Bluthochdruck – Krankheit als Bild

Das Herz rebelliert

Psychische Störungen und Prozesse finden oft im Körper einen Ausdruck, wenn sie im sprachlosen Raum gefangen sind. Unter den psychosomatischen Erkrankungen, die sich durch Körpersymptome zeigen, gibt es die so genannten „holy seven“: Magengeschwüre, chronisch entzündliche Darmerkrankungen, Bluthochdruck, Rheuma, Schilddrüsenüberfunktion, Neurodermitis (Siehe auch Neurodermitis) und Asthma. Es zeigen sich häufig somatoforme Störungen, bei denen keine körperliche Ursache für die Beschwerden zu finden ist. Typischerweise sind das Gelenkbeschwerden, Schwindel, Erschöpfung oder auch Schmerzen an der Wirbelsäule, ebenso wie eine allgemeine Unruhe und Nervosität. Auch Migräne, Angst- und Panikstörungen, Hörstürze, Schlafstörungen, chronische Entzündungen und Schlafstörungen können ein Hilferuf des Körpers sein. Viele Betroffene kennen auch die besondere Hautempfindlichkeiten (siehe auch  Rosacea ).

Bluthochdruck kann viele körperliche Ursachen haben. Eine umfassende Untersuchung ist daher unumgänglich. Bluthochdruck tritt oft auch im Zusammenhang mit  innerer Unruhe und Angst auf, vor allem nach psychisch stark belastenden Erlebnissen. Die metaphorische Ebene der Symptomatik deutet auf eine langanhaltende, dauerhafte Drucksituation hin. Betroffene sind in einer Art Dauererregungszustand. Etwas drückt von Innen, das nicht nach draußen kann.  Oft verbergen sich dahinter gehemmte Aggressionen und unterdrückte Wut, die aus Angst vor einer konflikthaften Auseinandersetzung verdrängt werden. Wenn der Druck im Außen erzeugt scheint, dann ist es der vom Bluthochdruck  Betroffene, der diesem Druck nicht entgegenwirkt, sondern ihn stattdessen aushält. Das Herz rebelliert.

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Bluthochdruck: wie ein Dampfkochtopf ohne Ventil

Dahinter können Fragen stehen wie:

  • Was will sich Luft verschaffen und wird „unter dem Deckel gehalten“?
  • Darf ich den Konflikt aufsteigen lassen und lösen, der unter der Oberfläche brodelt?
  • Dürfen meine Aggressionen ans Licht kommen? Was passiert dann?
  • Kann ich die Kontrolle loslassen? Was will ins Fließen kommen?
  • Werde ich auch ohne Leistung geliebt?
  • Wo teile ich aus, statt mich mitzuteilen?
  • Wie kann ich meine eigenen Leistungsansprüche reduzieren?

Eine kreative Umsetzung körperlicher Symptome schafft eine erweiterte Ebene. Kunst und Körper unterhalten sich in derselben Sprache. Es ist die Sprache der fühlenden intuitiven Seite in uns. Diese metaphorische Sprache erscheint nicht in Buchstaben, sondern in Bildern, Symbolen oder auch Eingebungen. Häufig drücken sich unterdrückte Themen im Körper aus. Es bilden sich Symptome aus, die eine bildhafte Sprache sprechen. Die Übersetzung von symbolischen Krankheitsbildern ist, wie bei Träumen, inneren Bildern und auch dem künstlerischen Ausdruck, oft nicht einfach. Die Kunst kann als Brücke dienen, um unsere assoziative Sprache besser zu verstehen. Dazu müssen wir Körpergefühle ermöglichen und einen verstehenden und mitfühlenden Kontakt zu unseren Symptomen schaffen.

Zum Bild: „Die kreative Umsetzung dieses Themas in eine Bild hat mir neue Impulse gegeben. Ich war überrascht über die tiefen und farbigen Wurzeln, die sich im Werk zeigten. Ebenso berührte mich die Anbindung „nach oben“.  In mir entstand ein Gefühl davon, dass diese ganzen dunklen und schmerzhaften Seiten in uns, ins Fließen kommen müssen, sein dürfen, in die Wurzeln absickern können. Mein Impuls war, dass ich genau dort hinsehen muss, nicht wegsehen.“

Ulrike Hinrichs – Kunst als Sprache der Intuition – Der holografische Ansatz in der Kunsttherapie und kunstanalogen Transformationsprozessen Synergia-Verlag, ISBN 9783906873824