Hinter der Maske

Ich unterstütze Sie in Krisen, schwierigen Lebenssituationen und Veränderungsprozessen. Die Beziehung zwischen Ihnen und mir ist für den Prozess ebenso wichtig, wie meine Qualifikationen. Können Sie sich vorstellen, dass ich Ihren Veränderungswunsch, Ihr Leiden, Ihre Krise neben meiner fachlichen Kompetenzen empathisch begleiten und Sie unterstützen kann? Dazu möchte ich Ihnen gern auch etwas Persönliches zu meinem Werdegang erzählen.

Unter diesem Link finden Sie meine Qualifikationen, Referenzen und Erfahrungen 

 

1971, ich war gerade 6 Jahre alt, bestand die Welt aus einem Tag, der Momente aneinander reihte. Mit meinem Vater bastelte ich eine Zigarre rauchende Maske. Damals ahnte ich noch nicht, dass er uns sehr bald verlassen würde. Ich war weit und breit das einzige Scheidungskind und ein Schlüsselkind.

Nach dem Abitur hieß es nicht nur in meinem Elternhaus: „Mach was Vernünftiges, Mädchen“. Eine Arbeit zu haben, die man bis zur Rente absitzen konnte, war oberstes Ziel für die Töchter und Söhne der Nachkriegsgeneration. Mit dem Studienführer in der Hand sortierte meine Mutter die möglichen Fächer vor. Dabei ging es weniger um meine Talente, ich wollte Kunst studieren, sondern mehr um die vermeintlich guten Berufsperspektiven. „Mathe kann sie nicht, Naturwissenschaften kann sie nicht …. Studiere doch Jura, damit kannst du alles machen.“ Das fühlte sich nicht nach einem Vorschlag an.

Am Recht faszinierte mich zwar  die Kriminologie, ich hatte schon früh einen Sog zu den Abgründen und Konflikten von Menschen verspürt. Sie war auch das Menschlichste im Jurastudium. Vier Jahre später aber, im achten Semester, war ich nervlich am Ende. Mein Gehirn war überlastet, wie ein Luftballon, der kurz vorm Platzen war.

 

Ich hatte jedes Gefühl für mich selbst verloren.

Schicksal oder Fügung? In dieser Zeit traf ich zufällig meine Freundin aus der Kindergartenzeit wieder, die Hutmacherin geworden war. Sie erzählte von den Stoffen und Filzen in ihrer Werkstatt, ihren wilden Hutkreationen. Etwas Kreatives mit den Händen machen. Das erschien mir das Himmelsreich.

„Mach das erste Staatsexamen, du bist so kurz davor, dann finanzieren wir dir noch eine Hutmacherlehre“, war die Antwort auf meine Euphorie, das Studium zu schmeißen. Das klang natürlich vernünftig. Ich ging erneut den Packt mit dem Teufel ein. Das Staatsexamen bestand ich trotz schlechter Klausurnoten wegen meiner sehr guten Hausarbeit. Ich hatte nun ein Ziel erreicht, das nie meins gewesen war.

Wie ein inneres Navigationssystem, das ohne meine bewusste Steuerung die Führung übernommen hatte, arbeite derweilen etwas tief in mir weiter an dem Plan, mich doch noch in die richtige Richtung zu schubsen. Es sollte Jahrzehnte dauern, bis dies gelang. Aber der erste wichtige Meilenstein deutete sich genau zu dieser Zeit an. Es war eine Idee! Nach Studium, gescheiterter Liebesbeziehung und Wartezeit aufs Referendariat wollte ich möglichst weit weg.

Istanbul!

Wieso Türkei, lern doch erstmal richtig Englisch“, war die motivierende Antwort aus dem Elternhaus. Diesmal blieb ich standhaft. Die Bauchentscheidung erklärte ich mir und allen Vernünftigen mit dem Faktum, dass  auch türkischstämmige Menschen in Deutschland eine Anwaltsberatung brauchen. Ich startete einen Sprachkurs und kontaktierte die Deutsch-Türkische Juristenvereinigung, um ein Anwaltspraktikum zu ergattern.

Bis heute war es die wichtigste Entscheidung meines Lebens. Sie veränderte alles. Ich traf auf andere Menschen, stieß auf eine fremde Kultur, lernte eine neue Sprache. Es gab keine Erwartungen an mich, keine Vorannahmen zu meiner Person. Erstmals in meinem Leben fühlte ich mich wirklich frei.

Ich war wieder ein neugieriges Menschenkind, das die Welt fühlen konnte.

