludwiger, I. 2010), Wilber (2007), so auch Laszlo (2007); so auch Schwartz, Beauregard, Miller (2016) in ihrem Manifest für eine post-materialistische Wissenschaft.

[4] http://www.forumsynergie.de

[5] Weichmann, J. (2015). Annäherung an Gott. Sein, 2015, Nr. 233, S. 9 ff.

[6] Böckle, R. 2014, S. 25 ff. Ist das Bewusstsein eine Funktion des Gehirns? TattvaViveka,Zeitschrift für Wissenschaft, Philosophie und spirituelle Kultur. Ausgabe  61, 2014, S. 25 ff.

[7] Laszlo (2007, S. 116). Zu Hause im Universum. Die neue Vision der Wirklichkeit.  Berlin: Allegria.

[8] Laszlo (2007, S. 73). ebenda

[9] Laszlo (2007, S. 57). ebenda

[10] Warnke (2017, S. 19). ebenda

[11] Sheldrake, R.  (2002). Das Gedächtnis der Natur: Das Geheimnis der Entstehung der Formen in der Natur. Bern, München, Wien: Scherz.; auch Krall (2015, S. 18) ebenda

[12] Reinke, J. (1922, S. 82, 89). Grundlagen einer Biodynamik.Abhandlungen zur theoretischen Biologie, Band 16. Berlin: Borntraeger.

[13] Merker, W. (2015, S. 52 ff.; 2015b, S. 18). Vom mechanistischen zum organischen Denken. Wege zur Erkenntnis des Lebendigen. Münster: Monsenstein&Vannerdat.

[14] Ziemke, A. (2016). Alle Schöpfung ist Werk der Natur. Die Wiedergeburt von Goethes Metamorphoseidee in der Evolutionären Entwicklungsbiologie. Frankfurt a.M.: Info3 Verlagsgesellschaft Brüll & Heisterkamp KG.

[15] Lipton, H. B. (2009). Intelligente Zellen: Wie Erfahrungen unsere Gene steuern. Burgrain: Koha Verlag.

[16] Dossey, L.  (2013). Heilende Worte. Die Kraft der Gebete als Schlüssel zur Heilung.

[17] Michel, K. u.a. (2016). Das universelle Heilungsfeld. Die neue Dimension des Heilens. Grafing: Aquamarin Verlag.

[18] Küstenmacher & Haberer (2015, S. 199). Gott 9.0. Wohin unsere Gesellschaft spirituell wachsen wird. Gütersloh: Gütersloher Verlagshaus.

[19] Wilber (2001), Ganzheitlich handeln: Eine integrale Vision für Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Spiritualität. Freimat: Arbor.

[20] Dürr, H. (Hrsg.)  (2008). Physik und Transzendenz. Die großen Physiker unserer Zeit über ihre Begegnung mit dem Wunderbaren. Tschechische Republik: Driediger.

[21] Bähr (2013). Furcht und Furchtlosigkeit: Göttliche Gewalt und Selbstkonstitution im 17. Jahrhundert. Göttingen: V&R Unipress.

[22] Siehe etwa Laszlo (2007), ebenda.

[23] Baer, U. (2014) Gefühlssterne, Angsfresser, Verwandlungsbilder. Kunst- und gestaltungstherapeutische Methoden und Modelle. Neukichen- Vluyn: Semnos; Schuster, M. ((2008) Rituale, Kunst und Kunsttherapie. Berlin: MWV Medizinische Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft. ; Decker Voigt, H. (2016), ). „…das berührt mich tief“ – Musiktherapie und Basale Stimulation/Basale Bildung. Wiesbaden: Reichert Verlag.

[24] Global Mediation via facebook für Globale Heilung mit knapp 80.000 Followern.

[25] Siehe etwa Thomas Hübel, 24.4.2010, Healing Event.

[26] Global Meditation für Fukushima mit über 32.000 Followern.

[27] Global Meditation für Syrien, Initiator James Twyman

[28] TatvaViveka (2016), aktuelle Meldungen.

