Rosacea – Krankheit als Metapher

Psychische Störungen und Prozesse finden oft im Körper einen Ausdruck, wenn sie im sprachlosen Raum gefangen sind. Die so genannten „holy seven“ sind typische psychosomatische Erkrankungen, die sich durch Körpersymptome zeigen: Magengeschwüre, chronisch entzündliche Darmerkrankungen, Bluthochdruck (siehe Bluthochdruck – Krankheit als Metapher), Rheuma, Schilddrüsenüberfunktion, Neurodermitis (siehe Neurodermitis – Krankheit als Metapher) und Asthma.

Daneben gibt es somatoforme Störungen, bei denen keine körperliche Ursache für die Beschwerden zu finden ist. Typischerweise sind das Gelenkbeschwerden, Schwindel, Erschöpfung oder auch Schmerzen an der Wirbelsäule, ebenso wie eine allgemeine Unruhe und Nervosität. Auch Migräne, Angst- und Panikstörungen, Hörstürze, Schlafstörungen, chronische Entzündungen und Schlafstörungen können ein Hilferuf des Körpers sein. Bei den so genannten Konversionsstörungen wird ein psychischer Konflikt in ein körperliches Symptom umgewandelt. Das sind klassischerweise Symptome mit Symbol-, Ausdrucks- oder Aufforderungscharakter. Der Körper „übernimmt“ das Problem, die Psyche wird entlastet. 

Rosacea ist eine entzündliche, chronische Erkrankung der Gesichtshaut, seltener zeigen sich Symptome auch am Hals und im Nacken. Die Ursache für die Hauterkrankung ist multifaktoriell. Rosacea kommt  mit starken Hautrötungen, auch Pusteln und Pickeln, vor allem im Bereich der Wangen, Nase, Stirn und dem Kinn.  Die Erkrankung verläuft schubweise.

Die Haut als Berührungs- und Schnittpunkt zur Außenwelt weist auf das Thema Grenzen. Die Haut bringt uns in Kontakt mit Anderen, der Welt. Über sie erleben wir Beziehung, Berührung und Zärtlichkeit. Bei der Rosacea steht einem die Röte ins Gesicht geschrieben. Die Symptome lassen sich nicht verbergen. Sie lässt uns an Scham denken. Wenn wir beschämt werden, dann werden wir rot im Gesicht.

Rosacea. Ich zeige mein wahres, mein neues Gesicht. Ich lasse die Maske fallen. Alles will ans Licht kommen.

Rosacea kann auch für eine lange verdrängte Wut stehen, die sich Bahn brechen will. Udo Baer und Gabriele Fricke-Baer schreiben in ihrem Buch „Das ABC der Gefühle“ zur Wut: Die größte Angst habe die Wut vor zwei Zuständen: „Dauergast oder völlig unerwünscht zu sein“.

Hinter der Wut versteckt sich oft auch eine tiefe Trauer und Sprachlosigkeit bezüglich extremer, unverarbeiteter Erlebnisse. Mit der Röte im Gesicht, wird man zugleich sichtbarer. Denn diese Farbe zieht Aufmerksamkeit. Rot ist die Farbe des Feuers, der Liebe und der Leidenschaft. Die Farbe steht für Power und Energie, ebenso auch für Wut. Als Farbe unseres Blutes ist Rot das Symbol für Leben und Lebendigkeit.

Rot, die Farbe des Feuers, wirft Fragen auf wie etwa:

  • Wo brennt / schmerzt es? Wo steckt der Schmerz fest?
  • Gibt es Aggressionen in dir, die nicht an die Oberfläche dürfen?
  • Wo hältst du dich zu sehr zurück in deinem Leben?
  • Wofür brennst du?
  • Wo wünschst du dir mehr Lebendigkeit und Dynamik?
  • Wie steht es um die Leidenschaft in deinem Leben?
  • Wo wünschst du dir vielleicht intensivere, extremere Erfahrungen?

Eine kreative Umsetzung körperlicher Symptome schafft eine erweiterte Ebene. Kunst und Körper unterhalten sich in derselben Sprache. Es ist die Sprache der fühlenden intuitiven Seite in uns. Diese metaphorische Sprache erscheint nicht in Buchstaben, sondern in Bildern, Symbolen oder auch Eingebungen. Häufig drücken sich unterdrückte Themen im Körper aus. Es bilden sich Symptome aus, die eine bildhafte Sprache sprechen. Die Übersetzung von symbolischen Krankheitsbildern ist, wie bei Träumen, inneren Bildern und auch dem künstlerischen Ausdruck, oft nicht einfach. Die  Kunst kann als Brücke dienen, um unsere assoziative Sprache besser zu verstehen. Dazu müssen wir Körpergefühle ermöglichen und einen verstehenden und mitfühlenden Kontakt zu unseren Symptomen schaffen.

Eine erweiterte intuitive Erkenntnisebene können wir durch eine Transformation des Symptoms in ein anderes Symbol initiieren. Es eigenen sich besonderes Tiere. Zu den jeweiligen Tieren können wir neben den eigenen Assoziationen zusätzlich die Tiersymbolik der schamanischen Krafttiere einholen. Wenn das Symptom ein Tier wäre, welches wäre es? Im Fall der von Rosacea Betroffenen war es der Flamingo:

„Zeigt sich der Flamingo, so fordert er uns auf, uns um unser zartes Seelenkostüm zu kümmern und auf unser Herz zu konzentrieren. Er überreicht uns den Herzmantel und damit die Fähigkeit, die Kraft der Liebe und die Wahrheit in unserem Herzen zu leben.“ aus: Ruland, Jeanne (2006). Krafttiere begleiten dein Leben. Hannover: Schirner Verlag

 

 

 

Ulrike Hinrichs – Kunst als Sprache der Intuition – Der holografische Ansatz in der Kunsttherapie und kunstanalogen Transformationsprozessen Synergia-Verlag, ISBN 9783906873824 

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