Der Joker – Generator für Überraschungen

Der Joker ist aus dem Kartenspiel bekannt, dort wird er als die „wilde Karte“ eingesetzt, als Glückskarte. Der Joker ist im Kartenspiel Ersatz für jede beliebige andere Karte. Im Tarot ist es der Narr, der alles darf und einfach tut, jenseits von Konventionen, Regeln und moralischen Verpflichtungen.  Man kennt den Joker und Narren auch aus Mythen und Märchen, Filmen und Geschichten. Diese tradierten Symbole (Felder) spiegeln das nicht Kalkuliere, das Schicksal, den Zufall. Der Joker zeichnet sich durch Kompetenz und Flexibilität im Umgang mit Überraschungen aus. Der Joker kann neue bisher ungeahnte Impulse geben. Er zeigt das, was wir nicht vorhersehen oder gar erahnen können. Insofern eignet sich das Symbol des Jokers oder Narren für Veränderungsprozesse, um neue unbekannte Impuls zu generieren. Der Auftrag besteht im künstlerischen Umsetzen des Jokers. Anschließend kann über das Symbol in einen Dialog getreten werden. In Gruppenprozessen können die Teilnehmer sich wechselseitig ihre Joker vorstellen und gemeinsam dazu assoziieren.

Zudem kann auf der Bedeutungsebene zur Reflexion beispielsweise gefragt werden:

  • Wie sieht dein Joker aus?
  • Welche Eigenschaften hat er?
  • Welche Überraschungen hält er für dich bereit?
  • Was für eine Botschaft schickt er dir?
  • Welches Symbol gibt er dir mit auf den Weg?
  • Welche Möglichkeiten zeichnet er dir auf?
  • Welche Grenzen möchte er für dich sprengen?
  • Welche Mauern will er mit dir überwinden?
  • Welche Berge erklimmen?
  • Was steckt aus seiner Sicht „dahinter“ (dem Problem, der Trauer, der Angst, dem Anliegen, dem Thema)?
  • In welchem größeren Kontext sieht er dein Thema/Problem?

Wer ein anderes Symbol als den Joker verwenden möchte, der kann neben dem Narren auch weitere Synonyme bzw. Verwandte verwenden:  das Kind, die fünfte Intelligenz, das NICHTS, Schicksal, Zufall, Gott, Tao, Nullpunkt, Hyperraum[1] u.v.m.

 

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[1] Begriff aus der Quantenphysik: Schwartz, Beauregard, Miller (2016); siehe dazu auch Mann (2017), Frido und Christine.