Mein Weg vom Beruf zur Berufung

Ulrike Hinrichs

ist intermediale Kunsttherapeutin (M.A.), Mediatorin, Coach, NLP Master, Trauma-Beraterin, Ausbilderin für Mediation sowie Autorin und Rechtsanwältin. In ihrer Heimat Hamburg  begleitet sie Menschen in Konflikten, Veränderungsprozessen und schwierigen Lebenssituationen. Wenn Sie es noch nicht gelesen haben, finden Sie das ausführliche Profil hier >>

Von Rechtsanwältin bis Kunsttherapeutin, wie passt das zusammen, fragen Sie sich vielleicht?

Eigentlich wollte Ulrike Hinrichs Kunst studieren, aber ihr familiäres Umfeld machte ihr  die „brotlosen Kunst“ madig und riet ihr, etwas „Vernünftiges“ zu lernen. Da sie schon immer eine Verfechterin für Gerechtigkeit gewesen war, startete sie 1987 an der Universität Hamburg ihr Studium der Rechtswissenschaften. Am Recht faszinierte sie die differenzierte Meinungsbildung und das übergeordnete Wertesystem. Ulrike Hinrichs hatte schon früh einen Sog zu den Abgründen und Konfliktsituationen von Menschen verspürt, so dass sie sich besonders für die psychologische Seite des Rechts, vor allem für die Kriminologie, interessierte. Auch die Grundrechte und Menschenrechte als ethischer Kompass einer demokratischen Gesellschaft waren für sie ein Fokus in der Ausbildung. Ein Auslandsjahr in Istanbul weitete ihren Blick auf die Kulturen der Welt und weckte ihr besonders Interesse für die Verbindung von Menschen unterschiedlicher Kultur und Herkunft.

Mit ihrem Ursprungsberuf als Volljuristin ließ sich Ulrike Hinrichs 1998 in Berlin als Rechtsanwältin nieder. Sie spürte im Alltagsgeschäft aber schnell eine innere Unzufriedenheit bei der Unterstützung von Menschen allein mit rechtlichen Mitteln, da die menschliche Seite des Konfliktes im Recht oft zu kurz kam. Ein berufsbegleitendes Studium in Berlin und Cambridge zum Master of Business Administration, brachte ihr Einblicke in die Psychologie von Menschen und Unternehmenskulturen, die sie in der anschließenden Mediationsausbildung noch verfeinerte. Ihre langjährigen Erfahrungen in der anwaltlichen Praxis und ihre neu erworbenen Qualifikationen im Konfliktmanagement setze sie schwerpunktmäßig für Mediationen in Unternehmen ein. Auch leitete Ulrike Hinrichs zahlreiche Schiedsverfahren. Ihre Leidenschaft für die Unterstützung von Menschen führte sie vertiefend zur psychologischen Seite von Konflikten. Ulrike Hinrichs absolvierte eine NLP Master-  und Coach-Ausbildung sowie zahlreiche psycho-soziale Weiterbildungen. Gleichzeitig setze sie sich in einer eigenen Therapie mit ihren persönlichen Schatten auseinander. In dieser Zeit erwachte auch ihr lange verdrängtes Interesse für das künstlerische Schaffen, das sie als Kind und Jugendliche gelebt hatte. Ihre persönliche Entwicklung wiederweckte auch ihre Sehnsucht zur Heimat, so dass sie nach 16 Jahren leben in Berlin zurück nach Hamburg siedelte und heute mitten in den Harburger Bergen am Waldrand lebt. Das Thema Kunst spielte sich nun immer mehr in den Vordergrund, so dass sie ein dreijähriges berufsbegleitendes Kunsttherapiestudium an der Medical School Hamburg aufnahm.  Sie lernte den künstlerischen Ausdruck als eine integrative und allverständliche Sprache der Intuition kennen und schätzen, den sie nun in die Unterstützung von Menschen einbezog. Aufgeweckt durch die dramatischen Fluchtbewegung im Jahre 2015 initiierte sie ein künstlerisches Angebot für Flüchtlinge, bei der sie stark belasteten, oft schwer traumatisierten Menschen stabilisierend und ressourcenstärkend unterstützt. Ulrike Hinrichs leitet darüber hinaus mehrere kunsttherapeutische Gruppen in einer Beratungsstelle für Frauen in Krisensituationen. In ihrer Projektarbeit im Bereich Gesellschaft, Kultur und Integration setzt sie den künstlerisch-kreativen Sprachausdruck für eine verbindende und sprachenübergreifende Ressource ein, um Menschen und Kulturen zusammenzubringen. Mit dem Kunstprojekt „Gemalte Freiheit“ etwa, bei dem die Grundrechte von den Beteiligten künstlerisch umgesetzt wurden, konnte sie ihre Multiprofession in einem Kunstprojekt vereinigen. Mit ihrer Kollegin Gabriele Hennecke hat sie nun mit dem künstlerisch-kulturellen Integrationsprojekt „unlimited hearts“ ihr Engagement international ausgedehnt.

 

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