Ich erinnere die Melancholie des Bosporus bei Regen. Die sanften Duftwolken im Gewürzbasar, gefüllt mit Zimt, Curcuma und Schwarzkümmel. Die Schulkinder, die ihren morgendlichen Chor durch den Lautsprecher tröteten. Wenn der Muezzin aus allen Himmelsrichtungen von den Minaretten zum Gebet rief, schien die kreischende Stadt still zu werden. Die akustische Welle breitete sich in der gesamten Metropole aus, überflutete meinen Körper und synchronisierte meinen Herzschlag.

Nach Istanbul war alles möglich, das wusste ich. Nun konnte ich überall leben. Aber erstmal ging es zurück nach Hamburg. Zwei Jahre Referendariat versöhnten mich mit dem Studium der Rechtswissenschaften. Es war eine tolle Zeit. Ich durfte mich in allen Rollen ausprobieren, war Richterin, Staatsanwältin, Anwältin und hatte den Generalschlüssel für die Türen im Strafvollzug. Endlich konnte ich mit echten Menschen arbeiten, bekam sehr gute Rückmeldungen und Zeugnisse. Mein zweites Staatsexamen meisterte ich mit Enthusiasmus, Bravour und dem Wunsch, mich in die Welt aufzumachen.

Berlin!

Mit einer türkischenstämmigen Kollegin gründete ich ein Anwaltsbüro in Schöneberg. Ich war stolz und glücklich. Es war das schönste Büro in Berlin, fand ich. Aber irgendetwas fehlte. Meine innere Suchmaschine lief weiter auf Hochtouren. Sie spuckte konkrete Vorschläge aus, die sich in Ideen und Impulsen äußerten. Ein MBA Abend-Studium in Berlin mit Studienbesuchen und Abschluss in Cambridge, weckte meine Neugier für psychologisch angehauchte Themen wie Unternehmenskultur und Personalentwicklung. Mit einer Mediationsausbildung vertiefte ich die psychologische Sicht auf Konflikte. Ich fokussierte in meinem Anwaltsbüro nun immer mehr auf einvernehmliche Konfliktlösungen, als Mediatorin, Schiedsrichterin und Schlichterin. Es folgten Coachingausbildung, NLP, Hypnose und viele andere Weiterbildungen im psycho-sozialen Bereich. Vor allem aber brachten mich die Weiterbildungen, bei denen immer viel Selbstreflexion gefordert war, wie von Geisterhand geführt zu meinen Schattenanteilen und zur nächsten großen Entscheidung. Ich begann mit einer Psychotherapie, die viele Jahre dauern und nochmal alles verändern sollte.

Aus der unbekannten Welt des Unbewussten brach sich nach 16 Jahren in Berlin ein neues Gefühl Bahn. Alles war mit zu laut, zu voll, zu vorbestimmt, zu Hamsterrad geworden. Etwas zog ganz stark an und in mir, das sich in einer Sehnsucht nach Nieselregen und Heimat äußerte. Die Entscheidungsfindung war von Angstattacken, Existenzängsten und schlaflosen Nächten geprägt. Mit 48 Jahren, andere dachten schon an die Rente, brach ich die Zelte in Berlin wieder ab und überließ das Anwaltsbüro meiner Kollegin.

Ich konnte und musste in Hamburg mein Leben nochmal ganz neu entdecken. Ich folgte meiner inneren Stimme und startete berufsbegleitend mein drittes Studium, eine Masterstudium intermediale Kunsttherapie.

Es passierte etwas, das ich noch nie zuvor erlebt hatte.

Alles wurde plötzlich ganz leicht, fügte sich wie Puzzleteile zusammen. Kunstprojekte, Kunsttherapie, Kunst als Sprache.

Ich kann sagen, dass ich nun meine Berufung gefunden habe. Heute unterstütze ich als  Kunsttherapeutin Menschen in Veränderungsprozessen, Krisen und schwierigen Lebenssituationen. Auch im künstlerisch-kulturellen Bereich bin ich aktiv. Zudem nutze ich in meiner unterstützenden Arbeit den künstlerischen Ausdruck als eine integrative und  allverständliche Sprache der Intuition. Ich fürchte mich nicht vor tiefen Abgründen anderer Menschen, im Gegenteil, es zieht mich dort hin, um mit ihnen das Potenzial zu bergen, das sich dort versteckt. Ich habe selbst erfahren, wie es ist, wenn man sich den Ängsten und Krisen stellt und sie überwindet.

Mehr zu mir

 

Und die Moral von der Geschicht?

Sei kein Gefangener deiner Vergangenheit. Sie war eine Lektion, keine lebenslange Strafe.

Ulrike Hinrichs Kunst als Sprache der Intuition – Der holografische Ansatz in der Kunsttherapie und kunstanalogen Transformationsprozessen Synergia-Verlag, ISBN 9783906873824