altonale 2016

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1. bis 17. Juli 2016
Kunst im Schaufenster
Wettbewerb um den altonale Kunstpreis zum Thema Flucht

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Das Thema FLUCHT hat viele bewegt, so die altonale Veranstalter: Insgesamt haben sich fast 90 KünstlerInnen beworben. In diesem Jahr sind 77 TeilnehmerInnen zugelassen. Ich freue mich, dass ich dabei bin mit dem  Sujet 

„Zu Ehren von Agbobloshie“

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Im Schaufenster Schrägschnitt: Bahrenfelder Str. 143, 22765 Hamburg werden ca. 15 – 20 Skulpturen präsentiert.

Sujet – „Zu Ehren von Agbobloshie“

„Über dem Gelände von Agbobloshie in Ghanas Hauptstadt Accra steigt schwarzer Qualm von  verbranntem  Plastik auf, ein beißender Geruch hängt in der Luft. Mit mehreren Quadratkilometern Fläche ist Agbobloshie eine der größten Müllhalden weltweit. Etwa 50.000 Menschen leben hier, viele von ihnen sind Kinder.Ohne Schutzkleidung schmelzen sie Kabel und Platinen, zertrümmern alte Bildschirme und nehmen Klimaanlagen auseinander, um Kupfer, Aluminium und Blei zu gewinnen. (Quelle: www.gemeinsam-fuer-afrika.de).

20 Prozent der Weltbevölkerung in den Industriestaaten verbrauchten 80 Prozent der globalen Ressourcen. In einer globalisierten Welt geht es uns – anders als der Volksmund sagt –heute eben doch etwas an, „ob in China ein Sack Reis umfällt“. Neben den zuwandernden Kriegsflüchtlingen etwa aus Syrien stammen zahlreiche Flüchtlinge aus Entwicklungsländern in Afrika, wie etwa Ghana,  so genannten “Wirtschaftsflüchtlinge”. Die Menschen in diesen Ländern leiden aufgrund unseres Wohlstandes in einer Konsum- und Wegwerfgesellschaft.

 Ulrike Hinrichs greift mit ihren Skulpturen im rahmengebenden Schaufenster Schrägschnitt das Thema Müll in unserer globalisierten Gesellschaft auf. Für die Skulpturen verwendet die Künstlerin leere Haushaltsflaschen (Waschmittel, Reinigungsmittel etc.) und Pappmaché, das sie aus Büropapierschredder herstellt. Sie verwendet auch Umgebungsmüll, wie etwa den Gummireifen, den die in der Abbildung dargestellte Skulptur wie Schmuck trägt. So entstehen aus Alltagsmüll bezaubernde Wesen und skurrile Gestalten, die stolz und erhaben im Schaufenster des Friseursalons Schrägschnitt posieren. Die aus Müll geschaffenen Wesen ehren die Bewohner von Agbobloshie, jener Müllhalde, die im Zitat beschrieben ist. Sie schauen selbstbewusst und sind auf ihre Art schön, aber gleichzeitig haben sie einen tiefen traurigen Blick, der ihr Elend erkennen lässt.

Präsentation Schaufenster Schrägschnitt Bahrenfelder Str. 143, 22765 Hamburg: Es werden ca. 15 – 20  Skulpturen auf unterschiedlich großen Verpackungstrommeln präsentiert.

Ulrike Hinrichs

Hamburg 2016