Mein Weg vom Beruf zur Berufung

Ulrike Hinrichs

Ich bin  intermediale Kunsttherapeutin (M.A.), Mediatorin, Coach, NLP Master, Trauma-Beraterin, Ausbilderin für Mediation und Lehrbeauftragte für Kreative Theapien sowie Autorin und ehemals Rechtsanwältin. In meiner Heimat Hamburg  begleite ich Menschen in Konflikten, Veränderungsprozessen und schwierigen Lebenssituationen. Wenn Sie es noch nicht gelesen haben, finden Sie das ausführliche Profil hier >>

Von ehemals Rechtsanwältin zur intermedialen Kunsttherapeutin, wie passt das zusammen, fragen Sie sich vielleicht?

Eigentlich wollte ich nach dem Abitur Kunst studieren, aber mein familiäres Umfeld machte mir die „brotlosen Kunst“ madig und riet mir, etwas „Vernünftiges“ zu lernen. Da ich schon immer eine Verfechterin für Gerechtigkeit gewesen war, startete ich 1987 an der Universität Hamburg mein Studium der Rechtswissenschaften. Am Recht faszinierte mich die differenzierte Meinungsbildung und das übergeordnete Wertesystem. Ich hatte schon früh einen Sog zu den Abgründen und Konfliktsituationen von Menschen verspürt, so dass ich mich besonders für die psychologische Seite des Rechts, vor allem für die Kriminologie, interessierte. Auch die Grundrechte und Menschenrechte als ethischer Kompass einer demokratischen Gesellschaft waren für mich ein Fokus in der Ausbildung. Ein Auslandsjahr in Istanbul weitete meinen Blick auf die Kulturen der Welt und weckte mein besonderes Interesse für die Verbindung von Menschen unterschiedlicher Kultur und Herkunft.

Mit meinem Ursprungsberuf als Volljuristin ließ ich mich 1998 in Berlin als Rechtsanwältin nieder. Ich spürte im Alltagsgeschäft aber schnell eine innere Unzufriedenheit bei der Unterstützung von Menschen allein mit rechtlichen Mitteln, da die menschliche Seite des Konfliktes im Recht oft zu kurz kam. Ein berufsbegleitendes Studium in Berlin und Cambridge zum Master of Business Administration, brachte mir erste Einblicke in die Psychologie von Menschen und Unternehmenskulturen, die ich in der anschließenden Mediationsausbildung noch verfeinerte. Meine langjährigen Erfahrungen in der anwaltlichen Praxis und die neu erworbenen Qualifikationen im Konfliktmanagement setze ich schwerpunktmäßig für Mediationen in Unternehmen ein. Auch leitete ich zahlreiche Schiedsverfahren. Meine Leidenschaft für die Unterstützung von Menschen führte mich vertiefend zur psychologischen Seite von Konflikten. Ich absolvierte eine NLP Master-  und Coach-Ausbildung sowie zahlreiche psycho-soziale Weiterbildungen. Gleichzeitig setze ich mich in einer eigenen Therapie mit meinen persönlichen Schatten auseinander. In dieser Zeit erwachte auch mein lange verdrängtes Interesse für das künstlerische Schaffen, das ich als Kind und Jugendliche gelebt hatte. Meine persönliche Entwicklung wiedererweckte auch meine Sehnsucht zur Heimat, so dass ich nach 16 Jahren leben in Berlin zurück nach Hamburg siedelte und heute mitten in den Harburger Bergen am Waldrand lebe. Das Thema Kunst spielte sich nun immer mehr in den Vordergrund, so dass ich ein dreijähriges berufsbegleitendes Kunsttherapiestudium an der Medical School Hamburg absolvierte.

Ich lernte den künstlerischen Ausdruck als eine integrative und allverständliche Sprache der Intuition kennen und schätzen. Und so kam ich nach einer langen inneren Reise endlich zurück zu meinem Urspung und meiner Berufung, nämlich der Kunst als Sprache und Ausdrucksform. Ich bin Kunsttherapeutin in eigener Praxis und leite u.a. kunsttherapeutische Gruppen, in einer Beratungsstelle für Frauen in Krisensituationen,  in einer Unterkunft für Geflüchtete mit teils schwer traumatisierten Menschen, einer Seniorengruppe für Menschen im letzten Lebensabschnitt. In meiner Projektarbeit im Bereich Gesellschaft, Kultur und Integration setze ich den künstlerisch-kreativen Sprachausdruck für eine verbindende und sprachenübergreifende Ressource ein, um Menschen und Kulturen zusammenzubringen. Mit dem Kunstprojekt „Gemalte Freiheit“ etwa, bei dem die Grundrechte von den Beteiligten künstlerisch umgesetzt wurden, konnte ich meine Multiprofession in einem Kunstprojekt vereinigen.Das Projekt „Wohnst du noch oder lebst du schon auf der Straße“ beschäftigt sich mit dem sozialen Thema „Wohnen“. Mit meiner Kollegin Gabriele Hennecke habe ich nun mit dem künstlerisch-kulturellen Integrationsprojekt „unlimited hearts“ mein Engagement international ausgedehnt.

Mein Wissen und meine Erfahrungen zum Thema „Kunst als Sprache der Intuition“ finde Sie auch in meinem  Buch:

Kunst als Sprache der Intuition – Der holografische Ansatz in der Kunsttherapie und kunstanalogen Transformationsprozessen Synergia-Verlag, ISBN 9783906873824

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