Die inneren Weisen

 

Der allwissende Mann (Fimo auf Stein)
(Beispiel aus der Künstlergruppe für Flüchtlinge)

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Die inneren Weisen

Die Idee eines unbewussten Teils in uns, der dem Alltagsbewusstsein des Menschen nicht direkt zugänglich ist, geht zurück auf Sigmund Freud, dem Erfinder der Psychoanalyse. Sein ehemaliger Schüler C.G. Jung griff die Idee modifizierend auf und entwickelte kollektive Urbilder der menschlichen Psyche, so genannte Archetypen, namentlich das Selbst, den Schatten, Animus und Anima sowie die alten Weisen als Weisheitsschicht der Psyche. Ob überhaupt ein vom Bewusstsein abgrenzbarer Teil eines Unbewussten existiert, ist sehr umstritten. Heute setzt sich zunehmend die Idee eines holografischen Bewusstseins durch, wonach Erfahrungen und Wissen nicht im Gehirn des Menschen abgespeichert sind, sondern in universellen Wissensfeldern, zu denen der Mensch in Resonanz geht. Welches Verständnis auch immer man von der Welt der Psyche hat, kann uns das Unbewusste jedenfalls als Metapher Hilfestellung für Probleme und Fragen bieten, die mit dem logischen Denken nicht zu fassen sind. Unser fühlendes Gehirn reagiert auf innere Bilder als Quelle der Intuition. Der „Wundermacher“ Jan Becker greift diese Idee innerer Instanzen als Quelle der Intuition auf. Die inneren Weisen fungieren für ihn als sprachliche Bilder, die den Kontakt mit dem Unbewussten erleichtern. Jan Becker unterscheidet drei Ebenen, den inneren Bibliothekar, die weise Frau und den allwissenden Mann. Wir können diese inneren Weisen befragen und bekommen die Antwort etwa durch Geistesblitze oder innere Bilder. (siehe dazu meinen Beitrag TraumAtelier: Was sagen uns Intuition, innere Bilder und Träume?)

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Der innere Bibliothekar – für Rechercheaufträge

Der Bibliothekar hat Zugriff auf all die vergangenen Erfahrungen und repräsentiert das innere Wissen. Ihn kann man jederzeit ratsuchend mit Rechercheaufträgen betrauen.

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Die weise Frau – für größere Fragen

Die weise Frau beantwortet ebenso wie der Bibliothekar alle Fragen, auf die man durch bloßes Denken keine Antwort findet. Sie aber gibt Auskunft zu den komplexeren Fragen, die nur zu beantworten sind, wenn die größeren Zusammenhänge erkannt und verstanden werden.

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Der allwissende Mann – für existenzielle Fragen

Der allwissende Mann ist nur für die wirklich existenziellen Lebensfragen zuständig. Er gibt sich nicht mit kleinen oder auch größeren Problemen ab, sondern wird nur bei wirklich existenziellen Konfliktsituationen aktiv.

Literaturnachweis

  • Jan Becker (2016, S. 106 ff.). Das Geheimnis der Intuition. Wie man spürt, was man nicht wissen kann. Verlag Piper.
  • Jan Becker (2011, S. 200 ff.). Ich kenne dein Geheimnis, Enthüllungen eines Wundermachers, Verlag Pendo