Die innere Heilerin

Herzblut

Die innere Heilerin

Durch das authentische künstlerische Schaffen mobilisieren wir unsere Selbstheilungskräfte. Wir können dieses Leitsystem auch Intuition oder intuitive Führung nennen. Der Mediziner und Psychotherapeut Dr. Hans Hein, der das Vorwort zu meiem Buch geschieben hat, konstatiert, dass der/die innere Heiler/in so etwas wie ein eingebauter Resonanzdetektor sei, der sensibel auf die Wahrnehmung von körperlichen, emotionalen und seelischen Unstimmigkeiten ausgerichtet sei.[1]

„Der physiologische Hintergrund dieser Fähigkeit speist sich aus all den Anteilen in unserem Nervensystem, die mit dem evolutionären und archaischen „Urwissen“ unserer Körperinformation verbunden sind. Die Kunst ist es genau das wahrnehmbar und zugänglich zu machen. Der Zugang gelingt über das Training der Intuition und die Übersetzung der inneren Wahrnehmungen in Bilder von Gestalten, die sehr oft mythischen Charakter haben, also eine Verbindung zum kollektiven Unbewussten herstellen. Mittlerweile gibt es eine wissenschaftliche Betrachtung von zwei Grundformen des Denkens, das schnelle und das langsame. Das schnelle entspricht der intuitiven holografischen Wahrnehmung, das langsame eher der dem logisch sequenziellen. Der innere Heiler ist eine Funktion der unmittelbaren  Wahrnehmung der individuellen Realitäten mit der Chance die verzerrenden und krankmachenden Schwingungsmuster zu identifizieren und zu verändern“, so Hein.[2]

Künstlerische Prozesse können den Weg der Heilung unterstützen.

Wie sieht dein innerer Heiler, deine innerer Ärztin aus? Lass dich überraschen. Das kann ein konkretes Wesen sein, aber auch in abstrakten Bildern können sich diese Energien ausdrücken. Welche Farbe zieht dich an? Welche Form? Fühle intuitiv, ob es sich um einen männliche oder weibliche Energie, einen Arzt oder eine Ärztin, handelt. Hier geht es nicht um Geschlechterzuschreibungen, sondern um die polaren Urkräfte, Tun und Sein. Die männliche Urkraft steht für anderer Impulse als die weibliche.

Diffus, fließend und formlos

Das weibliche Prinzip steht in seiner positiven Ausprägung für Hingabe und Empfänglichkeit. „Tief in uns verborgen leben eine innere Frau, eine Magierin und Feuerhüterin. Sie kümmert sich darum, dass das innere Leuchten, die Urkraft, nie erlischt. Sie ist ganz lebendig, voller Ideen, Mut und grenzenloser Loyalität, angefüllt mit weisen Einsichten und Liebevollen Empfindungen“, beschreibt es Westphalen.[3] Die weibliche Energie ist eher diffus, fließend und formlos. Gleichzeitig ist sie schöpferisch-gestaltend, gebärend, verwandelnd und heilend. Die weibliche Kraft, die etwa in der Medizin der schamanischen Tradition vertreten ist, sieht das größere Ganze, hat einen Meta-Blick.[4]

Impulsiv, spontan und zielgerichtet

Das männliche Prinzip beschreibt das Denken, Handeln und die Aktivität. Die männliche Energie ist impulsiv, spontan, zwanglos, triebhaft, fokussiert und zielgerichtet, kämpferisch, dynamisch, leistungs- und wettbewerbsorientiert. Die männliche Urkraft finden wir auch in der klassischen Medizin vertreten, die bis in die kleinsten Details hinein untersucht und forscht. Positiv gelebte männliche Kraft führt zu Mut, Entschlossenheit, Klarheit, Akzeptanz und größtmöglicher Freiheit.

Welche Botschaft hat deine innere Heilerin für dich?


Ulrike Hinrichs – Kunst als Sprache der Intuition – Der holografische Ansatz in der Kunsttherapie und kunstanalogen Transformationsprozessen Synergia-Verlag, ISBN 9783906873824 

[1] Hein, Hans in Hinrichs (2019, S.74). Kunst als Sprache der Intuition. Der holografische Ansatz in der Kunsttherapie und kunstanalogen Transformationsprozessen.

[2] Ulrike (2019, S. 74). Kunst als Sprache der Intuition. Der holografische Ansatz in der Kunsttherapie und kunstanalogen Transformationsprozessen.

[3] Westphalen, Jutta (2016, S. 659). Die Urkraft der Weiblichkeit oder weshalb Frauen die besseren Lebenskünstler sind“

[4] Croissier, Getrude R. (2006), Psychotherapie im Raum der Göttin. Weibliches Bewusstsein und Heilung.