Von der Integration zur Transklusion von Geflüchteten

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Von der Integration zur Transklusion von Geflüchteten

Ulrike Hinrichs 2016

Transklusion von Geflüchteten durch künstlerisch-kulturelle Projekte am Beispiel des Projekts  Weltküche

Im Zusammenhang mit der Zuwanderung von Schutzsuchenden ist hierzulande oft von der »Integration« von Geflüchteten die Rede. Bestenfalls wird eine soziale »Inklusion« der Zugewanderten gefordert. Wir wünschen uns ein Umdenken hin zu einer »transzendierten Inklusion« (Transklusion).

Was meinen wir damit?

Integration und Inklusion steht komplementär zu Exklusion, die eine Begrifflichkeit ist ohne die andere nicht denkbar. In einer inklusiven Gesellschaft sind Unterschiede zwar normal und willkommen. Alle profitieren davon. Integration und Inklusion beinhalten aber auch das »Ausgrenzen«. Die Begrifflichkeiten entspringen demselben Denksystem.

Eine Gesellschaft ist aber kein geschlossenes System, in das man einbeziehen oder ausgrenzen kann, sondern ein – mal enger mal weiter – gewebtes Netz  (siehe Abbildung), permanent pulsierend und sich entwickelnd. In diesem Netz sind alle Menschen eines gesellschaftlichen Sytems gegenwärtig. Sie kommen mit ihrer Unterschiedlichkeit und Einzigartigkeit zusammen, begegnen sich und gehen Beziehungen ein. Bei der von uns vorgeschlagenen »Transklusion« (zugegeben auch ein etwas sperriger Begriff) liegt der Fokus nicht auf der Ein– sondern der Wechselbeziehung. Denn wir alle gestalten die Gesellschaft jeden Tag aktiv oder passiv mit.

Diese Art der bereichernden Begegnung haben wir in unserem Projekt »Weltküche« gelebt. Das künstlerische Schaffen vor allem ermöglicht Begegnungen, die mühelos Sprachbarrieren aufheben und auf Gemeinsamkeiten setzen, statt Unterschiede hervorzuheben. Menschen begegnen sich auf Augenhöhe. So ist diesem Buch mit Kochrezepten nur bei genauerer Betrachtung zu entnehmen, wer von den Rezeptgebern und Illustratoren zugewandert ist und wer nicht. Die Verbindung der Kulturen ergab sich mühelos im Austausch der Rezepte und bei der künstlerischen Gestaltung der Illustrationen.

Flucht ist ein vorübergehender Status, der uns alle betreffen kann. Wir wachsen an der Begegnung mit Menschen. Das durften wir alle im Projekt Weltküche erleben.

Ulrike Hinrichs (2016)

 

Hinrichs_Spiegel_Kleine_Weltkueche

Projektinitiatoren des Flüchtlingsprojekts Weltküche

Ulrike Hinrichs und Günther Spiegel (2016)

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Ulrike Hinrichs & Günther Spiegel
Kleine Weltküche
Kochrezepte von Geflüchteten und Freunden
19,80 EUR – VSA: Verlag – ISBN 978-3-89965-742-5

Überall im Buchhandel und über die Johan Daniel Lawaetz Stiftung

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Infos zum Projekt Weltküche

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