Clustering

Das Cluster-Verfahren (auch Clustering) ist eine von Gabriele L. Rico entwickelte Methode des Kreativen Schreibens. Dabei werden Assoziationsketten notiert, die von einem Kernwort ausgehen.

  • Im Zentrum steht ein Cluster-Kern, ein Wort, zu dem anschließend assoziiert wird (hier: „Loslassen“). Das Wort oder auch eine Phrase wird in der Mitte eines Blattes notiert und eingekreist.
  • Von diesem Kernwort ausgehend wird frei assoziiert. Dabei lässt man sich vom Strom der Gedankenverbindungen treiben. Die Assoziation werden aufgeschrieben, eingekreist und mit der vorherigen Assoziation durch einen Strich verbunden.
  • Eine neue Ideenskette setzt wieder am ursprünglichen Kernwort an.

 

Mit dem so entstanden Cluster kann man anschließend weiter arbeiten, zum Beispiel können 5  Begriffe aus dem Cluster ausgewählt werden, um daraus einen Text zu schreiben.

Beispieltext einer Teilnehmerin:

Vertrauen kann man
Ein Leben lang
Bleibt Zeit zum Üben
Die kleinen Tode holen mich
Ein Kampf ums Überleben
Jeder Tag ein Neubeginn
Mut gibt dem Glauben Hoffnung

 

Art for the heart – Art from the heart

Ein Herzensprojekt

Art for the heart…. Art from the heart – Das ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Herzensprojekt. Von der Liebe, freudigen Herzsprüngen bis zu quälenden Herzschmerzen oder schlimmstenfalls sogar einem gebrochenen Herzen, diesem Organ schreibt man auf der metaphorischen Bedeutungsebene tiefe Gefühle zu. Das Herz ist aber nicht nur körperlich, sondern auch emotional das Zentrum unseres Körpers. Viele Gefühle gehen daher auch körperlich „zu Herzen“. Wir nähern uns dem Thema künstlerisch. Ausgangspunkt für unser Kunstwerk ist das Herz, das wir als Inspiration zum künstlerischen Gestalten verwenden. Wir lassen uns überraschen von dem, was auf dem Papier entsteht und welche Bedeutung daraus für uns erwächst. Wir tauschen uns aus über unsere Herzensangelegenheiten.

Vorlage Herz aus dem Buch: Dr. Alice Roberts, Aanatomie und Physiologie, Verlag DK

Kleine Weltküche goes Harburger Berge

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Direkt vor den Toren Hamburgs, in den Harburger Bergen, findet man das Restaurant Meyers Linde, bekannt nicht nur für extrem leckeres Essen, sondern auch für seine Ausstellungen unter dem Motto Kunst&Küche. www.meyers-linde.de

Rechtzeitig zu Ostern, ab dem 1. April 2017 wird in der „Linde“ das Kochbuch Kleine Weltküche präsentiert und die  für das Kochbuch entstandenen Illustrationen und Bilder gezeigt.

Für die Zeit der Ausstellung vom 1.4.2017 bis 31.5.2017 wird an jedem Wochenende ein Gericht oder Kuchen aus dem Kochbuch serviert

 

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Vernissage am Samstag, 1.4. um 16.00 Uhr ganz typisch hanseatisch, mit Kaffee und Butteruchen satt

 

 

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Adresse: Meyers Linde, Harburger Stadtweg 2, 21224 Rosengarten … weitere Infos ….

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Das Symbol Spirale

Die Spirale – Wachstum und Entwicklung oder Ende und Einheit

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Symbole kommen in unserer Welt immer wieder vor. Sie sind Sinnbilder; Zeichen, die für etwas Anderes stehen. Ein Symbol  schließt nicht aus, sondern ein. Anders als Worte, begrenzt es nicht. Im Kontext der Kunsttherapie geht es nicht um das Interpretieren von Werken, sondern erst einmal um die individuelle Deutung durch freies Assoziieren. Oft decken sich aber individuelle Essenzen und kollektive Bedeutung.

Die Spirale ist herkömmlich ein Symbol für das Leben. Man findet sie überall in der Natur, im Kleinen wie im Großen (aufsteigender Rauch, Wasserstrudel oder Wirbelsturm, Planzen, Weltall).
Auch bei den Kelten war die Spirale ein wichtiges Symbol, das die Reise vom inneren Leben zur Seele symbolisiert. Ebenso im TAO (chinesische Philosophie) hat die Spirale eine wichtige Bedeutung. Die rechtsdrehende Spirale steht hier für die Schöpfung, die linksdrehende Spirale symbolisiert das Ende, die Rückkehr zur Einheit. Die Spirale lehrt uns, dass alles in Bewegung ist und wechselt. Das Leben folgt der Bewegung der Spirale, innen, außen, einatmen, ausatmen, mal mehr in der Welt sein, mal mehr im Inneren. Tag und Nacht, wachend und schlafend. Die Spirale lehrt uns mit der Schwingung mitzugehen, in dieser Bewegung zu tanzen. Als Krafttier steht die Schnecke für die Energie der Spirale.

 

Das Symbol Weltenbaum

Der Lebensbaum oder Weltenbaum ist in der Relegionsgeschichte (auch in der Bibel) ein bedeutendes Symbol und steht u.a. für die Achse der Welt. Er symbolisiert die kosmische Ordnung. Im klassischen Schamanismus ist er das Zentrum der Welt und verbindet die obere (Himmel), untere (Erde) und mittlere Welt (Alltagsrealität). Der Baum zeigt auch den Weg zurück zum Urzustand des Schöpfungsbeginns.

Wie sieht Ihr Weltenbaum aus?

Kunstprojekt Krafttiere

Krafttier-Bilder erzählen von inneren Wahrheiten, sie machen sichtbar, welche Potentiale, Kräfte, Energien und Themen uns und die reflexive Welt gerade bewegen.

55 Krafttier-Karten der Künstlergruppe für Flüchtlinge

 

Projekt www.krafttier.reisen

Tiere tauchen in Mythen, Sagen und Geschichten auf, aber auch als Wappen von Städten (Berliner Bär) und Ländern (Bundesadler) sowie in Religionen (Fisch im Christentum)  haben sie eine symbolische Bedeutung. Kinder haben ihre Lieblingskuscheltiere und auch sonst haben viele Menschen ein oder mehrere Tiere, zu denen sie sich hingezogen fühlen. Schamanen gehen davon aus, dass jeden Menschen Krafttiere begleiten, die ihn im Leben und in besonders herausfordernden Situationen körperlich, seelisch und spirituell beschützen.

Aber auch ohne einen schamanischen Glauben an Krafttiere helfen diese inneren Bilder Ressourcen zu wecken und Blockaden abzubauen. Für jedes Tier finden sich bestimmte – oft auch kulturell bedingte – Zuschreibungen, mit denen wir in Resonanz gehen. Auch die Stärken, Schwächen und Eigenschaften des Krafttieres sind uns hilfreiche Wegweiser. Der künstlerische Ausdruck kann als eine Form einer metaphorischen, universellen Bildsprache verstanden werden, die wir auch aus Träumen kennen. Diese Bildsprache kann auch ohne Worte verstanden werden. Ein Krafttierbild regt die Imagination an und stellt Kontakt zum Unbewussten her, zur psychisch-seelischen Welt des Menschen.  Es wird zum symbolischen Bedeutungsträger und weckt die Intuition.

In unserem Krafttier-Projet, an dem verschiedene Menschen und Gruppen beteiligt sind, lassen wir uns von der Idee der Krafttiere inspirieren.

Freuen Sie sich auf weitere Bilder, der Krafttierzoo wächst täglich!

Aktiv am Projekt beteiligt ist etwa die Künstlergruppe für Flüchtlinge in Harburg. Infos www.heimat-harburg.de

Projekt Webseite www.krafttier.reisen